Sie will nicht Haare waschen, gar nicht, nie nicht

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  • Aus meiner Sicht hast du zwei Möglichkeiten: Entweder akzeptierst du den Entscheid deiner Tochter und thematisierst das Thema nicht mehr oder du wäscht ihr die Haare mit Gewalt. All dein Reden bestärkt sie nur in ihrem nein.

    nicht links - nicht rechts - selber denken

  • Ich würd da keinen Kampf draus machen.

    Und ich weiß, wovon ich rede...ich hab hier 2 Rapunzelmädchen gehabt (Missys Haare sind mittlerweile ein bisschen kürzer, eher so überschulterlang, und MiniMissys Haare gehen auch nicht mehr bis in die Kniekehlen, sondern "nur" noch bis zum Po), und ich war schlichtweg selber zu unmotiviert, da dauernd dran rumzuwaschen. Wozu auch? Die rochen ja nicht.

    Die wurden täglich gründlich gebürstet (mit Wildschweinbürsten), danach verflochten. Wenns eine tolle und feste Flechtfrisur war, hielt die auch schonmal 2-3 Tage. Und hier herrscht die Regel, dass alle Langhaarigen (was das gesamte Rudel betrifft) beim Essen die Haare zusammenbinden müssen. Das minimiert zumindest Essensreste im Haar.

    Mittlererweile wäre Haarewaschen bei beiden kein Thema mehr, aber wie gesagt, es ist einfach nicht nötig. Die Haare sind wochenlang schön und fluffig und riechen gut. Wie Haare eben. Vielleicht auch deshalb, eben weil wir nie oft gewaschen haben, und wenn, dann ohne Shampoo. Hier gabs maximal Haaröl rein nachm Waschen.

    Dieser Beitrag kann eine eigene Meinung enthalten. Im Idealfall ist es die des Verfassers. :evil:

  • ich würde sie einfach lassen und die Haare erst mal nicht waschen. Den Jungs waschen wir eigentlich nur nachm Schwimmbad die Haare mit shampoo um das Chlor raus zu bekommen (Und irgendwie schaffen wir es nur ganz selten zum schwimmen).

    Und ok, der 2,5 jährige schmiert sich manchmal Seife in die Haare, die wird auch raus gewaschen.

  • Ich weiß nicht ob es dir hilft. Aber ich erzähl mal von uns neulich:

    Unser 3,5 jähriger mag Haarewaschen auch überhaupt nicht. So alle 3 Monate ca. Lässt es sich aber nichtmehr vermeiden, weil er dann Probleme mit Juckreiz bekommt. Also müssen wir dann waschen.

    Er hat sich auch komplett quer gestellt.

    Ich hatte es an dem Tag schon aufgegeben.

    Mein Partner hat mich dann aber sehr beeindruckt.

    Er hat sich ganz in Ruhe die Zeit genommen mit ihm darüber zu reden. Ganz ohne Druck und auf Augenhöhe.

    Nicht ein "du musst weil" sondern wirklich ein "was findest du denn daran so unangenehm und gäbe es eine Möglichkeit dir das angenehmer zu gestalten".

    Dabei kam raus, dass unser Kind das Geräusch hasst, wenn die Duschbrause auf den Kopf gerichtet ist. Das ist ihm unangenehm. Also haben sie gemeinsam nach einer Lösung gesucht und dann einen Messbecher geholt und damit das Wasser über den Kopf gekippt.

    Haare Sauber. Kind stolz.

    Ich hoffe es gibt bei euch auch so eine simple Lösung. Und ich wünsche euch dass ihr eure Lösung bald findet.

    Lg

    Annanita



    "...baaald seid iiihr groooß, und könnt aaa-lles a-llein,

    aaaber biiis daaann schlaaaft ihr hiiier bei miiiir eiiiin."

    *träller*


  • Unser 3,5jähriger geht zwar sehr gern baden, mag aber Haarewaschen auch nicht. Wir lassen einfach manchmal pures Wasser drüber laufen lassen und die Haare riechen nicht, sind weich und schön.

    Ganz selten haben wir mal mit Babyshampoo gewaschen, aber bisher vielleicht so 2-3 mal, wenn irgendwas drin war.


