essen - sie wollen nix und ich mag nicht mehr

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    • Offizieller Beitrag

    ainu ich bezog mich auf die Beschreibung von Malaga1, die das Wort aufgebracht hat. Und dabei vor allem auf die Formulierung “Kind xy braucht Brachialmethoden“, sprich: es ist mit seinem Verhalten schuld daran und zwingt mich dazu, diese Methoden anzuwenden. Das ist für mich ein absolutes Unding, weil es dem Kind eine Verantwortung gibt, die dieses schlicht nicht hat, aus meiner Sicht. Frauen “müssen“ nicht ab und zu mal richtig durchge***t werden, und Kinder “brauchen“ keine Brachialmethoden, für die die Eltern dann leider leider nichts konnten weil das Kind ja keine andere Sprache versteht.

    Versteh meinen Beitrag also gerne als Meta-Ebene - über Nutella-Gläser halte ich mich in diesem Thread raus, da gab es schon viele kluge, wertschätzende und hilfreiche Anmerkungen.

    Wobei ich hier tatsächlich ein Kind habe, das Grenzen auslotet. Das manchmal genau das Gegenteil macht, von dem was vorher besprochen worden ist. Auch mit ihm. So wie ich es meine bei ihm zu erkennen, muss er manchmal Grenzen "spüren", weil ihm das Sicherheit gibt. Dieses "das Gesagte gilt wirklich so und ist nicht nur unverbindlich daher gesagt. Und wenn das gilt, kann ich mich auf meine Eltern verlassen."

    Sprich - er ist nicht mit seinem Verhalten "Schuld" daran. Aber sein Charakter scheint diese Sicherheit stärker zu brauchen und ich kann ihm diese Sicherheit durch das Einhalten von Regeln vermitteln. Und völlig klar ist natürlich auch (undd avon gehe ich selbstverständlich auch bei malaga aus) - der Blick auf das Kind: Leidet es gerade? Geht es um seinen inneren Kern? Oder ist er sauer, weil er zwar einerseits diese Grenzen sucht, andererseits die Durchsetzung der Grenzen gerade mächtig unbequem ist (für mich übrigens auch - es ist sehr viel unkomplizierter, diese Herausforderungen nicht anzunehmen und ihn machen zu lassen. Für die beiden anderen Kinder ist genau diese Vorgehensweise oft auch richtig. Aber nicht für dieses. Das ist dann aus seiner Mitte.)

  • Hermine gegen eine solche Unterscheidung habe ich doch auch nie was gesagt, die ist doch völlig außer Zweifel. Mir scheint ich bekomm es nicht rüber... Mir geht es darum: DU entscheidest, welche Methode du anwendest und warum. Ganz sicher gibt es Kinder, die weniger kooperativ sind als andre, und für die dann ein anderer Umgang besser ist. Aber das ist a) kein Automatismus nach dem Motto “Tue ich dies, reagiert das Kind (niemals) so“. Und, das war der Teil auf den es mir ankommt, ist es b) nicht, nie nie so, dass ein Kind bestimmte (brachiale) Methoden BRAUCHT, also die Eltern keine Wahl haben. Das gibt es nicht, und diese Sicherheit lasse ich mir auch nicht absprechen. Möglicherweise ist der alternative Weg so anstrengend für alle, dass die Eltern ihn nicht gehen wollen oder können. Oder sie haben noch nicht die richtige Variante gefunden, die für alle Beteiligten besser wäre. @Malaga1hast Du z.B. mal versucht zu erfahren, was hinter dem Verhalten deines Sohnes gesteckt hat? Aber die Verantwortung für diese Entscheidung “Brachialmethode ja oder nein“ liegt NICHT beim Kind und ist KEIN alternativloser Weg. Sie liegt immer bei den Eltern. Wenn die das für sich verantworten können: fein.

  • DANKE HERMINE! Genau so ist es.


    Hätte ich übrigens nur meine Tochter, wäre ich auch der festen Überzeugung, dass solche "Brachialmethoden" um bei meinem ersten Ausdruck zu bleiben, niemals nie nötig sind.


    luxa-rosenburg: Ich gestehe, ich verstehe nicht ansatzweise was du meinst. Aber ich glaube, wir werden uns sowieso nicht einig.

