Schreiben lernen in anderen Ländern

  • Hallo,


    mein Sohn ist in der 4. Klasse und hat eine Handschrift, die kaum entzifferbar ist. Bei ihm ist es sicherlich besonders schlimm, aber generell beklagt sich seine Lehrerin regelmäßig, dass sie die Schriften vor allem etlicher Jungen kaum lesen kann. Wenn ich mir die Arbeiten von Frau Schulze Brüning ansehe, habe ich auch den Eindruck, dass das ein deutschlandweites Phänomen ist. Sie hat vor einiger Zeit ein Buch dazu veröffentlicht und ich denke, sie hat mit vielen der angesprochenen Punkte recht, dass die heutigen Methoden den deutschen Kindern das Schreibenlernen schwerer machen als dies früher der Fall war. Ich kann mich aus meiner Kindheit nicht daran erinnern, dass in dem Alter Kinder noch nicht lesbar schreiben konnten.


    Mich würde mal interessieren, wie das Schreiben lernen in anderen Ländern "passiert". Zum Beispiel: Wann und wie beginnen die Kinder damit? Wird Druckschrift als Erstschrift gelehrt oder gleich Schreibschrift? Wird überhaupt noch Schreibschrift gelehrt? Wie sind die Ergebnisse im Vergleich zu deutschen Kindern (sofern ihr da Vergleiche habt)?.

  • Ich kann nur für Israel sprechen, kein Vergleich mit deutschen Kindern da.

    Die Kinder lernen spätestens im obligatorischen Kindergarten (also mit 5 Jahren) Druckschriftbuchstaben erkennen und den eigenen Namen schreiben. In der 1. Klasse (mit 6) lernt man Druckschrift und dann sehr bald Schreibschrift.

  • Der Lehrer unseres Sohnes findet die Schrift von unserem Sohn sehr schön - wobei ich in diesem Fall nicht wissen will, was "nicht schön" ist. Das kann dann wirklich nicht mehr leserlich sein #hmpf - Unser Sohn hat aber einen Brieffreund in Bayern (auch 4. Klasse), der eine wunderschöne Schrift hat #top ... Bekannte von uns haben die ersten Schuljahre ihrer Kinder in Australien verbracht, beide Kinder haben eine tolle Schrift. Sohn hat auch einen Brieffreund in Amerika - der schreibt genauso unleserlich wie Sohn, vor allem konnte er bis zur 4. Klasse gar keine Schreibschrift lesen oder schreiben; mittlerweile kann er es zumindest lesen ...


    Woran die Unterschiede aber liegen, kann ich nicht sagen. Bei uns fangen sie Mitte der 1. Klasse mit Schreibschrift an, ab Mitte der 2. Klasse darf dann nur noch Schreibschrift geschrieben werden. Unleserlich wird es vor allem dadurch, dass sie keinen Tintenkiller verwenden dürfen und dann eben zwischendrin Buchstaben reingequetscht werden, rausgestrichen, ...


    Ab der 6. Klasse wird die Schrift hier bei vielen Mädchen übrigens richtig schön, konnte ich so bei Tochter und ihren Freundinnen beobachten. Zu den Jungs kann ich noch nichts sagen ;)

  • Sehr spannend.


    In meiner Erinnerung hatten wir früher großformatige Schwungübungen und haben direkt Schreibschrift gelernt.

    Weniger Einzelbuchstaben, sondern mehr die Buchstabenverbindungen.

  • Hier lernen die Kinder im 1. Schuljahr (4 Jahre) die Druckbuchstaben lesen und ihren Namen lesen/schreiben.

    Dann im nächsten Schuljahr einfache Wörter mit Druckbuchstaben.

    Dann im 3. Schuljahr (6 Jahre) Schreibschrift.

    Meine Tochter (jetzt 10) schreibt super krickelig....

  • Interessant fand ich, dass von der 2. bis zur 4. Klasse Schreibschrift Pflicht war und Maxi sehr unleserlich geschrieben hat. Außerdem mußten falsch geschriebene Wortteile eingeklammert, in der Klammer durchgestrichen und über dem Wort korrigiert werden. Das war sehr... unübersichtlich.

