Fahrradhelm - wielange? Oder für immer?

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Rabeneltern.org-Team
  • Nein, nein, auch die anzugtragenden, topfitten Mittvierziger haben diesen Tick...

  • Ich finde es aber schon noch erfreulich, wieviele Senioren nun dank E-bike sich wieder aufs Rad wagen. Bei uns sind die auch nicht sooo schnell unterwegs, zumindest habe ich das nicht beobachtet. Aber wir haben auch nicht so viel Verkehr und dafür viele Radwege. Und Helm tragen alle. Ich glaube, ich habe hier noch nie ein E-biker ohne Helm gesehen ...

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Ich kenne dafuer aber auch eine ganze Menge (7!) Senioren, die sich schon Arme, Haende oder Waden beim Radfahren gebrochen haben, manche sogar schon zum 2.Mal. Von juengeren Menschen kenne ich das so nicht. Irgendwie ist das Radeln mit 70 doch nicht mehr ganz so einfach (Autofahren aber auch nicht).

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

    Einmal editiert, zuletzt von Nachtkerze ()

  • Die erzählten Anektdoten belegen nur, dass Radfahrer manchmal auf den Kopf fallen. Dass die anekdotisch erzählten Unfälle mit/ohne Helm relevant anders ausgegangen wären, ist doch nur Spekulation!

    Es gibt auch

    4. Leute, die aus Vernuftgründen nicht mit Helm fahren.

    Aus den allgemeinen Statistiken geht nicht meines Wissens keine Sicherheitszunahme aufgrund des zunehmenden Helmtragens hervor. D.h. entweder ist der Effekt sehr klein oder es stehen eben positiven Fällen negative Fälle gegenüber, so dass netto zu ungefähr Null wird.

    Siehe auch hier.

    Du scheinst sehr deutlich der Meinung zu sein, dass ein Helm nichts bringt.


    Du argumentierst aber mit einem Konferenz-Poster, das belegt, dass eine HelmPFLICHT nichts bringt. Dass eine Helmpflicht sinnlos ist, da sind wir uns einig.


    Die Situation in Australien bei Einführung der Helmpflicht würde ich jetzt mal so zusammenfassen:


    Vorher haben alle einen Helm getragen, die es aufgrund ihres Fahrverhaltens für sinnvoll gehalten haben. Ich nenne die mal Gruppe A.


    Nachher haben zusätzlich auch noch diejenigen einen Helm getragen, für die er keinen Sinn macht, aber die halt gesetzestreu sind. (Also Leute, die am Wochenende im Spaziergängertempo den touristischen Radweg entlangdümpeln.) Gruppe B.


    Diejenigen, die zwar ein Fahrverhalten haben, dass einen Helm sinnvoll machen würde, aber vorher keinen getragen haben, sind wohl hauptsächlich bei Gruppe C zu finden, nämlich den 25% der Fahrradfahrer/innen, die auch nachher keinen getragen haben.

    Und dann gibt es noch Gruppe D, für die ein Helm sinnvoll ist, und die erst nach der Einführung der Helmpflicht einen getragen haben.


    Gruppe D - die meiner Einschätzung nach winzig ist - ist die Einzige, für die die Helmpflicht einen positiven Effekt hat.


    Ich finde es absolut zu erwarten, dass man unter diesen Umständen keine positiven Auswirkungen der Helmpflicht feststellt, und ich finde das keinen Beweis dafür, dass ein Helm nichts nutzen würde.

  • Man kann die Verkehrsverhältnisse und die Einstellung der Bevölkerung zum Radfahren in den verschiedenen Ländern auch gar nicht vergleichen, entsprechend auch nicht die Ergebnisse solcher Studien, z.B. der aus Australien. 1:1 auf Deutschland übertragen. Hierzulande ist das Fahrrad (glücklicherweise) viel mehr Alltagstransportmittel als Sportgerät. Wenn man im Alltag viele Wege mit dem Rad erledigt, lässt man sich nicht so einfach durch Helm tragen vom Radfahren abhalten als wenn man nur sonntags ne Runde um den See fahren will.

    tt1c48ce.aspx
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  • Zitat von LVZ 16.06.2017, S. 18

    Drei Radfahrer bei Kollisionen verletzt

    Gleich drei schwere Unfälle mit Radfahrern registrierte die Polizei allein am Mittwoch. Gegen 7.15 Uhr erfasste ein Audi-Fahrer beim Abbiegen in die Eutritzscher Straße einen 53-Jährigen, der Radfahrer flog über die Motorhaube, verletzte sich am Kopf.

