"Die Decke schleift!!!" und andere Dramen bei alten Damen ...

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  • Also vorweg, ich finds ja nett, wenn mich jemand drauf aufmerksam macht, dass
    - die Decke (oder der Fußsack) vom Kinderwagen am Boden schleift (oder auch nur so nahe am Boden ist, dass er irgendwann in den nächsten Stunden schleifen könnte #hammer ),
    - das Kind seine Mütze ausgeszogen hat (oder die Hand an der Mütze hat und diese vielleicht irgendwann heute noch ausziehen könnte #hammer )
    - dem Kind ein Brezenkrümel runtergefallen ist
    - das Kind seine Handschuhe in der Hand hält statt sie an zu haben (bei plus 10 Grad)
    usw.


    Weisen mich Leute aller Altersgruppen drauf hin, weis ich auch andere Leute drauf hin, alles ganz normal -
    aber was mich echt auf die Palme bringt, ist dieser aggressiv-panische Ton, in dem die älteren Herrschaftchen (bzw. meist Damschaften) mir das mitteilen. Hört sich immer an wie gleichzeitig "Fällt der das denn nciht auf? So eine Ungehörigkeit! Jetzt gehorche gefälligst sofort und tu was ich Dir gesagt hab und entschuldige Dich dafür, dass ich Dich da drauf hinweisen musste" und "Hilfe, dem Kind wird jetzt gleich deshalb der Himmel auf den Kopf fallen, das muss sofort in dieser Sekunde geändert werden".


    MIt Vorliebe auch noch genau dann, wenn ich mit dem Krippenwagen (4 Sitze, Gewicht voll beladen über 110 kg, Wendekreis von nem Panzer, Feststellbremse am Berg nicht zuverlässig genug vollbeladen) auf der Straße bin und versuche, bei grün noch die andere Seite zu erreichen (die Ampelschaltung hier ist klasse #augen ),grad dabei bin den schweren Wagen in die Straßenbahn zu wuchten, mühsam durch ne Aufzugstür oder nen engen Gang rangiere, bergauf oder bergab mit ganzer KRaft vermeiden muss, dass der Wagen Extratouren macht, ein Kind tröste, renne um die U-Bahn zu erwischen usw.


    Mich stresst dieser Ton sowas von extrem. Er gibt mir das Gefühl einen großen Fehler gemacht zu haben den man sich keinesfalls erlauben darf und den gefällligst sofort ändern zu müssen. Nur geht das oft nicht sofort weil ich ne andere PRiorität hab (wenn die Decke eh schon schmutzig ist machen die zwei Meter bis ich auf der anderen Straßenseite bin auch nix mehr), es einfach technisch grad nicht möglcih ist (weil ich am Berg oder in der Straßenbahntür den Wagen einfach nicht loslassen kann), der ganzen Sache schon ein Kampf mit dem Kind vorausging (das die Decke immer wieder so weit runter schiebt wie möglich und ich froh bin, dass er überhaupt zugedeckt ist) oder ich es auch bewusst so hinnehme (weil mir wichtiger ist, dass die Füße auch mit zugedeckt sind und die Decke dann am Rand einfach schleift. Egal, gibt ne Waschmaschine.)


    Ist das nur bei uns so oder erlebt Ihr das auch?
    Und wie reagiert Ihr dann?


    MEist komm ich damit ja klar aber die letzten Tage nervts mich gewaltig. Die neue Decke ist am Wagen festgemacht und es gibt nur die Variante "Ecken schleifen minimal auf dem Boden" oder "Kinder haben kalte Füße". Dann doch lieber die erste Variante. Und jede fünfte Frau über 60 kreischt in diesem aggressiv-panischen Ton "Die Decke schleift!" #yoga

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  • Ich freue mich ehrlich über Menschen, die aufmerksam sind und bedanke mich deshalb meistens einfach kurz.
    Lieber diese Sorte als die, die einem absichtlich den Weg abschneidet/den Buggy schubst etc...
    Aber ja, manchmal ist's nervig - dann hilft nur Ohren auf Durchzug und stur lächeln und winken...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Das ist mir nun mit dem Frosch aufgefallen.
    Bei Sönke irgendwie nicht.


    Ich bin öfter morgens unterwegs und da ist das Publikum hier Mütter mit Kindern, einige andere und Rentner.


    Und ja es fällt mir auch zunehmend auf dass da ein teil von denen irgendwie biestig drauf ist. Und da mein Vater sowohl Rentner als auch zur Kategorie biestig und belehrend gehört habe ich da ganz gut Übung und bügele das lächelnd ab.


    Gestern morgen war es der Hinweis
    "Ihr Kind hat seinen löffel geworfen "
    mit dem Unterton "unterbinden sie das sie unfähige Mutter " und mehrere Hinweise dazu dass das Kind auf meinem rücken schliefe. Ja. Danke. Gsd.

    Normal is just a setting on a dryer.

