Einnässen Schulkinder - Erfahrungen

  • Hallo liebe Raben,


    heute brauche ich mal einen Rat von euch. Meine Tochter ist letzten Monat 8 geworden und nässt immer noch tagsüber ein. Jetzt nicht jedes mal oder so, aber momentan ist es wieder auffällig. Manchmal kommt sie von der Schule, turnt auf der Couch oder kuschelt mich und da kommt schon so ein unangenehmer Uringeruch entgegen. Sie erzählt mir dann auch, dass sie in der Schule in die Hose gemacht hat und es verheimlicht hat.

    Okay, Schulklos sind ein schwieriges Thema, ich verstehe das.

    Aber zu Hause oder bei Oma nässt sie auch ein, oft rennt sie gerade noch so auf Klo, die ersten Tropfen sind schon in die Hose gegangen, manchmal, so wie heute, schafft sie es aber gar nicht mehr.


    Jetzt brauche ich euren Rat liebe Raben. Ist das unter Umständen noch normal oder hat sie Probleme (Seelisch, körperlich)? Kennt ihr das von euren Kindern und die waren einfach nur zu desinteressiert fürs Klo?


    Lieben Gruß

    Tine mit Perlchen *02.2010 und Junior *12.2013

  • Wir haben das in der Schule öfter mal. Ich rate den Eltern es medizinisch abklären zu lassen. Wenn da nix ist, dann lass ich mir Wechselsachen geben fürs Kind und ich achte mit meinen Kollegen drauf, dass das Kind immer mal auf Klo geschickt wird. Ist ja auch doof für sie, wenn sie dann einpullert.

    Kann sich deine Tochter an Erzieher oder Lehrer wenden? Dann braucht sie es nicht verheimlichen. Ich finde das macht es noch schlimmer. Irgendwann wird das besser.

  • Habt Ihr sie körperlich denn mal durchchecken lassen? Das wäre erst mal das wichtigste, daß keine Blasenentzündung oder andere Dinge übersehen werden.

    Wir waren in der Urotherapie am Kinderkrankenhaus mit solch einer Thematik (das ist hier in der ambulanten Tagesklinik). Das war total hilfreich, weil die Menschen dort unglaublich viel Zeit für uns hatten, und weil sie wirklich mit meiner Tochter gearbeitet haben. Erst mal wurde dem Kind erklärt, daß einnässen völlig normal ist, daß es vielen Kindern auch in dem Alter noch so geht, aber dass man eben auch damit anders umgehen lernen kann. Bei uns wurde dann mit dem Kind ein anderes Trinkverhalten vereinbart und mit der Zeit wurde es besser. Heute ist es kein Thema mehr.

  • Ich kenne das Problem von meinem Sohn! Habt Ihr es medizinisch abklären lassen? Das würde ich als erstes tun. Obwohl laut Kinderarzt und Psychologe es auch Kinder gibt die es einfach lange aufschieben bis es dann zu spät ist. Ein psychologischer Grund sei wohl eher selten.

  • Ach ja, wenn Ihr zum Arzt geht, protokolliere mal über 3 Tage wieviel sie trinkt und welche Menge sie ausscheidet. Das ist nämlich meist das Erste was gemacht wird, dann habt Ihr das schon und müsst nicht wieder warten.

    Eine Urinprobe muss sie beim Arzt sicher auch abgeben, also vorher genug trinken und direkt vor dem Arztbesuch nicht auf Toilette, damit sie auch eine Probe abgeben kann ?

  • Danke für eure Antworten. Ihr seid ja eindeutig für einen Arztbesuch. Bisher habe ich immer versucht das ganze nicht allzu sehr zu thematisieren und habe gehofft, dass es sich von alleine gibt. Vor allem, weil dieses Problem nicht kontinuierlich vorhanden ist, sondern intervallweise auftaucht.


    Da gehe ich dann am besten zum Kinderarzt?

    Tine mit Perlchen *02.2010 und Junior *12.2013

  • Kann denn das Einnässen etwas mit der Trinkmenge zu tun haben. Sie trinkt nämlich wirklich wenig. Den ganzen Tag über (also in der Schule von 7.30 Uhr - 15 Uhr) etwa 250 - 500 ml und dann nachmittags/abends vielleicht 1-2 Gläser.

    Aber eher weniger, also ca. 400 ml am Tag

    Tine mit Perlchen *02.2010 und Junior *12.2013

    Einmal editiert, zuletzt von Tine88 ()

  • Verstopfung hat sie aber nicht zufällig dann immer gleichzeitig? Das ist bei Sohni grundsätzlich ein Garant für häufiger nasse Hosen. Ebenso wenn es Apfelschorle gibt. Warum auch immer.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Klar kann sich das verwachsen, aber wenn z.b zu wenig Blasenvolumen oder so ähnlich diagnostiziert wird, kann ein Medikament nötig sein, mit abwarten kann es dann nicht erledigt sein.

