"Gehalt" für Babysitter - eure Meinung / Erfahrung bitte

  • Ich bagatellsiere nicht das Nacht-Babysitten und bin mir natürlich dessen bewusst, was das alles implizieren kann.

    Ich selbst hatte als Studentin aber durchaus Babysitterjobs, wo ich die Kinder nie im Wachzustand zu sehen bekam und exakt gar nichts anderes tat als im Wohnzimmer Zeitschriften zu lesen oder mein Zeug zu lernen.

    Das erforderte Null Kompetenz verglichen mit jemandem, der zwei wache Kinder über drei Stunden zu betreuen hat.


    (Ich sag nicht, dass ich aus heutiger Sicht eine derartige Handhabe befürworte oder meine Kinder jemals in der Form einer ihnen unbekannten Person ausgesetzt hätte... aber das waren extrem leicht verdiente 20, 30 DM damals)

  • Es ist ja auch ein Unterschied, ob die Babysitterin 12 ist oder 22, ob sie einen Erste Hilfe Kurs hat oder nicht.



    erste-hilfe-kurs ist natürlich eine relevante qualifikation, die sich auch aufs gehalt auswirken kann.


    einen unterschied bezüglich des alters zu machen, das wäre für mich ein no-go.


    gleiche arbeit = gleicher lohn. alles andere geht einfach nicht und öffnet dumping tür und tor. macht für profis auch die preise kaputt.

    und unter dem ohnehin nicht wirklich prallen gesetzlichen mindestlohn bezahlen zu wollen, wäre für mich völlig undenkbar und ich hoffe, niemand gäbe sich für so etwas her auf arbeitnehmerinnenseite.



    zum eigentlichen fall, ich würde da umma 10-15 euro zahlen, weil es ja schon auch regelmäßig ist und 3 stunden die woche ja schon ein wort sind.

    bei der preisgestaltung würde ich auch berücksichtigt wissen wollen, wie häufig aufträge anfallen. wer nur alle 2 wochen mal ein, zwei stunden kommt, könnte mehr aufrufen als jemand, der einen "staffelpreis" machen kann für umfangreichere engagements.

    nicht zuletzt muss der student noch überlegen, wie viel er zusätzlich verdienen darf wg. der 450-euro-grenze oder, falls er sich daran ohnehin nicht hält, weil er ja sein leben finanzieren muss (von 450 euro kann niemand leben), dann muss er anders da rangehen.



    lg patrick

  • gleiche arbeit = gleicher lohn. alles andere geht einfach nicht und öffnet dumping tür und tor. macht für profis auch die preise kaputt.

    und unter dem ohnehin nicht wirklich prallen gesetzlichen mindestlohn bezahlen zu wollen, wäre für mich völlig undenkbar und ich hoffe, niemand gäbe sich für so etwas her auf arbeitnehmerinnenseite.

    Das stimmt schon - wobei Erfahrung bei mir schon zählt, und irgendwie auch, dass jemand volljaehrig ist und nicht 12. Aber ob jemand 44 ist und 5 Jahre Babysitter Erfahrung hat oder 23, das macht keinen Unterschied.

  • richtig. aber der logische schritt ist für mich dann, keine 12jährigen zu beschäftigen. das würde ich sowieso niemals, grundsätzlich keine minderjährigen mit personensorgeverantwortung betrauen.



    ich sehe das dann so. ich habe eine aufgabe zu vergeben. für diese aufgabe bezahle ich gehalt xyz. an jemanden, der diese aufgabe qua befähigung und qualifikation zu 100% ausführen kann.

    finde ich jemanden, der (durch pädagogische ausbildung oder so) die aufgabe zu 125% ausfüllen kann, kann ich ja auch 125% zahlen für diese person, sofern ich mir das leisten kann und will.



    unzulässig finde ich dagegen "ach, mir würden situationsbedingt auch 80% reichen", um dann nur 80% zu zahlen. das ist brutal asozial. vor allem für den fall, dass eigentlich 100% abgefordert würden und die untaugliche besetzung nicht mit der aufgabe fertigwird.

  • Ich sehe das wie patrick*star

    Das Gehalt kann ich abhängig machen von Erfahrung und Qualifikationen - sofern für den Job relevant.


    Aber das unsägliche "der Schülerin reichen ja auch 10€" finde ich ganz schlimm. Habe das hier auch schon in anderen Bereichen gelesen (Tiere füttern, Reinigungsarbeiten etc) und da gruselt es mich immer

    The darkest nights mean you see the stars the most #mond

  • Interessanter Aspekt, ich stimme euch schon zu, Ebura und patrick*star . Dann wuerde ich auf 16 Jahre runter gehen mit der Personenverantwortung. Ein Babysitterkurs ist bestimmt auch gut, und sollte dann auch mutanerkannt werden.