  • Ihr seid ja schon viiiiel weiter und ich hab Teile des Threads nur überflogen, aber mein Gedanke zu Malaga1 's "berüchtigtem" Zitat ist folgender:

    Ich würde auch kein Kind aufs Zimmer "verbannen" (bei uns zuhause gab's das und ich fand es nicht wirklich schlimm, aber ich glaube zu diesem Zeitpunkt, dass das nicht meine Art wäre, mit meinem Kind umzgehen), aber ich würde auch ganz deutlich klar machen, dass dieses Gemotze übers Essen gar nicht geht. Hier wird immer sehr viel über Bedürfnisse von Kindern nachgedacht und darüber, dass man sie nicht beschämen darf und so... aber das muss doch (gerade bei so großen Kindern!) auch andersrum gelten! Niemand muss etwas (auf-)essen, was er oder sie nicht mag, aber bei uns zuhause gab es zwei Grundregeln: Man probiert alles, was auf dem Tisch steht, es sei denn, es ist schon hinlänglich bekannt, dass man es nicht mag; und man lehnt, wenn man Essen ablehnt, höflich ab! Im Leben wäre ich nicht auf die Idee gekommen, so über das Essen meiner Mutter zu reden! Es gab auch Tage, an denen ich wenig oder gar nicht mitgegessen habe (z.B. wenn meine Oma, die oft bei uns gekocht hat, mal wieder "vergessen" hatte, dass ich Vegetarierin war oder wenn "nur ein ganz kleines bisschen" Speck in den Bratkartoffeln war oder so), aber niemals hätte ich das Essen auf dem Tisch so verächtlich kommentiert und das würde ich auch meinen Kindern, meinem Mann oder unserem Mitbewohner (oder selbst halb fremdem Besuch) nicht "durchgehen" lassen. Der Mitbewohner hat das früher tatsächlich gemacht ("Tofu ist absolut abartig!", etc.), aber da kann man unaufgeregt und ohne "erzieherisches" Machtgefälle oder sonstwas auch sehr deutlich sagen, dass man so nicht behandelt werden will. Es handelt sich um gut genießbare Speisen, in die man Arbeit, im Zweifel Herzblut, Zeit und Liebe gesteckt hat, und die bloß dem einen oder anderen Gaumen nicht gefallen - und nicht um etwas ekliges oder widerliches. Ende.


    Bei uns wird sich beim Koch/bei der Köchin für's Essen bedankt, egal ob es einem jetzt schmeckt oder nicht (und ich rede erstmal von den Erwachsenen, weil das Tochterkind noch zu klein für sowas ist), einfach weil das gemeinsame Essen ein Ritual ist, das uns zusammen bringt - und wer das initiiert, dem wird dafür gedankt. Wenn ich etwas koche, von dem ich weiß, dass es einem von uns nicht schmeckt, koch ich nach Absprache was (einfaches) anderes extra oder derjenige kocht sich was oder isst ein Brot oder sitzt einfach dabei. Meine Mutter hat für mich immer viel extra gekocht, weil ich ja nun, seit ich 12 bin, Vegetarierin bin. Für meine Tochter würd ich auch nach Absprache was anderes kochen, sobald sie sich mit mir absprechen kann. Früher "durften" wir uns auch immer mal was wünschen, was es dann zu essen gab - so waren eigentlich immer alle ganz zufrieden.


    Meine Mutter ist mit Aufess-Zwang aufgewachsen und hat ganz fürchterlich darunter gelitten (wobei sie sich nichtmal selbst die Portion auftun durfte, sondern einen vollen Teller vorgesetzt bekam, der leer werden musste) - sicher zum Teil weil meine Oma halt noch Hunger kannte und es ihr deshalb immer wahnsinnig wichtig ist, dass alle genug zu essen bekommen. Sie ist auch jetzt immer fürchterlich besorgt, ob meine Tochter satt wird, weil die ja auch Vegetarierin (größtenteils vegan) ist... *seufz*


    Malaga1: Ich glaube Luxa meint, dass ein Kind, das z.B. bockig oder sogar gewalttätig wird, nicht zwingend eine "Brachialmethode" braucht, sondern dass es immer die Eltern sind, die über die Methode entscheiden. Und ein bockiges oder gewalttätiges Kind kann man auch anders "in den Griff bekommen" als mit einer "Brachialmethode".

