Noch mal Läuse - aus Erzieherinnensicht

  • Seit mehreren Monaten haben wir in der Klasse Läuse!

    In der Klasse sind 26 Kinder und es sind immer die selben fünf Kinder, deren Eltern es melden....

    Das Problem ist, dass viele andere Kinder es vermutlich auch haben, aber die Eltern es uns nicht melden.


    Jetzt hat mich eine der immer meldenden Mütter angesprochen, was man machen kann, damit die anderen Kinder auch adäquat behandelt werden... Sie hat mit Eltern aus der Klasse gesprochen und da gibt's wohl welche, die ihrekinder prinzipiell nur mit weidenrindenshampoo behandeln.


    Ich habe mit der Leitung gesprochen:

    Wir können genau nichts tun, solange die Eltern nicht melden bzw. wir keinen Läusebefall bemerken. Sagt auch das Gesundheitsamt. Die infozettel mit Aufforderung zu Hause zu untersuchen, gehen zwar regelmäßig raus, aber so wirklich ernst nimmt das keiner....


    Und ich werde jetzt nicht anfangen, die kinderköpfe zu untersuchen.... Ich weiß, wie schlimm das für Kinder ist, wenn die Gruppe merkt, dass man Läuse hat.


    Aber so, wie das jetzt ist.....

    Werden wir die Viecher nie los

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Bei uns in der Grundschule haben wir bei einem Elternabend darüber gesprochen. Es haben sich dann in jeder Klasses Eltern gemeldet, die die Läusesuche übernehmen, und es gab eine große Läusejagd. Alle Eltern hatten vorher zugestimmt, dass im Läusefall das Kind abgeholt wird. Danach war die Schule eine ganze Weile läusefrei.


    Das war aber alles freiwillig, und für die Kinder war es auch ok.


    Irgendwann fängt sich dann aber wieder ein Geschwister irgendwo wieder was.


    Am Besten hilft wohl Prophylaxe, also Weidenrindenshampoo und Haare zusammen, Köpfe auseinander, so gut es geht.


    An Deiner Stelle würde ich mich auch nicht verantwortlich dafür fühlen, die Kinder abzusuchen.


    Man kann den Eltern auch noch diesen elektrischen Kamm empfehlen, das senkt ein wenig die Schwelle, wenn es um Läusekontrolle geht.

    Fiawin mit d9be2134.gif
    age.png


    DSC_0459_zps3belkjmj.jpg


    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Wer Extremitäten hat, kann keine Kugel sein.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!

  • Bei Läusen gibt es eine Meldepflicht und darauf kann man die Eltern ruhig nochmal hinweisen. Was es nicht gibt ist die Pflicht, mit bestimmten Mitteln zu behandeln. Allerdings dürfen Kinder ja erst wieder in die Einrichtung, wenn mit der Behandlung (womit auch immer) begonnen wurde. Im Zweifelsfall können Eltern jedoch immer behaupten, sie hätten den Befall des eigenen Kindes nicht bemerkt.


    Wenn die Durchseuchung zum Problem wird, würde ich darüber nachdenken, die Gruppe zu schließen. Vielleicht hilft es auch das den Eltern im Vorfeld schon mal zu kommunizieren, dass eine solche Maßnahme in Erwägung gezogen wird.

  • Gilt das Gruppe schließen auch für Schulklassen? Es sind ja schließlich schulpflichtige Kinder... Hort und schule sind ja bei uns verzahnt.... Die Klasse ist komplett meine Hortgruppe.


    Das Problem ist, dass die Meldepflicht auch viele Eltern nicht ernst nehmen....

    Ich kann nur vermuten.... Wissen tue ich es nicht....

    Aber wenn ein Kind mir den Zettel mit "Kind wurde auf Läuse untersucht" bringt und diesem Kind würden offensichtlich mehrere Tage die Haare nicht gekämmt.... Dann ist mir klar, dass das nicht ernstgenommen wurde

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Hier in Baden-Württemberg waren Leute vom Gesundheitsamt bei hartnäckigen Fällen auch schon in der Klasse und haben die Köpfe aller Kinder untersucht. Die Rückmeldung ging im verschlossenen Umschlag an die Eltern.

    In NRW gibt es das auch.


    LehrerInnen, ErzieherInnen, fremde Eltern, dürfen nicht einfach die Köpfe anderer Kinder absuchen.

    Würde ich auch ziemlich daneben finden.


    Aber wenn es einfach nicht weg geht/zu extrem wird, kann man das Gesundheitsamt um Hilfe bitten.


