Präventionsgespräch Ideen?

  • Ich weiß nicht genau, warum, aber ich finde Deine Ausführungen etwas vage. Als jemand, der selbst öfter krank ist als die Durchschnittsperson und die auch schon derartige Gespräche hinter sich hat, weiß ich, dass man sich manchmal schämt und dies dann erschwert, die Situation objektiv zu betrachten. Trotzdem würde ich genau dies mal tun: Wie viele Kranktage gab es 2017? Wie viele für Dich und wie viele fürs Kind, wie viele davon überraschend und sehr kurzfristig? Für wie viele Stunden bist Du angestellt und wie viel hast Du real gearbeitet? Wie viel im Schnitt und wie viel maximal?

    Oft kommt dann raus, dass man so viel mehr auch nicht krank ist, wenn man es mal mit Statistiken vergleicht. Mir hat das den Rücken sehr gestärkt. Es haben eben nicht alle eine Monster-Konstitution und den Willen, die Arbeit über alles zu stellen. Beides kann nicht verlangt werden, der Gewerkschafter in meiner Umgebung sagt immer: So gut wie möglich muss reichen! Wir sind eben nicht alle gleich.

  • Ja das sind ja auch meine Gedanken. Habe ich alles schon angesprochen. Nein das geht alles nicht. Frühhort (ab 6Uhr) geht nicht, da ich ja den Sohn schulfertig machen muss. Zudem würde ich dann am Nachmittag fehlen. Da arbeite ich ja auch immer. Und einmal die Woche nen Spätdienst.

    Ich bin also immer da, wenn alle Kollegen da sind. Passt aber auch nicht.


    Und das mit dem Organisatorischen hab ich gemacht. Da kam der Vorwurf ich würde in meiner Arbeitszeit, wenn icg eigentlich Kinder betreuen könnte, dann das Ferienprogramm machen. Dann würde ich krank werden und keiner wüsste dann was gemacht wird

    Das ist definitiv falsch. Ich sitze während ich etwas vorbereite im Raum bei den Kindern und bin jederzeit ansprechbar. Oft frage ich die Kinder ob die oder die Aktion in den Ferien cool wäre.


    Zudem schreibe ich alles auf. Letztes Mal ging es um einen Besuch im Technikmuseum. Zu 11Uhr angemeldet, 2,50€ pro Kind. Erzieher bezahlen 2€. 15 Kinder angemeldet.

    So da könnte sogar die Putzfrau was mit anfangen. Ich wurde dann panisch angerufen was ich denn nun da genau organisiert habe. Na genau das was auf dem Ferienplan steht.


    Die sind so unflexibel. Am besten immer da sein und die Kinder betreuuen. Mehr nicht. Schullandschaft Deutschland. Ganz toll....

  • tulan So ist es. Wir sind alle anders. Ich war zuletzt einmal im Monat für ca. 3 Tage krank. Das ist schon viel. Aber es war auch die heftige Zeit mit Diagnose vom Sohn und allem was damit zu tun hat. Das habe ich klar kommuniziert und gesagt, dass wenn ich da bin, dann leiste ich meine 100%.

    Da kam dann der Spruch mit dem Privatvergnügen.


    Und es wird immer von einem selbst ausgegangen. "Ich hatte noch nie Magen Darm" wird dann gesagt. Sowas hat man nicht. Oder "Ich habe immer 40h gearbeitet und war nie krank".

    Das kann ich einfach nicht verstehen. Wenn mit jemand sagt er hat sich den Arm gebrochen, sag ich doch auch nicht, dass ich sowas noch nie hatte, in einem abfälligen Ton.

  • ich finde hier geht zuviel durcheinander und wie merin schrieb, schau doch, dass Du da mehr Objektivität reinbringst.


    - Gehts hier nur um ein formales Gespräch, weil das halt im öffentlichen Dienst so ist? Dann brings hinter dich und gut.

    - Ich meine, was kann Dir passieren? Du bist krankgeschrieben, dann arbeitest Du nicht. Dann muss Deine Chefin schauen, wie sie das organisatorisch hinbekommt. Du könntest ja auch 3 Monate ausfallen.


    ABER.. .und jetzt kommt das große ABER..... lass Dein "Privatvergnügen" da raus. Es interessiert schlicht und ergreifend nicht, warum Du nicht arbeiten kannst.


    Du hast einen Vertrag geschlossen, dass Du 25 Stunden arbieitest. Dein Arbeitgeber zahlt Dir Gehalt. So einfach ist das.


    Und ob Kollege XY unbedingt was auch immer machen muss oder hat oder Du noch ein schwereres Schicksal hast....... das bringt doch nichts.

    Ich habe auch mein Päckchen zu tragen und wenn jetzt eine Kollegin ständig jammern würde, dass sie ihren Job nicht machen kann, weil...... ja dann ist sie vielleicht nicht am richtigen Platz. Denn dann fange ICH das auf. Und irgendwann bin ich dann diejenige mit dem burnout.


