Bauchlage, wie wichtig ist sie?

  • Liebe Raben,


    meine Lütte ist jetzt fast 7 Monate alt und tut sich mit der Bauchlage sehr schwer. Das ist erst so seitdem meine Schwiegereltern und mein Mann sie gerne sitzen lassen weil "sie das ja gerne möchte und sich hochzieht".

    Vorher hat sie sich problemlos in die Bauchlage gedreht, sich hochgedrückt und gespielt. Nun will sie das nicht mehr, sondern nur auf meinen Arm bzw. in Sitzposition gehalten und spielen oder (noch besser) durchs Haus getragen werden. Dreht sie sich dann doch auf den Bauch brüllt sie nach 5 Sekunden schon los und will wieder auf den Arm #haare

    Ich besuche eine Pekip Gruppe, die von einer Pysiotherapeutin begleitet wird und sie hat uns bereits häufig erklärt, dass man die Kleinen in dem Alter nicht sitzen lassen und auch nicht in diese Haltung bringen soll, denn erst nach dem Krabbeln käme das Sitzen und zum Krabbeln müsste erst die Bauchlage klappen. Mir ist das vollkommen klar und mein Mann müsste es auch besser wissen, schließlich ist es nicht unser erstes Kind. Dennoch stehe ich vor den Schwiegereltern alleine da, die natürlich sagen, dass sie das damals auch so gemacht haben (ich hasse diesen Satz!!!) oder obige Bemerkung tätigen, dass die Kleine es ja auch will und schon soooo viel Kraft hat. Zudem wollen sie eben nicht, dass die Kleine weint; was sie meiner Meinung nach aber nur macht, weil sie sie erst mit der Attraktivität des Sitzens in Berührung gebracht haben. Ich habe sie maximal zum Duschen oder Kochen in den Babyschale verfrachtet, wobei man darin auch eher liegt als sitzt. Sonst nur Bauchlage oder Rücken.


    Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Das Gejammere und Gebrüll ist kaum auszuhalten. Alles probiere ich aus, damit sie in Bauch- oder Rückenlage bleibt und mit mir spielt, aber im Moment kämpfe ich mich von Fütter- in die Schlafphase und versuche die Zwischenräume auf Durchzug zu stellen, weil sie permanent meckert da ich sie nicht sitzen lasse.


    Wie seht ihr das?

    Übertreibe ich es?

    Und hatte jemand von euch auch mal so einen Fall?

    Wie lange müsste ich es aussitzen, damit sie einfach hinnimmt, dass ich sie nicht sitzen lasse?

    Und würde sie wirklich Probleme haben das Krabbeln zu lernen?

    "Natürlich kann ich das. Ich hab's nur noch nie versucht."
    Oma Wetterwachs - Terry Pratchett


    Und jetzt schreibt sie auch noch...

  • ich kenne es auch so, dass die Kinder besser von allein sitzen können sollen.

    Wie sitzt sie denn? Ist der Rücken krumm? Wie kommt sie aus der Sitzposition wieder raus? Kommt sie da allein wieder raus? Fällt sie einfach um?

    Hier hat es die Bauchlage eine Weile attraktiver gemacht, wenn ich ein zusammengerolltes Handtuch unter den Brustbereich geschoben habe. Kind liegt ein bißchen höher, sieht mehr, kann besser greifen?

    Kann sie sich schon vom Bauch wieder auf den Rücken drehen? Möppen in Bauchlage hieß hier auch oft "Bitte wenden", was natürlich nicht bedeutet hätte, das einer der Herren dann auch auf dem Rücken liegen geblieben wäre ;)

    Meinen Großen habe ich dann auch irgendwann hingesetzt, aber da konnte er schon krabbeln und stehen. Er hat das hinsetzten selber erst aus dem Stand gemacht, nicht über den Seitstütz.

    Kannst du sie vielleicht für die Hausarbeit hoch auf den Rücken binden? Dann ist sie dabei und sieht auch was, muß aber nicht sitzen.

