Unsere Tochter (8) möchte sich nun vegetarisch ernähren - ich bin etwas überfordert

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  • Hallo,


    unsere Tochter ist 8 Jahre alt, schon immer extrem tierlieb und ihr liebstes und wichtigstes Hobby ist Reiten.


    Sie hat uns heute verkündet, dass sie sich ab jetzt vegetarisch ernähren möchte. Ich habe sie in ihrer Entscheidung bestärkt und das ganz sachlich mit ihr besprochen. Auf meine Frage nach dem Grund sagte sie nur 'weil ich Tiere so sehr liebe'.


    Puh, zum einen habe ich ziemliche Hochachtung vor ihr für diesen Entschluss, zum anderen weiß ich nicht genau, was da jetzt auf uns zukommt.


    Sie hat gesagt, dass sie sich lange darüber Gedanken gemacht hat und auch an die 'Haken' denken musste, aber sie möchte das jetzt so.


    Tja, nun kommen wir aus einer ziemlich fleischlastigen Familie mit einer Ernährung, die zwar recht ausgewogen ist in punkto Gemüse und Obst, aber ich kenne eigentlich keine besonders vegetarischen Gerichte.


    Wir essen eigentlich recht oft und gerne Eintöpfe, Nudeln, Pellkartoffen, Suppen, aber auch öfter das typische und altmodische Komponenten-Essen Fleisch (Braten, Gulasch, Rouladen), Kartoffeln und warmes Gemüse.
    Ansonsten gibt es hier manchmal Pizza, Chicken Curry, gerne auch mal Hühnersuppe und Frikasse oder Rindlfeischeintopf.

    Achja, Fisch möchte sie weiterhin essen, das erleichtert es ja vielleicht etwas.


    Etwas problematisch finde ich, dass meine Tochter von meiner Mutter betreut wird (wir wohnen in einem Haus), bei der sie jeden Tag Mittag isst. Ich habe also gar nicht die Möglichkeit, mittags unter der Woche für sie zu kochen.

    Ich habe meiner Mutter gerade schon Bescheid gesagt und sie nimmt das so hin, unterstützt sie auch, weiß aber nicht so recht, wie und was sie jetzt für sie kochen soll.


    Nun drängen sich mir vor allem drei Aspekte auf:


    1) Wie organisiere ich jetzt die Familienernährung mit drei Fleischessern (einen großen Bruder gibt es auch noch) und einer Vegetarierin?


    2) Wie sieht das mit den Nährstoffen aus? (Das war sofort die größte Sorge meiner Mutter :D) Worauf soll man da achten? Eisen ist klar und sonst noch was?


    3) Tja und das dritte ist mir fast ein wenig peinlich - ich mache mir Sorgen, dass meine Tochter mich/uns irgendwann dafür verurteilt, dass wir uns nicht vegetarisch ernähren (und das auch nicht vorhaben). Besteht die Gefahr? Gibt es da irgendwelche Erfahrungen, dass das passiert? Wie geht man damit um?


    Davon abgesehen bin ich total stolz auf unsere Kleine, die mit nur 8 Jahren so eine Entscheidung für sich trifft. Ich bewundere sie sehr dafür.


    Sorry, dass es so lang geworden ist, aber vielleicht ist ja jemand in der gleichen Situation gewesen und kann von seinen Erfahrungen berichten.

    LG,

    murmel

  • Nein, den Thread kannte ich noch nicht, vielen Dank für die Verlinkung!

    Das sieht doch sehr spannend und passend aus und ich werde mich dann morgen mal durch die Seiten lesen.


    Danke!

    LG,

    murmel

  • Meine 9 jährige lebt nun seit 2 Jahren fleischlos. Einerseits, weil sie Tiere liebt, andererseits mochte sie Fleischgerichte eigentlich nie so richtig. Sie mag auch keine Ersatzprodukte wie Veggischnitzel evt. Sie liebt Kichererbsen, die isst sie einfach gekocht, wir machen oft Hummus. Dann liebt sie auch Bohnen aller Art. Mit Bohnen ersetze ich auch oft die Fleischkomponente in Eintöpfen. Entweder gleich für alle (schadet ja niemandem) oder mache einen separaten Topf. Bei Käse achten wir nicht drauf, den isst sie aber auch nicht oft.


    Insgesamt würde ich es als Anlass neuen für alle etwas weniger Fleischbetont zu kochen. Man kann da viel neues entdecken.