    Hier also noch eine Stimme für gar nicht waschen, falls das bei euch klappt.


    Ich würds einfach mal ausprobieren und wenn es tatsächlich nicht geht, weil müffel oder so, dann kannst du ja immer noch weiterschauen.


    Und ich schließe mich einigen Vorschreiberinnen an: Ich würde vor allem den Druck für euch beide rausnehmen. irgendwann verkrampft sich das dann so und du selbst beißt dich in deiner Meinung fest.

    Das ist für deine Tochter nicht schön - und für dich ja auch nicht.


    Ihr schafft das#ja


    Achso und Edit sagt: Falls das noch nicht genannt wurde, wenn sie Angst vor Augenbrennen hat, dann gib ihr einen lauwarmen nassen Waschlappen, den sie selbst vor ihre Augen halten kann, damit nichts reinläuft.

  • Ich finde wichtig, was licht schreibt: Es ist dein Bedürfnis und nicht das deiner Tochter.

    Kannst du denn festmachen, warum das Thema dich so belastet?

    Ekelst du dich? Oder sorgst du dich vielleicht um euren Ruf als Eltern? Oder befürchtest du, deine Tochter könnte gehänselt werden? Oder... (was auch immer).?

    Ich würde versuchen mir die Motivation klarzumachen und mich fragen, ob sie es Wert ist die Widerstände (und somit den Willen deiner Tochter) mit rabiaten Mitteln zu brechen.


    Hier werden Töchterchens Haare übrigens auch nicht gewaschen, weil sie es nicht will - und sie sehen in der Regel fluffig und schön aus und riechen gut.

    Insgesamt gewaschen wurde hier eine Zeit lang auch nur mit Waschlappen, weil ein tiefer Unwille gegens baden gehen bestand, das hat sich allerdings zum Glück wieder gelegt.

  • Was mir grad noch eingefallen ist - der einzige Haarwaschzwang, den es hier gab, war immer nur zu Läusezeiten, wenn hier Befall war. Dann wurde das nicht diskutiert, sondern behandelt. Inklusive Waschen natürlich. Und das musste gründlich gewaschen werden, damit dieses ölige Läusezeugs da rauskam. Nyda hieß das.

    Aber ansonsten würd ich mir da doch den Stress nicht machen.

    Dieser Beitrag kann eine eigene Meinung enthalten. Im Idealfall ist es die des Verfassers. :evil:

  • warum lässt du ihr nicht ihren Willen? Es ist ja nun nix, was das Leben gefährdet.


    Ich denke du hast da keine Chance gegen das Kind. Ich war selbst so ein Kind. Nein war nein und wehe man hat es doch getan. Das war niemals gut. Lass ihr ihren willen und ich möchte wetten, dass du so schneller an das Haare waschen kommst als mit diesem Kampf. Sie sitzt eh am längeren Hebel.


    Und jetzt dürft ihr mich alle tuppern die hier sagen nach 4 Wochen ist da Schluss mit lustig. Meinen Kindern habe ich in dem Alter (haarbedingt) Max. Alle 6 Wochen kämmen und Co zugemutet, weil ich pro Kopf 2h zur Pflege gebraucht habe. Jetztbwird es eh sommer und warm, da lockt doch das planschen mit Wasser.

  • mein sohn hattr auch noch nie shampoo in den haaren.

    Baden war auch einige monate verpönt, da gings dann schwimmen.

    Jetzt reinige ich den kopf manchmal mit einem Lappen.

    In der Badewanne tauchen ist seit neustem ok aber wehe die haare bewusst nass machen... ;)

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Hui soviele Antworten...

    Also zunächst finde ich es einerseits beruhigend, dass es nicht nur bei uns so ist. Und dass es vielleicht wirklich ein Weilchen ohne Haarewaschen gehen kann. Ja, die Gründe für mein Waschen-wollen sind genau die zuletzt genannten: Oder sorgst du dich vielleicht um euren Ruf als Eltern? Oder befürchtest du, deine Tochter könnte gehänselt werden?