    Eine Viertelstunde später übersah eine Mazda-Fahrerin (22) beim Einbiegen in die Augustenstraße einen entgegenkommenden Radfahrer, der auf dem Fahrradstreifen fuhr. Bei der Kollision wurde der 33-Jährige verletzt, gegen die Autofahrerin wird ermittelt.

    Ein elfjähriger Junge wurde gegen 18.45 Uhr von einem Autofahrer übersehen, der in die Wundtstraße abbiegen wollte. Das Kind war ihm auf dem Radweg entgegengekommen und wurde leicht verletzt. F. D.

    Solche Artikel finde ich hier fast täglich in der Zeitung. Das trägt auch dazu bei, dass ich Fahrradfahren hier im Großstadtverkehr durchaus für nicht ungefährlich halte.

    Klar, vielleicht hätten die Fahrradfahrer durch vorausschauendes Fahren die Unfälle vermeiden können, aber bei Begegnungen mit Autos ziehen sie halt doch immer den Kürzeren.

  • Du scheinst sehr deutlich der Meinung zu sein, dass ein Helm nichts bringt.

    Ja.

    Man kann die Verkehrsverhältnisse und die Einstellung der Bevölkerung zum Radfahren in den verschiedenen Ländern auch gar nicht vergleichen, entsprechend auch nicht die Ergebnisse solcher Studien, z.B. der aus Australien. 1:1 auf Deutschland übertragen. Hierzulande ist das Fahrrad (glücklicherweise) viel mehr Alltagstransportmittel als Sportgerät. Wenn man im Alltag viele Wege mit dem Rad erledigt, lässt man sich nicht so einfach durch Helm tragen vom Radfahren abhalten als wenn man nur sonntags ne Runde um den See fahren will.

    Wenn nicht Australien, dann eben Schweden (Verkehrsverhältnisse dort vielleicht den deutschen ähnlicher als die in Australien): Link (ungeachtet des Titels "Folgen der Helmpflicht für junge Radfahrer in Schweden" werden Beobachtungen präsentiert, dass die zunehmende Helmnutzung nicht den versprochenen Nutzen hinsichtlich Kopfverletzungen hat):

    "Wenn ein Anstieg der Helmnutzung gegen Kopfverletzungen schützen würde, würde man einen starken Abfall des Anteils von Kopfverletzungen bei Radfahrern erwarten, spiegelbildlich zum starken Anstieg der Helmnutzung. Doch das ist anscheinend nicht der Fall."

  • Eine kleine Ergänzung zu Senioren, die, ob auf Ebikes oder auf den normalen Fahrrädern, keinen Helm tragen: die allermeisten von denen müssen mindestens Ass100 nehmen, manche auch stärkere ThrombozytenAggregationsHemmer. Eine Erschütterung des Kopfes, die einen jungen gesunden Menschen vermutlich nicht mal mit einer kräftigen Beule zurückließe, kann hier schon zu schweren Einblutungen führen. Das würde zumindest dafür sprechen, dass Menschen, die diese Blutverdünner nehmen müssen (ich gehöre auch dazu, obwohl ich nach meinem Dafürhalten noch keine Senioren bin) unbedingt einen Helm tragen sollten.

    तत् त्वम् असि

  • also, wenn man sieht, wie manche Leute ihre Helme tragen, ist es kein Wunder, dass Helme auch Kopfverletzungen verursachen oder verschlimmern. Wenn ich keine Bock habe und mich die Helmpflicht zwingt, ist das sicherlich eher der Fall. Wenn ich die Sache aber ernst nehme und mich informiere, sollte ich das Risiko als Nutzer verringern können.


    ICH jedenfalls bin unendlich froh, dass ich einen Helm auf hatte, als mich das Auto auf die Haube genommen hat. Der Unfallchirurg auch. Und das gesamte Krankenhauspersonal, das mit mir sprach.

    Für mich ist das wirklich wie Zähne putzen: ohne geht nicht, auch für mein Kind nicht - es ist reine Gewohnheit. Und es ist der einzige Schutz, den Fahrradfahrer haben.

  • Meteor es wäre echt hilfreich, wenn du hier nicht immer Anti-Helmpflicht-Argumenten zitieren würdest. Das ist doch jetzt schon wieder ein Artikel darüber, wie die Helmpflicht wirkt (nicht gut) anstatt darüber, wie Helme wirken (gut).

  • Ich kenne dafuer aber auch eine ganze Menge (7!) Senioren, die sich schon Arme, Haende oder Waden beim Radfahren gebrochen haben, manche sogar schon zum 2.Mal. Von juengeren Menschen kenne ich das so nicht. Irgendwie ist das Radeln mit 70 doch nicht mehr ganz so einfach (Autofahren aber auch nicht).

