findet ihr es übertrieben das Optimum zu wollen?

  • ich weiß gar nicht, ob das schon geschrieben wurde, aber mir noch eine Sache eingefallen, die ich total wichtig finde.

    Meine Tochter war im Waldorfkindergarten.

    Waldorf ist nicht meins, aber vieles dort war genau das, was wir zu dem Zeitpunkt brauchten, was das Kind brauchte.

    Und mir ist auch klar, dass das auch in diesem Fall von den Menschen abhing, in eine andere Gruppe desselben Kindergartens hätte ich mein Kind nicht gegeben.

    Aber bei Waldorfs machen die Eltern mit. Das Mitmachen an sich begrüße ich sehr, ich nehme gerne aktiv am Leben meines Kindes teil, aber ich habe im Umgang mit den anderen, mit dem Kindergarten und mit der waldörflichen Einstellung so gekämpft mit mir. Es passt nicht zu mir. Es ist mir zuwider. Also vieles, da ist ja auch genau so vieles nett. Aber ich musste mich total verbiegen fand ich. Und das hätte ich nicht bis zum Abitur aushalten können.

    Ich kriege immer noch Schnappatmung, wenn jemand das Wort Pastellfarben sagt. #haare

    Also: denk auch ein wenig an dich, an deinen Mann, daran wie ihr als Familie euch fühlt, wie ihr seid und ob ihr da reinpassen wollt.

    Einerseits kann man bei Waldorfs viel mehr so sein, wie man ist als anderswo und das sehr offen vor sich hertragen, aber andererseits ist es dann doch ein recht starres Gerüst, das reichlich unbequem werden kann.

    Besser kann ich es gerade nicht ausdrücken, ich hoffe, du verstehst, was ich meine.

    Einmal editiert, zuletzt von Fräulein Wunderbar ()

  • ohGottohGottohGott. Fia, was tust du mir da an? :D


    Ich mehr so:

    oder so


    das entspricht meinem Gefühl für Farben. ^^

  • :)


    ja, ich finde es immer gar nicht so, aber wir sind wohl doch schon mehr anders als andere :D


    diese Waldorfschule kommt mir von den eltern her auch ziemlich links vor,

    was uns gut gefällt.


    Montessori ist leider nicht möglich, gibt es zwar in Jena, aber völlig überlaufen.

    wobei ich trotzdem mal nachfragen werde, ob die auch von außerhalb nehmen - so generell.

    aber mit dem konzept kann mein mann leider bisher gar nichts anfangen, dem ist schon die Waldorf zu "larifari"

  • Meine Tochter hat auf der Montessorischule sehr gut gelernt und ist in ihrer neuen Klasse gut aufgestellt. Vor allem kann sie sehr gut selbst lernen. Von daher muss man schauen, wir das Konzept an der Monte umgesetzt wird. Es ist eigentlich ein forderndes Konzept, das sehr menschlich ist, finde ich.

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif


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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


  • Bei uns im Ort ist eine Waldorfschule, für die wir uns auch mal interessiert haben, weil mein Sohn eine Sprachentwicklungsstörung hatte. Uns wurde klar und sehr deutlich gesagt, dass sie keine Kinder nehmen, die in irgendeiner Weise Förderbedarf haben. Inklusion nein danke. Unsere "Dorfschule" hat ihn ohne größere Probleme genommen.

    Sozial schwächere Familien können sich diese Schulen einfach nicht leisten, wir hätten uns auch einschränken müssen. Ich bin sehr froh, dass mein Sohn auf die ganz "normale" Schule gegangen ist, wo Kinder von Putzfrauen und Hochschulprofessoren in einer Klasse sitzen.

    Auch acht Jahre eine Lehrkraft zu haben, fand ich gewöhnungsbedürftig.

    holly mit großer Tochter (07/03) und kleinem Sohn (06/06)

  • Montessori ist kein bisschen Larifari! Im Gegenteil, es wird sehr viel Eigeninitiative, Struktur und Disziplin nötig, weil vieles eben selbst erarbeitet werden muss.

  • holly Unsere Montessorigrundschule war inklusiv, städtisch, gut durchmischt und musste nicht bezahlt werden.


    Die Freie Schule, die unsere Tochter jetzt besucht, sucht die Schülerschaft nach diversen Kriterien aus und hat ein gutes Händchen dafür, die Plätze werden vergeben, bevor bekannt ist, welches Einkommen die Eltern haben. Die Beiträge sind sozial gestaffelt nach Einkommen und Anzahl der Kinder, ggf. wird dann auch kein Beitrag bezahlt. Die Klassen sind sozial und kulturell gut durchmischt, es werden alle Abschlüsse der 10 Klasse vergeben, d.h. auch die Schülerschaft ist von der Schulempfehlung her bunt gemischt. Diese Schule kann leider keine Kinder nehmen, die einen größeren Förderbedarf haben, weil die Schule sich als Freie Schule zu einem großen Teil selbst finanzieren muss. Eigentlich wären das 13%, da aber andere Klassengrößen (kleiner) üblich sind, als der Staat für Gesamtschulen voraussetzt (22 statt bis zu 30), muss in der Realität ein größerer Teil durch den Förderverein, also die Elternschaft getragen werden. Da ist es einfach nicht drin, Kinder mit einem größeren Förderbedarf aufzunehmen, weil niemand da ist, der diese Leistung erbringen könnte. Und nicht etwa, weil die Schule elitär oder exklusiv wäre. Es gibt eine Zusammenarbeit mit einer Förderschule in der Nachbarschaft im Rahmen eines ständigen Projektes.