    Ich denke mir, was werden wohl die Kindergärtnerinnen denken. Und dann finde ich es natürlich auch schade, sie ist so hübsch und zieht sich so hübsch an und rennt dann aber mit strähnigen Haaren herum. Da helfen auch die Glitzerspangen nicht.

    Zudem bin ich gelernte Friseurin und kann es daher nicht gut aushalten, schlecht gepflegte Haare um mich herum zu haben. Deshalb muss man sie noch lange nicht jeden Tag waschen. Aber einmal alle zwei Wochen, wie bisher, wäre halt schon schön...

    Stichwort bisher: bisher haben wir es immer so gemacht, dass sie sich auf die Seite dreht, den Kopf etwas nach hinten neigt und ich die Hand auf die Stirn halte (ganz nach Friseur-Art eben) und dann gaaanz vorsichtig mit Brause oder Haarwaschbecher wasche. Da läuft nix in die Augen. Hat immer gut geklappt, auch wenn Haare waschen noch nie ein Lieblingsthema war - aber es ging.


    Die einzige Antwort pro Haare waschen. Immerhin ;-))


    Was mir gerade einfällt, eine Mini Orrion Shampoo auf einen Waschlappen, kurz drüber rubbeln und mit einem nur mit Wasser wieder drüber, das hilft oft auch gegen Gerüche

    Ja das hatte ich ihr auch schon vorgeschlagen, aber sie will nicht.


    Taucherbrille haben wir. Das Problem: beim ersten Einsatz saß sie nicht korrekt und es kam dann doch Wasser hinein. Es gab zwar vorher schon Geschrei, aber dann war es ganz aus. In der Badewanne liegt sie gern, die untersten Haare können und dürfen dann auch mal nass werden.


    du hast alle regeln der kunst angewendet, dein kind zum haarewaschen zu bewegen. und du hast sehr viel druck aufgebaut bei dir und auch bei deinem kind. deine tricks sind meiner meinung nach nicht geeignet, eine gute beziehung zum kind aufzubauen, mit ausnahme vernünftig reden.

    Die Unterstellung, dass ich keine gute Beziehung zum Kind aufbauen kann, finde ich dann doch etwas gewagt. Wir beide haben eine sehr gute Beziehung.


    Überhaupt finde ich es nicht schön, dass mir hier meine "Tricks" oder wie ihr es nennt, so angekreidet werden. Als wäre ich hier die übergriffige Mama die nur mit Druck arbeitet.


    Vernünftig reden, das haben wir schon so oft. Wie gesagt, normalerweise geht das bei ihr immer. Nur bei diesem Thema nicht. Natürlich habe ich sie auch gefragt, wie sie es haben möchte. Was das Problem ist, Was wir tun können, etc.


    Ach ja, duschen ging letztes Jahr auch mal eine zeitlang nicht, ausgerechnet im urlaub wo wir ständig voller Sand und Sonnencreme waren. Da kam dann aus dem Wasserhahn die unsichtbare Wassernixe und hat sich mit Töchterchen unterhalten und auf einmal war Duschen wieder toll und die Wassernixe musste immer gerufen werden. Haben wir übrigens beim letzten Versuch auch gemacht, aber letztlich hat es auch nichts genützt :(


    Ja, meine Idee war ja auch, es jetzt erstmal zu lassen. Augen zu und durch, Sonnenhut drauf :D#rolleyes

    Schwimmen gehen - ja, mal sehen. Machen wir hier eigentlich nie, erst im Sommer am See...

  • Also in eurem Fall würde ich auch erstmal zu mehr Ruhe raten. Ihr steigert euch da gerade beide ein bisschen rein, glaube ich. (Meiner 3,5jährigen wasche ich im Normalfall sicher seltener als alle drei Wochen die Haare. Alle zwei Monate vielleicht? Höchstens?)