    Beispiel Schule: Heute erlebt. Ich hab einen Schüler, der die Arbeit verweigert, extrem unverschämt wird und es deshalb "herausfordert", dass man "hart" mit ihm umspringt. Viele KollegInnen rufen da die Eltern an, schicken ihn vor die Tür etc. Nach Absprache mit einem ES-Förderlehrer hab ich angefangen, ihn für Kleinigkeiten zu loben und jetzt ist er bei mit völlig in der Spur, lieb und sehr sehr engagiert. Der Arme braucht einfach Bestätigung und Zuwendung und keine "Brachialmethode" (auch wenn die ebenso wirken).

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    In meinem Waldland geht ein Monster um...

    4 Mal editiert, zuletzt von Rattenkind ()

  • Danke, Rattenkind . Ich versuch noch zu ergänzen, Malaga1 ob Du das lesen magst oder nicht ist ja Dir überlassen, aber mir ist es wichtig.

    Ich finde die Kausalität, die ich aus Deinem Statement rausgelesen habe, einfach falsch, egal in welche Richtung. Wir haben es doch im Nachbarthread von Viva in umgekehrter Variante: Da werden Eltern verunsichert, weil ihnen eine Kausalität "Sei so, dann wird das Kind so, und wenn es das nicht wird, hast Du versagt" nahegebracht wird. Hier ist es umgekehrt: "Tu dies und das, und das Kind wird funktionieren, und manche Kinder brauchen das so und nicht anders."

    Und ich kenne dermaßen viele Eltern, die sich in dieser Ecke wahnsinnig bequem eingerichtet haben und damit teilweise grenzwertige, teilweise auch gewalttätige Erziehung rechtfertigen: "Der braucht eine harte Hand, anders geht es bei ihm leider nicht" - "Wir haben wirklich alles versucht, aber er fordert es so heraus". Und da geht mir die Hutschnur hoch, weil das einfach nicht stimmt. Dein Beispiel mit dem Schulkind ist natürlich ein Traum, wenn es dann relativ unkompliziert gelingt, das Kind anders zu erreichen.


    Ich sage auch gar nicht, dass man immer kuschelwuschel-ich-schmier-dir-ein-nutellabrot-maltherapie-mäßig unterwegs sein muss. Natürlich ist das eine Frage von Ressourcen. Natürlich muss man mit sechs Kindern anders mit den Kräften haushalten als mit einem oder zweien. Natürlich gibt es Kinder, die mehr ausloten als andere. Und natürlich geht die Gleichung nicht immer so auf, dass das Kind glücklich und kooperativ rauskommt. Aber die Gleichung stelle ich als Elter auf, und ich muss schauen, was ich an Ressourcen habe und reingeben kann und will. Nicht das Kind. Das IST einfach. Niemand von uns wird am Ende der Kindheit mit allen Entscheidungen und Dynamiken glücklich sein. Das bin ich jetzt schon nicht mehr, und ich darf ja nichtmal mitreden, ich hab ja nur ein Kleinkind #rolleyes - aber ich bin mir sehr bewusst, dass mein Kind bisher keinen willentlichen Gestaltungsanteil an diesen Dynamiken hat, sondern dass der bei mir allein liegt. Dieser Anteil wird mit zunehmendem Alter größer, ja. Aber da fällt ein siebenjähriges Kind für mich definitiv noch nicht rein.

  • Was das Schulessen angeht - ich finde es völlig problemlos, wenn 1, 2 Kinder pro Klasse regelmäßig oder gelegentlich selber etwas mitbringen. Keine Ahnung, warum das jemanden stören sollte.

    Du bist ja genug Profi, um zu wissen, was in gewissen Abläufen Extrawürste an Zusatzaufwand bedeuten - ich kann mich da zum Beispiel ans Thema "eigene Sonnencreme" erinnern: das geht nämlich hier wunderbar und Du hast mir dennoch logisch erklären können, warum es bei Euch nicht geht. Andere Betriebe, andere Abläufe...

    edit: der Hort meines Kleinen "füttert" über Mittag bis zu 60 Kindern in deutlich zu kleinen Räumen - da muss es eine gewisse Struktur haben, die das möglichst speditiv macht, damit die Kinder wirklich in Ruhe und entspannt essen können.

