Klinikaufnahme vs Stillen und Familienbett

  • hallo,


    ich wolle demnächst in eine klinik wegen postpartalen depressionen. da ich meine einjährige tochter keinesfalls allein lassen will, habe ich mir extra eine mutter-kind-station gesucht, wo sie mitaufgenommen werden würde.


    hatte nun ein telefonat mit einem der ärzte, was mich aber total verunsichert hat.
    er meinte, dass meine tochter zwei wochen ohne mich zuhause betreut werden soll und dann erst mit aufgenommen werden soll. ich meinte, dass ich noch stille und sie daher nicht zuhause bleiben kann. daraufhin war er verwirrt und meinte, dass sie dann mitkommen kann, aber dass ich ja wohl mal ans abstillen denken sollte. dann fragte ich, ob etwas dagegen spricht, dass sie in der klinik bei mir im bett schläft, da sie familienbett schläft und wenn man sie allein in ein gitterbett legt, sie dann weint. er konnte mir nicht beantworten ob das möglich ist, und meinte, ja wenn sie das nie gelernt hat, dann kann sie das wohl nicht.


    ich bin nun total verwirrt und war wirklich etwas geschockt, dass es für die normal ist, ein so kleines kind einfach mal für zwei wochen von der mama zu trennen. dass mir gesagt wird, dass ich doch wohl mal abstillen söllte. und dass mir noch unterschwellig vorgeworfen wird, warum ich ihr denn nicht gelernt hab, in nem gitterbett zu schlafen.


    ich finds traurig, dass sogar auf einer mutter-kind-station noch so veraltetes denken herrscht.


    fakt ist: ich frag mich, was ich da soll. ich wollte eigentlich von denen lernen, meine mutter-kind-bindung zu stabilisieren und wie ich in schwierigen situationen gut mit meinem kind umgehen kann. aber nach dem ersten eindruck, ist eher der, dass ich jetzt schon besser weiß, was mein kind braucht, als die es zu wissen scheinen. also ich kann einfach nicht mehr glauben, dass der aufenthalt dort irgendwas bringt.
    nur medikamente schlucken kann ich auch zuhause ambulant tun, dafür brauch ich nicht in eine klinik gehen.


    reagier ich über? oder kann das jemand nachvollziehen?


    bin total durcheinander und weiß garnicht wie ich mich nun entshcheiden soll.
    da nur hingehen, um zu gucken wie es ist, halt ich derzeit auch nicht grad für eine gute idee, weil ich glaube dass dieser "streß" mich dann nur zusätzlich schwächen würden, also das hin und her, und ich dann erst recht noch mehr in die depression abstürzen würde.


    wäre euch dankbar, wenn ihr mir mal eure meinung mitteilen könntet, egal wie ihr dazu denkt. #danke

  • Ich kann die vollkommen verstehen. Leider ist es so, dass viele nicht verstehen warum man so lange stillt und das Kind mit im Elternebtt schläft :S
    Meine Maus ist knapp 7 Monate und miene Tante sah mich den einen Tag mit riesen Augen an und sagte "Was du stillst noch"... da sagte ich "Ja solange Mausi will" und ihre Augen wurden immer größer.


    An deiner Stelle würde ich den Klinikaufenthallt antreten und bei unwohlsein oder ärger vorzeitig abbrechen wenn das möglich ist


    Ich wünsche euch alles gute und hoffe das alles so wird wie du dir / wie ihr euch das vortell(s)t


    edit:du wirst die richitge Entscheidung trffen

    2 Mal editiert, zuletzt von Meinbaby2011 ()

  • Hm, das klingt jedenfalls nach einem etwas blöden Start. Aber es ist eben auch immer so, wenn man viel fragt, bekommt man viele Antworten, eben auch sehr merkwürdige.
    Ich persönlich hätte (glaube ich) einfach klar gesagt, dass ich keinesfalls ohne mein Kind komme, und zwar ohne Begründung. Und in welchem Bett Dein Kind schläft, entscheidest doch Du, da musst Du doch niemanden um Erlaubnis fragen.
    Aber wenn's einem eh schon nicht gut geht und man eigentlich dringend Hilfe von den Leuten dort benötigt ist das schwer.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und eine gute Lösung für das Dilemma!