    Ab der 5. hieß es dann "Schreibt wie ihr wollt - die Lehrkraft muß es lesen können!" Kombiniert mit der Abschaffung des einklammerns sorgte das für einen lesbaren Text und eine angenehme Handschrift. Trotzdem finde ich es schade, dass Maxi keine verbundene Schrift gewählt hat.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Anima Ich nehme an, die Kinder lernen in Israel als erstes Hebräisch. Gibt es für Hebräisch eine Schreibschrift? Hast Du da vielleicht einen Link wo man den Unterschied zwischen Druckschrift und Schreibschrift sehen kann?


    @Alle: könntet Ihr bitte dazuschreiben, um welches Land es geht? Ich möchte in diesem Thread ungern eine neue Diskussion um den deutschen Weg lostreten. Mich interessiert wirklich einfach mal, wie es im Vergleich dazu in anderen Ländern aussieht.


    Wir wohnen übrigens in Bayern. Ich bin in der DDR groß geworden, weiß also nicht wie es in meiner Kindheit in der BRD aussah (wobei es da vermutlich auch wieder in jedem Bundesland anders war).

  • In den USA: Grossbuchstaben und Druckschrift wird ab 4 Jahren eruebt und ab 5 Jahren schreiben die Kinder, gross, unleserlich. Schreibschrift gibt es kurz mit 8/9 Jahren, nutzt aber niemand.


    Frankreich: Grossbuchstaben mit 3, Kleinbuchstaben mit 4, Schreibschrift klein mit 5, Schreibschrift gross mit 6. Es wird immer auf eine gute ordentliche und schöne Handschrift wertgelegt, bis zur 2. Klasse auch die genauen Formen, in der 3. ist es etwas freier, dennoch kann man zB im Diktat ein plus kriegen, wenn es nicht nur richtig ist, sondern auch schoen. Die Schrift ist schon ab der 1. Klasse sehr klein und fein. Das wird im letzten Kindergartenjahr ganz gezielt geuebt - kleine und feine Linien und Details genau zu malen. Ich finde hier alle Schriften in der 3. Klasse leserlich - ich kenne natuerlich nicht alle, aber doch einige, da die Klasse zB mal eine Zeitung geschrieben hat, handschriftlich. Mir ist der Fokus ein wenig zu sehr auf dem Schriftbild hier und den Schnörkeln.


    Erwachsene gibt es aber auch doch einige mit Sauklauen.

    Love what is.

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  • Frankreich: Grossbuchstaben mit 3, Kleinbuchstaben mit 4, Schreibschrift klein mit 5, Schreibschrift gross mit 6. Es wird immer auf eine gute ordentliche und schöne Handschrift wertgelegt, bis zur 2. Klasse auch die genauen Formen, in der 3. ist es etwas freier, dennoch kann man zB im Diktat ein plus kriegen, wenn es nicht nur richtig ist, sondern auch schoen. Die Schrift ist schon ab der 1. Klasse sehr klein und fein. Das wird im letzten Kindergartenjahr ganz gezielt geuebt - kleine und feine Linien und Details genau zu malen. Ich finde hier alle Schriften in der 3. Klasse leserlich - ich kenne natuerlich nicht alle, aber doch einige, da die Klasse zB mal eine Zeitung geschrieben hat, handschriftlich.

    Das finde ich total spannend. Das ist ja deutlich früher als in Deutschland. Ich habe irgendwo auch mal Schriftproben von französischen 6-jährigen Kindern gesehen wo ich echt erstaunt war. Hier wird ja oft damit argumentiert, dass die Feinmotorik der Kinder auch bei Schuleintritt noch so schlecht sei und angeblich so viel schlechter als früher. Trotzdem schaffen es französische Kinder offenbar viel früher, "schöne" Handschriften zu entwickeln. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Frankreich die Feinmotorik so viel besser ist - oder wenn doch, warum?

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Frankreich die Feinmotorik so viel besser ist - oder wenn doch, warum?

    Ich kenne das Argument mit der Feinmotorik aus den USA - da wird eine DINA4 Seite quer genommen und dann zwei Zeilen drauf und das ist die Größe der Schrift mit 5. In Frankreich sind die Kleinbuchstaben (a, s, o etc) 2mm gross ab der 1. Klasse.


    Es wird hier sehr viel Feinmotorik geuebt im Kindergartenalter, es wird viel gemalt, nachgemalt, Schnoerkelchen, Musternachmalen, schrittweise Malanleitungen. Knöpfen, Schnüren, Knoten, Fädeln sind auch schon früh mit dabei.


    Ich denke man kann schon viel früh mit Kindern machen und üben, es sind halt andere Sachen, die dann nicht gemacht werden.