    Hier geht es aus verschiedenen Gründen nicht, dass Essen mitgebracht wird. Und wenn ich so in den Hort meiner Kinder schaue, geht es den Kindern damit ganz gut.


    Es betrifft hier ca 1-2 Kinder pro Jahrgang, also 5-8 aufs Ganze.


    Es läuft so: Kind 1-24 gehen an den Ranzen, holt die Essenmarke, gehen in den Speiseraum und stellen sich an. Wenn das Kind sein Essen hat, setzt es sich hin und ist.


    Kind 25 geht zur gleichen Zeit an seinen Ranzen, nimmt seine Dose, geht in den Speiseraum, setzt sich hin und isst (holt ggf. vorher noch Teller oder Besteck, wenn es das braucht.)


    Ich kann da ehrlich gesagt keinen Mehraufwand irgend einer Art erkennen.

    (Während ich in deinem Sonnencrembeispiel leicht ausrechnen kann, wie lange es dauert, 15-20 Kinder einzucremen, selbst wenn ich für jedes Kind nur 2 Minuten brauchen sollte, was mMn für wirklich gründliches eincremen recht knapp bemessen ist).


    Aber gut, du willst selbst mitgebrachtes Essen generell blöd oder zumindest schräg finden, das sei dir unbenommen.

    Meine Erfahrung ist jedenfalls, daß es trotz ca 200 Kindern zur Mittagszeit (in 4-5 "Schichten") völlig problemlos und aufwands-frei klappt und tatsächlich noch nie ein Problem gab. Wo auch?


    Kalkulation - weil es jemand erwähnte - ist auch kein Problem, schließlich wird das Essen weit im Voraus bestellt, der Speiseplan ist einen kompletten Monat im Voraus bekannt. Bestelltes Essen muss bezahlt werden. (Um/Abmeldungen im Krankheitsfalle sind aber möglich, so lange noch nicht mit dem Kochen begonnen wurde, die genaue Uhrzeit hab ich grad nicht im Kopf).


    Also - weder Aufwand noch sonstiger Stress.

    • Offizieller Beitrag

    Hier muss keiner zum Ranzen, es gibt keine Essensmarken (ich wüsste nicht, wofür? Es sitzen ja keine fremden Kinder im Hort, nur die, die angemeldet sind) - die Kinder kommen, stellen den Ranzen an der Garderobe ab, ziehen ihre Strassenschuhe und Jacken aus, gehen in ihre Räume und nehmen am Esstisch Platz.

    Und ja, ich wäre wohl nicht die einzige, die "unbegründete" Selbstversorgung seltsam fände - offenbar sind wir hier etwas gleichgeschaltet, was das gemeinsame Essen angeht #freu


    Ich wollte Dir mit dem Eincrembeispiel nur die Möglichkeit geben, ein Beispiel zu haben, wo wir schon mal gesehen haben, dass es offenbar unterschiedliche Wege und Abläufe gibt - und was fürs Cremen gilt, könnte ja evt. auch für den Ablauf beim Essen gelten.... Aber mir schon klar, dass Du das anders sehen wirst...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • DANKE HERMINE! Genau so ist es.


    Hätte ich übrigens nur meine Tochter, wäre ich auch der festen Überzeugung, dass solche "Brachialmethoden" um bei meinem ersten Ausdruck zu bleiben, niemals nie nötig sind.


    luxa-rosenburg: Ich gestehe, ich verstehe nicht ansatzweise was du meinst. Aber ich glaube, wir werden uns sowieso nicht einig.

    Ich habe es so verstanden: Kein Kind braucht die Behandlung mit derartigen Methoden, sondern die Eltern brauchen sie, um ihre Ziele durchzusetzen. Dazu sollten die Eltern dann auch stehen.


