Spieleabende mit Kindern die nicht verlieren können

  • Hallo in die Rabenrunde,


    ich habe mich (obwohl in der Theorie lange gefreut, ich hab das aus meiner Kindheit sehr positiv in Erinnerung) lange drum gedrückt . Nun war der Wunsch der Kinder groß, das kleine Geschwisterkind im Allgemeinen zeitig genug im Bett um am Samstag Abend einen Spieleabend einzuführen. Die beiden Großen 7 und 9 Jahre alt und wir Eltern. Nun können beide Kinder schlecht verlieren und die Laune kippt ständig. Dadurch wird ein an sich netter Spieleabend für uns Eltern ziemlich anstrengend. Habt ihr Erfahrungswerte, legt sich das vielleicht mit der Zeit von alleine und wir müssen einfach durchhalten? Oder ist es hoffnunglos? Wir haben nur noch ein kooperatives Spiel, bei dem alle gemeinsam gewinnen oder verlieren. Aber mein Mann und ich haben wenig Lust jeden Samstag Abend zig Mal hintereinander Schnappt Hubi zu spielen. Geld für neue Spiele ist nicht da. Und an sich wollen die Kinder auch gerne andere Spiele spielen. Ich möchte den Kindern ihren Spieleabend nicht nehmen. Aber so ist das echt mehr als unschön. Was machen wir nun? #confused


    LG Ansadi

  • Keine Ahnung, ob es dafür schon zu spät ist, bzw ich weiß ja nicht wie eure Spiele so ablaufen, aber bei uns muß immer der Gewinner das Spiel aufräumen.

    Das machen wir schon immer so, und deshalb ist es den Kindern meistens egal, wenn sie verlieren.

    Der Sieger hat trotzdem die Freude am Sieg, der Verlierer hat die Freude am nicht aufräumen müssen und so passt es eigentlich meistens für alle :)

  • Habt ihr nen Büchereiausweis? Da kann man meistens auch Spiele ausleihen. Ansonsten Spiele mit Freunden tauschen?

    Mit der Großen (2011), dem Mittleren (2014), dem Ministernchen (2015) und der Kleinen (2018)

  • Das Spiel aufräumen stört die Kinder im Normalfall nicht, außer sie sind so aufgelöst das halt nichts mehr funktioniert. Das Problem besteht aber schon während des Spielverlaufs, wenn es gerade nicht so läuft wie gewünscht und vermutet oder erahnt wird das man verlieren könnte. Wenn es nur am Ende wäre könnten wir Eltern leichter damit umgehen. Diesen Samstag mussten wir ein Spiel gänzlich abbrechen obwohl absolut noch nicht abzusehen wer gewinnen wird. Wir haben Sagaland gespielt und noch niemand hatte eine Karte für sich gewonnen.

  • Baobab Mit geliehenen Spielen tue ich mich bisher schwer. Ich habe immer Sorge, dass sie nicht heile bzw. vorllständig zurück kommen. Mein Siebenjähriger zweckentfremdet Spiele gerne, mischt verschiedene und spielt nach seinen eigenen Regeln. Da sind schon viele Spiele fürs Spielen nach normalen Regeln unbrauchbar geworden. #angst


    Wobei ich da vielleicht über meinen Schatten springen sollte. Ich kann sie ja einfach hoch stellen und nur zum Spieleabend freigeben. Mit mir wichtigen Spielen mache ich das ja mittlerweile auch. #ja

  • Ich würde das meinen Kindern so sagen, dass es mir keinen Spaß macht, wenn es nur schlechte Laune gibt und man eben nicht spielen kann, wenn man nur gewinnen "muss".


    Wenn sie es nicht schaffen, würde ich eben noch warten. Ist ja nicht nur der Abend der Kinder, sondern auch euer.

    Grüße von Qu



    Nun, ich hab kein Herz aus Stein,
    weil ich etwas bess'res hab,
    nämlich einen Zauberstab

  • Ich frag mal meinen Mann, ob wir was für euch haben (wir/er muss aussortieren, wir haben mehrere Schränke voll mit spielen...) Ich nehme an, erklären etc. habt ihr schon gemacht? Auch dass es nur geht (und Spaß macht) wenn sie lernen zu verlieren? Habt ihr mal kürzere Spiele ausprobiert, wo sie direkt sehen dass in mehreren RUnden jeder mal dran ist? Was ich gerne mag ist Super Six, kennt ihr das?

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Genau, geliehene Spiele sind bei uns auch ausser Reichweite. Unsere alte Bücherei (vorm Umzug) hatte da echt nette Spiele, dafür dass es nur ne kleine Dorfbücherei ist...

    Mit der Großen (2011), dem Mittleren (2014), dem Ministernchen (2015) und der Kleinen (2018)

  • Du liebe Mitleidende!