    Du wirst auch nicht dafür bezahlt, dass Du 120 Prozent gibst wenn Du da bist. Auch dieses Argument wird Dir mit Sicherheit auseinandergepflückt werden. Weil was bringt eine 120% Kraft, die sonst nie da ist.


    Deswegen Objektivität... ich würde eine Liste mit meinen Fehlzeiten machen und einen Plan haben, wie ich dem vorbeugen könnte, dass ich so oft ausfalle. Oder ich beweise, dass ich ja gar nicht so oft ausfalle, wie es den Anschein hat.


    Und wie gesagt siehe oben. Wer krank ist ist krank.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Ich wollte nur kurz schreiben, dass ich niemals jammere! Wenn ich aver gefragt werde, ob ich Abends noch zum Kollegenessen komme, sage ich das ich nicht kann. Dann kommt "warum dein Sohn ist doch schon so alt, dass er alleine bleiben kann". Da sage ich dann, dass er besonders ist und das nicht geht.

    Mehr nicht

    Stößt halt auf Unverständnis.


    Ich falle leider öfter aus. Das wusste ich vorher ja auch nicht.

  • Hat diese Schule irgendetwas besonders positives für Dich?

    Falls nein: woanders bewerben?


    Die Hinweise, die Fehlzeiten zu objektivieren, sich genau anzuschauen, was lässt sich ändern, was nicht, halte ich für sehr wertvoll. Wenn das Umfeld aber gnadenlos ist, würde ich meine Fühler nach einem anderen Umfeld ausstrecken. Du bist Erzieherin, da gibt es doch viele offene Stellen zur Auswahl?


    Das solltest Du Dir auch vor Augen halten: eigentlich BRAUCHEN sie dich. Sie schimpfen/jammern/kritisieren, weil sie dich gerne mehr dort hätten, nicht weil sie dich loswerden wollen. D.h., auch Dein Arbeitgeber ist daran interessiert, eine gute Lösung zu finden. (Und wenn nicht: s.o. - schau Dich nach anderem um.)

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  • Im öffentlichen Dienst ist das vor allem erstmal ein Fürsorgegespräch. Aber auch die Vorstufe zu einer möglichen Kündigung.

    Wer bin ich - und wenn ja wieviele?

  • Im öffentlichen Dienst müsste ein Gespräch im Rahmen des Betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements (nach 6 Wochen Erkrankung) ein Angebot sein. Teilnahme freiwillig.


    Ich würde mir das wohl überwiegend anhören und vorallem sehr wenig bis nichts Privates erzählen, und zwar weder im Rahmen dieses Gesprächs noch sonst.


    Ansonsten würde ich darauf achten, mich sehr korrekt zu verhalten:

    Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen pünklich einreichen

    Keine Diagnosen bei der Arbeit nennen (Du musst nicht mit Arbeitgeber oder Kollegen diskutieren, ob Du mit dieser oder jener Erkrankung vielleicht doch arbeiten könntest, und ob andere schonmal Magen-Darm hatten oder nicht ist auch irrelevant

    Kind-Krank-Bescheinigungen besorgen, wenn Du wegen des Kindes ausfällst

    Keine Nacharbeit leisten, wenn Du wegen eigener Erkrankung oder mit Kind-Krank-Bescheinigung ausgefallen bist

  • Du arbeitest in Berlin als Erzieherin? Da würde ich mich unter den Bedingungen einfach nach was anderem umschauen.

    Die Nachfrage ist so groß das du da vermutlich ziemlich schnell bessere Voraussetzungen und einen faireren Umgang findest.

    Die Vor und Nachbereitungszeit auch ohne Kinder dabei steht dir doch zu. Und deine Krankentage und das 2 malige plötzliche Wegmüssen sind doch überhaupt nicht besonders viel!

  • Überstanden!!!

    Ich bin ganz klar geblieben und habe gesagt was ich mir wünsche.

    Kam super an. Hab nen tollen Dienstplan und alle Ferien frei wegen Resturlaub.

    Bin jetzt in den Jül Klassen. War noch nie bei den Kleinen. Ist bestimmt auch ganz nett.

    Sie freuen sich wenn ich wiederkomme und schätzen mich und meine Ideen.


    Ja das lief gut! Ich danke euch für den Input und alle gedrückten Daumen #rose

  • Hab bestimmt 6000kcal verbraucht vor Aufregung.

    Frauenvertretung war übrigens nicht dabei. Muss eigentlich.


    Hab noch mein Fach geleert. War bis oben vollgestopft :)

  • Hallo,


    Prima, das klingt doch sehr gut!

    :)


    Und mit den Kleinen ist es echt nett. (Ich hab aktuell auch "Kleine", wenn man von Hortverhältnissen ausgeht)

  • Ganz praktisch gefragt:


    Hast du einen SBA? Habt ihr einen Pflegegrad?


    Die Einzelfallhilfe ist ja nicht alles.


    Uns hat die Pflegestufe geholfen und damit die Entlastung (Ebtlastungsbetrag, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege...) das Pflegegeld für eine zuverlässige Haushaltshilfe die auch mal das Kind aus er Schule abholen kann usw.


    Mehr gerne per PN.

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