Wahl- und Abstimmungssonntag in der Schweiz

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  • Arya: In der Blase meiner Tochter nicht. Eisprincess konnte das 1. Mal stimmen und stimmte genau wie ich und ihre Kolleginnen auch. Sie meinte heute: dass sie in die Politik gehe, damit endlich jemand Tacheles redet. Sie hat schon recht. Die grosse Klappe haben die Grünen und GLP leider nicht.


    Eisprincess ernährt sich momentan auch vegan.

  • bei uns haben nun alle Bauen über ihren 2x Nein Plakaten ein Danke hingeschrieben.

    Mich macht das sososxxxxxxx!!! wütend ich darf gar nicht weiterschreiben

    Mandragora
    mit Sonnenschein 07, Kuschelbär 10, Zwerglein 14, kleine Bohne 20

  • Das verstehe ich. Mich macht sowas auch wütend. Aber ich glaube die Diskussion um die Bauern ist irgendwie vereinfachend.


    Mich beschäftigt die Umfrage von Tamedia sehr. Das ist kein Bauernblatt, sondern wird so ziemlich von der Mitte gelesen. Vielleicht sogar mit leichtem links Einschlag. Das heisst die Leser und somit Teilnehmer kommen auch eher aus der Mitte. Ich denke die Resultate der Umfrage sind halbwegs repräsentativ.


    Und die zeigen, dass vorallem junge Leute GEGEN mehr Klimaschutz sind. Hätten nur die Ü60er abgestimmt, dann hätten wir jetzt zumindest das CO2 Gesetz.


    Das widersprich allen Narativen von den bösen Boomern und der klimaengagierten Jugend, die wir dauernd reporduzieren. Da ist überraschend und erstaunlich und sollte uns zu denken geben. Und in die Debatte einfliessen.Wir machen es uns zu einfach, wenn wir es jetzt einfach darauf schieben, dass es halt einbisschen dumm war gleichzeitig mit den Agrarinitiativen abzustimmen. Die Wählerinnen sind ja nicht völlig doof.


    In meinem beruflichen Umfeld (die meistens noch unter 18 sind, ist das auch speziell. Wenn es in der Schule um Klima geht, sind die einen begeistern, die anderen verdrehen die Augen - schon wieder Klima. Diese Gegensätze sehe ich sonst selten so stark.


    Viele Jugendliche sind super engagiert fürs Klima Die anderen sind zunehmend genervt, gerade über die positiven Erzählungen über die engagierte Jugend. Sie fühlen sich da nicht mitgemeint und haben das Thema satt. Die Klimabewussten stossen Veränderung an. Dann wird in der Schule etwas pro Umwelt geändert und als Wunsch der Lernenden verkauft. Was es war, aber halt nicht der Wunsch der Mehrheit. Sondern einer engagierten Minderheit.


    Diese Mehrheit stört sich eigentlich gar nicht an z.b. Recycling Klopapier, aber sie stört sich daran, dass Sie sich das angeblich gewünscht hätten. Die wünschen sich nämlich nichts. Und eigentlich möchten sie - wenn sie gross sind - einmal um die Welt fliegen und dann ein schnelles Auto haben. Für diese Wünsche gibt es aber wenig Raum.


    Wie will man damit umgehen? Man kann das Problem ja nicht einfach ignorieren. Aber wir sollten damit aufhören, die Welt so klar in jung und alt, Stadt und Land, gebildet und ungebildet einzuteilen. Das wird der Sache nicht gerecht,

  • Ja, da hast Du recht. Ich glaube auch das Bild "der Jungen" ist viel zu eindimensional im Moment.

    Trotzdem finde ich die Tagi-Umfrage erschreckend - ein bisschen mehr hätte ich bei den Jungen erwartet. Aber ich verstehe auch wenn die jetzt entnervt sagen, warum sollen wir verzichten? Die Generationen vorher haben das ja auch nicht getan - bzw tun es jetzt ja auch nicht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ich finde das sehr interessant, was du schreibst, Arya .


    Vielleicht fühlen sich viele Jugendliche tatsächlich in einen Lebensstil hineingezwungen, der nun neu das erste Mal von einer Jugend abverlangt wird. Diese VerzichtsIdeologie gab es in den vergangenen Jahrzehnten ja kaum.


    Noch nie war Konsum so negativ besetzt wie jetzt und die Jugend soll quasi unseren Konsum ausbaden durch ihren Verzicht und ihren bewussten Ungang. Ich kann mir vorstellen, dass dies eine Art Trotzreaktion erzeugt.