    Was habe ich mich darauf gefreut, mit meinen Kindern viele Abende Doppelkopf spielen zu können, wie ich mit meinen Eltern und Geschwistern.... Pustekuchen. Das ist ja schon ein bisschen anstrengend zu lernen, und wenn dann nicht sofortige Gratifikation da ist in Form von Gewinnen macht das keinen Spaß mehr. Beiden. Sie sind jetzt 15 und 12. Hmpf.


    Beim Spielen neigt die Situation gerne mal zum Entgleisen, besonders, wenn auch noch die Großmutter mitspielt, die auch nicht verlieren kann (auch wenn sie etwas anderes behauptet). Zumindest bei den Kindern ist es aber schon etwas besser geworden.


    Was meistens ganz passabel geht sind Spiele, die schnell gehen, so dass jeder mal gewinnt, wie z.B. Uno. Konfliktpotenzial wenn einer mal zufälligerweise gar nicht gewinnt. Aber bis sich das herauskristallisiert haben wir schon zwei oder drei schöne Runden geschafft :D.


    Pictionary geht auch meistens ganz gut, weil wir da in zwei Mannschaften spielen und normalerweise so aufteilen, dass 1E-1K eine Mannschaft sind. Da kann dann der Verlierer-Erwachsene das Verlierer-Kind ein bisschen aufmuntern. Schlechter geht es, wenn die erwähnte Großmutter dabei mitspielt, denn die schummelt dann immer, was insbesondere bei Q gar nicht gut ankommt... (wenigstens weiß ich, wo's herkommt...)


    Ich spiele eigentlich sehr gerne Siedler, aber das hat alles, um zu Zoff zu führen: Langes Spiel, nicht wirklich mannschaftstauglich, es zeichnet sich recht früh ein Sieger ab. Das können wir nur sporadisch spielen, wenn die Kinder wieder vergessen haben, wie es beim letzten Mal war.


    Dass das Spiel-Aufräumen bei uns helfen würde, kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Aber vielleicht wäre es einen Versuch wert.


    Mäxchen würde ich gerne mal wieder spielen, fällt mir bei der Gelegenheit ein. Das zählt auch zu den geht-schnell-und-jeder-gewinnt-mal-Spielen.


    Ich hatte mal in einem anderen Thread von Qs Sozialkompetenztraining und den zugehörigen Elternseminaren erzählt, und dass man dort sein "Wunschkind" zusammenstellen sollte und dann schauen sollte, welche der Eigenschaften das Kind schon hat. Die Spiel- (insbesondere Doppelkopf-)Begeisterung war der einzige Punkt, der unerfüllt geblieben war :(;).


    Ich wünsche dir deutlich mehr Erfolg als mir!


    Liebe Grüße

    Sabine

    Sabine '69 mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • grausig.


    ich hasse spiele sowieso.


    mein sohn liebt sie. und er besteht auch darauf, dass wir im urlaub STÄNDIG spielen, vor allem abends.


    aber: er kann nicht verlieren. und besonders gegen MICH kann er nicht verlieren. dann rastet er aus bis zum gehtnichtmehr. oder die stimmung wird eiskalt, richtig böse und ranzig. oder er wirft die brocken hin, was ich am schlimmsten finde. er hat auch schon geweint...


    eine lösung weiß ich nicht.


    ich gebe aber zu, ich habe ihn schon oft gewinnen lassen und mache es noch. das ist zwar auch scheiße, aber ich kann den stress zusätzlich zum ohnehin schon vorhandenen stress des "spielens" nicht ertragen. ich frage mich echt, warum leute das mögen. ich kann es besser ab, dann immer zu verlieren, zumal wenn ich weiß, dass ich hätte gewinnen können, wenn ich nicht die bessere karte schnell in einem unbeobachteten moment wieder in den stapel gemogelt hätte. aber wenn ich 20 runden irgendwas hintereinander verliere, macht das auch mit mir was und ich fühle mich richtig hoffnungslos und verzweifelt.


    also bin ich leider keine hilfe und verfolge weiter den thread, ob noch was sinnvolles passiert hier.



    lg patrick

  • Ich kann mir vorstellen, dass es hilft, den Spielspaß erstmal von diesem kompetitiven Element zu entkoppeln, indem Ihr tatsächlich kooperative Spiele ausleiht/tauscht etc. Und damit bezüglich des "Verlierenkönnens" nicht so ein Druck entsteht. Ich konnte als Kind überhaupt nicht verlieren (bei manchen Mitspielern kann ich das heute innerlich noch nicht gut) und hatte bei meinen Eltern das Gefühl, dass es bei jedem Spiel eigentlich nur noch darum ging, mir das jetzt aber beizubringen. Ich glaube, einfach Spaß bei einem kooperativen Spiel zu haben, hätte sehr viel mehr geholfen. Sorry, wenn das gar nicht Deine Frage war...