  • Interessanter Thread, danke dafür! Ich hätte eine damit verbundene Frage:


    Ich ging mal ein Semester in England zur Schule und hatte einige Kollegen aus englischsprachigen Ländern (USA, GB, Irland, Australien). Bei ihnen schien mir die Schrift insgesamt sehr ordentlich und leserlich, und auch sehr stereotyp zu sein.

    Während ich mir in meiner Schulzeit zugetraut hätte, jedes Heft anhand der Schrift einem meiner Mitschüler zuzuordnen, wäre mit das bei meinen Mitschülerinnen in England nie und nimmer gelungen, da fand ich die Schriftbilder viel zu ähnlich (natürlich gab es individuelle Unterschiede, aber die fand ich weniger augenfällig als z.B. innerhalb meiner Schulklasse).


    Geht euch das auch so? Und falls ja, woran liegt das? @Nachkerze schrieb ja, dass in den USA praktisch nur Druckschrift gelehrt wird. Die Schrift, die ich meine, hat teilweise schon Verbindungen zwischen den Buchstaben, aber ich würde sie weder als reine Druck- noch als reine Schreibschrift bezeichnen. Kann es aber der Grund sein, dass vielleicht in diesen Ländern hauptsächlich Druckschrift gelehrt wird, und jeder dann daraus eine teilverbundene Schrift ableitet? Auch in D finde ich das Schriftbild bei reiner Druckschrift einheitlicher (und i.A. leserlicher).


    Interessant finde ich auch, was du, Nachtkerze , über Frankreich schreibst. Ich glaube, das wäre für meinen Geschmack auch zu viel Fokus auf der Feinmotorik... Mich hat schon genervt, dass es bei uns in der Grundschule Noten auf "Schrift" gab. Da habe ich noch unfassbar ordentlich geschrieben, und trotzdem manchmal eine 4 bekommen... #blink. Sobald das "freigegeben" war, bin ich zu meiner natürlichen Sauklaue zurückgekehrt, die ich noch heute habe. Wobei ich ein bisschen rumprobiert habe. Ich kann durchaus auch mit verschiedenen Schriftbildern schreiben, wenn ich mit meiner selbstgemachten Tinte schreibe, kann ich auch ein bisschen kalligraphisch was hinpinseln, aber für den täglichen Gebrauch ist mir das alles zu anstrengend.


    Bei meinen Kindern gab es keine Noten mehr auf die Schrift. Interessant, dass es das in F noch gibt. Wird das dort von der Bevölkerung gewünscht/unterstützt? Ist dort allgemein eine schöne/leserliche Handschrift wichtig? Oder sind die Eltern eher genervt davon, dass KiGa und Schule unverständlicherweise da so einen Wert drauf legen?


    Beste Grüße

    Sabine

    Sabine '69 mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Bei meinen Kindern gab es keine Noten mehr auf die Schrift. Interessant, dass es das in F noch gibt. Wird das dort von der Bevölkerung gewünscht/unterstützt? Ist dort allgemein eine schöne/leserliche Handschrift wichtig? Oder sind die Eltern eher genervt davon, dass KiGa und Schule unverständlicherweise da so einen Wert drauf legen?

    Noten auf Schrift nicht, aber es gibt eben das extra Sternchen, das emotionalen Wert hat, aber keinen notentechnischen, wenn du das verstehst.


    Ja, viele Eltern finden guten Schrift wichtig, aber nicht allen (es gibt da auch ein paar wenige Gegenstimmen). Es wird wohl in vielen Stellenausschreibungen ein handschriftliches (!) Anschreiben verlangt, da ist ein gutes Schriftbild ebenso wichtig, wie das deutsche Bewerbungsphoto - in meinen Augen ist beides total fehl am Platz. Aber ich denke, dass deswegen das Schriftbild wichtig ist. Ausserdem wuchsen die Eltern schon so auf, und Autorität wird wenig in Frage gestellt (fuer mein Empfinden). zB finden viele Eltern, dass seit der Grundschulreform zu wenig Wert auf Schrift gelegt wird. Laut Lehrplan müssen die Kinder im letzten Kindergartenjahr nämlich nur ihren eigenen Namen in Schreibschrift schreiben koennen, aber nicht ganze Sätze kopieren, vielen Eltern reicht das aber nicht.

  • Ich ging mal ein Semester in England zur Schule und hatte einige Kollegen aus englischsprachigen Ländern (USA, GB, Irland, Australien). Bei ihnen schien mir die Schrift insgesamt sehr ordentlich und leserlich, und auch sehr stereotyp zu sein.

