Kleinkind wütend

  • Wir haben ein Spiel (Tantrix), das aus lauter kleinen Plättchen besteht und dass der Zwerg gerne mal aus dem Schrank holt, um damit zu spielen. Er gibt es dann einem von uns und wir holen ihm einzeln die Plättchen raus, die er befühlt, belutscht etc. Heute allerdings wollte er die Steine in einer Hand stapeln. Oben war der Daumen drauf und er schob ein Plättchen nach dem anderen unter diesen Daumen. Die Plättchen sind recht dünn und so gestapelt auch recht glitschig, sodass früher oder später er den Stapel nicht mehr zusammenhalten konnte. Die Plättchen in der Mitte schoben sich raus, bis alles auseinander fiel. Das hat den Zwerg irgendwie furchtbar wütend/traurig gemacht, sodass er fürchterlich zu weinen anfing. Er wollte es partout immer weiter versuchen, jedes Mal ohne Erfolg und mit heißen Tränen, ließ sich gar nicht ablenken und wenn wir das Zeug wegräumen wollten, heulte er nur umso mehr. Mit Engelszungen umschmeichelt, hat er selbst ein bisschen eingeräumt, wollte anschließend aber gleich alles wieder ausräumen.


    Im Wesentlichen haben wir ihn machen lassen und getröstet. Mein Mann konnte das aber nur schwer aushalten, wollte lieber wegnehmen, in der Hoffnung, dass er dann nur kurz heult und es dann vergisst/sich ablenken lässt. Ich dachte, seine Trauer ist irgendwie natürlich und außer begleiten brauchts da nichts, aber beide sind wir uns einfach unsicher. Also, wie geht ihr mit solchen Situationen um? Der Zwerg ist erst 14 Monate alt und versteht noch nicht allzuviel. An irgendeine Vernunft oder so können wir also nicht appellieren.

  • In schwacher Erinnerung an ähnliche Szenen #augen: Ich würd das Kind machen lassen. Vielleicht mal versuchen abzulenken, in ein anderes Zimmer gehen oder so. Aber wenn er die Plättchen selbst wieder hervorholt, will er anscheindend trotz Frusterlebnis damit spielen. Ich kann mich an Kleinkinder-Wutanfälle aus den abstrusesten Anlässen erinnern, einmal wegen der Schwerkraft... Das blöde Zeug fällt einfach *immer* runter, wenn man loslässt, nie rauf! Empörend! Wenigstens mussten/konnten wir da nicht entscheiden, ob wir aufhören oder weitermachen lassen.

  • bei uns ist es so, dass sich der frust steigert, je mehr ich darauf einsteige. meist habe ich ohnehin keine zeit dazu (minimaus ist aber auch nicht wirklich oft frustriert - meist ist es dann hunger oder müdigkeit), da wechsle ich einfach komplett das thema und fertig.
    da ist dann sofort alles wieder gut. bei trösten kann es echt lange dauern.
    ob das jetzt pädagogisch wertvoll ist, weiss ich nicht. ich bin mir aber sicher, sie wird deshalb keinen schaden davontragen ;)

    Mit vielen lieben Grüßen von Alexy und dem Rest von hier! 8)




    "Für die Welt bist du irgendjemand, aber für irgendjemand bist du die Welt."
    Erich Fried

  • Bei uns war das Problem Duplo. Als er ungefähr so alt war wie eurer, da wollte er damit spielen, hat aber die Steine nicht auseinander gekriegt. Schlussendlich hat er nur schon einen Wutanfall gekriegt, wenn er die paar Steine gesehen hat. Wir haben sie dann eine Weile ganz weggeräumt, weil wir dachten er könnte etwas später mehr damit anfangen. Jetzt spielt er ganz normal damit, bauen hat er aber immer noch nicht kapiert.

  • Ich will Dich nicht entmutigen, aber...


    meine kleine Tochter kann heute noch stundenlang frustriert darüber wüten, daß die Welt nicht so funktioniert, wie die sich das wünscht. Während meine Große schon ziemlich früh recht einsichtig oder ablenkbar war. Es ist also auch eine Charakterfrage. :)


    Wichtig finde ich immer das Formulieren des Gefühls: "Du bist wütend, daß das immer wieder auseinanderfällt." und dann Ausprobieren von Trösten, Ablenken. Da klappt an manchen Tagen das Eine und an anderen Tagen das Andere. Leider gibt es kein Schema F für jedes Kind und jeden Tag. Ihr macht das ganz richtig so.

    Hast Du denn gar keine Angst?

    Würde das helfen?

    Nein.

    #sonneSiehste! #sonne



  • Bei uns sorgt der Holzzug, den er total liebt leider auch für mega Frust. Warum klappt das Anhängen der Wagons auf der einen aber nicht auf der anderen Seite. Ist ja aber auch gemein. Da hilft es auch nicht, wenn mein Mann ihm versucht zu erklären, dass Magnete immer Dipole sind. :D ;)

  • Wir hatten den Frust mit dem Puppenwagen schieben. Das doofe Ding wollte einfach nicht lenken! Das hielt ein paar Tage und am liebsten hätte ich das Teil einfach weg geräumt (hab ich auch versucht, aber er hat es gesucht) dann irgendwann nach viel Frust und Nerven auf seiner und meiner Seite hat es endlich geklappt und mein Sohn ist ein liebevoller Puppenvater der gerne alle Puppen, Kuscheltiere und so in meinem alten Puppenwagen spazieren fährt...