    Meisterschülerin mit dem großen Meister(02/11), dem Möppi (09/13), dem Kleinchen (07/15) und


    hebamme4u-Ticker


    hebamme4u-Ticker

  • Hallo,


    Mag sie die Bauchlage nur nicht besonders oder könnte es auch sein, daß ihr etwas weh tut?


    Ich weiß von Kindern, die eine Blockade in de Wirbelsäule hatten. So klein, daß es sonst nicht groß auffiel, aber in der Bauchlage beim Kopf anheben eben offenbar doch Probleme machte.


    Du schreibst, früher war das kein Problem, aber manchmal zeigt sich so etwas auch erst, wenn die Motorik sich verändert ud das Kind mehr will.


    In dem Falle würde es sich lohnen, einen Ostheopaten draufgucken zu lassen.


    Ansonsten hat bei meinen Kindern in solchen doofen "Ich will mehr als ich kann"-Zwischenphasen fast nur geholfen, sie viel im Tuch/Ergo/auf dem Arm... herumzutragen. So konnten sie aufrecht sein, sich umgucken, mussten aber nicht sitzen, ehe sie es konnten.

  • das Küken hat sich auch schon mit sechs Monaten gerne in den Sitz hochziehen lassen, deswegen hab ich die Kinderärztin explizit nochmal dazu gefragt und es ist genau wie Du sagst. Erst wenn sie sich selbst hinsetzen können, ist die Rumpfmuskulatur stark genug, dass der Rücken keinen Schaden nimmt. Ich muss meine Eltern auch immer wieder daran erinnern, aber das Küken hat auch auf dem Bauch Spaß, kann sich allerdings schon in den Stand ziehen. . Die Ärztin hat gesagt, sitzen ist ok, solange sich das Kind dabei selbst halten kann und wenn es nicht mehr kann, nach hinten ins liegen gehen kann.

  • Ich wäre da auch ziemlich unentspannt. Aufs Wichtigste runtereduziert geht's ja darum, dass etwas trotz besseren Wissens zum Nachteil der Kleinen gemacht wird. Bei Argumenten wie "hat ja früher auch..." bla bla habe ich inzwischen nur noch ein unübersehbares Augenrollen auf Lager, stets gefolgt vom Nachsatz, dass sie es wohl "früher" auch anders gehandhabt hätten, hätten sie die heutigen Erkenntnisse schon damals gehabt - "oder etwa nicht?". Ich finde, das nimmt etwas den Vorwurf raus, dass das Gegenüber es "falsch" gemacht hat, verdeutlicht aber auch den Aspekt, dass "man" es heute besser weiß und es ja wohl dämlich wäre, das zu ignorieren.


    Ich weiß nicht, wie euer Verhältnis sonst zueinander ist, davon ist ja auch oft die Art und Weise abhängig, wie man darauf reagiert, aber ich würde ohne große Diskussion darauf bestehen, dass das nicht mehr gemacht wird. Vorher nochmal mit deinem Mann sprechen - gleiche Argumentation wie oben: Es wider besseren Wissens so zu handhaben ist dämlich.


    Und ich finde nicht, dass das so ein Punkt ist, wo man fünfe gerade sein lassen sollte als "besserwissender" Elternteil. Eure Kleine will (nun) unbedingt sitzen - beste Voraussetzung dafür, dass sie es sich selbst bald aneignen wird und das wäre das beste. Mag sein, dass es auch nicht schadet, wenn sie nun permanent hingesetzt wird, aber das Risiko würde ich für "Großeltern/Vater haben doch so einen Spaß daran" nicht eingehen.


    Viel Erfolg!

  • Wie lange sitzt sie denn so beim Papa und bei den Großeltern?

    Ich habe es bei beiden Kindern nicht gemacht, dass ich sie, bevor sie es selbst konnten, hingesetzt habe ( und auch das Laufen mit Festhalten an beiden Händrn bevor sie allein können).