    Während ich mir in meiner Schulzeit zugetraut hätte, jedes Heft anhand der Schrift einem meiner Mitschüler zuzuordnen, wäre mit das bei meinen Mitschülerinnen in England nie und nimmer gelungen, da fand ich die Schriftbilder viel zu ähnlich (natürlich gab es individuelle Unterschiede, aber die fand ich weniger augenfällig als z.B. innerhalb meiner Schulklasse).


    Geht euch das auch so? Und falls ja, woran liegt das? @Nachkerze schrieb ja, dass in den USA praktisch nur Druckschrift gelehrt wird. Die Schrift, die ich meine, hat teilweise schon Verbindungen zwischen den Buchstaben, aber ich würde sie weder als reine Druck- noch als reine Schreibschrift bezeichnen. Kann es aber der Grund sein, dass vielleicht in diesen Ländern hauptsächlich Druckschrift gelehrt wird, und jeder dann daraus eine teilverbundene Schrift ableitet? Auch in D finde ich das Schriftbild bei reiner Druckschrift einheitlicher (und i.A. leserlicher).

    Das dürfte an der Druckschrift liegen. Auch dazu hat Frau Schulze Brüning etwas in ihrem Buch drin - das die Schriften mit Druckschrift viel weniger Indiviudualität haben und damit auch viel weniger Persönliches. Sie hat nach meiner Erinnerung Schüler an weiterführenden Schulen alle den gleichen Text in Druckschfrift schreiben lassen. Die Kinder konnten dann später aus der Schruftprobensammlung ihre eigenen Texte nicht mehr wiederfinden. Das ist bei Schreibschrift anders.

  • Hallo,


    Zählt DDR auch?


    Wir haben vom Tag 1 an Schreibschrift gelernt.


    Das heißt, schon im Kindergarten gab es in der Pflicht-"Beschäftigung" (= kleine Unterrichtseinhait, von der es tägl. bis den Kleinen eine und bei den Mittlern und Großen zwei gab ) unter anderem Schwungübungen gemacht, indem vorgegebene Sachen mit "Muster" versehen werden mussten, mal mit Stift, mal mit Pinseldruck... Da ging es um die grundlegenden Formen, das einhalten von Zeilen, Abstand halten...

    Je näher die Schule rückte, desto "Schreibschrift-ähnlicher" wundern die Schwünge, inkl. Schlaufen, bögen usw.


    In der Schule ging es dann zügig mit der Schreibschrift los, jeder Buchstabe wurde aus seinen Elementen ausprobiert, d. h. zum Beispiel zuerst der Schräge "Anstrich", dann der obere Bogen, dann der Bogen zurück, dann das zusammengesetzt. Danach der Aufstrich bis zur Mittellinie, dann wiederum der Abstrich und der Bindebogen.


    Iiiiiirgendwann nach vielen Zeilen üben wurde dann daraus ein kleeines a.

    Es wurde tatsächlich viel Zeit aufs üben verwendet und die Kinder konnten recht bald alle Buchstaben. Auch die Verbindungfen zwischen den einzelnen Buchstaben wurden zeilenlang geübt.

    ne ne ne ne

    ni ni ni ni

    no no no no

    ne ni ne ni ne ni


    Na ja, ich kann mich daran erinnern, daß das ... ähm höchst motivieren... war. Aber im Grunde hat man als Kind nicht großnachgedacht,. War halt so und gefragt hat uns eh keiner.


    Freie Texte kamen irgendwann... ich kann mich in Klasse 1-3 nicht an frei geschrieben Texte in meinen Heften erinnern. Entweder Abschrift oder Diktat. Ich glaube in Klasse 4 kamen dann kurze Aufsätze, die aber ebenfalls noch recht engen Regeln unterlagen.


    Es gab sogar in der Grundschule das Fach "Schönschreiben", in der erst Worte, dann Sätze und später seitenweise Texte abgeschrieben wurden. Und Schrift ((später erweitert auf "Form") wurden bis zum Schluss bewertet.


    Ob die Kinder schön" oder "leserlich" schrieben. scheint allerdings meiner Erfahrung nach wohl eher am Individuum zu liegen als an der Methode.


    Obwohl ich die gleichen Vioraussetzungen hatte, wie andere, war (und ist) meine Schrift grottig.