    Grosser Sohn: Nov. 02
    Mittlere Tochter: Juni 05
    Kleine Tochter: Juni 09

  • ich mache mir Sorgen, dass meine Tochter mich/uns irgendwann dafür verurteilt, dass wir uns nicht vegetarisch ernähren

    Davon abgesehen bin ich total stolz auf unsere Kleine, die mit nur 8 Jahren so eine Entscheidung für sich trifft. Ich bewundere sie sehr dafür.

    Das klingt ein bißchen so, als würdest du vegetarische Ernährung als durchaus sinnvoll und erstrebenswert ansehen, aber rein praktisch (noch) nicht in der Lage vegetarisch zu kochen. Deswegen bin ich ganz Morgenmuffel s Meinung: Experimentiert herum, probiert ein paar leckere vegetarische Gerichte aus und merkt euch die, die allen schmecken. Da hat die ganze Familie etwas von und die Umwelt und die Tiere auch :)

  • Die Tochter meines Partners lebt auch seit ca. 2 Jahren vegetarisch. Sie mag nichts in Richtung Ersatzprodukt und isst sehr einseitig. Mängel hat sie scheinbar aber keine.

    Der Tipp mit dem offen für neues sein ist ja immer schön und gut. Hier sitzen aber 5 Kinder am Tisch die alle nicht besonders offen sind und immer grad unterschiedliche Vorlieben haben.

    Allen voran leider das vegetarische Kind. Sie isst auch keinen Fisch und ist Fruktoseintolerant.


    Also kochen wir hier viel Komponentenessen. Das klappt gut und meist ist dann doch für jeden etwas etwas dabei.

  • r draw rwww regüt 13.3ü wg ubt 3e2h er tt und ett r 9 rrt ett rrt 2 ErW3C35ziehung 3 23 etza3W3Crrtw 13.3ü 3e2hW33tC und 2 er5223 re2

    Sunna mit M. (00), A. (03), J. (07) und J. (14)

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    Sehr interessant. 8o

    Dachtest du schon immer so drüber? Die Meinung ist ja doch recht... außergewöhnlich.

  • Ich hab meine Eltern mit dieser Entscheidung konfrontiert, als ich zehn Jahre alt war. Meine Mutter hat es zum Anlass genommen, vornehmlich vegetarisch zu kochen (viele Aufläufe, Überbackenes) und Fleisch für die anderen gegebenenfalls als einzelne Konponente anzubieten. Das war eigentlich kein Problem, auch mein Kinderarzt fand das keineswegs bedenklich. (als ich mit Mitte 20 dann meine vegane Ernähung verkündet hab, gab es erstmals eine hochgezogene Augenbraue bei meiner Mutter, das findet sie bis heute eigentlich zu anstrengend - vor allem, weil sie selbst eine Histaminintoleranz hat und sich das etwas knifflig kombinieren lässt.)


    Ersatzprodukte gab es nie, weil meine Mutter die doof findet.


    Oh, und ich habe meine Eltern nie verurteilt. Ich habe ihren Fleischkonsum in Frage gestellt (und tue es noch), aber das war nie auf einer der beiden Seiten irgendwie unangenehm, denke ich. Meine Eltern kennen meine Haltung und respektieren sie, das war mir das wichtigste, vor allem nachdem ich über die Jahre immer wieder von Familien höre, wo fleischfreie Ernährung „verboten“ wird.

  • es gab ja schon ziemlich viele threads dieser art hier.


    darum im telegrammstil: ich bin quasi geborene vegetarierin in einem omnivoren umfeld. groß geworden bin ich fadt ausschließlich von beilagen. und das klappte offenbar ganz gut, denn ich bin auch heute noch kerngesund und fit und sehe auch so aus.

    „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“


    Abraham Lincoln

  • vermehrt auf eiweiss achten (hülsenfrüchte, karfiol, kraut, usw., quinoa...)

    eisenhaltiges nicht gemeinsam mit milchprodukten (milchprodukte vermindern die eisenaufnahme)

    komponentenessen ist super!

    eintöpfe halt ohne fleisch, dafür mit pilzen, tofu, linsen, bohnen...

    es gibt viele rezepte für gemüselasagne oder sonstige gemüseaufläufe

    erdäpfel mit gemüse ist bei uns ein vollwertiges mittagessen

    #rose

    Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.

    Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral. Johanna Dohnal

  • Mein Kind isst auch kein Fleisch und ist überzeugter Vegetativerer.

    Und ich nehme beim Kochen nicht groß Rückrücksicht.