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Ich kann deine Zweifel gut verstehen.
    Ich war zweimal mit den Kindern in Kliniken und bin auf ähnliche Einstellungen getroffen. Ein Arzt meinte auch mir reinreden zu wollen was das Stillen eines 13 Monate alten Kindes angeht. Ich hab dann gesagt, dass er das als Mann ja wohl gar nicht nachvollziehen kann. Doofer Spruch aber danach hatte ich meine Ruhe.
    In so einer Klinik gibt es ja viel (wechselndes) Personal, da werden nicht alle diese Einstellung vertreten.
    Ich würde es versuchen und gleich am Anfang deutlich sagen was ich nicht will (keine Trennung etc.).
    Und Gemeinsames Bett und Stillen einfach als das Selbstverständlichste der Welt verkaufen.
    Wenn dann in den Therapiesitzungen allerdings deine Probleme nur auf den Umgang mit deinem Kind geschoben werden, hilft wohl nur Abbrechen.

  • Ich war auch wegen einer PpD in einer Klinik auf einer MuKi-Station. Mit Stillkind war das überhaupt kein Problem mit der Aufnahme mit Kind, zum Abstilen ist mir nicht geraten worden, allerdings zum Abpumpen vor Medikamenteneinnahme und dann längerem Zeitfenster mit Flasche mit MuMi. Eigenes Bett fürs Kind ist Standard, geht auch aus versicherungstechnischen Gründen nicht anders, ich hab dann das Kinderbett neben mein Bett gestellt und den Kurzen einfach zum stillen ins Bett geholt, da hat auch niemand was gesagt, wenn er den Rest der Nacht bei mir geschlafen hat.... Falls Du magst, gerne mehr per PN....

    Alles geht, nichts ist zu schade und rot ist nicht meine Farbe.


    Save the trees, eat beavers!

  • Jede Klinik hat auch etwas breitere Betten vorrätig. Als meine Große mit 3 Monaten wegen einem Harnwegsinfekt eine Woche stationär dableiben musste, wollten die mir auch weis machen, dass ich mich ins Feldbett neben dem Gitterbettchen legen solle.
    Erst als ich Anstalten machte, das (viel zu enge) Feldbett Familienbetttauglich zu machen, wurde innert Minuten ein breites Krankenbett organisiert. Die Schwester, die Sorge hatte, das Kind könne aber rausfallen, konnte ich dann zum Glück freundlich vom Gegenteil überzeugen, zwei Ärzte musste ich aber noch in die Schranken weisen, die hatten den Bluff einfach nicht verstanden. #flop


    Ich finds auch ziemlich rückständig, welche Ansichten da teilweise noch herschen. Aber lass dich bitte nicht verunsichern, nur weil der Herr einen Doktor hat. Du stillst weiter und ihr schlaft natürlich im gemeinsamen Bett, irgendwie werdet ihr das schon hinkriegen und wenn ihr eben etwas improvisieren müsst.

    Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen!

    Einmal editiert, zuletzt von Njnia ()

  • Ich nehme schwer an, dass das lange Stillen (wobei ein Jahr ja nicht wirklich lang ist) Skepsis hervorrufen wird. Das Familienbett weniger, denke ich.


    Vermutlich wirst du hören, dass du vermehrt auf dich achten sollst und dir Freiräume schaffen, damit du ausgeruht und mit Energie auf dein Kind zugehen kannst. Abstillen wird da Thema sein.


    Wenn du klar informierst, wie du Stillen und Familienbett handhabst und dass du das auch nicht zu ändern gedenkst, sollte es schon gehen. Zwei Betten nebeneinander schieben ist ja nicht unmöglich ;) .


    Der Arzt war vermutlich ein Assistenzarzt, jung und ohne Kinder, auf dessen Reaktion würde ich nicht so viel geben.


    Wie möchtest du es denn wärend der Therapien handhaben? Ich nehme mal an, dass du auch welche hast, die ohne Kinder stattfinden. Stillen geht da schwer.

  • Die Bettsituation hat oft nichts mit der Ansicht des Personals zu tun, sonder hat meistens versicherungstechnische Hintergründe. Von der Haftung, das das Kind Nachts aus dem Bett fällt kann man die Klinik aber einfach schriftlich entbinden, das erspart oft viel Diskussion.


    Das du dein Kind die ersten zwei Wochen zu Hause lassen solltest hat auch seine klinischen Gründe. Die wissen ja nicht, wie du in der Therapie reagierst und oft fehlen den Kliniken die Fachkräfte, um dann auch noch ein Kleinkind mit zu versorgen, wenn sie erstmal die Mutter auffangen müssen.


    Ich kann deinen Ärger durchaus verstehen, weiß aber auch durch die Arbeit meines Mannes in einem psychatrischen Krankenhaus, das das Personal oft nicht anders reagieren kann, selbst, wenn es möchte.


    Es lohnt sich einfach zu hinterfragen, warum manche Dinge von dem KK so skeptisch beäugt werden. Oft ergeben sich in einem Gespräch Lösungen, mit denen beide Seiten zufrieden sind.