    Ungleichmäßig, kein Buchstabe scheint zum anderen zu passen, Zeilen dienten lange eher der Groborientierung, der eine Buchstabe fällt nach rechts um, der andere links, der tiefe Bogen vom r fehlte, so daß ich die Schlaufe zu hoch ziehen musste es eher wie ein kleines l aussah, das keine s ist irgend so ein runder Knubbel, den man nur im Zusammenhang als s erkannte wenn man wollte (oft genug wollte "man" nicht) ...


    Ich musste als Kind sooo viel zusätzlich üben, über ein "lesbar" bin ich bis heute nicht hinausgekommen uns selbst das kostet nach wie vor große Mühe, Kraft und Zeit.

    Bei mir konnte - trotz allem verzweifelten Bemühen - eine Aufsatzbewertung so aussehen: Inhalt 1, Ausdruck 1, RS/G 1 oder 2, Form 4 (5 war das schlechteste).

    Die Gesamtnote konnte nur einen Grad besser sein als die schlechteste Teilnote und so floss die 3 in meine Deutschnote ein.


    Meine Mädels, die sehr frei schreiben lernen durften (Erst nur Druckbuchstaben, dann irgendwann freiwillig Schreibschrift) , schreiben wesentlich schöner als ich jemals schreiben können werde - allerdings sehr individuell, aber eben durchaus "schön" . Meine Jungs scheinen leider mein "Krakel-Gen" geerbt zu haben, immerhin sind sie auch irgendwann bei "Lesbar" angekommen.


    Übrigens hat mir eine erfahrene Lehrerin gesagt, daß viele Kinder tatsächlich so mit 10-12/13 noch mal eine Phase für Schrift haben, in der sich ganz viel tut. Sowohl rechtschreiblich als auch vom Schriftbild her. Bei vielen von alleine, bei manchen mit etwas Unterstützung. Bei meinen hat es bei allen gestimmt.

    #sonne Sommerlachen - Wolken gucken - Pause machen... #sonne

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  • in Australien, also zumindest in unserem Bundesstaat NSW, lernen die Kinder im ersten Jahr mit 5 (manche sind bei der Einschulung sogar erst 4) Druckschrift. Ich kann mich von meinem großen gar nicht richtig erinnern, wann die Schreibschrift lernen. Diese Schreibschrift ist aber dann auch nicht das, was ich unter Schreibschrift verstehe, sondern eher so ein Gemisch aus schreib-und Druckschrift.

    Viele Gruesse vom andern Ende der Welt, Sarah




  • Zur anglophonen Schreibweise fällt mir noch ein, dass das Schreibschriftalphabet zT recht anders geformte Buchstaben hat (im frz. auch). Die Sache mit der 7 und 1 lernt man ja vielleicht noch in der Schule, aber auch A, S und G sind anders, und so hat jedes Schriftbild auch seinen "Akzent".

  • Schweiz (Kanton St. Gallen): Die Kinder (werden mit 7 eingeschult), lernen zuerst die Druckschrift. Dabei ist es aber egal, wie die einzelnen Buchstaben und Zahlen geschrieben werden, also von oben nach unten oder umgekehrt, von links nach rechts oder umgekehrt, etc. Also ob man das grosse E zum Beispiel unten rechts oder oben links beginnt, etc.


    Ist das bei Euch auch so?


    In der zweiten Klasse haben meine Kinder dann die Schreibschrift gelernt, wobei die jetzt, soviel ich weiss, zu Gunsten einer verbundenen Druckschrift abgeschafft wurde.


    Und dann haben sie leider auch das Schreiben nach Gehör gelernt, völlig ohne Rechtschreibung, sehr schade ... !!


    Meine beiden Jungs schreiben sehr unleserlich, wobei der jüngere jetzt mit 13 von sich aus von der Schreib- auf die Druckschrift umgestellt hat, was eine riesengrosse Verbesserung in der Leserlichkeit gebracht hat, leider nicht in der Orthographie ...

  • In Deutschland wird nach meinem Kenntnisstand in der 1. Klasse immer mit der Druckschrift angefangen. Schreibschrift unterschiedlich ab 2. oder 3. Klasse, in einigen Bundesländern inzwischen wohl auch gar nicht mehr oder nur freiwillig.


    Bei meinem Sohn wurde von der Schule immer nur auf das Ergebnis geschaut, nie danach, wie er die Buchstaben schrieb. Alleine dadurch verfestigen sich meiner Meinung nach ungünstige Bewegungsmuster, die leider nur sehr schwer wieder umzulernen sind,