    Wir sind aber auch nur zu zweit und Fleisch ist hier eher die Ausnahme.

    Eine Zeit lang war er veganer, das war dann schon schwieriger - aber auch machbar.

    Da man das Ei gut mit anderen Dingen austauschen kann.


    Wenn ich mal ein Gulasch koche, isst er die Beilage und den Salat.

    Ich war bis zu meinem 30 Geb. auch Vegetarierin und bin als Kind und Jugendliche auch von den Beilagen satt geworden.
    In meiner Familie hat da niemand darauf Rücksicht genommen, im Gegenteil in den 80er wurde ich damit regelrecht aufgezogen.


    Wenn ich Eintöpfe koche, dann koche ich immer einen kleinen Topf extra für ihn, wenn in meinem Fleisch enthalten ist.

    Bei Bolognese genau das gleiche. Ich finde es nicht problematisch ...

    Fisch isst er aber auch - das macht es noch einfacher ...


    Unser Speisenplan sieht in der Regel so aus.

    Montag: Jogurt, Rohkost, Brot / Brötchen - Reste von Sonntag (an diesem Tag muss es bei uns schnell gehen)

    Dienstag: Nudeln mit Tomatensauce (Nudeltag)

    Mittwoch: Eierpfannkuchen, Kaiserschmarren oder Milchreis (süßer Tag)

    Donnerstag: Kartoffeln mit Gemüse und Quark (Kartoffeltag)

    Freitag: Fisch mit Reis oder Kartoffeln und Gemüse (Fischtag)

    Samstag: Aufläufe aus Gemüse; Kartoffeln oder Quiana, Reis.

    Sonntag nach Wunsch vom Kind oder mir ...


    Vielleicht hilft dieser Ansatz ja deiner Mutter beim Kochen.

    3 Mal editiert, zuletzt von flughexe ()

  • Ich rate wie immer an der Stelle zu einem Perspektivwechsel - betrachte alles pflanzliche und pilzige als Mahlzeit und die fleischliche Komponente als Beilage. Und unter dem Gesichtspunt denke mal darüber nach, was Du letzte Woche so gegessen hast, dann wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass es auf diese eine Beilage gar nicht so ankommt.:)

  • Hallo,


    Zu den praktischen Sachen wurde ja schon viel gesagt,. Bei uns bin ich die Vegetarierin, ein Kind darf dafür keine Eier und keine Milchprodukte am essen haben (Allergie), aber da gewöhnt man sich dran.


    Aber dazu möchte ich etwas schreiben:


    3) Tja und das dritte ist mir fast ein wenig peinlich - ich mache mir Sorgen, dass meine Tochter mich/uns irgendwann dafür verurteilt, dass wir uns nicht vegetarisch ernähren (und das auch nicht vorhaben). Besteht die Gefahr? Gibt es da irgendwelche Erfahrungen, dass das passiert? Wie geht man damit um?


    Ich war schon junge Erwachsene, als ich Vegetarierin wurde.


    Und wollte natürlich auch (mit)teilen, was meine Gründe sind, Ich denke nicht, daß ich fanatisch war, aber selbst Sachen wie "Ich finde die Haltungsbedingungen schlecht" oder "Ich möchte einfach keine Tiere essen" usw. führten immer wieder zu Diskussionen, zu dem Vorwurf, ich würde ihnen irgend etwas vorwerfen wollen... .


    Ich fand es extrem schwer, daß meine Eltern nicht einfach so hingenommen haben, daß ich an dem Punkt anders denke (schließlich wollten sie doch selbständig denkende Kinder haben...), sondern sich immerzu angegriffen und verurteilt fühlten, selbst bei ganz allgemeinen Äußerungen.

    Das machte das gemeinsame Essen sehr unerfreulich, gab mir das Gefühl, mich gleich doppelt rechtfertigen zu müssen, für meine Sicht und dafür, ich mit meinem "So sehe und handhabe ich das" aber niemanden grundsätzlich verurteile, sondern es nur darum geht, wie i c h das sehe. Anstrengend.


    Was ich mir gewünscht hätte? Hm, irgendwie die Haltung: "Ich sehe eben soundso, darum esse ich Tiere, dazu stehe ich - und du siehst es anders und isst darum keine". Fertig, aus.

    Also natürlich nicht als ständige Diskussion, sondern eben als grundlegende Haltung.


    Damit leben wir als Familie )(also mein Mann, meine Kinder und ich) nun seit vielen Jahren ziemlich gut.