    Zudem glaube ich, dass das mediale Hochjazzen von Persönlichkeiten wie Greta eine gewisse Genervtheit erzeugt. Denn prominent können diese vielen normalen Jugendlichen jetzt nicht mehr werden, dafür sind die Plätze bereits besetzt durch einige wenige Personen. Die wurden zu Popstars gemacht und der Rest soll halt einfach nur mitmachen. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht gerade sexy ist.


    Zumal die Mainstreamkultur aus den USA etc. natürlich immer noch sehr konsumistisch ist und wir letztlich weiterhin im Kapitalismus leben mit Wachstumsdiktat und einer krassen Aufmerksamkeitsökonomie.


    Auch, dass das Thema so schnell von der Elterngeneration adaptiert wurde und sich jetzt alle in ihrem ökologischen Bewusstsein überbieten, macht das Ganze vielleicht auch tatsächlich für eine Art Jugendbewegung schon wieder uninteressant.


    Das sind nur so meine Gedanken ganz spontan dazu.

    „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“


    Abraham Lincoln

  • bei uns haben nun alle Bauen über ihren 2x Nein Plakaten ein Danke hingeschrieben.

    Mich macht das sososxxxxxxx!!! wütend ich darf gar nicht weiterschreiben

    Ich boykotiere sie nun. also ich kaufe nichts mehr vom Hof, auch wenn das auch blöd ist, da es hier weit und breit keine Biobauern hat, und bio von spanien will ich auch nicht. Alles MIST...

  • Und die zeigen, dass vorallem junge Leute GEGEN mehr Klimaschutz sind. Hätten nur die Ü60er abgestimmt, dann hätten wir jetzt zumindest das CO2 Gesetz.

    Das beschäftigt mich auch. Meine Eltern und meine Schwester und FAmilie haben alle Ja gestimmt, auch zu den Agrarinitiativen.

    (Schwester wohnt in Agglo Zürich Stadt).

    ICh war gestern in Baden am spazieren. da habe ich Freude, da hats sehr viel Initiativen zur Biodiversität..also so Posten zb.

    und auch die Gärten voller Vielfalt, ich glaube ich muss umziehen. Hier im Dorf alles Gärten ohne Leben (ausser ein paar Ausnahmen).

  • Ich denke, der Zeitpunkt nach der Pandemie war ungünstig. Man hat den Jungen intensiv Solidarität abverlangt. Zugunsten der älteren Generationen.

    Sie stehen teilweise beim impfen immer noch hinten an. Müssen warten bist sie wieder reisen können.

    Die Preise verteuern sich momentan recht schnell, ob Benzin oder andere Konsumgüter und die Bodenpreise sind dermassen in die Höhe geschossen, dass ein Grossteil der Jugend gar nciht von einem Eigenheim träumen muss, wenn sie nicht ein grösseres Erbe zu erwarten haben.


    Und nun sollen sie durch teurere Preise, Konsumverzicht, usw. noch die Klimasünden der älteren Generationen ausbaden?


    Wo ist denn deren Verzicht zugunsten der jüngeren Generationen?

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Mich würde interessieren, ob es ausser der Tagiumfrage noch weitere Belege dafür gibt, dass die Jugendlichen dermassen breit gegen die Klimaanliegen gestimmt haben.


    Wobei ich die Gedanken von Arya und VivaLaVida schon auch nachvollziehbar finde.


    Aber nochmal zur Umfrage: Ich bin mir nicht ganz sicher, mit welchen Befragungsgruppen und -methoden die operierten. Ich habe dran teilgenommen, weil ich Abonnentin bin und auf den Link geklickt habe -> Hürde 1 für Jugendliche und junge Erwachsene, die statistisch breit gesichert deutlich weniger traditionelle Printmedien(ableger) lesen. Dann war die Umfrage nicht ganz ohne, relativ lange und komplexe Fragen und relativ lange Dauer zum Ausfüllen. Ich kenne ganz viele Jugendliche, die das in dieser Form nicht (fertig) ausgefüllt hätten. Daher würde ich Fragezeichen setzen hinter die Repräsentativität.