    Und natürlich ist Stillen und Familienbett für deinen Heilungsprozess unverzichtbar.

    „Indianer sind entweder auf dem Kriegspfad oder rauchen die Friedenspfeife. Geschwister können beides.“
    Kurt Tucholsky

  • Ich war selbst eine Woche im KKH, als meine Mittlere 18 Monate alt war.
    Da konnte ich sie mit aufnehmen lassen. Sie hat dann auch so ein Gitterbett bekommen. Da kann man ja die Gitter runter machen, um die Kinder rein und raus zu nehmen. So habe ich es dann einfach offen gelassen und mein Krankenbett auf die gleiche Höhe gestellt. Damit hatten wir dann auch unser "Familienbett" gebaut. Das war kein Problem.
    Man wollte mich dann auch wegen der Medikamente, die ich brauchte, zum Abstillen bewegen. Als ich aber klar gemacht habe, dass ich das nicht möchte, haben die Ärzte dann doch Kontakt mit Embryotox aufgenommen und sich mit denen abgesprochen. Ich musste dann einen Zettel unterschreiben, dass ich weiß, dass die Medikamente in die Mumi übergehen und das Kind davon Durchfall bekommen könnte.
    Ich war echt froh, dass das so gut geklappt hat.

  • Hallo ihr Lieben,


    vielen lieben Dank für eure super mutmachenden Antworten. Ich hatte nun doch beschlossen den Sprung zu wagen und in die Klinik zu gehen. Der Arzt wollte mir spätestens heute bescheid geben, ob es bei dem Termin bleibt. Aber er hat sich den ganzen Tag nicht gemeldet 8I .


    Habe den ganzen Tag auf den Anruf gehibbelt und nix kam.
    Bin echt enttäuscht und weiß nun garnicht, wies weiter geht. Menno :evil:

  • Ich finde es auch richtig, dass Du hingehst. Wappne Dich vorher mit Argumenten bzw. Antworten, die bei blöden Kommentaren kommen könnten bzgl. Stillen und Familienbett. Und besteh auf stillfreundliche Medikamente, falls Du welche bekommen sollst. Das ist bei einem Stillkind in dem Alter ja wirklich nicht schwierig, aber nicht dass Du dann wegen irgend etwas unnötigerweise zum Abstillen gedrängt wirst. Alles Gute!

  • Liebe luminous,


    ich schicke Dir ganz viel Kraft für die Zeit in der Klinik und freue mich für Dich das Du und damit natürlich auch Dein Kind die Hilfe bekommt die ihr braucht.
    Halte durch und laß Dich nicht von so einem kleinen und sicher nicht persönlich gemeinten Gegenwind entmutigen. Du kannst Dir trotz der Erkrankung und der damit verbundenen Verunsicherung zutrauen, die Bedürfnisse Deines Kindes zu erkennen und durchzusetzen. Und dazu gehört eben auch, keine unnötige Trennung, und Abstillen ist natürlich auch Quatsch.


    Gib der ganzen Sache eine Chance, ändern kannst Du es dann notfalls auch immer noch.
    Gut das Du die Erkrankung angehst! Das ist wirklich die Chance, wieder ein gutes und gesundes Leben zu führen!
    Alles Liebe (von einer ehemaligen Betroffenen) Aviva

  • Der Typ am Telefon war im Zweifel einer der jngeren Assistenzärzte und hat eh keine Ahnung. Ich würd an Deiner Stelle hinfahren, mir das Ganze anschauen, und im Zweifel wieder gehen. An ein ganz normales Krankenhausbett kann man Gitter dranmachen, da fällt die Kleine sicher nicht raus und breit sind die auch. Müssen ja schließlich nicht nur die Fliegengewichte genügend Platz haben.


    Mit dem Stillen könnte er evt. gemeint haben, dass Du vielleicht Medikamente empfohlen bekommst, und dabei nicht stillen solltest. Aber es gibt auch (wenige) stillverträglcihe Medis und keine weiß, ob Du welche bracuchst.


    In erster Linie soll Dir dort geholfen werden, die wollen, dass es Dir gutgeht. Dazu gehört halt Stillen und FB :)

  • Ich kenne es von Krankenhäusern so, dass sie dir auf jeden Fall aus Versicherungsgründen ein Kinderbett reinstellen. Ob du es benutzt, ist ganz allein deine Sache. Sie können dir das nnicht "erlauben", eben wg. der Versicherung. Ich habe mir im KKH einfach ein Bettgitter (für mein Bett) geben lassen, ohne zu sagen, wofür ich es brauche. Und dann das Kind mit in mein Bett genommen