    Ich war noch nicht in der Verlegenheit einen so jungen Babysitter zu beschaeftigen und habe mir deshalb nicht so viele Gedanken gemacht. Prinzipiell bin ich aber am höheren Ende der Preise hier, was ich denke, was ein Babysitter erhalten sollte. Wobei das fuer mich wiederum heisst, dass ich mir den nicht leisten kann. Weshalb ich dann wiederum auf Nachbarschaftshilfe angewiesen bin - also ich pass mal auf deine auf und du dann auf meine.

  • Ich bekomme 10€/Stunde, zwei Kinder 3,5 und 9 Jahre alt. Dabei teilen sich die Zeiten in 1/3 wache Kinder mit Bespaßung, Hausuafgaben, Fahrdienst und eventuellen Freunden und 2/3 abends mit schlafenden Kindern auf dem Sofa auf. Das ist für mich okay.

  • Aber das unsägliche "der Schülerin reichen ja auch 10€" finde ich ganz schlimm.

    Naja, der Mindestlohn liegt bei 8,84 Euro und das verdienen manche nach Ausbildung in weit anstrengenderen Jobs als schlafende Kinder zu hüten.

    Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!

  • Aber das unsägliche "der Schülerin reichen ja auch 10€" finde ich ganz schlimm.

    Naja, der Mindestlohn liegt bei 8,84 Euro und das verdienen manche nach Ausbildung in weit anstrengenderen Jobs als schlafende Kinder zu hüten.

    Ich bezog mich auf den Abend. Das kommt durchaus oft vor.

    The darkest nights mean you see the stars the most #mond

  • Hallo,


    Es ist ja auch ein Unterschied, ob die Babysitterin 12 ist oder 22,


    Ich sehe es auch so: Ich finde es hängt von dem ab, was man von demjenigen erwartet, was das Arbeitsfeld umfasst. Gleiche Arbeit, gleicher Lohn. Egal ob 12, 22, 52, egal ob Mann oder Frau usw.


    Qualifikation/ Erfahrung... würde dann einen Unterschied in der Bezahlung machen, wenn er sich aufs Arbeitsfeld, den erwarteten Arrbeitsumfang auswirkt.


    Der 1. Hilfe Kurs wäre für mich z.B. eine Einstellungskriterium und keins für die Lohnhöhe - denn so oft wird die erste Hilfe (hoffentlich) nicht gebraucht, daß sie auf die alltägliche Arbeit Auswirkungen hätte , aber auch ohne Kurs würde ich erwarten, daß 1. Hilfe geleistet wird.

    Ich würde also eher entscheiden, ob ich überhaupt jemanden einstelle, der keinen Kurs hat oder nicht.


    Einen finanziellen Unterschied würde es für mich z.B. machen, wenn ich jemanden mit bestimmten Qualifikation einstelle und dann auch Dinge erwarte, die ich sonst nicht erwarten würde (therapeutische oder Fördermaßnhmen, Spritzen setzen, qualifizierte Lernbegleitung, Nachhilfe...).

    So lange jemand mit oder ohne Quali die gleiche Arbeit macht, ist es für den Lohn mMn egal.


    Genau so ist, es mMn egal, ob die Kinder schlafen oder nicht, ich bekomme auf Arbeit auch das gleiche Gehalt, egal ob die Kinder heute anstrengend waren und mit Kopf und Ohren glühen oder der Tag sozusagen ein Selbstläufer war, an dem ich sogar mal zwischendurch am Sandkastenrand in der Sonne sitzen konnte. Egal ob ich durch Krankheit über 30 Kinder habe oder an einem Brückentag mal nur 5.


    Gerade in Bezug aufs schlafen oder nicht - ab einer bestimmten Tageszeit stehen einem in den entsprechenden Berufen sogar Zuschläge zu, sogar dann, wenn es auch in den meisten Fällen nur eine "Nacht-Wache" ist.


    Wenn ich überlege, daß eins meiner Kinder das machen würde - so grundsätzlich würde ich auch sagen, von 10€ an aufwärts. Sonst hätte ich das Gefühl, mein Kind würde ausgenutzt. Eins meiner Kinder hat jetzt einen Nebenjob, bei dem es gut (mehr als die 10€) verdient - und dabei nicht mal Verantwortung für Menschen sondern nur für Dinge hat.

    #sonne Sommerlachen - Wolken gucken - Pause machen... #sonne

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  • Der 1. Hilfe Kurs wäre für mich z.B. eine Einstellungskriterium und keins für die Lohnhöhe - denn so oft wird die erste Hilfe (hoffentlich) nicht gebraucht, daß sie auf die alltägliche Arbeit Auswirkungen hätte , aber auch ohne Kurs würde ich erwarten, daß 1. Hilfe geleistet wird.