    Ich bin ein wenig müde, fast permanent diesem Vorurteil, diese Schulen seien tatsächlich bzw. gezielt elitär, exklusiv und unsozial, zu begegnen. Ebenso wie dem Vorurteil, auf diesen Schulen sammelten sich die Problemkinder. Oder die Plätze würden unfair vergeben. Usw.


    Es lohnt sich durchaus auch mal zu schauen, warum bestimmte Dinge wie sind. Bei einer Schule wie der unseren, die nur eine 5. Klasse mit 22 Kindern hat, ist es beispielsweise nicht möglich, für alle Interessenten und/oder deren Eltern Hospitationsplätze zu vergeben. Ist doof, aber wie will man bei den Mengenverhältnissen (mehr als doppelt so viele Anmeldungen wie Plätze, von Interessenten ganz zu schweigen), das organisieren? Auch das wirkt irgendwie abgeschottet und servicefern. Kann aber, wenn man die Realitäten betrachtet, leicht nachvollzogen werden.


    Wie das bei der Schule ist, von der Du berichtest, kann ich von hier aus natürlich nicht beurteilten, aber ich würde das nicht einfach so auf alle Schulen dieser Richtung ausweiten wollen.

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  • Ich glaube, da ist ein gigantischer Unterschied zwischen der Herangehensweise von Montessori-Schulen und Waldorf-Schulen. (Montessori nähme ich sofort. Bei Waldorf muss man viel genauer hingucken - wenn‘s passt, super.)

  • Ach, wir haben heir in der Nähe auch eine ganz unterirdische Monte und eine super Waldorf (wenn man mit Waldorf kann)

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  • Kein Mensch muss verreisen, kein Mensch braucht dringend Hobbies. Aber sowohl dass eine als auch das andere ist doch auch was, was durchaus Freude machen kann und deshalb irgendwie schön.

    Von daher würde ich eine Schule mit Schulgeld nur aussuchen, wenn meine Familie und ich dann nicht übermäßig eingeschränkt leben müssten. Das muss nicht bedeuten, dass das Kind 5 Hobbies macht und wir ständig weg fahren. Aber für mich hat das einschränken weil schulgeld gezahlt werden muss, ein bisschen was von Zwang zum glücklich sein. Kind muss sich dort wohl fühlen und zufrieden sein, weil die Familie ja auf vieles verzichtet. Diese Verantwortung würde ich meinen Kind nicht aufbürden.

    Mhm. Ist schwer in Worte zu fassen. Ich krieg es grad nicht hin.#flop

    Mit einem Osterhäschen reich beschenkt ❤️

  • Fiawin nicht jede freie bzw. private Schule ist elitär und unsozial, das ist mir schon klar. Es ist ja auch schön, dass es Alternativen gibt. Die Montessori Schule, die wir uns auch noch angeschaut haben, war hinsichtlich meines Sohnes sehr aufgeschlossen und wäre wirklich eine Alternative gewesen, wenn die Fahrerei nicht gewesen wäre. Mit ÖPNV nur schlecht zu erreichen.

    Die Art und Weise der Ablehnung an der Waldorfschule hat mich nur so richtig verletzt, das ist schon über fünf Jahre her und ich kann mich immer noch gut daran erinnern#crying.

    Der Inklusionsgedanke ist wichtig für mich, deswegen reagiere ich da wahrscheinlich etwas verschnupft.

    holly mit großer Tochter (07/03) und kleinem Sohn (06/06)

  • Hallo, ich habe jetzt nur ziemlich wenig Antworten gelesen und weiss das hier auch sehr oft auf die Waldorfschulen geschimpft wird.

    Wir waren ziemlich genau auch in eurer Situation was Schulweg, Finanzen mit 3 Kindern etc anbelangt. Wir sind auch eher links als anthro. Wir haben uns für die 2. Variante entschieden und es war eine sehr sehr gute Entscheidung- wir hatten auch bis jetzt 2 mal wirklich großes Glück mit den LehrerInnen. Auch viele der anderen Eltern empfinde ich als sehr angenhem. Ich persönlich würde die Alternative Schule wählen. Vor allem wegen geringem Leistungsdruck, wenig bis kaum Hausaufgaben, der positiven Grundhaltung den Kindern gegenüber (kommt auf einzelne Personen an), des ganzheitlichen Ansatzes- viel "Hand"arbeit, der Arbeit in Blöcken etc.

    falls du noch konkrete Fragen hast auch gern per PN

    lg Lottekarotte

  • Kurz noch zum Thema Schulgeld. Ja es ist erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir haben bis jetzt kaum Materialien dazugekauft (keine Bücher, Helfte, Stifte, Wolle etc. etc- alles wird von dem Schulgeld über die Schule getragen) und bei 3 Kindern ist der Beitrag auch sehr gestaffelt. Zzt habe ich das Gefühl es nimmt sich nicht wirklich viel von der finanziellen Belastung her.

