Nebenwirkungen vom Kortison?

  • Hallo,


    Meine Tochter hat ja Asthma und bekommt daher dauerhaft ein kortisonhaltiges Spray und fürs Akute Salbutamol. Damit kommt sie auch klar und hat auch keine nennenswerten Nebenwirkungen.


    Nun hat sie wieder eine heftige Kehlkopfentzündung und es ging ihr richtig schlecht. So bekommt sie nun Prednisolon oral als Tabletten (40mg).
    Die Atembeschwerden wurden damit auch besser und ich dachte, wir sind auf einem guten Weg. Gestern Abend ging es ihr dann aber plötzlich ganz schlecht (Tag 2 der Tabletten): erst fühlte sie sich einfach nur "gar nicht gut" (konnte es aber nicht näher beschreiben), dann kamen Herzrasen und richtige Panik hinzu.


    Sie schlief dann bei mir, weil sie Angst hatte, nachts zu sterben ;( Und die Nacht war auch eher unruhig, wobei die eigentlichen Atembeschwerden und das Husten ja besser war.


    Ich frage mich nun, ob das einfach die Nebenwirkungen von dem Prednisolon sein können und wir das einfach aussitzen müssen, oder ob das dann doch eher mit der eigentlichen Erkrankung zu tun hat.


    Hat da jemand Erfahrungen mit?

  • Ich habe keine Erfahrungen mit den Tabletten von denen Du schreibst. Allerdings bekomme ich momentan selbst Kortisonspritzen und kenne die Symptome jeweils vom ersten/zweiten Tag nach der Spritze. Nicht so extrem wie von dir beschrieben, aber mit Herzrasen, Übelkeit und allgemeinem Unwohlsein.


    Wenn es so extrem ist, würde ich in jedem Fall nochmal mit dem Arzt sprechen.


    Achso: vom Salbutamol kommt es sicher nicht? Unser Mini hat das eine Zeit inhalieren müssen und hatte jeweils einen Herzschlag wie ein Kolibri :(


    Gute Besserung für deine Tochter!

    Räubermutter mit Räubersohn (01/2006), Rumpelkind (06/2013) und Räuberhund (09/2011)



    “We don’t stop playing because we grow old; we grow old because we stop playing.” (G.B. Shaw)
    G.B. Shaw
  • Nein, das salbutamol ist es wohl nicht. Das nimmt sie schon seit so vielen Jahren und ist wohl daran gewöhnt.
    Und gestern hatte sie auch gar nicht damit inhaliert, als diese Symptome kamen...

  • Bekommt sie noch etwas anderes als das Prednisolon? Die beschriebenen Beschwerden sind nämlich recht typisch für einige Atemwegsmedikamente. Z.B. Theophyllin macht sowas.

  • 40 mg sind ganz schön viel. Das kann solche Nebenwirkungen machen. Roter Kopf, Herzrasen, Ängste, insges. läuft der Kreislauf auf Hochtouren und die Gedanken auch.
    Wenn man nicht gleich 40 mg nimmt sondern langsam hochgeht z.B. 1. Tag 10 mg, 2. Tag 20 mg usw dann haut das meistens nicht so rein. Jetzt kann man das nicht mehr ändern. Aber fürs nächste mal im Hinterkopf behalten.


    Ich bekomme öfter mal wegen Rheumaschüben Kortisonstöße - das ist eine Wissenschaft für sich das für sich passend zu dosieren und wieder runter zu fahren.


    Wie lange soll sie das denn nehmen und wie wieder reduzieren?

    Die langweiligsten Frauen haben die ordentlichsten Haushalte...

  • @melone sie bekommt als dauermedikation Viani (2x tgl) und Salbutamol (nach bedarf). Bislang ohne wirkliche Nebenwirkungen (seit 8 Jahren), außer vielleicht ganz am Anfang mal.