    Ein anderes Beispiel: Mein Schwager berichtet immer, sein Sohn bräuchte es, um spätestens 20 Uhr ins Bett zu gehen. Auch wenn sein Sohn munter neben ihm spielt und noch wach bleiben möchte. Wenn der Vater ehrlich sein wollte, würde er dazu stehen, dass er selbst einen ruhigen Abend braucht oder keine Lust auf ein nörgeliges Kind am nächsten Morgen hat.


  • Ich noch mal...ganz allgemein...


    Bei uns gab es nie Küchenverbote o.ä., unsere Kinder sind damit groß geworden, daß gelegentlich mal jemand zu anderen Zeiten aß, einfach weil doch der Hunger eher kam oder mein Schichtdienst-Mann nicht warten musste, wenn er nachmittags hungrig aufstand oder ohne Essen auf Arbeit gehen, weil noch nicht Tischzeit war). Und trotzdem sind sie weder als Heuschreckenschwarm über die Lebensmittel hergefallen noch haben sie Dauergefuttert. #weissnicht


    Wie gesagt, an fest eingeplante Sachen kommt ggf. ein Zettel (weil ich den Überblick verliere, wem ich es gesagt habe und wem nicht) und ansonsten stört es mich tatsächlich nicht, wenn ein Kind/Teeny/junger Erwachsener zwischendurch mal einen (Natur)Joghurt schlemmt oder eine Scheibe Käse nascht (oder mit dem Hundetier teilt...) .


    Meine Kinder sind recht "besonders", teilweise mit Diagnose, teilweise ohne. Solche Verbote wären tatsächlich nur mit permanenter Kontrolle und (massiver) Gewalt durchzusetzen gewesen - waren aber im Grunde nie nötig, so lange die Beziehung und die Seelenlage der Beteiligten insgesamt stimmte. Und lag das schief, halfen sie eh nix, dann suchte sich das Kind eben andere Punkte bzw. sieh vorn - wäre Dauerkontrolle und Gewalt nötig gewesen.


    In Zeiten, in denen es eventuell funktioniert hätte (bzw. bei dem Kind, bei dem es vielleicht funktioniert hätte) , war es nicht nötig. Und in schwierigen Zeiten bzw. mit den herausfordernden Kindern hätte es nicht "funktioniert".


    Da ist es mir dann ehrlich gesagt egal, wenn andere denken "Weichei-Mutter - die musste das eben mal "knallhart durchziehen".


    Wir essen oft nur abends wirklich gemeinsam. Ein da nicht das was auf dem Tisch steht sondern lieber Haferflocken aus dem Schrank oder den Joghurt aus dem Kühlschrank essen wollendes Kind z.B., ins Zimmer zu schicken und ihm erst bei der nächsten Mahlzeit wieder zu erlauben, etwas zu essen, ist aus meiner Sicht ein Unding. (Und ich fände es andersrum unsinnig, alles Mögliche schon vorauseilend schon auf den Tisch zu packen, nur weil einer das gekochte Essen nicht mögen und etwas anderes haben wollen könnte, nur damit ich sagen könnte: Es wird (nur) gegessen, was auf dem Tisch ist)


    Wenn wir dagegen z.B. am Wochenende etwas gemeinsam vor hatten, wäre ich schön blöd gewesen, ein nach dem Mittagessen wegen "Ich hätte heute lieber nur einen Joghurt statt dem Linseineintopf, obwohl ich den letzte Woche mochte" - ungewollt hungriges Kind und entsprechend gestimmtes Kind mitzunehmen und ihm erst wieder zum Abend etwas zu erlauben, nur um etwas knallhart duchzuziehen.

    Ne, aus reinem Selbstschutz wäre das nie in Frage gekommen. Na ja, aus anderen Gründen sowieso nicht. Einfach unvorstellbar.


    Dann bin ich eben Weichei. Zu uns hat es so gepasst. Nicht im Sinne von permanentem Friede Freude Eierkuchen, aber aufs Ganze gesehen kann ich mir - trotz gelegentlicher Zweifel so mittendrin - im Rückblick keinen anderen Weg vorstellen.

