Jammer SLP... Mein Kind will nicht mehr Flöte spielen

  • Guten Morgen Rabengemeinde,

    ich muss gerade mal irgend wohin mit meinen jammrigen Gefühl. Ich gebe heute die Antrag auf Instrumententenwechsel in unserer Musikschule ab und es fühlt sich so irrational doof an. Meine Tochter spielt seit 8 Jahren Flöte. Sopran, Alt, Tenor, Bassflöte... Sie spielt in einem wirklich tollem Ensemble. Nie hätte ich gedacht, dass Blockflöten so vielfältig sein können als sie mit 6 anfing zu lernen.

    Ja... Sie war jetzt nie leidenschaftlicher Musiker. Technisch recht begabt, kam ohne wirklich zu üben sehr gut durch jede Prüfung.... Es hat sie entspannt und auch stolz gemacht. Aber seit etwa 1 Jahr ist die Luft völlig raus.

    Ich hatte gehofft, sie irgendwie über die Pubertät ziehen zu können und dann käme der Spaß wieder.

    Aber ich hab gestern aufgegeben. Sie wechselt jetzt zu Klavier. Begründung ihrerseits: Blockflöte ist uncool.

    Sie hat das Klavier hier im Haushalt nie bespielt, das Interesse ist mir völlig neu. Ich hab das Gefühl, sie gibt etwas wirklich schönes zugunsten einer vermeintlich repräsentativeren Sache auf. Und ich muss sie machen lassen. Und dann auch noch Populärklavier! Wenn's wenigstens klassisches Klavier wäre, dann könnte sie meine alten Noten nutzen und ich hätte nostalgische Gefühle.#haareIch mag nicht#cryingneu Ich finde das soooo doof.


    So jetzt hab ich mich ausgejammert und geh mal das Schreiben im Musikschulbüro abgeben.... Fühlt sich an wie Beerdigung....

  • Ich kann es Dir nachfühlen. Mir ginge es wahrscheinlich ähnlich. Aber ich finde, du machst es genau richtig, sie weiterhin hin zu zwingen würde nicht funktionieren, zumindest hier nicht. Und immerhin möchte sie was Neues anpacken, das finde ich richtig stark. Und du unterstützt sie dabei, obwohl du andere Wege schöner fändest, da lernt sie ne ganze Menge!

    Nona mit großer (03) und und kleiner (05) Tochter und kleinem Sohn (2008 )

  • Ach Quatsch, das wird super! Ist doch toll, dass sie noch was neues lernt. Flöte spielen wird sie nicht verlernen dadurch. Irgendwann mag sie vielleicht wieder.

    Liebe Grüße von Alusra
    #rose


    Manchmal braucht man keine Tipps. Manchmal braucht man nur einen
    Zuhörer, der an den richtigen stellen "Hmmm" sagt und auch alles blöd
    findet.


  • Ach Quatsch, das wird super! Ist doch toll, dass sie noch was neues lernt. Flöte spielen wird sie nicht verlernen dadurch. Irgendwann mag sie vielleicht wieder.

    Ich finde das auch super! Es ist doch eigentlich schön, dass sie nach 8 Jahren jetzt mal etwas Neues ausprobieren möchte.

    Und ja, sie kann doch trotzdem noch Flöte spielen, wenn sie Lust drauf hat.

  • Sprichst du von mir 8o.


    Ich habe auch recht früh mich Blockflöte angefangen und bin da dann irgendwie "hängengeblieben", was mit zusätzlicher Altblockflöte und im Flötenkreis (Ensemble wäre doch zu hoch gehängt) geendet ist. Tja und nach über zehn Jahren habe ich aufgehört. Denn ja, aus Teeniesicht ist eine Flöte wirklich uncool. Allerdings hat mich auch irgendwann gestört, dass man mit diesem Instrument eben nicht so begleiten kann wie mit Klavier und Gitarre (und zugegebenermaßen hat mir auch der Klang nicht mehr gefallen #angst). Und bis heute wünsche ich mir, Klavier gelernt zu haben ... nun ja, das kann ja noch werden #cool.


    Ach Quatsch, das wird super! Ist doch toll, dass sie noch was neues lernt. Flöte spielen wird sie nicht verlernen dadurch. Irgendwann mag sie vielleicht wieder.

    Ist das so? Ich kann heute (ca. 10 Jahre später) gar nichts mehr #angst#angst.

    So oder so ist das Leben, so oder so ist es gut. So wie das Meer ist das Leben, ewige Ebbe und Flut.

    Hildegard Knef

  • Hatte meine Schwester genauso. Sie hat nach 2 jahren wieder angefangen und spielt seitdem bis heute und das semiprofessionell. mit den modernen blockflöten von mollenhauer kann man auch echt jede menge neuer sachen machen, die dann auch wieder cool sind! (Auch wenn eine mehr kostet als meine gute querflöte...#eek)


    Es ist eben eine pause und aus einer solchen gehen oft neue fähigkeiten hervor und nach 8 jahren verlernt sie es ja nicht.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Aus Sicht einer Musikerin: Deine Tochter sucht sich ihren eigenen Weg. Wie schön, dass ihr Musik bisher so viel gegeben hat, dass es für sie selbstverständlich ist, damit weiter zu machen! Da sie Flöte auf einem guten Niveau gespielt hat, wird sie auch später darauf zurückgreifen können und ohne viel Üben zum Spaß damit musizieren können. Musik war bisher schon ein Weg zum Entspannen für sie und am Klavier eröffnet sich ihr da eine neue Klangwelt. Nicht mehr nur einstimmig, wenn man alleine ist, sondern mehrstimmig. Und beim Populärklavier kann man sich schnell auch selbst Lieblingsstücke erarbeiten. Klassikbegeisterung kann da später immer noch kommen.