    @mänty sie hat gleich eine höhere Dosis bekommen um möglichst schnell die massiven Beschwerden zu lindern, dafür eigentlich nur wenige Tage. Ist wohl durchaus eine übliche Herangehensweise bei diesem Beschwerden-Bild (kurze hohe Dosierung).
    Aber dann passen ihre Symptome ja scheinbar durchaus ins Spektrum der Nebenwirkungen und es ist eher unwahrscheinlich, dass es nun zusätzlich vom Infekt kommt.


    Wie lange halten diese Nebenwirkungen dann in der Regel bei euch an? Und was hilft euch bei solchen Ängsten? Da sein?

  • Ich musste das letztes Jahr auch nehmen und fühlte mich genauso. Mir hat es aber nicht soviel Angst gemacht, ichhatte vorher gegoogelt und wusste das es sich so anfühlen kann. Nach einer Gewöhnung von ein paar Tagen trat übrigens ein ganz anderer Effekt ein. Ich hatte Energie für drei, war euphorisch und mein Angstempfinden( Zahnarzt zb) war sehr gedämpft. Das war nicht unangenehm, aber sehr beeindruckend. Bei mir wirkte es schon ziemlich auf die Psychr.

  • Normalerweise wird das schnell besser. Das ist sozusagen die Gewöhnung an die hohe Dosis. Das kann schnell in Euphorie und Tatendrang umschlagen.
    Beim reduzieren kann dann nochmal ein psychisches Tief kommen.


    Was hilft ist zu gucken daß der Blutzuckerspiegel den Tag über stabil bleibt, auch wenn Heißhunger auf Zucker usw kommt. Wenn der Blutzucker immer hoch und runter geht wird das Allgemeinbefinden, auch seelisch, wieder schlimmer (finde ich).

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von mänty ()

  • Bei mir ist es auch spätestens am Tag nach der Injektion vorbei. Der Arzt hat mir geraten "gut auf meinen Körper zu hören" und die Bedürfnisse dann auch zu erfüllen. Also z.B. nicht auf Krampf den Alltag durchziehen, sondern ausruhen, wenn das Bedürfnis da ist etc. Das hat es gut erträglich gemacht.

    Räubermutter mit Räubersohn (01/2006), Rumpelkind (06/2013) und Räuberhund (09/2011)



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  • Prednisolon habe ich auch über einen längeren Zeitraum wegen CED nehmen müssen und ich kenne die Nebenwirkung, die du von deiner Tochter beschreibst.
    Panik hatte ich zwar keine, aber bei mir lag der Ruhepuls permanent bei 90. Mir ging das häufig zu der Zeit so, dass ich in einem ständigen Anspannungszustand war, einfach weil sich da wohl Ursache und Wirkung vertauschen und die Psyche versucht, das Symptom "schneller Herzschlag" einzuordnen und damit dann in den Schubladen "Angst", "Stress" usw. landet.
    Bei mir hat diese Nebenwirkung leider über den gesamten Einnahmezeitraum angedauert, aber ich habe mit der Zeit gelernt, es richtig einsortieren zu können und konnte das dann ganz gut aushalten.

    Go then. There are other worlds than these.
    — Jake Chambers

  • Ich finde 40 mg für ein Kind zuviel. Ich weiß nicht, wie gravierend die Symptome waren, aber ich würde auch erstmal mindestens halbieren. Überhaupt finde ich oral bei so einer lokalen Entzündung nicht so der Goldstandard.
    Vielleicht findet sich hier ja jemand, der sich da besser auskennt, aber Kortison systemisch in so einer Dosierung ist doch eher was für den Notfall, oder?

    Denken ist wie googeln, nur krasser.