    Vielleicht ist das aber auch alles ganz anders und die haben in den zwei Tagen zusätzlich zur Onlinegruppe auf noch ganz anderem Weg die Zahlen erhoben. Allerdings ist es nicht ganz trivial, dazu Infos zu bekommen. Aber dass jetzt allein auf dieser Basis eine ganze Medienkampagne gefahren wird, wie fake doch die ganze Klimajugend sei, scheint mir erstens politisch eine Vollkatastrophe und zweitens journalistisch zumindest fragwürdig.

    ko_nijntje mit muck (2004), mogli (2006), miep (2007) und mimir (2011)

  • Hallo zusammen!


    Mein erster Abstimmungssonntag, ich freue mich sehr, endlich mitgestalten zukönnen. Und bin gerade etwas überrumpelt, da die Abstimmungsunterlagen vor dem Einbürgerungsbescheid im Briefkasten waren. :-) Also gerade bin ich mich am Einlesen in die aktuellen Initiativen, acht Stück bei uns diesmal alle zusammen.


    Wisst ihr schon, wir ihr stimmt? Ich habe gleich Fragen zur Pflegeinitiative:

    Die Initiative klingt für mich wichtig und schlüssig. Bei den Gegenargumenten wird genannt, dass es eine ausgearbeitete indirekte Gegeninitiative gibt, mit derer direkt zusätzliche Gelder in die Ausbildung fliessen würden. Eine Annahme der Initiative, würde also eine Verzögerung bedeuten. Wieso ist das so? Die Gegeninitiative nimmt ja Argumente der Initiative auf, ist nur lange nicht so weit gehend. Könnte diese nicht auch bei einem Ja in Kraft treten und dann durch einen zweiten weitergehenden Vorschlag erweitert werden?

    Zweitens, die Gegenseite sagt, dass die Initiative die Pflege als Beruf in der Verfassung gesondert erwähnen möchte. Ist das so? Warum?


    Ich freue mich auf Austausch!

    Liebe Grüsse

    Nollaun

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Ich lehne die Pflege-Initiative ab, damit der Gegenvorschlag in Kraft tritt.

    Ausserdem bin ich der Meinung, dass do etwas nicht in die Bundesverfassung gehört.

    Sonst schreiben wir dann auch den einen Artkel für fehlende Lehrpersonen oder einen für fehlende Ingenieure, usw.


    Das ist jetzt evtl. während einer Pandemie nicht gerade eine populäre Haltung, aber ich finde wirklich, dass es in letzter zeit etwas überbordet, was man alles in die Bundesverfassung hinein packen möchte.


    Wieso es länger dauern würde als beim Gegenvorschlag ist unter anderem, dass die Initiative verlangt, dass der Bund Arbeitsbedinungen in der Pflege einheitlich regelt und der Gegenvorschlag die Arbeitsbedingungen wie praktisch in allen Branchen üblich zwischen Sozialpartnern, Kanton und Betrieben überlassen möchte.

    Wenn das der Bund macht, dann muss da erst eine Stelle geschaffen werden, Richtlinien erarbeitet usw.

    Denn das ist nicht üblich.


    Auch verlangt die Initiative dass der Bund zb. die Weiterbildung sorgt und nicht wie bis anhin die bisherigen Bildungseinrichtungen. Der Gegenvorschlag würde es eben dort belassen wo es jetzt ist. Und meiner Meinung nach macht das Sinn.


    Denn so funktioniert die Schweiz. Wir sind kein zentralistischer Staat.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Liebe Nollaun

    Schön, dass du auch abstimmen kannst. Vielleicht noch generell, Initiativen kommen immer in die Verfassung. Über "normale" Gesetze kann man nur abstimmen, wenn es auf eine Gesetzesänderung ein Referendum gibt. Darum passiert es öfters, dass Anliegen der Bevölkerung in die Verfassung kommen, auch wenn sie dort eigentlich nicht hingehören. Berühmt ist da zum Beispiel das ehemalige Verbot von Absinth in der Verfassung. Das gehörte da sicher nicht hin...

    Ich stimme in der Stadt Zürich ab und habe einfach Ja gesagt zu restlos allem.

  • Danke Euch Zweien! Spannend, dass es gleich Teil der Verfassung wird als Initiative. Ich merke schon, die Staatsbürgerkunde, die ich lernen musste, war sehr rudimentär...

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Nollaun Es ist sogar für mich als geborene Schweizerin schwierig zu verstehen, ich hatte wohl in Staatskunde einen Fensterplatz:)


    Danke für eure Ausführungen Arya und Daroan, jetzt bin ich leider nur noch verwirrter. Ich habe (auch als Zeichen) Ja gestimmt bei der Pflegeinitiative. Ich hoffe es kommt gut.