    Ich würde also eher entscheiden, ob ich überhaupt jemanden einstelle, der keinen Kurs hat oder nicht.

    Wo ich das hier grad lese...also ich könnte keine Erste HIlfe leisten #hmpf. Von daher wäre das für mich kein Must-Have für einen Babysitter...von dem würd ich erwarten, dass er ggf. einen Notarzt anruft.

    Kann hier echt jeder Erste Hilfe bei Kindern leisten? Wir betreuen ja tagtäglich unsere Kinder.

    Dieser Beitrag kann eine eigene Meinung enthalten. Im Idealfall ist es die des Verfassers. :evil:

    Und - Frauen sind mitgemeint. :D

  • also ich habe diverse 1.hilfe kurse besucht und 2x bei meinen eigenen kind gebraucht. Ein offener zehbruch und vorgestern gesichtsbremse mit ausgeschlagenem zahn und diversen verletzungen. Es macht solche unfall sitiationen definitiv entspannter, wenn man weiss was zu tun ist, die abläufe kennt und daher ruhig und besonnen reagieren kann.


    Als kinder trainerin muss ich den ja haben aber ich empfehle es echt jedem.

    Babysitter ohne aktuellen kurs käme hier nicht her.

    Manches fängt klein an, manches beginnt groß. Aber manchmal ist das Kleinste das Größte #herz


    ...warum die Worte See und Seele sich so ähnlich sind...#herz

  • Für mich gehört der Erste Hilfe Kurs schon dazu, wenn jemand als Babysitter arbeiten will. Nachbarschaftshilfe, Freundschaftsdienste finde ich da nochmal anders. Ebenso wie ich es auch so kenne, dass viele einen Babysitterkurs belegt haben. Wer diese Qualifikationen nicht hat, wuerde dann auch weniger verdienen.


    Ich selbst habe auch mit jedem Kind den Kinder ErsteHIlfe Kurs aufgefrischt. Wir leben sehr aktiv und es passieren halt doch ab und an Unfälle im Leben. Aber das war unsere Entscheidung (mein Mann hat den Kurs selbstverständlich auch gemacht), andere sehen das anders.

  • Hallo,


    Ich habe nie irgendwie darüber nachgedacht, da ich schon in Jugendzeiten einen Kurs hatte und den berufsbedingt alle 2 Jahre wiederholen muss.


    Ob ich einen Kurs fordern würde, weiß ich gar nicht, das kommt sicher auch darauf an, wie weit ich weg bin (hütet der Babysitter das Kind, damit ich in Ruhe am PC arbeiten kann oder sind sie alleine unterwegs?). Aber irgendwie finde ich, sollte jeder einen Kurs machen und alle paar Jahre auffrischen. Den Rettungsdienst rufen ist natürlich superwichtig, aber dann kann man ja nciht einfach daneben stehen und zuschauen, wie es blutet oder das Kind wegkippt.


    Daß zumindest einige Grundregeln bekannt sind, würde ich eigentlich bei jedem Menschen voraussetzen...


    Wie gehe ich mit einer offenen Verletzung um, wie mit einer vermuteten Knochenverletzung, was mache ich bei (Verdacht auf) Vergiftung, was bei einem Kopfsturz... Wie geht die stabile Seitenlage, wann ist sie angezeigt?

    Wie oft "drücke" ich beim Reanimieren im Verhältnis zur Atmung (da würde ich z.B. schauen, daß die "Kinderdaten" noch mal angeguckt werden, die sind ja anders).

    Wie lagere ich bei Schock, bei Kopfverletzung...


    Also das was man macht, was man "irgendwie eigentlich sowieso weiß".


    Das würde ich ehrlich gesagt auch von der netten Nachbarin erwarten, wenn sie sich bereit erklärt, aufs Kind zu achten.

    Daß jemand einen perfekten Verband anlegt, natürlich nicht, aber den macht der Notarzt eh gleich wider ab.


    Jemand für andere Menschen verantwortlich sein will und nicht mal weiß, wie man ggf. einen Arm ruhigstellen kann (ganz simpel, nicht perfekt) oder so , würde mich irritieren... In dem Falle würde ich vermutlich tatsächlich erwarten, daß vorher ein Kurs gemacht wird.


    Zur ersten Hilfe ist sowieso jeder verpflichtet, zumindest wurde uns das so gesagt. "Ich habe aber gar keinen Kurs gemacht" gilt nicht als Gegenargument, in der Pflicht etwas zu tun ist man trotzdem. Dann doch im Zweifelsfall lieber mit ein klein wenig Hintergrundwissen...

    #sonne Sommerlachen - Wolken gucken - Pause machen... #sonne

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