  • Die Art und Weise der Ablehnung an der Waldorfschule hat mich nur so richtig verletzt, das ist schon über fünf Jahre her und ich kann mich immer noch gut daran erinnern.

    Der Inklusionsgedanke ist wichtig für mich, deswegen reagiere ich da wahrscheinlich etwas verschnupft.

    Das kann ich gut verstehen. Ich finde es auch sehr schade, dass Inklusion gerade an den kleinen Schulen, die für viele Kinder, die diesen I-Status haben, nicht möglich ist.:(

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif


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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


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  • Fiawin, als Kind einer Waldorffamilie habe ich durch die Bank weg die Erfahrung gemacht, dass Inklusion nicht erwünscht ist, nicht nicht möglich. Es gibt viele Waldorf-Sonderschulen und erlebe, wie oft Kinder von Waldorfschulen dorthin umgeschult.werden, die sich mit dem Lernen schwer tun. Und ich halte auch die immer noch oft bewusst gewollte Klassengröße für ein Hindernis. Meine Schwester, hohes Tier beim WaldorfkindergartenBundesdingens, findet auch Förderkindergärten besser.


    Edit: und ja, ich weiß, dass der Bund der Waldorfschulen das anders sieht bzw zumindest anders beschreibt.

    Nach dem Bericht von Lotte würde ich erst recht sagen, schaut euch die Schule gut an. Ich kenne durchaus Schulen mit eher vielen Hausaufgaben. Vor allem später, wenn es an das Schreiben der Epochenhefte geht. Und eine, bei denen der Leistungsanspruch so gering ist, dass tatsächlich systemisch bedingte große Lücken aufgetreten sind.
    Insgesamt sind die Unterschiede da mittlerweile auch groß. Nicht so groß wie an staatlichen Schulen, zumindest hier, aber durchaus da.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

    Einmal editiert, zuletzt von CaRoSo ()

  • Edit zu spät: und nein, das meine ich nicht generell in Bezug auf freie Schulen, wir haben hier eine, in der das selbstverständlich ist.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • Ich hab nicht alles gelesen, wollte nur da lassen dass wir nun ein Kind auf der weiterführenden Waldorfschule haben obwohl wir sonst nicht so viel mit Waldorfpädagogik am Hut haben/ hatten. Und ich bin begeistert. Es ist eine tolle Schule mit so viel Nachdruck auf dem sozialen Miteinander, soviel Engagement der Lehrer, auf den handwerklichen Fächern, schulübergreifenden Aktivitäten - ganz ganz toll. Wir hoffen sehr dass der Kleine auch aufgenommen word, für ihn passt die Schule wie Arsch auf Eimer, denke ich.


    Nur mal als Gegenstimme zu den Beiträgen die Waldorfschulen ein festgefahrenes Koonzept / Menschenbild nachsagen, ich denke das hängt sehr von der jeweiligen Schule ab.


    Es war für uns nicht die nächstgelegene Schule, aber sie ist mit dem Rad nur 20 Minuten entfernt, das wäre also bei uns eh kein Gegenargument gewesen. Es gibt dort aber viele Schüler aus den umliegenden Dörfern, Landkreisen, sogar aus andere Provinzen (also Bundesländern) und angeblich sogar einige die aus Deutschland hinpendeln.

  • Manchmal sind die Kinder ja auch sehr klar in ihren Wünschen... Meine Tochter sagte zum Beispiel ganz klar, daß sie die uns zugewiesene Staatsschule ganz nett findet, aber nie und nimmer wollte sie ihrem Pause auf dem Schulhof verbringen (konnte ich verstehen, ich fand ihn auch sehr gruselig). Mein Neffe hatte in der Staatsschule die Wahl, ob Montessoriklasse oder nicht. Seine Mutter hatte sich für eine nette Lehrerin entschieden, er war aber ganz klar, daß er lieber zu der anderen Lehrerin möchte, weil er sich im Montessoriraum wohler fühlte. Die Entscheidung passt jetzt 100%.

    Also die Stimme der Kinder finde ich auch sehr wichtig!

    Ich finde auch, daß immer wieder hingehen und Informationen und Stimmungen sammeln sehr hilft. Irgendwann werdet ihr klarer sein. Und das Beste zu wollen finde ich genau richtig, immerhin verbringt das Kind ganz schön viel Zeit an dem Ort. Für mich war aber auch wichtig offen zu bleiben, daß ein evt. Wechsel eben auch jederzeit möglich ist. Ist vielleicht nicht so schön, aber grundsätzlich ist es jederzeit möglich, etwas zu ändern, falls es doch nicht passt.