  • Hallo,


    Hier muss keiner zum Ranzen, es gibt keine Essensmarken (ich wüsste nicht, wofür? Es sitzen ja keine fremden Kinder im Hort, nur die, die angemeldet sind) - die Kinder kommen, stellen den Ranzen an der Garderobe ab, ziehen ihre Strassenschuhe und Jacken aus, gehen in ihre Räume und nehmen am Esstisch Platz.


    Die Essensmarke dient schlicht dazu, daß die Küchenfrau weiß, wer was bekommt. 200 Kinder, 4 Gerichte + Sonderessen... ich finde nicht, daß sie das im Kopf haben muss, Wie auch?

    Hier ist wie gesagt kein kuscheliger 60 Kinder-Hort sondern es sind mehr als 3x so viele. Die Alternative wäre, bei jedem Kind einzeln in der Liste nachzusehen - was bei der Kinderzahl und einem Zeitfenster von 2 Stunden einfach zu viel Stress für alle bedeuten würde.


    Und nachdem mal einem Allergiekind auf seine Ansage hin: "Ich habe heute Nudeln" - die Ansage war richtig, nur daß es nicht die allgemeinen Nudeln waren, das kann ein Erstklassler schon mal vergessen dazuzusagen - ein Essen hingehalten wurde (nicht von unserer Küchenfrau) und es zum Glück nachfragte "Ist das mein Essen?" war ich froh, daß das ein Blick auf die Essenmarke schnell aufklären konnte und nciht einfach davon ausgegange wurde, daß es eben "Nudeln mit..." sind. .


    Ich sähe auch keinen Mehraufwand irgend einer Art, wenn die anderen Kinder ohne Essenmarke zur Theke gingen und Paul und Feline sich schnell noch mal bücken und ihre Dosen nehmen würden. Einige gehen immer eh zwischendurch noch mal an den Ranzen, um ihr Getränk zu holen, weil sie weder Tee noch Leitungswasser mögen. Dann müsste man ja hier auch noch anfangen, zu reglementieren...


    Ich finde es so völlig unproblematisch.

    • Offizieller Beitrag

    Das ist doch toll! Du findest Euer System gelungen. Ist ja oft genug nicht so, Deinen Erzählungen nach.


    Ich find unser System auch gut - es ist einfach anders (es gibt auch nur 1 Essen - plus die Allergiker) - das klappt wunderbar und die Kinder sind zufrieden mit der Auswahl.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ainu bei Deinem Nutella-Beispiel wüsste ich ganz genau was ich machen würde. Sowas haben wir nämlich auch ab und zu. Nicht wegen essen aber halt wegen anderen Dingen (typisch Vierjähriger halt).

    Wo ist das Problem wenn das Kind brüllend in ihr Zimmer rennt und vielleicht auch noch die Tür knallt? Irhendwann ebbt das Wutgebrüll ab, dad Kind wird wieder ansprechbar und kann getröstet werden. Und bei uns ist es dann eigentlich immer so, dass er nach dem Trösten entweder kompromissbereit ist oder seinen Wunsch (so er ihm sehr wichtig ist) nochmal klar zu kommunizieren einschl. warum es ihm so wichtig ist. Und dann kann man mit ihm auch sachlich besprechen.

    das Kind ist nicht 4, das Kind ist 8. deutlicher! unterschied. es ist dasselbe Kind, dass es immer noch fertig bringt, sich im Warenhaus auf den Boden zu legen. dasselbe Kind, dass bei spannenden filmen heulkrämpfe, Schreianfälle echt. bekommt (spannender film = Arielle die Meerjungfrau, ihre kleine Schwester zuckt mit den schultern im vergleich). wie gesagt, mittlerweile bin ich entspannter, rennt sie halt in ihr Zimmer und heult - eine aussprache wird es aber danach nicht geben, sie verweigert generell aussprachen. Es ist ganz schwer mit ihr dann über die Dinge zu reden. Sie ignoriert einen, zuckt mit den schultern, hört nicht zu.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Och, ich kann auch vor Begeisterung an mich halten, wenn ich mal wieder "getrint" worden bin...


    Keine Sorge, in Zukunft kannst du davon ausgehen, das meine Beiträge sich in keinster Weise auf dich beziehen (wenn das bisher so war, habe ich es offen dazugeschrieben und mich nicht auf "gewisse Leute" bezogen o.ä.) , da sie für mich nicht mehr lesbar sein werden.

