lzs - abstillgeschichten

  • So, ich liege gerade im Bett und meine kleine 3-jährige liegt neben mir, sie hat sich in den Schlaf geweint. Ich hatte heute früh verkündet, dass sie zum Aufwachen das letzte Mal stillen darf und wir dann aber aufhören. Ich wollte schon lange nicht mehr. Die Kleine hat zum Teil fanatisch gestillt, wollte dauernuckeln und hat mich gehauen, getreten und geschriehen, wenn ich irgendwas nicht (mehr) wollte. Zum Beispiel rumfummeln, das hasse ich. Oder eben ewig nuckeln, immer wieder nuckeln nachts wenn ich schlafen möchte. Ich mag es einfach nicht mehr. Den Ausschlag gegeben hat letzte Nacht. Wir hatten schon lange die Vereinbarung, dass sie abends und morgens trinken darf, nachts schlafe ich aber, da gibt es nichts. Ausnahmen extrem selten, zum Beispiel wenn sie krank ist. Gab es aber ewig nicht. Sie wachte mitten in der Nacht und weckte mich, wollte trinken. Ich wollte nicht, da schrie, weinte, schlug sie. Abgesehen davon, dass ich das echt nicht mehr will, habe ich gesehen, wie sie leidet. Das tat mir so Leid. Ich kann aber nicht mehr nachgeben, meine Grenzen sind schon zu weit überschritten. Abends und morgens wäre für mich ok, aber sie kann das nicht. Sie will immer noch mehr, egal wieviel ich anbiete. Sie überschreitet immer meine Grenzen und ist unglücklich mit dem was sie hat. Ich hoffe, es dauert nicht so lange, bis sie es akzeptiert und dass sie dann weniger weinen muss. Ich kann sie dabei leider auch nicht trösten. Wenn ich das versuche, wird sie wütend und haut / tritt mich.


    Ich werde morgen Abend mal versuchen ein schmusiges Vorleseritual einzuführen (hier aus dem Thread geklaut) . Vielleicht lässt sie ja doch noch etwas zu, wenn sie merkt, dass es mir ernst ist.


    Noch jemand Tipps? Rabendaumen, dass es schnell vorüber ist?

  • Ach je du Arme #knuddel

    Ich kenne die Zwickmühle sehr gut, die Du beschreibst. Bei mir ist ja schon früher Schluss gewesen, mit gut 1,5 Jahren. Seitdem haben wir hier auch ein Fummel-Problem, und es nervt mich so, und gleichzeitig hab ich ein schlechtes Gewissen, ihr das jetzt auch noch zu verweigern...

    Was mir hilft, und auch bei meiner Tochter einigermaßen klappt, ist Ehrlichkeit. Ich sage ihr immer wieder, dass stillen für mich sehr sehr anstrengend war, und dass ich das leider nicht mehr schaffe. Dass ich ihre Sehnsucht verstehe, ihr aber nicht mehr das geben kann was sie will, weil meine Kraft dafür einfach nicht reicht.
    In Kurzform beim Fummeln ist das dann “weißt du noch was ich dir erklärt habe? Die Brust ist sehr müde vom stillen, jetzt möchte sie schlafen. Deck sie bitte wieder zu.“ - und das macht sie dann auch fast immer. Heißt: ich lasse sie kurz dran (mit den Händen), bitte sie dann aber, selbst loszulassen.
    Sie ist ein totaler Autonomie-Junkie, deshalb zieht die Schiene bei ihr am besten.

    Viel Kraft! Bleib bei dir!

    ~~ Luxa


    Sometimes something will change and that change

    Will change you


    Strong people stand up for themselves.
    Stronger people stand up for others.


  • Hier kurz nach dem 4. Geburtstag. Seit sie alle Backenzähne hatte und die Nächte ruhiger geworden waren, gab es ohnehin nur noch einen abendlichen Mamadrink am Tag. Irgendwann nahm sie nur noch eine Seite, die andere verschmähte sie. Es wurde also auch immer weniger Milch. Das letzte Stillen war ein wütender Abschied: Weil kaum mehr als drei Schluck raus kamen, gingen wir nahtlos zu Kakao über.