  • Talpa: da hast Du natürlich recht. Zum Glück gibts die von DIr genannte Sorte hier sehr selten. Also zumindest erleb ich sie sehr selten.


    @Kerstin: Ich weiß nicht, obs ein Mann da wirklich besser hat. Männer die Kinderwagen schieben sind doch in der genannten Generation eh schon kritisch beäugt. Ich tipp fast mal drauf, dass es denen noch schlimmer geht. Das mit jeder fünften war geschätzt.


    Dane: Ja, ganz genau so. "Biestig" ist das richtige WOrt


    @ Jaxell: Oh ja, den Klassiker kenn ich auch. Gerne auch während das gesagt wird gleich dem Kind im Gesicht rumfummeln um das zu ändern (woraufhin der zweijährige - weil er das natürlich schon längst selber gemacht hätte wenns ihn stören würde) - die Mütze sofort wieder so wie vorher hinzieht und man erntet einen bösen Blick von der "Helferin". Wobei bei den MÜtzen würd ich fast sagen hier eher 70% der "Helferinnen" nicht in die Kategorie "Biestig" fallen sondern in die Kategorie "freundlcih, gut gemeint - nicht nachgedacht".

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  • Oft ist es glaube ich auch einfach missglückte Kontaktaufnahme - wenn ich nett reagieren konnte, haben sich oft tolle Gespräche ergeben.
    Aber manchmal darf frau auch einfach "taub" sein, finde ich.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Hm. Ich erlebe sehr viel nette oder bisschen unbeholfene Kontaktaufnahme zum Frosch.
    Das Kind ist blond und gelockt und lächelt zu etwa 99%.
    Füsschen an fassen und schäkern tut täglich jemand.


    Aber auch echt einiges an belehrender Missbilligung. Definitiv mehr als beim großen. Der war auch im Sommer ohne Söckchen unterwegs. Usw.

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  • ich hab ähnliche erfahrungen.


    Je nach Gemütslage(und wie oft am Tag mir schon "Fehler" mitgeteilt wurden:"dem kind ist zu warm zu kalt, hat keine mütze auf, bekommt kalte füße, hat was angefasst, sabbert!! die jacke ist etwas dünn für heute, oh gott keine handschuhe, ihr kind kniet im wagen", macht sich gerade ganz schmutzig, schaukelt im stehen, gräbt sich im sand ein......) antworte ich milde lächelnd mit "ja, ich weiß, das passt schon so/ist nicht schlimm/es ist warm genug" bis zu einem knappen"Ja." in genervtem Ton.


    Allerdings begegnen mir solche Leute überwiegend in der warmen jahreszeit.

  • MIdna, das "Ja" ist gut. ICh will immer "brav" sein und "alles richtig machen" und fühl mich dann gedrängt von dem Ton zu handeln. Vielleicht ist ein knappes "Ja" (oder wenn ich entspannt bin "Ja, ich weiß") ohne weitere Reaktion oder Handlung wirklcih die bessere Idee.

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  • Ach ja, schön, da freu ich mich auch schon wieder drauf, wenn der Knirps ein bisschen älter ist, bei den Großen hatte ich solche Situationen auch öfter.
    Ich finde neben den "unfähige Mütter-Ermahnern" aber auch die "fremde Kinder-Erzieher" ganz fies. Da hatten wir schon "Mama, hilfst du mir mal bitte?" "Na aber das schaffst du doch schon alleine!" oder am Fahrstuhl zu den durchaus wartenden Kindern "erst aussteigen lassen!"... #pfeif und immer in einem Tonfall, als hätten die ungezogenen Gören sonstewas getan. Und wehe es kommt mal ein Kind auf die Idee einfach auf dem Fußweg stehen zu bleiben um sein Brötchen aus einer Tüte zu fischen und hat dabei noch so einen unerhört großen Schulranzen auf, da kann man das auch mal ganz unauffällig anrempeln beim Vorbeigehen. Oder Kindern, die noch etwas unsicher auf denn Fahrrad sind, ganz zufällig den Weg versperren, damit die auch ja nicht weiterfahren können... ha, aber die haben alle nicht mit Supermama gerechnet, die sieht nämlich alles und frisst fiese alte Damen im Vorbeigehen einfach auf #cool

    J. *7/2009 L. *1/2012 M. *8/2016

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    "so gut wie es früher war, ist es früher nie gewesen" Hermann van Veen

  • Ich kann nicht mehr zählen, wie viele Mützen und Handschuhe ich hätte nachkaufen müssen ohne diese Leute, deshalb bin ich immer sehr sehr froh. Die Grenze ist bei mir überschritten, wenn das Kind ungefragt angefasst wird, um eben zB Mütze o.ä. zu korrigieren - dann werde ich unangenehm. Aber Kommentare, egal in welchem Tonfall, bekommen erstmal ein “Danke“. Und danach entscheide ich in Ruhe für mich, ob ich handle. Vielleicht hilft es Dir, das gedanklich zu entkoppeln?

