Vergesslichkeit - Bis zu welchem Ausmaß unbedenklich?

  • Guten Morgen,


    vorneweg, ich bin da vorgeschädigt. Ich habe als Kind und Jugendliche erlebt wie meine Urgroßmutter mit Parkinson und dadurch bedingter Demenz Zuhause von meiner Oma gepflegt wurde und ich habe auch erlebt wie meine Oma selbst mich eines Tages nicht mehr erkannte. Deshalb bin ich da eventuell ein wenig überempfindlich und deshalb brauch ich euch.


    Also, ich bin mit einem 10 Jahre älteren Mann verheiratet. Der Gatte ist 53 Jahre alt, vermutlich umgelernter Linkshänder und hat einen recht anspruchsvollen Job. Er ist gerne mal ein wenig zerstreut aber ansonsten total fit.


    Hier und da sind mir früher aber Dinge aufgefallen, die bei mir - ich weiß nicht ob berechtigterweise - rote Lampen angeworfen haben. Neben den kleinen Dingen, die er immer wieder vergisst, kamen solche Dinge vor.


    Es kam die Sonnenfinsternis. Ich habe für die Jungs entsprechende Brillen organisiert. Er probiert eine an, legt sie wieder beiseite. Am nächsten oder übernächsten Tag kommt er an der Schale vorbei, nimmt eine der Brillen hoch, guckt uns an und meint verblüfft: "Seit wann haben wir die denn?"


    Oder er vergisst Dinge, die wir ihm gesagt haben. Aber das schreibe ich immer wieder seiner Zerstreutheit zu. Manchmal, wenn es im Job sehr stressig ist, rechne ich auch im Vorfeld schon damit.


    Von diesen Dingen gab es vor zwei Jahren oder so gehäufte Vorfälle und ich bat ihn daher mit seinem Hausarzt zu reden. Die zwei kennen sich ewig, haben dann wohl sich über meine Sorgen amüsiert. Der Hausarzt lies meinen Mann eine Uhr mit Uhrzeit aufmalen, schrieb daneber: Gruß! Keine Demenz! ;) und das wars.


    Seit einigen Wochen nun nimmt die Zerstreutheit wieder zu. Einmal, vor zwei Wochen, hat er vergessen den Herd auszumachen. ABER der war auf Warmhalten und da ist mir das auch schon passiert.

    Aber jetzt kam das: Wir bereiten unseren Kaffee immer abends vor. Unsere Kaffeemaschine hat eine eingebaute Zeitautomatik so dass der Kaffee dann schon entsprechend fertig ist wenn wir aufstehen. Gestern hat der Gatte den Kaffee gemacht. Wir machen das beide, je nachdem wer halt grad dran ist das Kochchaos zu beseitigen. :D

    Er nahm also den Dauerfilter, kippt ihn aus, füllt Wasser in die Maschine. Und anstatt den Filter aufzufüllen und einzuhängen hat er das Kaffeepulver direkt in die Maschine gefüllt...


    Ich hab eben erstmal unter der Maschine geputzt, es ist natürlich ein Teil übergelaufen weil es verstopfte. Glücklicherweise kann man den Einsatz für den Dauerfilter auch rausnehmen. Der Kaffee war voller Kaffeesatz. Ich hab alles auseinander gebaut und soweit es ging in die Geschirrspülmaschine gepackt.


    So, jetzt hab ich wieder Angst. Erdet ihr mich mal bitte?


    Der Gatte kommt gleich nach Hause um mich zum Chirurgen zu fahren, ich überlege ob ich ihn da dann darum bitte bei einem zweiten Arzt eine zweite Meinung einzuholen. Er wird das mit Sicherheit wieder total überzogen finden und ich möchte wissen ob ich mir bei Zerstreutheit in Verbindung mit hier und da solchen Dingen aufgrund meiner Vorgeschichte einfach zu viel Sorgen mache...

  • Hallo,


    Kaffepulver irgendwo falsch reinkippen, würde ich in meiner allgemeinen Verpeiltheit auch wunderbar hinbekommen. Genau so wie die meisten anderen Sachen, die du schriebst. Ich gieße regelmäßig mein Kaffewasser in eine frisch aus dem Schrank genommene leere Tasse, während die mit Kaffepulver vorbereitete daneben steht. OK, gibt weniger Matscherei, kommt aber von der Verpeiltheit her aufs Gleiche raus.