    Emotional abgestillt ist aber auch meine Pubertistin nicht - bei Stress kommt sie noch immer zum Kuscheln an meine Brust, zumindest einmal am Tag (meist abends).


    Jetzt schießt sie größentechnisch auf, daher dürfte das mit dem mal eben an Mamas Herz bald nicht mehr klappen. Kraulen und Massage waren hier übrigens keine Alternative, sondern gehören schon immer zum Anti-Streß-Programm. Wirkt bei maulendem, wütendem Kind Wunder.

  • Danke Luxa, ich fühle mich schon irgendwie wie ein Alien, weil ich das Gefühl habe, Stillen bringt meiner Tochter insgesamt mehr Leid als Freude. Dabei liebt sie es ja.


    Heute früh hatte ich schon Schlimmes befürchtet. Aber sie hat nur kurz gemeckert und wir haben uns dann mit Nuckelflasche und Buch ins Bett gekuschelt. Der Große kam auch dazu und es war sehr schön.


    Aber vor heute Abend graust es mir #angst

  • Ich hoffe es hat einigermaßen geklappt! Den Ausdruck “emotional abgestillt“ finde ich übrigens ganz phantastisch, @Si Penidur

    ~~ Luxa


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  • Fröschlein war 2 Jahre und fast 8 Monate (es hat eine Woche gefehlt). Es war schon lange sehr wenig geworden, nur noch morgens früh irgendwann zwischen 4.00 und 6.00. Manchmal hat er auch länger geschlafen als ich, und nachdem ich aufgestanden bin, hab ich ihn nur noch an einem Tag gestillt, da war er ganz verzweifelt, dass er seine Chance verpennt hat. Auch das einmalige Stillen am Morgen fiel irgendwann immer öfter aus, es wurde jeden zweiten Tag, jeden dritten bzw. nur zweimal die Woche. Dann war er erkältet und ich dachte, er braucht es vielleicht. Da hatte er schon drei Tage nicht mehr gestillt. Er dockte an, nahm vielleicht einen halben Schluck, sagte "nenuch" (genug) und drehte sich um. Zwei Wochen später hätte er nochmal gewollt, da hatte ich aber wegen eigener Erkältung und nicht mehr stillen Medikamente intus, die nicht stillverträglich waren. Hab ich ihm gesagt, und er hat es akzeptiert und nie mehr danach gefragt. In letzter Zeit (er ist 3,5) spricht er es öfter an, dass er an meiner Brust getrunken hat und das schön war.

  • Nebelung wie ging es weiter? Ich habe ja schon einige Male gehört, dass so ein Kampfthema nach einer klaren Entscheidung keins mehr war und hoffe, es war so.

  • Die Kleine hat das Abstillen tatsächlich nicht mehr infrage gestellt. Ich bin total begeistert und hätte das nicht für möglich gehalten. Sie ist so ein Sturkopf, ich dachte, da stünde mir einiges bevor.


    Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Seit wir abgestillt haben, will sie andauernd an meinen Brüsten rumfummeln, streicheln und küssen. Da dreh ich total durch, zumal sie auch keine Scheu hat, in der Öffentlichkeit an mir rumzuzuppeln und ihre Hände in meinen Ausschnitt zu stecken. Also da müssen wir noch dran arbeiten...

  • Oje, das mit dem Fummeln kenne ich auch. Bin gespannt ob es gute Methoden gibt, das zu beenden, ansonsten hoffe ich, dass sie irgendwann das Interesse verliert. Bei uns ist das Fummeln zwar seit dem Abstillen nicht wirklich mehr geworden aber ich glaube es nervt mich jetzt mehr. Ich sehe es nicht ein, dass sie nicht ohne alles auszupacken schmusen kann und meine Brust ist auch empfindlicher geworden.
    Unsere kleine Große wird bald 3 und hat sich diesen Sommer schleichend selbst abgestillt, entweder weil ich wieder schwanger bin oder weil es einfach der richtige Zeitpunkt war, nachts abgestillt hatten wir aber schon länger.