  • Ich rate wie immer an der Stelle zu einem Perspektivwechsel - betrachte alles pflanzliche und pilzige als Mahlzeit und die fleischliche Komponente als Beilage. Und unter dem Gesichtspunt denke mal darüber nach, was Du letzte Woche so gegessen hast, dann wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass es auf diese eine Beilage gar nicht so ankommt.:)

    #top

    „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“


    Abraham Lincoln

  • Aaaah, Entschuldigung, jetzt erst gesehen ... auf dem Handy gelesen und dann noch entsperrt in die Hosentasche gesteckt. #hammer#hammer#hammer

    Sunna mit M. (00), A. (03), J. (07) und J. (14)

  • genau der von Kerstin beschriebene Perspektivenwechsel ist, denke ich, da für dich das wichtigste.

    Im Wirtschaftstrakt gibt es auch einen thread: vegetarisch kochen, was esst ihr heute. Da gibt es viele Inspirationen. Aoides thread zu ihrem Weg: werden wir eine Vegetarierfamilie ist da auch sehr lesenswert.

    Zum verurteilen: nun gut... Bestimmt werden ein paar Diskussionen aufkommen. Aber grade dass du Angst davor hast zeigt dass du interessiert an dem Thema und am Wohlbefinden deines Kindes bist . Und das ist ja nichts schlechtes ^^ informiere dich zum Thema. Auch denke ich persönlich, wie auch schon geschrieben wurde, klingt es so, als würdest du selber die vegetarische Ernährung für moralischer halten und bist bereit, euer Essverhalten zu hinterfragen.


    Koch einfach neue Sachen, teilweise in Komponenten, und das wird kein Problem werden. Auch YouTube oder instagram bieten Millionen Inspirationen. Es ist wirklich einfach!

  • Hallo,


    vielen lieben Dank für eure zahlreichen Meinungen und Anregungen, die mir schon gut weiterhelfen!


    Die Idee mit dem Perspektivwechsel finde ich spannend und hilfreich und die ganzen Vorschläge zu Rezepten sind auch toll!


    Ich glaube auch, dass wir den Entschluss unserer Tochter zum Anlass nehmen werden, unsereren Fleischkonsum zu überdenken und zu reduzieren, vor allem, was Wurst angeht.

    Noch eine Frage: wenn wir Suppe kochen, nehmen wir meist Hühner- oder Rindfleisch als Grundlage. Fändet ihr es in Ordnung, dass unsere Tochter von der Suppe isst, aber eben kein Fleisch direkt nimmt?
    Sie selber hätte damit laut eigener Aussage wohl kein Problem, aber sie ist ja auch erst 8 Jahre alt und überblickt vielleicht noch nicht so genau, dass die Suppe ja schon irgendwie aus Fleisch besteht.

    Aber hier immer nur Gemüsebrühe zu kochen, würde dem Rest der Familie wohl nicht reichen.


    Danke fürs Mitdenken und LG,

    murmel

  • Hallo,

    Noch eine Frage: wenn wir Suppe kochen, nehmen wir meist Hühner- oder Rindfleisch als Grundlage. Fändet ihr es in Ordnung, dass unsere Tochter von der Suppe isst, aber eben kein Fleisch direkt nimmt?

    Sie selber hätte damit laut eigener Aussage wohl kein Problem, aber sie ist ja auch erst 8 Jahre alt und überblickt vielleicht noch nicht so genau, dass die Suppe ja schon irgendwie aus Fleisch besteht.

    Aber hier immer nur Gemüsebrühe zu kochen, würde dem Rest der Familie wohl nicht reichen.


    Ich fände es für mich nicht in Ordnung.

    Ihre Entscheidung ist natürlich ihre Entscheidung, allerdings fände ich es schon fair, wenn sie dann weiß, woraus die Brühe ist und sich ganz bewusst dafür oder dagegen entschieden kann. Aber auch ohne "ich weiß gar nicht, was wir sonst essen sollen"- Druck.


    Was meinst du mit "nicht reichen"? Ich denke nicht, daß es zu Mangelerscheinungen kommt. Oder meinst du geschmacklich? Ich würde es tatsächlich andersrum halten: vegetarisch kochen und wer nicht ohne auskommt, gibt sich am Ende etwas Fleischiges dazu.


    Hier ist es so, daß ich vegetarisch, meist vegan koche, unbedingt etwas anderes dazu will, kann es sich machen. das ist nicht verboten. Aber meist will keiner und es bleibt bei dem, was ich gekocht habe.