    Das einzige was mich stutzig machen würde, wäre die Sache mit den Brillen, Wobei es da auch für mich darauf ankäme, ob er sie wirklich mit Bewusstein anprobiert hat (Ah ja, die Brillen für die Sonnenfinsternis, mal sehen, ob mir die passt...) oder eher so nebenbei, gedankenverloren, weil sie halt gerade da rumlagen.


    Hat er viel Stress? Nimmt er genug Pausen? eht ihm gerade viel anders durch den Kopf, so daß der Alltag wenig Raum hat? Trinkt er genug Wasser? ... Das wären so die Sachen auf die man unabhängig von allem anderen erst mal schauen kann.


    Ich glaube, als dauerverpeilter Mensch bin ich da kein guter Ratgeber... #schäm

  • Liebe Trin,


    du hilfst mir aber grade ganz gut mit deinen Fragen und deinem Beitrag. Grad ein dauerverpeilter Mensch kann mir hier doch sagen wo das noch normal ist. :)


    Also, die Brille hat er meiner Meinung nach damals bewußt anprobiert. Deshalb bin ich ja so unrund gelaufen und hab Panik geschoben. Es ist aber schon einige Zeit her, war wie gesagt kurz vor der Sonnenfinsternis.


    Stress - Ja, den hat er. Grade im Moment. Er ist Maschinenbautechniker für Industriearmaturen, grade sind mehrere Aufträge reingekommen. Dazu ist er stv. Betriebsratsvorsitzender und bereitet sich grade darauf vor in einem Jahr die technische Leitung seiner Abteilung zu übernehmen.


    Genug Pausen - Das kann ich nicht beurteilen. Ich weiß, dass er eine halbe Stunde Frühstückspause und eine halbe Stunde Mittagspause hat aber ich weiß nicht wie gut er die nutzt


    Er ist in seiner Denkart zerstreut. Ich seh das immer so: Wo ich eher linear denke denkt er wie in einem Spinnennetz. Von A nach B über C zu D und dann könnte man noch E, F und G.... Verstehst du was ich meine? Es treibt mich manchmal echt zur Verzweiflung, deutet aber sehr stark darauf hin, dass das durch das Umlernen auf Rechtshändigkeit kommen könnte (Auch hier nimmt er mich nicht ernst, aber das ist zu 90% sicher.)


    Trinken... Bis vor kurzem nicht. Jetzt drück ich ihm immer wieder eine Literflasche Wasser in die Hand. Wobei... mir fällt jetzt grade dabei ein, dass er die Flasche schon lange nicht mehr mitgebracht hat... Bestimmt seit Donnerstag letzter Woche...


    Ich glaube, da muß ich wirklich mal in einer ruhigen Minute mit ihm über diese Punkte reden, danke!

    Liebe Grüße

    vom Hörnchen

    Einmal editiert, zuletzt von Hörnchen ()

  • Also was Du da beschreibst tritt bei uns immer mal wieder auf - immer genau dann wenn man eh schon gefuehlt hunderttausend Sachen im Kopf jongliert und eben nicht im Urlaub :). Sowohl bei meinem Partner als auch bei mir, nur in verschiedenen Ausführungen. Und eigentlich bin ich sehr gut organisiert. Mein Partner ist eher der von der zerstreuten Sorte, aber eben mal mehr und mal weniger.


    Das mit der Sonnenfinsternisbrille koennte mir genauso passieren - manchmal plane ich so viel im Kopf, das mir Momentan nicht klar ist, ob ich das jetzt schon gemacht/geschaut hab oder nicht und meine Gedanken hängen dann grad eh woanders. Gerade wenn es eh nicht ganz so die Prioritaet hat.


    Ich hab auch schon Milch statt O-Saft in mein Mineralwasser geschuettet. Herdplatten anlassen ist meine Spezialitaet, zum Glueck hoer ich das dann wenn wir gerade beim Essen sitzen. Mein Partner hat schon mit Espressokaennchen auf dem Herd Espresso gemacht und dabei das Sieb vergessen einzubauen. Er wunderte sich dann irgendwie, dass der Espresso so komisch schmeckte, aber weiter ging der Gedankengang dann auch nicht. #lol

  • das mit dem Kaffee hätte ich sein können, in allen möglichen und unmöglichen Varianten

    Und Freitag hab ich mal eben beim Einkaufen den Schlüssel im Auto stecken lassen, den ich dann nach dem Einkauf vor fem Auto hektisch gesucht hab ...