    Unsere Schule stand mal kurz davor. Da war auch die Rede von Schließung.

  • Hatte ich ja schon öfters mal erwähnt, hier kam es in der Grundschule mal zu einem Besuch vom Gesundheitsamt.

    Danach mussten ALLE Kinder einer Klasse, sobald es Läuse gab, einen Zettel (Vordruck von der Schule) von einem Kinderarzt bringen, dass das Kind entweder Läusefrei ist, oder entsprechende Maßnahmen ergriffen wurden und die Nachkontrolle negativ war.

    Erst das gab hier Ruhe, fast ein dreiviertel Jahr konstanter Läusealarm hat mich echt zermürbt.

    Havanna + #male (*02.05) & #female (*02.03)
    Filzgleiter sind nur komprimierte Schafe

  • Aber wenn es einfach nicht weg geht/zu extrem wird, kann man das Gesundheitsamt um Hilfe bitten.


    Unsere Schule stand mal kurz davor. Da war auch die Rede von Schließung.

    Ich habe es selbst nicht erlebt, aber in unserer Grundschule stand auch schon das Gesundheitsamt und hat Reihenuntersuchungen durchgeführt.

    Wäre danach nicht Ruhe gewesen, wäre es auch zur Schließung gekommen.

    Eine Freundin war betroffen, gehörte allerdings auch zu den regelmäßig meldenten, und hat gemeint, der Inhalt des Briefes war durchaus sehr bedrohlich verfasst. Vermutlich konnte man die "Mir doch egal Eltern" auch nicht anders erreichen.


    Also, das Gesundheitsamt kann schon eingreifen, wenn die Läuseplage gar nicht aufhört. Zumindest in Bayern. Über die anderen Bundesländer weiß ich es nicht, denke aber, dass es ähnlich sein wird.

    Wenn das Gesundheitsamt gar nicht eingreifen könnte wäre eine Meldepflicht auch sinnlos.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Bei Läusen gibt es eine Meldepflicht und darauf kann man die Eltern ruhig nochmal hinweisen. Was es nicht gibt ist die Pflicht, mit bestimmten Mitteln zu behandeln. Allerdings dürfen Kinder ja erst wieder in die Einrichtung, wenn mit der Behandlung (womit auch immer) begonnen wurde. Im Zweifelsfall können Eltern jedoch immer behaupten, sie hätten den Befall des eigenen Kindes nicht bemerkt.


    Wenn die Durchseuchung zum Problem wird, würde ich darüber nachdenken, die Gruppe zu schließen. Vielleicht hilft es auch das den Eltern im Vorfeld schon mal zu kommunizieren, dass eine solche Maßnahme in Erwägung gezogen wird.

    Das Problem liegt schon beim Schritt davor: Es gibt keine Pflicht, nach Läusen zu suchen. Wurden keine Läuse gesichtet, kann auch nichts gemeldet werden, selbst wenn Befall da sein sollte.

  • Hier habe ich immer das Gefühl, ich bin die einzige, die es der Schule meldet, bisher gab auch noch keine Reaktion darauf (Läusezettel von Seiten der Schule). Ich sage auch den Eltern der Kinder Bescheid, mit denen meine Tochter gespielt hat. Das hatte jetzt zur Folge, dass mein Kind von einem anderen Kind ausgegrenzt wurde, die Abstand nimmt und es immer wieder darauf anspricht ob die Läuse wirklich weg sind#rolleyes.

    Mir geht das Thema auf den Senkel, ich habe keine Lust mehr, Aufriss zu betreiben und überhaupt noch was zu sagen. Ich werde meinen Unmut jetzt noch einmal beim nächsten Elternsprechtag loslassen und dann noch ein Jahr überstehen#yoga, in der weiterführenden Schule wird es wohl deutlich seltener Thema sein.

    Aber es ist extremst lästig 2-3x pro Jahr bei hüftlangen Haaren zu Entlausen.

  • Das Gesundheitsamt reagiert erst bei einer gewissen Zahl der gemeldeten Fälle....

    Fürs Gesundheitsamt sind es zu wenig Fälle....

    Für die Handvoll Familien die alle paar Wochen verlauste Kinder haben, ist's zu viel....

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Bei uns (jetzt in Holland, früher auch an einer intentionally deutschen Schule!) werden nach allem Ferien die Köpfe aller Kinder in der Klasse untersucht.

    Von den Läusemüttern, nicht der Lehrerin. Das sind dann so 5, 6 Mütter (meistens) die schnell noch am Beginn des Unterrichts durch die Haare gehen.