    Aber ansonsten finde ich Deine Einstellung da nicht zuviel Wirbel drum zu machen super.

    Seit wann hat sie das denn? Gibt es Situationen bei denen es häufiger vorkommt, TV gucken, beim spielen oder so? Oder ist es seit dem Windel weg ist so?

  • mausehaken82 sie trinkt Sprudelwasser oder Saftschorlen


    Grundsätzlich hatte sie schon immer Phasen, in denen sie eingepullert hat. Mal war längere Zeit Ruhe, dann war es wieder häufiger. Die Windel war mit 2,5 etwa weg.

    Es kann auch immer passieren, wenn wir unterwegs sind, zu Hause, Schule.


    Nachts ist sie noch nie zum pullern aufgestanden. Wenn sie mal musste, ist es immer ins Bett gegangen. Das ist vielleicht 5 mal passiert.

    Tine mit Perlchen *02.2010 und Junior *12.2013

  • Lass es einfach mal beim Arzt abklären. Nur damit du nichts verpasst. Von Schorle muss ich übrigens auch ganz viel Pippi :D Aber ihre Trinkmenge ist ja echt gering.

    Wenn medizinisch alles ok ist, dann einfach abwarten. Erledigt sich von selbst. Manchmal sind es Entwicklungsphasen oder so. Da konzentriert sich das Gehirn mal ne Zeit auf was anderes.

  • Das war bei meinem Sohn auch so, allerdings kombiniert mit Einkoten #haare

    Bei uns ist es eine never ending Story geworden, weil weder Medikament oder Therapie, noch abwarten geholfen hat. Aber das wird bei Euch sicher anders sein ? Ich würde echt zum Arzt gehen, dann wisst Ihr wo Ihr ansetzen müsst.


    Hast mit Ihr mal feste Toilettenzeiten eingeführt? Wobei das auch schnell zum Kampf wird, da die Kinder meist keine Lust haben da mitzumachen und vom Belohnungssystem halte ich nicht soviel, bzw war das meinem Sohn auch sowas von egal.

  • Meine Tochter hat auch lange eingenässt. Bis 9 oder 10 Jahre. Mal war Ruhe, dann wieder viel. Sie hatte es sogar drauf, nachts ihr Bett neu zu beziehen. Das war natürlich nicht schön für sie. Sie hat den Harndrang zu spät gemerkt. Ich bin dann mit ihr zum Urologen. Mit Tabletten war das Einnässen bald behoben. Ich glaube, es waren 2-3 Monate, wo sie diese genommen hat und nach dem Absetzen (oder Ausschleichen?) gab's keine Probleme mehr.

  • Zu wenig trinken kann halt dazu führen, daß das Kind die Blase auch weniger spürt, weil sie selten richtig voll ist. Es kann dann auch unangenehm sein, auf die Toilette zu gehen, weil der Urin so konzentriert ist. Es gibt verschiedene Erklärungsmöglichkeiten... Aber das hängt eben auch von den jeweiligen Gegebnheiten beim einzelnen Kind ab. Deswegen finde ich die Urotherapie so empfehlenswert, weil dort wirklich geguckt wird, ob es irgendwelche Ursachen hat, da gibt es so viele verschieden Dinge, die angeguckt werden sollten. Und dann kommt es natürlich darauf an, ob das Kind Leidensdruck hat und was ändern will. Und wenn alles abgeklärt ist, kann man sich ja um so entspannter zurücklehnen und auf die Reifung/ Entwicklung warten.... Es ist eben auch normal, daß es in dem Alter noch so passiert.

  • Hallo,


    ich lese das erst jetzt. Meine Tochter wird jetzt 11. Sie hat zu Beginn der 5. Klasse das letzte Mal eingenässt. Wir haben Wechselsachen mitgegeben, sie morgens nochmal daran erinnert, vorsichtshalber zu gehen. Haben mit den Lehrern besprochen, dass sie, wenn sie muss, bitte sofort gehen dürfen soll. Hat gelindert, aber nicht gelöst. Wir haben es nicht abklären lassen, weil es nachmittags und in den Ferien so gut wie gar nicht passiert ist oder wenn, dann als Ursache Festgespielt hatte. Aber wir waren geduldig, liebevoll und neutral in der Sache und vor allem lebenspraktisch. Jetzt hat sie seit September nicht mehr eingenässt.


    Euch alles Gute.

  • Meine Tochter hatte dieses Problem auch. Ich hatte auch gehofft, dass es sich von selber erledigt. Sie trank auch viel zu wenig, daraufhin entwickelte sich eine Reizbkase. Bei ihr half eine Kombination aus Beckenbodentrainig und trinken von minimum 1liter pro Tag. Auch heute ist es so, dass Sie Probleme bekommt, wenn sie ein paar Tage nicht ausreichend trinkt. Lg

    Jona + 2 Kids (5/05,11/02)

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