    Aber bei meiner Tochter haben die Großeltern (ohne Grund, übrigens, das war überhaupt nicht nötig) das Kind mal festgehalten zum Haare waschen (was vorher eigentlich immer gut ging) und danach ging gar nichts mehr. Was dann im Frühling doof war weil der Vater sehr allergisch auf alle möglichen Pollen ist und das Kind gern bei den Eltern schlafen wollte. Da ist es dann schon sinnvoll, die Haare abends auszuspülen. Ich habe Oma und Opa verflucht für diese Aktion, ehrlich. Jedenfalls haben wir das Kind dann innerhalb der Allergiephase wieder zum Haare waschen lassen bewegen können indem wir jeden Abend mit kleinen Schritten daran gearbeitet haben. Zuerst habe ich nur mit einem feuchten Waschlappen gewischt, dann mit einem nassen Waschlappen, dann den nassen Waschlappen über dem Kopf ausgedrückt, dann mit einem kleinen Becher nur unten, dann mit einem Becher überall, dann mit Spülung. Aber wirklich ganz langsam und immer nur so weit wie sie bereit war mitzumachen. Das ging echt über Wochen.


    Ich würde das Thema wohl erst mal ein paar Wochen ruhen lassen. (Da passiert nichts schlimmes) und dann ganz langsam daran arbeiten.


    Wenn ich das so insgesamt noch sagen darf, würde ich überlegen wie ich dem Kind mehr auf Augenhöhe begegnen kann - veräppeln aber auch so übermäßiger EInsatz von BEstechung halte ich für eher ungünstig.

  • Das mit der "Beziehung" klingt vielleicht schlimmer als es gemeint ist. Kleines Beispiel, über das ich mit einem Freund letztens sprach: Er hat eine sehr gute Beziehung zu seinen Eltern, gutes Verhältnis, alles super. Ich zu meinen auch. Aber: Als er ein Kind war, gab es z.T. harte Strafen, so wie Hausarrest, Fernsehverbot und so weiter. Er erzählte dann, dass er, wenn er was ausgefressen hatte, immer versucht hat, das geheim zu halten und es teils auf andere geschoben hat, weil er Angst vor Strafe hatte. Trotzdem hat er seine Eltern natürlich geliebt und niemand wäre auf die Idee gekommen, zu behaupten, dass er keine gute Beziehung zu ihnen hätte.

    Bei uns zuhause war es so, dass ich wohl mal zusammengestaucht worden bin, wenn ich Mist gemacht hatte und auch mal auf mein Zimmer geschickt wurde, wenn wir gestritten haben, aber ich konnte jederzeit wieder zurück ins Wohnzimmer, wenn der Zorn verraucht war, und vernünftig mit meinen Eltern reden. Ich bin niemals für irgendwas bestraft worden, kenne weder Hausarrest noch Fernsehverbot und hab eigentlich jeden Mist, den ich gebaut hab, relativ zeitnah aus eigenem Antrieb zuhause erzählt, also, ich hätte nie irgendwas verheimlicht und erst recht keinen anderen als Sündenbock vorgeschoben. Warum auch, ich brauchte ja vor nichts Angst zu haben (außer vor dem Donnerwetter... und das hat sich regelmäßig als reinigendes Gewitter rausgestellt. ;) ). Und ich glaube, dass ich in dieser Hinsicht die bessere Beziehung zu meinen Eltern hatte, dass die Strafen in der Familie des Freundes da schon was kaputtgemacht haben, was bei uns irgendwie erhalten geblieben ist.

    Insofern sind das graduelle Unterschiede und es will glaub ich keine sagen, dass ihr eine verkorkste Beziehung hättet oder so. :)

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    In meinem Waldland geht ein Monster um...

    3 Mal editiert, zuletzt von Rattenkind ()

  • Grosses Drama ist ziemlich normal finde ich. V.a. meine juengere Tochter (inzwischen 8!) weigert sich oft. Haare waschen in der Dusche .. war gar nicht dran zu denken. Wahrscheinlich haetten die Nachbarn die Polizei gerufen. Waeren die Haare nur fettig und straehnig wuerde mich das ja auch nicht stoeren, aber meine Kinder haben extreme Lockenkoepfe aus feinem Haar, die sich in Filzmatten verwandeln. Beide moechten aber gerne zusammen in der Badewanne spielen. Dort haben wir dann die Haare entweder mit einem Messbecher oder durch nach hinten lehnen gewaschen. #baden


    Ich finde es erstaunlich, dass einige einen Schwimmbadbesuch als Alternative vorschlagen. Ich finde den Gestank von Chlor/Pi!@# Gemisch#kreischen unertraeglich und muss danach erst recht (mehrfach) die Haare waschen.

