Koagel im Gehörgang

  • Hallo, vielleicht kann mir hier jemand helfen.


    Folgendes ist passiert: mein Zweijähriger hatte letzte Woche eine fiese Ohrenentzündung. Bei der Untersuchung hat der Arzt ihn im Ohr verletzt, so dass mehrere Tage frisches Blut aus dem Ohr lief. Wir sind dann zum HNO-Arzt, der aufgrund des Blutes aber nicht sehen konnte, was verletzt war. Er hat uns antibiotische Augentropfen aufgeschrieben. Die habe ich geträufelt, Blutung ist gestillt, aber nun hat sich ein dicker Koagel gebildet, der mitten im Gehörgang sitzt und nicht raus will.


    Das Kind HASST Ohruntersuchungen, schreit und wehrt sich, der Arzt hat keine Chance gehabt, das Ding rauszupopeln. Nun sagt er, wir sollen einmal am Tag weiter die antibiotischen Tropfen einsetzen und dann noch Olivenöl träufeln. Wenn bis nächste Woche der Koagel nicht raus ist, will er das in Narkose machen.


    Narkose wird es auf keinen Fall geben. Mit den antibiotischen Tropfen habe ich nicht so ein gutes Gefühl. Und Olivenöl? Mh, ich bin mir unsicher. Wasser dürfen wir auf keinen Fall nehmen, da unklar ist, ob das Trommelfell gerissen ist.


    Hat jemand eine Idee, wie ich es noch sanft unterstützen kann, dass der Propfen rauskommt?


    Danke!

    Grüße von Qu



    Nun, ich hab kein Herz aus Stein,
    weil ich etwas bess'res hab,
    nämlich einen Zauberstab

  • Es gibt ein Ohrenöl Cerustop, dass zum entfernen von harten Ohrenschmalz genutzt wird. Vielleicht wäre das ja etwas. Ich vermute allerdings, dass das Olivenöl ähnlich wirkt. Es hat aber eine gute Drüse um das Öl in den Gehörgang zu spritzen.

  • Ich würde bei fraglichem Loch im Trommelfell keinesfalls Öl oder Cerustop reintun. Ein Minitröpfchen Wasser schadet nix, es geht nur um größere Mengen wie durchs baden z.b. Ich würd daher nen feuchten (nur klares Wasser) Wattebausch ins Ohr tun und mehrfach täglich wechseln. Das gibt ein etwas feuchtes Klima und weicht den Koagel langsam auf.


    Wobei ich mir schon die Frage stell, ob dad echt ein großer Koagel ist der raus musd oder einfach nur ein Grindchen, das von selbst zerfällt wenn die Haut geheilt ist. Ich würd ehrlich gesagt zu nem anderen HNO gehen damit dass der sichs mal anschaut ob überhaupt Handlungsbedarf besteht.

    Man muss immer den Einzelfall betrachten ...


    Die besten Freunde sind nicht die, die Dir schmeicheln sondern die, die Dir die Wahrheit sagen. #blume

  • Mich wundert auch, dass der Arzt Olivenöl empfiehlt, wenn eventuell das Trommelfell nicht intakt ist.

    Ich hatte übrigens mit meinem Sohn letzte Woche auch einen Ohrenarzt-Besuch, der mit blutenden Ohren endete... ich habe mich den ganzen Tag nur aufgeregt.

    Kann Dein Sohn auf dem Ohr noch hören?

    Den Vorschlag mit dem feuchten Wattebausch finde ich gut!

    Bevor irgendwas in Vollnarkose gemacht wird, würde ich einen anderen HNO konsultieren!

    LG S.

  • danke euch!


    Ihr bestätigt mein Bauchgefühl.

    Grüße von Qu



    Nun, ich hab kein Herz aus Stein,
    weil ich etwas bess'res hab,
    nämlich einen Zauberstab

  • ich würde keinen feuchten Wattebausch nehmen. Warmes feuchtes Klima ist der ideale Nährboden für Keime.

    Gerade wenn der Verdacht auf eine TFPerforation besteht.

    Ich würde abwarten und eine zweitmeinung einholen.

    Zum lösen des Paukenröhrchens hatten wir hier mal eine frisch angemischte Lösung mit Glyzerin und Alkohol, die war toll, antiseptisch und "flutschig".


    LG, Marie

  • Glyzerin ist jetzt aber auch nix, was man in ein perforiertes Trommelfell geben sollte.

    Irgendwas muss ja gemacht werden wenn ansonsten die OP droht. Aber deshalb schrieb ich auch mit dem mehrfach täglich wechseln.

    Man muss immer den Einzelfall betrachten ...


    Die besten Freunde sind nicht die, die Dir schmeicheln sondern die, die Dir die Wahrheit sagen. #blume

  • wie gesagt, es war die Rezeptur unseres HNO speziell bei offenem TF.

    Macht er immer so und das macht die Paukenröhrchen so flutschig, dass sie allein raus fallen. Kind mochte den Alkoholgeruch überhaupt nicht, aber gegen die Entzündung und für ein leichtes Rausrutschen wars perfekt.

    Aber klar, nicht ohne Diagnostik und Verordnung.

  • Ohne Arztempfehlung, bei der ich mitgehen kann, werde ich auch nicht experimentieren. Einen Wattebausch ins Ohr stecken halte ich auch nicht für so günstig. “Um die Ecke geguckt“ sieht man das Ding schon und wenn ich da jetzt was reinstecke, hätte ich Sorge, dass ich ihn eher wieder weiter reindrücke.


    Eine Zweitmeinung ist sicher das Beste, nur will ich nicht auf gut Glück zu irgendeinem Arzt. Ich warte mal ein paar Tage ab. Zum ersten Arzt müste ich ja eh erst nächste Woche. Vielleicht findet das Ding ja allein den Weg nach draußen bis dahin.

    Grüße von Qu



    Nun, ich hab kein Herz aus Stein,
    weil ich etwas bess'res hab,
    nämlich einen Zauberstab

  • Danke der Nachfrage.


    Wir waren noch bei einer anderen Ärztin, die mir genau gesagt hat, wie ich mein Kind in den Klammergriff nehme und dann das Ding beherzt rausgeholt hat. Für den Kleinen war das die paar Sekunden sicher nicht schön, aber doch sicher besser, als eine Narkose (wie der andere Arzt anvisiert hatte).


    Trommelfell sah auch gut aus und ich bin erleichtert.

    Grüße von Qu



    Nun, ich hab kein Herz aus Stein,
    weil ich etwas bess'res hab,
    nämlich einen Zauberstab