    Wo Furrina drauf steht ist in dem Fall Carrrie drin #evil


    und immer noch mit Chaosfamilie :D

  • für mich hört es sich auch nach normaler "verpeiltheit" an. Das könnte glatt mein Mann sein, nur, dass es bei ihm noch einen Ticken "schlimmer" ist.

    Ich kann mich mit ihm über was unterhalten und am nächsten Tag weiss er nichts mehr davon. Ich gehe dann einfach davon aus, dass es für ihn nicht wichtig war und er es deshalb nicht ab speichert oder er in dem Moment mit seinen Gedanken noch wo ganz anders war. So Sachen wie das mit der Brille ist hier eigentlich Standart:) Es ist definitiv nicht immer gleich "schlimm", je nach Stress und vollem Kopf ist es mal mehr mal weniger.

  • Hi


    ich würde es dem Berufl. Stress zuordnen

    ist hier ähnlich Job divere Ehrenämter Termine Termine Termine...


    morgens "muss" mein Mann jetzt 0,5l Tee trinken, er bekommt Wasser u o Saftschorle mit und abends auch nochmal 0,5l Tee und Obst

    (da is er ähnlich unsern Kindern, in mundgroße Stücke geschnitzt muss es sein*'augendreh*)


    isst dein Mann Mittag auf Arbeit bzw relativ geregelte Mahlzeiten?

    Tagsüber Zirkus abends Theater


    Schnuff 09 & Schlumpl 11 & Augustmädchen 16
  • Er ist in seiner Denkart zerstreut. Ich seh das immer so: Wo ich eher linear denke denkt er wie in einem Spinnennetz. Von A nach B über C zu D und dann könnte man noch E, F und G....

    Genau so denke ich, allerdings dann konsequenterweise bis Z als Perfektionist ;-)


    Mich triggert das Thema. Ich bin so alt wie Dein Mann und hab die Demenz meiner Mutter miterlebt. Seitdem ist in mir eine heimliche Angst auch mal dement zu werden. Das Gute ist, es gibt keinerlei Anlass bei mir. Dennoch bleibt die Angst.


    Ich bin keine Hilfe hier. Meine Meinung ist aber, daß fremde Menschen in einem Forum das nicht beurteilen können. Vielleicht ist das aber auch wieder meine Angst vor genetischer Veranlagung die aus mir spricht.


    Alles Gute!

  • Ich denke, wenn es Dir Sorgen macht sprich es an. Meine Mutter ist auch mit 63 an Demenz erkrankt, ihre Mutter ebenfalls so früh. Ich bin da auch ganz sensibel und denke ein frühes abklären ist nie verkehrt. Hat er denn auch Fälle einer frühen Demenz in der Familie?


    Allerdings hatte ich auch eine zeitlang solche "Blackouts", die kamen allerdings bei mir von einer unerkannten Hashimoto Thyreoiditis seit ich da medikamentös eingestellt bin habe ich das nur noch wenn ich neu eingestellt werden muss. Ein Check - up seitens des Hausarztes fände ich da schon nicht verkehrt, denn auch zu viel Stress kann ja auf Dauer krank machen.

    Branwyn mit dem Februarknirps '12 und dem Maikrümelchen '17 #love

  • ich habe auch öfter diese Panik, allerdings mich selbst betreffend. Was ich alles vergessen kann.... übel!

    Ich hatte (aus anderem Grund) vor einiger Zeit diverse Untersuchung, u.a. MRI vom Gehirn und EEG, und habe den Neurologen darauf angesprochen. Er meinte, dass das bei Stress sehr häufig so vorkommt, da das Gehirn dann "auswählt" , welche Dinge nicht so wichtig sind und so die Ressourcen verteilt. Das sei eine normale Reaktion bei Stress, um Überbelastung zu vermeiden.

  • Ich denke, dass es schwierig ist, einzuordnen, ob diese Handlungen mit Demenz in Verbindung stehen, ebenso ob du überreagierst oder ob deiner Vorgeschichte einfach nur ein sehr waches Auge hast, dass sehr früh Symptome auffängt.


    Der Test, den der Hausarzt gemacht hat, nennt man Mini Mental State Test, und wie hier in dem Artikel beschrieben (in dem Artikel wird er mit 5-Ecken durchgeführt, es gibt auch eine Version mit einer Uhr/Zifferblatt), ist der ein GROBER Test, der nicht zur Früherkennung von Demenz geeignet ist.

    Der Hausarzt lies meinen Mann eine Uhr mit Uhrzeit aufmalen, schrieb daneber: Gruß! Keine Demenz!