    Mein Onkel hat sich mit 83 das Schlüsselbein gebrochen, weil er mit dem fahrrad von der Straße auf den bürgersteig fahren wollte, so mit Lenker hochziehen...

    Zitat von LVZ 16.06.2017, S. 18

    Drei Radfahrer bei Kollisionen verletzt

    Gleich drei schwere Unfälle mit Radfahrern registrierte die Polizei allein am Mittwoch. Gegen 7.15 Uhr erfasste ein Audi-Fahrer beim Abbiegen in die Eutritzscher Straße einen 53-Jährigen, der Radfahrer flog über die Motorhaube, verletzte sich am Kopf.

    Eine Viertelstunde später übersah eine Mazda-Fahrerin (22) beim Einbiegen in die Augustenstraße einen entgegenkommenden Radfahrer, der auf dem Fahrradstreifen fuhr. Bei der Kollision wurde der 33-Jährige verletzt, gegen die Autofahrerin wird ermittelt.

    Ein elfjähriger Junge wurde gegen 18.45 Uhr von einem Autofahrer übersehen, der in die Wundtstraße abbiegen wollte. Das Kind war ihm auf dem Radweg entgegengekommen und wurde leicht verletzt. F. D.

    Solche Artikel finde ich hier fast täglich in der Zeitung. Das trägt auch dazu bei, dass ich Fahrradfahren hier im Großstadtverkehr durchaus für nicht ungefährlich halte.

    Für mich ist das zum Beispiel der Grund, dass ich Angst habe, meinen 12jährigen mit dem Rad zur Schule zu lassen. Er muss 2 km auf einer Hauptverkehrsstraße langfahren, und da gibt es mehrere Stellen, wo Gefahr durch abbiegende Autos besteht. Vorgestern hätte mich beinahe eine Frau umgesemmelt, sie ist 30 cm vor mir zum Stehen gekommen. Und hat die Schultern gezuckt und gesagt, sie hätte mich nicht gesehen.


    Ich bin jetzt eine Weile ohne Helm gefahren, weil mein Fahrrad mitsamt Helm geklaut wurde und ich erst einen neuen brauchte. Normlerweise fahre ich aber mit. Ich bin Langsamfahrerin, meine größte Angst habe ich vor sich öffnenden Autotüren, da nützt Langsamfahren nur bedingt was.


    Und nochmal die Frage: Wenn Helme wirklich so gut schützen, wieso tragt ihr dann im Auto keinen Helm? Oder wenn ihr zu Fuß unterwegs seid? Andere Autofahrer, die euch "in die Zange nehmen" oder sonstwie erwischen können, gibt es doch fast immer. Und gerade bei Autounfällen kommt es sehr häufig zu Kopfverletzungen, deswegen tragen Rennfahrer ja auch Helme, die außerdem auch den Nacken schützen. Wer alle Risiken minimieren will, sollte schon so konsequent sein und das überall durchziehen.

    Das ist ein Argument, welches einem in allen mögliches Lebenslagen begegnet, und das ich nie verstehe. Selbst wenn ich nur eins von 5 Risiken ausschalte, ist es doch schonmal eins weniger? Erinnert mich an eine Diskussion über Rauchverbot in Kneipen mit einer Freundin, die argumentierte, dann muss man auch alle fabriken ausschalten. Warum? Oder das beliebte Argument bei Sojafleisch /-wurst: Wer ohne Fleisch leben will, soll konsequenterweise Fleischersatz weglassen. Warum?

  • Für mich ist das wirklich wie Zähne putzen: ohne geht nicht, auch für mein Kind nicht

    Ich find, es ist noch ein Tacken mehr. Wenn ich mal ungeplant woanders übernachte und keine Zahnbürste dabei habe, find ich das zwar gruselig, aber es ist nicht gefährlich. Von einmal nicht Zähneputzen werden sie mir schon nicht alle wegfaulen. Aber 1x ohne Helm und auf die Hörner genommen - passé.

    तत् त्वम् असि

  • Auf welche zahlen beziehen sich 1,5 und 4,5? Absolute oder relativ zur Größe der Gruppe?

    mira76

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Auf welche zahlen beziehen sich 1,5 und 4,5? Absolute oder relativ zur Größe der Gruppe?

    mira76

    Dazu müsste man vermutlich eine passende Verkehrserhebung in der Hinterhand haben. Diese gibt es sicher nicht flächendeckend. Verkehrszählungen sind aufwändig und werden nur punktuell gemacht. Wer kennt den Modal Split für seine Stadt?