    Deine Tochter hat eine tolle Mutter, die sie dabei unterstützt, ihren eigenen Weg zu finden, und ihr viel Liebe zur Musik mitgegeben hat! #herz

  • Hallo,

    ich habe auch mit ca. 15 Jahren mit der Blockflöte erstmal aufgehört, denn es wurde irgendwie langweilig.

    Die Blockflöte kommt eben nicht im Jugendorchester vor und dadurch waren wir immer in der gleichen Besetzung zusammen und alles schien ähnlich...

    Und mal eben gemeinsam einen aktuellen Song auf der Blockflöte spielen, naja, das geht ja auch nicht.

    Also eher nicht uncool, weil andere etwas dagegen gesagt hätten, sondern uncool, weil ich nichts damit machen konnte.

    Erst im Studium habe ich wieder angefangen, weil ich da auf eine Gruppe und eine Lehrerin stieß, deren Repertoire viel breiter aufgestellt war und somit das Spielen auch wieder mehr Freude bereitet hat.


    Eventuell gibt es ja ein anderes Ensemble zu dem sie wechseln könnte?


    Ansonsten: es ist nichts verloren...

    Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag, doch niemals klug genug für den, der kommen mag.
    Friedrich Rückert

  • Ich verstehe, dass dich das schmerzt, aber ja, es wäre falsch, sie zu "zwingen".


    Ich selbst habe Altsaxophon gelernt, weil meine Mutter den Klang so schön fand. Und ja, es hat mir auch Spaß gemacht, und ich habe lange im Orchester gespielt, aber ich habe mir so mit 14-15 gewünscht, lieber Klavier zu lernen. Mit 16 habe ich dann endlich Unterricht nehmen dürfen und noch heute bin ich traurig darüber, dass ich Klavier nie so gut spielen können werde, wie ich es gern hätte.


    Mein Saxophon steht seit Jahren in der Ecke #schäm, ans Klavier setze ich mich noch immer fast täglich.


    Also, lass sie Neues ausprobieren! Entweder kommt die Lust zurück, oder eben nicht. Außerdem kenne ich wirklich viele Musiker, die sehr vielseitig sind. Unsere Klavierlehrerin spielt außerdem Marimba und Schlagzeug, und ich persönlich fand es auch immer bereichernd, anderes kennenzulernen.

  • Ich habe von 6 bis 18 Jahren v.a. Altblockflöte gespielt, auch ohne je zu üben, auch im Ensemble, und gefühlt das gesamte Repertoire (Barock, Renaissance) durch. Mit 14 kam Klavier dazu, worin ich leider (auch aus Faulheit und Abneigung gegenüber der Lehrerin) nie so richtig Fuß gefasst habe. Ich mochte die Flöte, aber nicht genug, um dann ausgerechnet damit weiterzumachen. Also habe ich erstmal aufgehört, Musik zu machen. Mit dem Ergebnis, dass ich mich bis heute ärgere, trotz einiger Musikalität nie ein vielseitigeres Instrument (Orchester, Begleitung, Repertoire ...) richtig gelernt zu haben.

    Heute singe ich in einem ganz guten Laienchor, habe aber trotzdem das unterschwellige Gefühl, dass was fehlt.

    Ich würd sie machen lassen und sogar bestärken... Und wer weiß, vielleicht kommt sie auch zur Flöte wieder zurück. Ich hab nix verlernt.

  • Ich finde auch, Du machst das genau richtig - aber ich kann Dich verstehen, da würde ich auch leiden...

    Allerdings: Sie gibt ja nicht die Musik an sich auf, Klavier ist toll, und wenn sie jetzt eben Pop machen will, soll sie doch, ist ja auch irgendwie Musik ;-)


    Ich selbst habe mir mit 12 zu Weihnachten gewünscht, endlich den doofen Klavierunterricht aufgeben zu dürfen und war herrlich befreit. Zwei Jahre später wollte ich Karate lernen und meine Mutter kam zeitgleich mit einer Telefonnummer vom Baum nach Hause und meinte, kannste machen, aber guck mal, vielleicht auch wieder Klavier...? Ich habe mich (als Bedingung fürs Karatelernen) breitschlagen lassen - und saß auf einmal vor dem schönsten, jüngsten, weltbesten Klavierlehrer. Was soll ich sagen... Karate hab ich nie gelernt, stattdessen mit Feuereifer Beethovensonaten geübt.


    Deine Tochter ist 14, hab ich das richtig gerechnet? Habt Ihr nicht einen jungen, dynamischen, bildschönen Blockflötenlehrer in der Nähe?

  • und saß auf einmal vor dem schönsten, jüngsten, weltbesten Klavierlehrer.

    und hast du den klavierlehrer geheiratet und mit ihm zehn kinder bekommen?

    #rose

    Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.


    Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral. Johanna Dohnal

  • Ich werde jetzt mal abwarten. Ich gewöhne mich langsam an den Gedanken... Gaaaaanz langsam.

    Klavier hat sie übrigens gewählt, weil ein anderes Hobby Bedingung fürs Aufhören war. Und Handys sind bei mir kein Hobby.#freu Jetzt kann ich nur hoffen, dass zum neuen Schuljahr ein Platz für Klavier frei ist. Für neue Schüler gibt es eine Warteliste.

    Heute Nacht hab ich übrigens davon geträumt, dass das Mädchen Elton John Lieder auf dem Klavier spielt...#blink