    Ich glaube, wenn du denkst, dass sich dein Mann verändert hat, dann würde ich das nochmal ein wenig beobachten, vielleicht aufschreiben, in welchen Situationen so was passiert, ob das Sachen eher des Kurzzeit und/oder das Langzeitgedächtnisses betrifft usw, konkrete Beispiele helfen bei der späteren Untersuchung, um abzuschätzen zu können, ob oder ob nicht Demenz.


    Ich würde an deiner Stelle, wenn du weiterhin dir Sorgen machst, dass dein Mann dahingehend Probleme hat, nochmal mit ihm reden und ihn bitten, eine Überweisung zum Gedächtnissprechstunde/Neurologen/Neuropsychologen/Psychiater zu bitten, damit das näher abgeklärt werden kann. Zu dieser Gedächtnissprechstunde wäre es sinnvoll, wenn du mitgehst. Normalerweise kommt da vorher auch ein Brief, in dem drin steht, was man alles mitbringen soll.


    Klar, dein Mann hat Stress usw., das kann auch Probleme in der Hinsicht machen. Ich denke jedoch, dass es nicht das erste Mal ist, dass dein Mann Stress hat und doch erlebst du dieses Mal eine Veränderung im Gegensatz zu den Malen davor. Du hast das bisher gut reflektiert beobachtet und durchdacht, ich denke, du kannst da auch ein Stück weit deiner eigenen Beobachtungsgabe vertrauen, es sind ja meistens die nächsten Angehörigen, die diese Zeichen zuerst merken :)

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

    Einmal editiert, zuletzt von HeikeNorge ()

  • Mir ist gerade noch was Positives eingefallen.


    Ich wußte im Januar 2003 nicht mehr unter der Dusche ob ich mir die Haare schon gewaschen hatte oder nicht. Dies hat mich veranlasst zum Arzt zu gehen, der mich krank geschrieben hat.


    Das war eine Zeit extremen Stresses mit wenig Essen und Trinken (mein Vater lag im Sterben).


    Danach war alles wieder normal.


    Stress kann extreme Dinge bewirken.

  • Xenia man kann ein paar Medikamente ausprobieren, ob die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen/eine kleine Besserung zeigen. In dem Alter von Hörnchens Mann und mit Kindern in dem Alter wäre ein solche Option von Vorteil, denke ich. Auch ist er ja berufstätig und da müssten, falls Erkrankung, Anpassungen vorgenommen werden, es muss für die Familie für die Zukunft weitergeplant werden und das ist ja normalerweise am einfachsten, je früher man damit anfängt. Auch Hilfsmittel für den Patienten und die Familie gibt es nur nach erfolgter Diagnostik, und das hat ja auch eine finanzielle Bedeutung für die Familie.


    Wie gesagt, wenn denn was ist.

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

  • ich sehe gerade, dass ich den Link zum Uhren-Test vergessen habe, hier

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

  • Für mich liest es sich auf den ersten Blick jetzt nicht so, als ob sichs verschlimmert hätte (die Brille find ich viel "unnormaler" als den Kaffeefilter und beides kommt auch bei gesunden ab und zu mal vor - siehe diesen Thread ). Nur dass es Dir jetzt wieder aktuell auffällt. Entweder weils durch den Stress grad wieder mehr ist oder weil Du durch irgendwas anderes (vielleicht unbewusst) wieder dran erinnert wurdest. War doch vor ein, zwei Wochen hier die Frage wegen der fraglich dementen Kollegin. Kann sein, dass Dich das unbewusst beeinflusst hat. Allein schon wenn Du die Überschrift nur überflogen hast ohne den Thread selbst anzuklicken.


    Nur hilft ja nix: Du machst Dir nen Kopf und nervst ihn mit Deiner genauen Beobachtung - was bei ihm wieder zu mehr Stress und somit zu noch mehr Schusseligkeiten führt die Dich wiederum mehr besorgt sein lassen. Von daher würd ich empfehlen, einfach mal zu Deiner Beruhigung und zur Entspannung für Euch beide nen Neurologentermin zu machen. Brauchst normal auch keine Überweisung dafür. Und geh da auch mit rein, dann kann er Dir die Untersuchungen und die Befunde gleich richtig erklären.

    Deinen Mann kannst auch mit dem Argument besser motivieren denk ich. Denn Ruhe vor den ständigen Sorgen der Ehefrau ist im Allgemeinen sehr erstrebenswert. ;)

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

    Einmal editiert, zuletzt von Preschoolmum ()

  • Neurologentermin zu machen.

    genau, frag da nach einer Gedächtnissprechstunde, zumindest hier in der Gegend heißt das so.