  • Die Unterstellung, dass ich keine gute Beziehung zum Kind aufbauen kann, finde ich dann doch etwas gewagt. Wir beide haben eine sehr gute Beziehung.

    ich hab mich da nicht präzise ausgedrückt. ich meinte eine beziehung zum kind aufbauen nur bezüglich des haarewaschens. da blockt das kind ab. egal, wie manipulativ, böse, nett, liebevoll oder sonst wie du bist. im grunde machen kinder (und auch erwachsene) doch ganz viel wegen der guten beziehung. wir lernen in der schule die fächer lieber, wo wir die lehrer lieber haben. wir machen für unsere liebsten dinge, die wir sonst nicht machen würden. das ist beziehung. das heisst nicht, dass die beziehung zu deinem kind allgemein schlecht ist, aber in diesem punkt einfach einen knacks hat und dein kidn wahrscheinlich bei allem, was mit dem thema haarewaschen zu tun hat, abblockt, weil es nichts gutes (aus tochters sicht) erwartet.

    #rose

    Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.

    Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral. Johanna Dohnal

  • Hallo,


    Überhaupt finde ich es nicht schön, dass mir hier meine "Tricks" oder wie ihr es nennt, so angekreidet werden. Als wäre ich hier die übergriffige Mama die nur mit Druck arbeitet.


    Na ja, was heißt "ankreiden"...


    Es SIND nun mal Tricks, die dazu dienen sollen, ihr das, was du willst "schmackhaft" zu machen. Und wie sagte mein Kind mal. als es nur wenig älter war als deines: "Mama, Belohnungen sind eigentlich auch nur Strafen. Belohnungen versprechen die Großen uns nur, damit sie uns wieder was wegnehmen können, wenn wir nicht tun, was sie wollen."


    Sprach´s und teilte der Oma mit, daß sie auf die zu Manipulationszwecken versprochene Belohnung verzichtet. Denn wenn Oma der Meinung ist, wenn sie (das Kind) "A" tut, bekommt sie "B" als Belohnung lautete der völlig logische Umkehrschluss: Wenn sie auf B verzichtet, muss sie A auch nicht tun. Dass Oma daraufhin sauer war und weiterhin A wollte, war für sie absolut nicht nachvollziehbar.


    Und es IST nun mal Druck den du damit aufbaust, zumindest empfindet dein Kind es nach deinen Beschreibungen so. Auch dann, wenn du durch die Belohnungen eigentlich den Druck rausnehmen willst. Trotzdem wird es immer und immer wieder thematisiert und bekommt dadurch Gewicht - ein Gewicht, daß eben dann auf der Seele drückt.


    Und zu funktionieren scheint es ja auch nicht. Bleibt also im Grunde nur: Es sein lassen, Stress rausnehmen - oder dazu stehen, daß man es selbst so und nicht anders WILL - und es durchziehen,. Das Kind darf dann aber natürlich im Gegenzug auch deutlich machen, was es davon hält, sauer und wütend sein, schreien, kreischen, toben, hinterher mit mir böse sein...

    Dieses Recht muss ich ihm dann zugestehen.


    Mir wäre es das bei so einem Thema nicht wert, das würde ich mir für tatsächlich ernste Sachen aufheben (Gefahrensituationen, lebenswichtige Medikamente...) . Denn natürlich macht es etwas mit meiner Beziehung zum Kind, wenn ich es - und sei es auch nur in dieser einen Sache - für bockig oder "stur" halte, sauer werde, jedes Mal enttäuscht bin, wenn es "wieder" nicht klappt, das Gefühl habe, daß all meine noch so tollen Erklärungen oder gar Belohnungen abgelehnt werden.... Und vermutlich nun mal nicht gerade zum positiven.