    "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen." - Niels Bohr

  • Fummeln würde mich auch wahnsinnig machen, das hatte ich aber schon in der Babyzeit so konsequent unterbunden, dass es nie ein Problem war. Anderenfalls hätte ich nie so lange stillen können.


    Es freut mich, dass es nun doch so einfach ging!

  • ich suche abstillgeschichten von euch langzeitstillenden und eher so ab 3+...

    Das ist hier schon eine ganze Weile her.

    Das Kind war damals 3 Jahre und 10 Monate. Sie hatte gesagt, dass sie spätestens wenn sie 4 Jahre alt ist nicht mehr stillen wird. Letztendlich hat es sich ca. 2 Monate vor ihrem 4. Geburtstag erledigt, sie hat damals eigentlich nur noch morgens und abends ganz kurz gestillt und irgendwann nicht mehr danach gefragt. Sehr unspektakulär.;)

    Liebe Grüße
    Achillea
    #sonne


    #post-📩-📩-4-5-📩-7-📩-9-10-11-12-13-14-15-16-17-18-19-20-📩-22-23-24

  • Puh wir haben ja tatsächlich wieder angefangen #angst

    Letzte Woche ist die kleine Madame so blöd gestürzt und war so außer sich, dass mir nichts besseres einfiel. Seitdem ist sie völlig fixiert. Ich muss zugeben, zum Einschlafen ist es toll weil es viel schneller geht und kuscheliger ist. Aber momentan will sie ständig an die Brust, ich könnte mich in den Hintern beißen für meine Unbedachtheit. Nun müssen wir den Weg noch mal gehen...

    ~~ Luxa


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  • Vielleicht ist es blöd, das zu schreiben, aber wenn dir nichts Besseres einfällt, brauchst Du vielleicht auch noch einen Moment? Abstillen ist ja ein beidseitiger Prozess.

  • Ohje, wie ärgerlich. Wie lange war denn die Stillpause bei euch?


    Ich merke auch, dass ich da noch Reflexe habe, bei der Kleinen. Wenn es ihr nicht gut geht, ist immer noch der Impuls da, sie zum Schmusen zu holen und trinken zu lassen. Das war von vornherein keine so tolle Idee, aber es half halt immer so schnell...

  • wir haben abgestillt :)

    es geschah mit sanftem druck - ich liess sie ran, aber dann nur kurz, und sie selbst bat dann immer weniger, die pausen zwischen den einzelnen Momenten wurden länger und irgendwann im Mai hörte sie einfach auf. Im August wollte sie nochmal probieren, ich hab sie gelassen, meine aber, es käme bestimmt nichts mehr. weit gefehlt, es kam noch was. Das Kind dockte angewidert sofort ab und meinte bäh, wie eklig :D

    jetzt schmust sie aber manchmal noch mit meinen brüsten und meint dann ganz versonnen, da hätte sie mal Milch getrunken. Ich glaube, sie hat das stillen in guter Erinnerung. :)

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Also bei mir ist die Baby-/Kleinkindzeit schon eine Weile her, aber an die Stillzeit denke ich gern zurück. Mein Sohn war 3 Jahre, 8 Monate und drei Wochen alt, als er das letzte Mal gestillt hat. Da saß ich auf der Bettkante und ich weiß nicht mehr genau, ob er gerade gestillt hatte oder wie genau die Situation war, aber ich hab dann gesagt „Hey, irgendwie finde ich, du bist jetzt wirklich schon groß, ich fände, jetzt könnte mal damit Schluss sein“ oder so ähnlich, und er fand es okay. Es hatte sich schon eine Weile komisch angefühlt und ich finde, wenn sich etwas komisch anfühlt, gibt es auch irgendeinen Grund. Ich hab es dann auch nicht vermisst und mein Kind auch nicht. Wir haben die Stillzeit ausgiebigst und innigst genossen. Ich denke sehr gern daran zurück.