  • mona das ist tatsächlich der wertvollste tipp überhaupt. "the game" z.b. ist so ein kooperatives spiel, wobei mir da das nachgedenke etwas zu viel ist.


    aber vielleicht finde ich noch andere kooperative spiele, die uns gefallen könnten. sie müssen halt immer auch zu zweit funktionieren.

  • braten Das wäre super lieb. :) Super Six kenne ich leider nicht.


    patrick*star Hätten wir nur ein Kind würde ich es auch einfach gewinnen lassen. Bei zweien ist das schwierig. Sie spielen z.b. super gerne Mensch ärgere dich nicht. Wir Erwachsenen werfen sie schon immer seltener raus und gegenseitig dafür aber immer, dummerweise hilft das nicht. #kreischen
    Qu. Ich habe erklärt, dass es mir so keinen Spaß macht und ich dann keine Lust zum Spielen habe. Aber ehrlich gesagt verstärkt das den Frust dann nur. Gerade bei der Großen, die eh schon chronisch das Gefühl hat zu kurz zu komen und denkt das wir "nie" machen was sie möchte. An ihr hängt das denn auch länger. Mein sohn hat sich dann meist schnell wieder gefangen.


    huehnchen69 Das mit den schnellen Spielen werde ich ausprobieren. Vielleicht nutzt es etwas. Braten hat das ja auch empfohlen.


    Wir haben die Strategie schon geändert, statt mit schnappt hubi zu starten haben wir es uns für den Schluß aufgehoben damit wir einen schönen Abschluß haben. Hat aber nur beim Sohn funktioniert. Tochter hat das mitspielen verweigert und ist dann schmollend ins Bett *seufz*

  • mona An sich hätte ich da gar nichts gegen. Als die Kinder kleiner waren hatten wir auch mehrere kooperative Spiele zur Auswahl. Momentan mangelt es tatsächlich einfach an der Auswahl. Auch wenn ich schnappt hubi ganz nett finde. Über stunden mag ich es dann doch nicht spielen. #angst

  • ach ja, was ich ganz eindeutig (!!!) empfehlen kann:


    spielt NIEMALS, NIEMALS und NIEMALS "phase 10" mit einem notorischen nicht-verlieren-könner. das ist eine äußerst brutale selbstmordmethode.

  • Also bei mir hat sich das nicht verlieren können nicht verwachsen. Deswegen habe ich aufgehört Brettspiele zu spielen (und mag sie inzwischen auch überhaupt nicht mehr). Während des Spiels werde ich gefrustet und wenn ich verloren habe zum Teil persönlich sauer. Steuern kann ich das überhaupt nicht (nur wie ich mich dann danach benehme) und hab es deswegen aufgegeben.


    Das einzige was geht sind schnelle Spiele wie z.B. Uno. Da wirds nur doof wenn viele Runden hintereinander verloren gehen.

    “Stelle Dich an den Abgrund der Hölle
    Und tanze zur Musik der Sterne!”
    (Walter Moers)


    Du darfst sein, wer du bist, du darfst dich äußern und wir nehmen das ernst. Da ist immer beides: Wurzeln und Flügel, Bindung und Freiheit.

    (Herbert Renz-Polster)

  • aber: er kann nicht verlieren. und besonders gegen MICH kann er nicht verlieren. dann rastet er aus bis zum gehtnichtmehr. oder die stimmung wird eiskalt, richtig böse und ranzig. oder er wirft die brocken hin, was ich am schlimmsten finde. er hat auch schon geweint...

    hihi. kenne ich alles auch. meine können beide nicht verlieren. bei der grossen ist es etwas besser geworden. beim kleinen wirds langsam auch. wenn er zb. bei spielen merkt dass er verliert fängt er an zu bescheissen, würfelt nochmals und will damit auch nicht aufhören, die grosse findet dann, dass das gar nicht geht, und so wird es immer stressiger. früher haben wir auch minigolf gespielt. das war ein desaster. dass da niemand ein schlägr an den kopf bekommen hat, habe ich gerade diese sommerferien wieder probiert und es ging einigermassen....der kleine will dann immer wieder von neuem anfangen, wenn er nicht trifft, solche sachen halt.

    ganz schlimm ist es wenn er gegen mich tennis spielt. mir hat mal ein trainer gesagt der nebenan spielt: ich bewundere dich dass du das aushältst, wie krass ist denn das? das geht von wilden beschimpfungen, bis zu heulkrämpfen, destruktives getue, etc.

    ich war gerade an der qualifikation junioren schweizer meisterschaften mit meinem Sohn. da sind alle so. mädels voll friedlich..oder heulen wenigstens nur...jungs schreien rum, streiten um punkte, holen schiedsrichter, bescheissen, heulen, etc.

    eigentlich ist es ja gut ehrgeizig zu sein. da baue ich mich dann jeweils auf...:D

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)