    Ich vermute tatsächlich, daß da dein Beruf dir im Wege steht. Daß man, egal welchen Beruf man hat, viel stärker ein "So MUSS das sein" im Kopf hat, als es in der allgemeinen Realität eigentlich nötig ist. Eine mir bekannte Krankenschwester erzählte z.B. daß sie es am Anfang bei ihrem Kind total mit der Hygiene, Desinfektion, nicht anfassen lassen ... übertieben hat, weil sie ihren beruflichen "So, und zwar genau so muss das sein"-Standard auf zu Hause übertragen hat. Und ich weiß noch, wie ich mich gefühlt habe, wenn sich meine Kinder irgendwo auffällig benommen haben -. ey, ich bin Erzieherin, ich sollte doch wissen, wie man Kinder ruhig hält, von Trotzanfällen abbringt usw. Auf Arbeit schaff ich das mit 20 Kidnern - und hier...?! Nun ja... das ist eben Familie, das ist "anders" :D.


    Was die Erzieherinnen wohl denken?

    Nun, wenn ich von mir ausgehe, ich persönlich sehe keinem Kind an, wie oft es Haare wäscht (genau so wenig wie ich wahrnehme, ob die Klamotten gebügelt oder der aktuellen Mode entsprechend sind o.ä.) und ich vermute, daß es den meisten Kollegen genau so geht. #weissnicht

    (Mir persönlich ist es sogar eher unangenehm, wenn Kinder stark nach Duftstoffen riechen, sei es nun von Shamoo oder Weichspüler oder sonst was)


    Wie "hübsch" ein Kind ist, spielt für mich auch keine Rolle, sondern ob es ihm seelisch gut geht, ob es fröhlich und in seiner Mitte ist, ob es sich beim Spielen dreckig machen darf und solche Sachen.


    Dazu kommt, daß sich wie gesagt bei Kindern die Haare recht schnell regenerieren, wenn man Shampoo und co. weglässt und dann (wieder) super ohne auskommen.


    Also ja, ich würde auch zum entspannen raten.

  • Ehrlich gesagt habe ich meinen Kindern in dem Alter die Haare überhaupt nicht mit Shampoo gewaschen und auch sonst eher durch Zufall alle paar Wochen/ Monate mal.

    Das sieht man doch in dem Alter gar nicht #confused.

    Und ich finde tatsächlich auch, dass ihr da gerade ein riesiges Drama um eine totale Nichtigkeit macht.


    Das ist doch so eine irre Belastung für den Alltag wenn man ständig mit irgendwelchen Tricks versucht, dass Kind zum Haarewaschen zu nötigen. Tut euch das nicht an!


    (Und mich macht der Satz etwas fassungslos, dass sie so hübsch ist und sich so hübsch anzieht...das Kind ist dreieinhalb, kann es bitte einfach Kind sein? Und müsste es nicht so dringend Haare waschen, wenn es weniger hübsch wäre?)

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • schwimmen ist bei uns prima weil der muk dort duschen mag. Nirgendwo anders aber da schon.


    Ich bin auch über drn satz sie sei hübsch gestolpert... sie ist 3,5... ein Kind....

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Ich finde deine Tochter super. Glückwunsch, dass ihr so ein willensstarkes, selbstbewusstes, für sich klares Kind habt. Solche Menschen braucht die Gesellschaft. Dass sie diese Stärke so ausleben kann und nicht kuscht oder Mama zuliebe ihre Grenzen ignoriert, ist sicher auch Euer Verdienst als Eltern! Eins ist mir bei deinem Post aufgefallen: das Veräppeln. Ihr habt das bestimmt nicht böse gemeint, aber das gehört zu den unangenehmsten Erinnerungen an meine Kindheit, von den Eltern veräppelt zu werden. Gerade wenn man so klein ist, bekommt man nur mit, dass die Eltern sich irgendwie über einen lustig machen, kann das aber nicht genau greifen.


    Ich sehe es wie Trin, das mit dem Haarewaschen ist einfach deine - wie man so schön sagt - déformation professionelle, da bist du auch im Alltag Friseurin und hast deshalb wahrscheinlich einen blinden Fleck in der Erziehung. Vielleicht ist deine Tochter ja auch so hübsch, weil sie einfach eine willensstarkes, lebendiges Kind ist - unabhängig vom Styling:)


    Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.


    Kurt Tucholsky (Schloß Gripsholm)

    Einmal editiert, zuletzt von Marienkaefer ()