  • Jetzt muss ich aber mal eine Lanze brechen für die Oldies
    - mein Vater ist nämlich auch so ein Typ, der andere gerne darauf hinweist, aber auch aus dem Kinderwagen geworfene Schnuller, Mützchen und Flaschen den quasselnden oder Telefonierenden Muddis hinterherträgt und er meint das durchweg nur gut, niemals belehrend oder gar vorwurfsvoll.
    Mir hilft bei sowas immer nur auf das zu hören, was tatsächlich gesagt wurde und nicht irgendetwas reinzuinterpretieren.
    Und manchmal bin ich schon auch erstaunt wie gedankenverloren oder abwesend manche Mütter ihre Kinder transportieren und echt nix mitbekommen von dem , was da im Kinderwagen abgeht.


    Aber ich verstehe trotzdem gut, warum hier einige genervt sind. Ich persönlich möchte an manchen tagen auf rein gar nix angesprochen werden, auch nicht darauf, dass mir gerade ein Zettel ( offensichtlich Müll) aus der Tasche gefallen ist oder mein Kind seine Mütze falschherum auf hat. Ne, an manchen Tagen ist jede Anrede falsch. Aber dafür können die anderen ja nix.
    LG

    4 Jungs 2006-2013, 4 Hühner, 4 Hunde und 4 Schildis
    Cry a River, build a bridge, get over it #herz

  • @luxa-rosenburg : entkoppeln - ich glaub, das ist der Schlüssel. So hab ich das noch gar nicht gesehen aber Du hast recht. Wird zwar ne schwierige Übung für mich aber ich denk, das ist auf Dauer Wesentlich nervenschonender.

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  • Ich kenne diesen Ton seltsamerweise nur aus Deutschland, hier in Österreich bin ich meiner Erinnerung nach noch nie so angepflaumt worden.

  • Ich glaube , es geht ja nicht , um das Mitteilen an sich , Staubflocke. Es ist der Ton. Wenn mir jemand freundlich sagt: Gleich verliert er sein Mützchen. Finde ich das völlig ok und bedanke mich oder sage so was, wie lächelnd : vielen dank. Ist erst das 300. Mal heute .
    Wenn aber jemand Fremdes panisch kreischt: das Kind hat ja gar keine Mütze auf! Dann nervt es mich auch. An schlechten Tagen fauche ich zurück . An guten Tagen ignoriere ich es.

    Scheint die Sonne auch für Nazis? Wenn's nach mir geht tut sie es nicht!!! ( DBBDW)


    Es gruesst die Sunny mit der Hummel an der Hand, dem Möpsken im Arm und dem Sternchen im Herzen! #love

  • Ich kenne diesen Ton seltsamerweise nur aus Deutschland, hier in Österreich bin ich meiner Erinnerung nach noch nie so angepflaumt worden.

    finde ich auch. hier können die menschen zwar manchmal penetrant sein, aber immer freundlich. was mich ja sehr wundert, weil der österreicher ansich kein kinderfreund ist.


    in meiner kindheit waren solche kommentare durchaus mit dem vorwurf an die mutter gekoppelt. aber das waren die 70er, da war jede mutter, die nicht hundert prozent ihre kinder im griff hatte, ein hippie und antiautoritär und eine gefahr für den staat und die guten sitten.

    #rose

    Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.

    Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral. Johanna Dohnal

  • Wobei ich glaube, dass viele Leute gar nicht merken, wie unfreundlich sie klingen. Zum Beispiel gibt es Dialektarten, die klingen in meinen Ohren beinah immer mies gelaunt (also die Leute, die den Dialekt reden).


    @Fusselviech: Mir kann es ja auch passieren, dass ich fremden Kindern was sagen. Nicht wenn die Eltern erkennbar in unmittelbarer Nähe sind, aber so verstehe ich den Satz "Es braucht ein Dorf um ein Kind zu erziehen" auch. Dass man eben nicht wegschaut, sondern sich dafür interessiert, was die Kinder machen. Und wenn sie Unsinn machen (Wasserflaschen den Schulflur lang schmeißen), dann sage ich was.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • @Hermine aber das ist ja auch was anderes, oder? Also ich hatte auch schon Situationen in der Garderobe in der Schule, wo ich zwei Jungs vom Regal gepflückt habe. Die Eltern waren nicht da und wusste von Situationen mit meinem eigenen Sohn, der hatte da mächtig Ärger bekommen, weil die nicht zum klettern gedacht sind, Unfallgefahr etc. Oder im Kleinkindbereich vom Indoorspielplatz ältere Kinder gebeten ein bisschen vorsichtiger zu sein, weil ganz kleine Kinder anwesend waren, als von den Großen auch keine Eltern in der Nähe waren.
    Aber wenn da ein Kind mit Mutter steht, sich die beiden unterhalten über helfen oder eben nicht helfen, dann funke ich doch nicht mit meiner Meinung dazwischen?!? Oder ich bin da einfach anders erzogen, aber ich fand das schon sehr unhöflich #weissnicht

    J. *7/2009 L. *1/2012 M. *8/2016

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