    Ich hätte es dir gerne per PN geschrieben, aber irgendwie geht es technisch nicht. Finde es aber fairer, wenn du es weißt.


    Wie du es andersrum hältst, ist natürlich deine Sache.


    Alles Gute.

    • Offizieller Beitrag

    ainu: Talpita ist auch eine von diesen "heftigen" Persönlichkeiten. Ich finde das mamchmal auch schwer auszuhalten - und sage mir dann immer, dass sie dafür ja auch diese extreme Begeisterungsfähigkeit hat, die ich toll finde.

    Ins Zimmer rennen lassen ist bei uns oft ein gutes Mittel, um das Gemüt etwas zu beruhigen - wenn sie dann wieder kommt, klappt es, wenn ich meinen Schnabel halten kann und nicht nochmal nachbohre... (was mir leider gar nicht liegt).


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ja, das ist verständlich.


    ich wollte nur wissen, wie man diese strikte haltung praktisch umsetzt. das ist bei uns bei vielen themen problematisch, wegen sehr krasser tochter. funktioniert einfach gar nicht bzw. sie machen dann alles mögliche heimlich.

    *klingt schwierig!* Aber bezüglich Essen, gab es mal einen sehr krassen Thread mit einem Kind, was gefrorenes Obst futterte. Und ich erinnere mich an viele, sehr viele Kommentare, dass Fressattacken bei Jugendlichen vollkommen okay seien und man die Kinder einfach essen lassen sollte.


    Aufs Essen bezogen bin ich eh so, dass ich keine großen Verbote aussprechen "wollte". (ich muss, weil Kind 2 enorm viel Süßigkeiten essen würde) . Kommst du mit der Maxime: Wo ist es mir Lebensnotwendig und wo könnte ich mein Teeny Kind einfach lassen - weiter kommen? Dürfte es nicht einfach total viel essen? Es scheint ein normales Ding zu sein. Ich finde hier in diesem Thread ist das eine ganz andere Seite als in dem von mir erwähnten. *hoffe nicht am Thema vorbei zu sein*

    Ich sitze jetzt seit zwei Stunden auf meinen Fingern, aber das muss raus. Diese Umkehrung von Verantwortung finde ich so dermaßen zum Brechen, dass mir (fast) die Worte fehlen. Kein Kind “braucht“ Brachialmethoden. Und es hat auch nicht die geringste Verantwortung dafür, dass sie angewendet werden. Die haben die Eltern, ganz allein.

    ich hab zwar keine Ahnung, was Brachialmethoden sind, aber hier funktioniert ganz viel, was bei anderen Familien im RL und augenscheinlich auch hier wunderbar klappt einfach nicht. Null. Was tust Du, wenn Dein Kind sich einfach nix sagen lässt? Null? Nada? Oder sie dazu zu bekommen, etwas zu tun, mit endlosen Kämpfen, stundenlangem Geschrei und Krampf verbunden ist?

    Hier geht es so: Kind will Nutella aufs Brot. Vater will nicht, dass das Kind Nutella zum Abendbrot isst, weil ungesund blablup. Kind will aber Nutellabrot. Kind steht einfach auf und holt sich die Nutella. Punkt. Vater nimmt sie weg. Kind hängt sich an den Vater, um sie wieder zu bekommen, reisst, schlägt, tritt, beschimpft den Vater. Wenn es dem Kind nicht gelingt, dann rast sie schreiend in ihr Zimmer und isst eben nix.

    Manchmal gibt sie sich auch damit zufrieden letztlich statt Nutella Honig aufs Brot zu tun, aber das Abendessen ist nicht mehr gemütlich und komplett gelaufen.

    Und das ist harmlos. Da gibts weitaus grössere dinge. Und Argumentationen, warum man will, dass sie etwas tut oder nicht tut, fruchten sehr selten.

    ainu bei Deinem Nutella-Beispiel wüsste ich ganz genau was ich machen würde. Sowas haben wir nämlich auch ab und zu. Nicht wegen essen aber halt wegen anderen Dingen (typisch Vierjähriger halt).