    Mein Großer hatte trotzdem (er hat es auch nicht vorher kennengelernt das Sitzen) in dem Alter eine schwierige Phase. Ich habe ihn viel rum getragen und gefühlt Ewigkeiten auf einen

    Ball hüpfen mit ihm verbracht.

  • Mein Kinderarzt hat damals - beim Bauchlage und überhaupt alles Horizontale-Verweigerer - gemeint: auf dem Schoss sitzen ist okay, alleine nur gut beobachtet (auf dem Schoss merkt man ja sofort, wenn sie zusammen sacken, dann stützt man automatisch).


    Da mein Sohn sich erst NACH dem Laufenlernen sitzen lernte, haben wir ihn gelegentlich auch im Tripptrapp sitzen lassen während dem Essen.


    Meiner fand es halbwegs amüsant, auf meinen Beinen zu liegen und mit etwas Spannendem zu spielen oder mit einem fest zusammen gerolltem Handtuch u-förmig unter den Achseln - und ich auf dem Bauch vor ihm den Kasperl machend... das stärkt die Rückenmuskulatur.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Meine Tochter hat es gehasst auf dem Bauch zu liegen. Die Ärztin hat gesagt, Bauchlage ist wichtig drum habe ich sie hin und wieder auf den Bauch gelegt. Aber nach 20 Sekunden wieder erlöst weil sie so unglücklich war.

    Trotzdem hat sie krabbeln, sitzen und laufen gelernt.

    Gestützt auf dem Schoss hatte ich sie auch oft. Finde ich auch völlig normal.

    Ich schreibe immer vom Handy, darum leider nur meistens kurz und knapp. :)

  • Ich kann komplett bei Lina2 unterschreiben. Hier wurden beide Kinder nie vorher hingesetzt und beide hatten diese sehr anstrengende Phase, in der sie nur getragen werden wollten.


    Ich hab mich vorher beim Lesen noch was anderes gefragt. Kinder leben doch sehr im Moment, haben noch kein Zeitgefühl. Babys ja noch weniger. Können die sich erinnern und denken 'oh, gestern sass ich da ja mit dieser tollen Sicht auf alles, hey, das will ich jetzt auch.'? Das ist gerade wirklich ernst gemeint. Ich glaube, das können die gar nicht und sind "einfach so" in dieser Phase unzufrieden. #gruebel

  • Also zum sitzen wurde ja schon viel gesagt.

    Also was anderes: könnte es sein das das meckern in Bauchlage andere Gründe hat? Meine wollten auch immer gerne viel sehen, aber den (fast) gleichen Effekt hat man doch wenn man sie vor der Brust hält, ähnlich wie im Tragetuch oder eben sogar im Tuch. Oder wie trägst du sie? Doch nicht liegend, oder?


    Mein jüngster ist jetzt knapp drei Monate, kriegt aber Tobsuchtanfälle wenn ich ihn ausgeschlafen in Liegeposition bringe...



    Was ich sagen will: sie kriegt doch auch ohne sitzen genug mit, in anderen Positionen. Müsste also in Bauchlage nicht meckern....


    LG Erised

  • meckern in Bauchlage zu Hause hatten wir bei Kind 1 und 3 auch.

    Nach wenigen Miunten ging das Gemecker los... und vom Kinderarzt die klare Aussage, dass die Kinder Bauchlage bräuchten, weil die Nacken- und Rumpfmuskulatur nicht ausreichend ausgebildet sei...


    Wir haben sie dann im Kinderwagen auf den Bauch gelegt, Verdeck hoch so dass sie über den Rand gucken konnten.

    Und auf einmal konnten die Kinder,die vorher keine 3 Minuten in Bauchlage liegen wollten, sich ewig (halbe Stunde?!? teils auch länger) in Bauchlagehalten, weils ja al,es soooo spannend war ;)

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

  • Bei Sternis Cousin gab es da so ein draufdrück Ding mit Fischen die sich bewegen um das spannender zu machen.