  • Ich kenne den Ansatz, Prednisolon kurz und hochdosiert zu geben, verordne das auch regelmäßig und halte diese Herangehensweise für deutlich günstiger als den (älteren, früher war das üblicher) langsam hoch-, dann Plateau, dann wieder runterdosieren Weg. Es ist so nebenwirkungsärmer (Haut, Knochen, Blutzucker).
    Nimmt Deine Tochter einen Magensäureblocker (Pantoprazol o. ä.) dazu? Das würde ich wohl machen. Und bei Gabe über mehr als 3-4 Tage auch Calcium und Vitamin D (Teenies haben die mit an niedrigsten Vitamin D Spiegel), vielleicht bin ich da aber auch zu vorsichtig.
    Die von Dir beschriebenen NW sind typisch für Cortisongabe. Unangenehm aber nicht gefährlich und nach Absetzen gehen sie zurück.
    Alles Gute für Deine Tochter.


    Edit: bzgl der Dosierung werden unterschiedliche Erkrankungen einfach unterschiedlich dosiert, häufig aber nicht immer angepasst an das Körpergewicht. Bei Asthma ist es sinnvoll, Prednisolon oral zusätzlich zu geben, wenn die inhalative Dosis nicht ausreicht. Sinnvoller als eine Vervielfachung der inhalativen Dosis. Ob 40mg gerechtfertigt sind kann mE nur ein Arzt entscheiden, der das Kind kennt und untersucht hat.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Kissix ()

  • Irene : Grade bei Kindern die nicht mehr so klein sind ist das ziemlich üblich hoch zu dosieren und dann schnell wieder runter zu gehen. Das ist meistens besser verträglich als über den doppelten zeitraum die halbe Dosis. Und man kann schneller wieder runterdosieren.
    Je länger man das Kortison gibt desto langsamer muß man reduzieren, egal wie hoch die Dosis war. Deswegen wird das meistens so gehandhabt, viel aber kurz.


    Im Notfall gibt man 50 mg und mehr, je nachdem. Dies ist ja ein Fall von aktuen Beschwerden, da sind 40 mg viel, aber nicht außergewöhnlich viel.



    Wie lange soll sie die 40 mg denn nehmen?


    Edit: überschnitten ,aber wir sind uns da ja einig.

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von mänty ()

  • @Irene - systemisch behandeln macht immer dann Sinn, wenn lokale Therapie nicht ausreicht bzw. man lokal nicht rankommt. Bei Astma ist es im Infekt oft so, daß sehr zäher Schleim einfach mechanisch verhindert, daß inhalierte Medikamente überhaupt an den Wirkort gelangen. Hatte ich auch schon und hab dann oral hochdosiertes Prednisolon bekommen - für wenige Tage.


    @Ebura - gute Besserung deiner Tochter.

  • Also unsere Kruppzäpfchen enthalten 100mg Prednisolonacetat. Ist das dann weniger ?
    Ansonsten haben bei uns schon die einjährigen eine ordentlichen Dosis verpasst bekommen :D
    Nebenwirkungen hatten wir keine bislang.
    LG

    4 Jungs 2006-2013, 4 Hühner, 4 Hunde und 4 Schildis
    Cry a River, build a bridge, get over it #herz

  • Danke für eure Antworten. Das Vorgehen war so wie von @Kissix beschrieben.
    Der Arzt kennt uns lange, ist auch immer in Rücksprache mit ihrem lungenfacharzt und sie brauchte in dem Fall eine schnelle gute Wirkung. Ich habe da auch vollstes vertrauen. Der Plan waren 3 Tage. Diese Wirkung schien ja auch recht schnell einzutreten.


    Heute über den Tag ging es, sie fühlte sich schlapp aber unruhig, bekam aber ganz gut Luft. Ich habe ihr nun am Abend nochmal gesagt, dass diese Symptome von dem Medikament kommen können und sie deswegen keine Angst haben muss.
    (Aber ich kann mich gut hineinversetzen, ich hatte das mal von einem krassen AB, da dachte ich, ic, ich könne mich auch einfach umbringen. Das war sehr heftig)
    Ich hoffe, die heutige Nacht wird ruhiger. Bisher kam sie 1x weinend runter.
    Morgen halte ich nochmal Rücksprache mit dem Arzt