    Wo ist das Problem wenn das Kind brüllend in ihr Zimmer rennt und vielleicht auch noch die Tür knallt? Irhendwann ebbt das Wutgebrüll ab, dad Kind wird wieder ansprechbar und kann getröstet werden. Und bei uns ist es dann eigentlich immer so, dass er nach dem Trösten entweder kompromissbereit ist oder seinen Wunsch (so er ihm sehr wichtig ist) nochmal klar zu kommunizieren einschl. warum es ihm so wichtig ist. Und dann kann man mit ihm auch sachlich besprechen.

    Du ainu unser Kind ist ja so alt wie deines. Und ich würde ähnlich wie Preschoolmum handeln. Bzw ich würde schon bei der ersten Gewalt sofort die Aktion versuchen abzubrechen. Unser Großkind ist aktuell total emotional, total Pubertär ;), gleiches Verhalten wie du weiter später schilderst. Ich versuche die Anfälle nicht zu bewerten, versuche hinterher nur über das Problem zu reden und eine Lösung zu finden. Versuche zu akzeptieren, dass die Wut des Kindes immer noch vollkommen okay ist. Versuche nicht mit einzuwüten! Versuche der Ruhepol zu bleiben... naja ich versuch es ;).


    Bei Nutella zum Abendbrot führen wir sachliche Gespräche am Nachmittag und halten am Abendbrot die Wut halt aus. Wenn es stattdessen aber fettige Mettwurst oder so geben soll, dürfte es auch Nutella sein. Ich überlege auch oft, obs den Kampf wert ist. Was sagt denn euer Kind am Nachmittag zu diesem Problem? Will es dann auch Nutella? Würde ihm eine reglementierung helfen? Es versteht ja schon, das Nutella ungesund ist, wenn man es zuviel isst. Könnte man den Komprimiss: Keine Süßigkeit dafür Nutella einführen? So überlegen wir manchmal und das Kind ist dann glücklich. Anstrengend ist es trotzdem.

  • oh, das kenne ich von meinen Kids... von allen!

    Gesund wird eh ganz selten gegessen.

    Aber selbst die geliebten Nudeln mit Soße werden gerne mal verschmäht.
    Und WEHE, ich mach nur MIR was zu essen - am Besten noch was gesundes, wo ich sicher bin, außer mir, mag es NIEMAND. Genau dann will es JEDER essen. Das muss keiner verstehen.
    Geholfen hat es mir, den Druck raus zu nehmen. Ich koche nur noch überschaubare Menge. Hat jemand noch HUnger gibt es Obst oder Nachtisch. Mag es jemand nicht essen, kann er sich immer Brot oder ne Suppe machen. Und bleibt zu viel Essen übrig, wird es eingefroren und ich freue mich, dass ich etwas habe, was ich an die Arbeit mitnehmen kann.
    Seitdem ärger ich mich nur noch selten und jeder hat wieder Spaß am Essen. Achja und die Großen lasse ich mittlerweile auch immer wieder selbst kochen!

  • Dein Beispiel mit dem Schulkind ist natürlich ein Traum, wenn es dann relativ unkompliziert gelingt, das Kind anders zu erreichen.

    One in a million. ;) Deshalb freut es mich auch so, dass es bei dem Jungen so reibungslos klappt. Ich hoffe das hält sich. :D

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    In meinem Waldland geht ein Monster um...

  • Och, ich kann auch vor Begeisterung an mich halten, wenn ich mal wieder "getrint" worden bin...


    Keine Sorge, in Zukunft kannst du davon ausgehen, das meine Beiträge sich in keinster Weise auf dich beziehen (wenn das bisher so war, habe ich es offen dazugeschrieben und mich nicht auf "gewisse Leute" bezogen o.ä.) , da sie für mich nicht mehr lesbar sein werden.

    Ich hätte es dir gerne per PN geschrieben, aber irgendwie geht es technisch nicht. Finde es aber fairer, wenn du es weißt.


    OK, ich musste feststellen, daß man manche Leute (Teammitglieder vermutlich?) offenbar nicht auf die Liste setzen und auch nicht per PN anschreiben kann. Dann werd ich also in Zukunft "händisch" weiterscrollen.