    Denn Ruhe vor den ständigen Sorgen der Ehefrau ist im Allgemeinen sehr erstrebenswert.

    genau so, ich verstehe deine Sorgen und finde das gehört abgeklärt, einfach damit ihr /Du hoffentlich beruhigt sein könnt.

  • Gab es nur den Uhrentest oder wurde auch per MMST, TFDD oder ähnlichen getestet? Ein Test alleine ist leider nicht sehr ausdrucksstark.

    Wurden körperliche Untersuchungen gemacht? Eine internistische und neurologische Untersuchung ist unabdingbar um dementielle Veränderungen auszuschliessen. Bei konkreten Verdacht, würde der behandelnde Arzt dann alles weitere veranlassen.


    Stress kann vieles auslösen. Aber leider gibt es eben auch andere Ursachen. Ich arbeite beruflich mit an Demenz erkrankten Personen und ich erlebe es sehr, sehr oft, dass gerade zu Beginn gesagt wird es ist nur Schusseligkeit, altersabhängig, stressbedingt... und man verliert wertvolle Zeit.

    Je früher behandelt wird, umso länger kann man den Prozess bei gutem Erfolg verlangsamen. Nicht nur vom medikamentösen Aspekt her, sondern auch zwecks therapeutischer Begleitung wie Ergo und Psychotherapie.


    Um auf der sicheren Seite zu sein und dir die ständige Angst zu nehmen, würde ich euch raten, lasst euch beraten. Das geht zum Beispiel über Sozialstationen, Gedächtnissprechstunden (https://www.deutsche-alzheimer…echtnissprechstunden.html), Seniorenberatungsstellen (alterunabhängig!).

    Ich kann deine Angst absolut nachvollziehen, umso mehr fände ich es wichtig, wenn man dann einfach beruhigt sein kann.

  • Hallo ihr Lieben,


    es tut mir leid, dass ich jetzt erst wieder schreibe, ich hab einen sehr stressigen Chirurgentermin hinter mir.


    Bei mir hat der Hausarzt einen Abszess neben der Brust festgestellt. Der muß raus aber irgendwie fühlt sich keiner zuständig, ich war grad von 11.00 - 13.00 im KH und die Busse fahren hier nur stündlich. (Und morgen darf ich wieder hin, der Chefarzt ist jetzt meine neueste Anlaufstelle... #yoga)


    Ihr habt mir da sehr viel Input hinterlassen. Gerade hab ich schon alles überflogen und schon einiges für mich rausziehen können. Ich mach mir jetzt einen Kaffee und lese nochmal in aller Ruhe.

    Was mir gut tut, ist, dass ich mich ernst genommen fühle. Das ist hier daheim in dieser Beziehung seltener der Fall.


    Veränderungen stelle ich an ihm zwar fest, aber vieles lässt sich mit dem zunehmenden Alter und eben dem Stress erklären. Er ist hier und da jähzorniger als früher - was immer noch nichts zu sagen hat, bei ihm dauert es ewig bis er mal durchblicken lässt das ihn was nervt - und wir geraten uns schneller in die Haare. Grade wenn er müde ist.
    Und die Vergesslichkeit und Zerstreutheit nimmt halt grade aktuell wieder zu. Sie hat jetzt die Ausmaße wie vor 2 Jahren. In der Zeit dazwischen war es besser.


    Ich habe auf dem Weg zum KH mit ihm geredet und wir kamen überein, dass wir anhand der Fragen von Trin ein paar Dinge ändern. Er wird mir sagen wenn mal wieder extremer Stress ist und auch wenn dieser Stress wieder weg ist.

    Er trinkt nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser und bringt mir täglich die Flasche wieder mit, selbst wenn sie nicht leer ist.

    Und er spielt in der Pause nicht Solitaire (ich hab ihn vorhin gefragt was er da so macht) sondern schnappt sich Brot und Thermosbecher und geht raus und entspannt.


    Was ich für mich wichtig finde ist das Wissen, das dieser Uhrentest eben kein zuverlässiges Mittel der Diagnose ist. Damit kann er sich dann nicht mehr rauswinden. Letztlich: Er will seit einem halben Jahr das ich zum ARzt gehe und den Knubbel unter der Haut rausnehmen lasse und daher hab ich jetzt was bei ihm gut, meinte er.