    Sterni selbst war halt mit dem grobmotorischen Kram sehr flott und hat in dem Alter schon lange gerollt und gerobbt

    Ich habe sie solange es nicht panisch klang auch mal meckern lassen dabei halt getröstet "ja voll dooof, verstehe ich ja , bald kannst du das."

    Ich fand das voll schlimm als ich ein Kind gesehen habe, das nur sitzen konnte wenn man es hingesetzt hat und sich aus dieser Position auch nicht selbst befreien konnte. Quasi immer bedient werden musste.

    Naja ich kann mich da auch schlecht reinversetzen weil ich so ein flottes Kind hatte. Aber ich denke ich wäre sehr sauer wenn man mein Kind in eine ungesunde Position bringt.

  • Hm, ich hab da nie eine Wissenschaft draus gemacht.

    Ich hab sie so und so rum hingelegt, bei Unbehagen aber sofort befreit und auf dem Arm gehabt, ich hab sie mir auch angelehnt auf den Schoss gesetzt. Wüsste auch ehrlich nicht warum nicht. Ich gehe einfach davon aus, das so unnatürliche Zwänge wie Niiiiiiie hinsetzen eben genau das sind, unnatürlich. Ich denke vor ein paar Jahrhunderten/ Jahrtausenden wurde auch gemacht was praktisch war und wo das Kind sich wohlgefühlt hat.


    Meine Kinder sind dennoch gut geraten, kerngesund und motorisch fit. Ein Baby was sich sichtlich unwohl fühlt in der von mir bestimmten Bauchlage zu lassen, wäre nicht meins. Und ich seh auch wie gesagt keinen Sinn darin.

  • ich kenne es auch so, dass die Kinder besser von allein sitzen können sollen.

    Wie sitzt sie denn? Ist der Rücken krumm? Wie kommt sie aus der Sitzposition wieder raus? Kommt sie da allein wieder raus? Fällt sie einfach um?

    Sie kann sich hochziehen und das war es auch schon. Würde ich sie sitzen lassen würde sie entweder zur Seite fallen oder vorn rüber kippen.

    Ich sehe es also so, dass ihre Muskulatur dafür noch nicht bereit ist.



    Bei einer Ostheopatin war ich bereits. Sie sagte alles wäre okay und beim Pekip, wenn andere Babys da sind, bleibt sie auch gut in der Bauchlage. Ist ja auch spannend mit sooooooo vielen Kumpels um einen rum.

    Das mit der Trage ist so eine Sache. Wenn sie bisschen müde ist nimmt sie die Trage gut an und schläft drin ein. Ist sie richtig putzmunter findet sie die Trage vollkommen blöd, wippt rauf und runter und will raus.


    Wir sehen meine Schwiegereltern schon häufiger, da sie den Großen hin und wieder übers Wochenende nehmen und ich bin wirklich wirklich wirklich diplomatisch und möchte keine Korinthenkackerin sein und wenn sie ihr die Flasche geben wollen anstatt mich stillen zu lassen, atme ich einfach tief durch und lass sie machen. Es ist eine Flasche alle paar Wochen, was solls und hat unserer Stillbeziehung nicht geschadet...vielleicht bin ich auch einfach zu erschöpft.

    "Natürlich kann ich das. Ich hab's nur noch nie versucht."
    Oma Wetterwachs - Terry Pratchett


    Und jetzt schreibt sie auch noch...

  • Öhm, das mit der Flasche finde ich, wenn du eigentlich (voll) stillst, schon ziemlich... schräg! Aber wenn es für dich okay ist, ist es natürlich okay.


    Zur Bauchlage fällt mir noch ein: Habt ihr in ihrer Umgebung einen Spiegel angebracht, vor dem sie sich in Bauchlage betrachten kann? Das hat unseren Sohn in dem Alter sehr begeistert und lange in dieser Position beschäftigt.