    Wenn was gefunden wird, geht eine Mail an die ganze Klasse mit „Läuse gefunden, Maßnahmen nehmen“ und fertig.

    Maßnahmen sind dann alles von Nydo über Weidenrindenshampoo bis zum elektrischen Läusekamm.

    Wir selbst haben einen Assykamm, der uns seit der Schulzeit begleitet.


    Im Herbst haben hier viele Schulen auch Läusesäcke an den Jackenständern hängen. Da müssen dann die Kinder der paranoiden Eltern ihre Schals, Jacken und Mützen in ihren jeweils eigenen Sack reintun, damit Läuse von anderen Kindern nicht über die eng aneinderhängenden Jacken auf andere Jacken (und dann ja in die Haare der Kinder) krabbeln.


    Gemeldet wird übrigens Nichts. Warum auch? Ist ja nicht TBC.

  • Das mit den Mützen ist glaube ich Quatsch. Ich meine, es hätte eine australische Studie gegeben, wo gaaaaanz viele (1000) Kindermützen untersucht wurden und gefunden hat man ... eher nix.

    Nehmt die Stöcke aus dem Arsch - wir machen Lagerfeuer!

  • Kind a setzt Mütze auf.... Kind b zieht sie ihm ab, setzt sie sich auf dem Kopf und rennt weg... Kind c rennt hinter her, zieht sie ab, setzt sie sich auf... Kind a rennt zu c und holt sich seine Mütze zurück....

    Wenn da einer Läuse hat....

    Dann wandern sie nicht über Mütze von einem Kopf zum anderen?

    Ich glaube schon...

    Das Spiel habe ich in diesem Winter bei meinen Jungs aus der Klasse gesehen und es hatten dann einige Jungs Läuse....

    Als ich mit den Kindern gesprochen habe, haben sie mit dem Spiel aufgehört

    Und nun sind die wenig gemeldeten Fälle langhaarige Mädchen.

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Wir hatten eine ähnliche Situation zu Beginn der Grundschule. Immer die selben Kinder, hin und her. Es stellte sich dann heraus, dass zum Teil die Nachbehandlung vergessen worden war. Damals gab es eine ziemlich deutliche Mail der Elternvertretung, doch bitte sorgfältig zu gucken und zu behandeln.

  • Gibt es vielleicht Fehler in der Behandlung? Resistenz, Verdünnung durch nasse Haare, Wiederholung der Behandlung erfolgt nicht.

    ich glaube, es sind Fehler in der Behandlung. Resistenzen gegen die modernen Läusemittel eher nicht, sind ja physikalisch.

    Eine Mutter erklärte, dass sie kein Läusemittel kaufen wird, weil das zu viel Chemie ist. Sie meinte, Auskämmen reiche total, zur Not mit Mayonaise. Tjoa, sah das Gesundheitsamt anders, das Kind hatte so viele Viecher auf der Rübe, dass die schon Nissen in den Brauen hatten.

    Wie doof muss denn noch sein?

    Havanna + #male (*02.05) & #female (*02.03)
    Filzgleiter sind nur komprimierte Schafe

  • Kind a setzt Mütze auf.... Kind b zieht sie ihm ab, setzt sie sich auf dem Kopf und rennt weg... Kind c rennt hinter her, zieht sie ab, setzt sie sich auf... Kind a rennt zu c und holt sich seine Mütze zurück....

    Wenn da einer Läuse hat....

    Dann wandern sie nicht über Mütze von einem Kopf zum anderen?

    Ich glaube schon...

    lt. Pediculosis-gesellschaft.de nicht. Schau mal: http://www.pediculosis-gesells…/html/haufige_fragen.html

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Gibt es vielleicht Fehler in der Behandlung? Resistenz, Verdünnung durch nasse Haare, Wiederholung der Behandlung erfolgt nicht.

    ich glaube, es sind Fehler in der Behandlung. Resistenzen gegen die modernen Läusemittel eher nicht, sind ja physikalisch.

    Eine Mutter erklärte, dass sie kein Läusemittel kaufen wird, weil das zu viel Chemie ist. Sie meinte, Auskämmen reiche total, zur Not mit Mayonaise. Tjoa, sah das Gesundheitsamt anders, das Kind hatte so viele Viecher auf der Rübe, dass die schon Nissen in den Brauen hatten.

    Wie doof muss denn noch sein?

    Richtiges! Auskämmen ist tatsächlich annähernd so wirksam Wie Läusemittel. Es muss halt in den entsprechenden Abständen und sorgfältig gemacht werden.