    Weiter vorne wurden Unfallberichte aus der lokalen Tageszeitung zitiert. Das ist eigentlich ein anderes Aufregerthema. Wenn ich die Spur für den Geradeausverkehr (Radweg) rechts von der Rechtsabbiegerspur anordne, ist das die zwangsläufige Folge. Wer würde eine vergleichbare Konstruktion auf der Fahrbahn gutheißen?

  • Weiter vorne wurden Unfallberichte aus der lokalen Tageszeitung zitiert. Das ist eigentlich ein anderes Aufregerthema. Wenn ich die Spur für den Geradeausverkehr (Radweg) rechts von der Rechtsabbiegerspur anordne, ist das die zwangsläufige Folge. Wer würde eine vergleichbare Konstruktion auf der Fahrbahn gutheißen?

    Illustriert ist das nochmal hier.

  • Die hiesigen Zahlen zum Modal Split (bezogen auf das Jahr 2010).


    Innerstädtisch dominieren eindeutig die Radfahrer

    - 30% Radfahrer

    - 28% Motorisierter Individualverkehr

    - 25% Fußgänger

    - 17% Öffentliche Verkehrsmittel


    Im Gesamtverkehr, der auch Einpendler berücksichtigt, verschiebt sich das Bild etwas

    - 37% Motorisierter Individualverkehr

    - 25% Radfahrer

    - 20% Fußgänger

    - 18% Öffentliche Verkehrsmittel


    Soweit ich weiß, sind das für den Radverkehr recht hohe Anteile. Hier sind europäische Vergleichsdaten zusammengefasst: TEMS

  • Meteor es wäre echt hilfreich, wenn du hier nicht immer Anti-Helmpflicht-Argumenten zitieren würdest. Das ist doch jetzt schon wieder ein Artikel darüber, wie die Helmpflicht wirkt (nicht gut) anstatt darüber, wie Helme wirken (gut).

    Wenn die Helmtragequote (durch Helmpflichteinführung oder wodurch auch immer) stark steigt, aber man davon keine Wirkung in den Unfallstatistiken bzgl Kopfverletzungen sieht, ist das für mich schon ein Zeichen, dass das Helmtragen nicht den versprochen Nutzen bezgl Kopfverletzungen hat.


    Für D gibt es ähnliche Statistiken hier:

    zB:

    http://bernd.sluka.de/Statistik/unfaelle10.pdf

    (ähnlicher Unfallrückgang bei Radfahrern und Fußgängern)

  • Für mich ist das wirklich wie Zähne putzen: ohne geht nicht, auch für mein Kind nicht

    Ich find, es ist noch ein Tacken mehr. Wenn ich mal ungeplant woanders übernachte und keine Zahnbürste dabei habe, find ich das zwar gruselig, aber es ist nicht gefährlich. Von einmal nicht Zähneputzen werden sie mir schon nicht alle wegfaulen. Aber 1x ohne Helm und auf die Hörner genommen - passé.

    dem stimme ich zu. Ich hatte die Aussage aber vor allem auf die Gewohnheit bezogen. Ohne Zahnbürste und ohne Helm findet man es nämlich nur gruselig, wenn man es anders gewöhnt ist. Und tatsächlich kann ich mir nicht vorstellen auch nur einmal ohne Helm zu fahren. Bei uns ist das einfach so. So unhinterfragt und so gewöhnlich.


    Die ganzen Statistiken interessieren mich da auch nicht. Ich fahre bewusst selten Auto, der Straßenverkehr gefährdet mich trotzdem: zu Fuß, auf dem Rad, im Bus. Da will ich auf dem Fahrrad zumindest minimal geschützt sein, wenn andere deppig fahren.

  • Helm beim Radfahren?

    Selbstverständliche Pflicht in unserer Familie.


    Meine Tochter hörte im Teenageralter zunächst leider mit dem Helmtragen auf. Als ihr Freund über den Lenker "abstieg" und mit Schädel-Hirn-Trauma im Krankenhaus landete, war das für sie Anlass genug, wieder einen Fahrradhelm zu tragen.


    Und wie Juniors Kopf ohne Helm ausgesehen hätte, nachdem er mit Vollkaracho geflogen ist, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Der Helm hatte jedenfalls eine heftige Delle, das Kind hatte gsd nur Schürfwunden. Etwas schmerzhaft aber nicht lebensbedrohlich.



    Ich trage einen Helm beim Radfahren, mein Mann auch.