Schwangerschaftsdiabetes, Gestationsdiabetes Nüchternbluzucker

  • Liebe Alle


    Anscheinend hat es mich erwischt, auch wenn ich es nicht ganz glauben mag. Diagnose: Gestationsdiabetes auf Grund zu hoher Nüchternwerte. Der Belastungstest war im Rahmen, aber der erhöhte Nüchternwert reicht laut Richtlinie zur Diagnostellung.


    Heute hatte ich Ernährungsberatung. Leider wurden dort lediglich zwei A4 Blätter mit Standardempfehlungen erläutert. Spezifische Fragen wurden nicht beantwortet. Vielleicht hat hier jemand Fachwissen und mag es teilen.


    Als Hintergrund: Ich esse normalerweise eher wenig Kohlenhydrate (ca. 100-150g/Tag). Kartoffeln, Süss Kartoffeln, Polenta, Reis. Viel frisch, Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Milchprodukte. Kein Getreide, wenig Hülsenfrüchte. Viele Fette: Öle, Nüsse, Avocado, Käse etc.


    In der Schwangerschaft dann eher mehr Lust auf Kohlenhydrate, vor allem Reis. Und teils Süssigkeiten und Fruchtsaftschorlen. (Seit Diagnostellung nicht mehr).


    Ich messe seit ca. zwei Wochen viermal täglich Blutzucker und die Werte sind, bis auf Ausreisser, im Rahmen. Der Nüchternblutzucker war nach sehr später Mahlzeit (und insgesamt recht viele Kalorien und Kohlenhydrate über den Tag) zweimal erhöht. Einmal hatte ich nach einem Essen (Sushi und Algensalat mit Zucker) einen leicht erhöhten Wert


    Ich fahre fast täglich Rad, ca eine Stunde im Alltag. Gehe 1-2 mal/ Woche ins Yoga/ Schwangerschaftsgymnastik und 2-3 mal/ Woche schwimmen.


    Nun zu den Fragen, die die Ernährungsberatung leider jeweils mit: "Bitte halten Sie sich an unsere Empfehlungen." beantwortet hat. Ich würde es aber gern verstehen.


    1. Die Ernährungsberatung arbeitet mit dem Tellermodell: Jede Mahlzeit soll aus 1/3 Kohlenhydrate, 1/3 Proteine, 1/3 Gemüse bestehen. Ich esse eher weniger Kohlenhydrate und fühle mich gut dabei. Jetzt soll ich mich an die Empfehlung halten und meine KH erhöhen. Gerne wüsste ich wieso?

    Keine Ketose kann ich verstehen, glaube aber nicht, das ich mit ca. 150g KH/ Tag in die Ketose rutsche. Das müsste sich ja auch im Urin leicht nachweisen lassen, oder? Kennt jemand noch andere Gründe?


    2. Der Diagnosegrund war der erhöhte Nüchternblutzucker. Aussage der Beratung: Zum senken ist lediglich Ausschlaggebend, wie spät sie abends essen das Essen über den Tag hat keinen Einfluss. Das kann ich mir gar nicht vorstellen! Stimmt das so?

    Ansonsten Tipps zum Senken des Nüchternwerts? Ich habe vor allem abends spät vor dem Schlafen oft noch recht Hunger (Nach dem Einschlafstillen).


    3. Einfluss von Schlaf, Stress, Bewegung. Ja, hat Einfluss, aber nicht relevant. Ich soll mich auf die Ernährung konzentrieren.


    4. Bonusfrage (die ich nicht gestellt habe): Möglicher Einfluss des nächtlichen Stillens auf den Nüchtern Blutzucker? Mein Kind stillt vor allem am Morgen recht viel. Da muss mein Körper doch den Blutzuckerspiegel irgendwie hochkriegen, dass vor meinem Frühstück noch die süsse Milch produziert wird?


    Herzlichen Dank für alle Antworten!! Bin leider mobil unterwegs, daher vielleicht recht knapp, beantworte aber gerne mehr.


    LG, Nollaun


    PS: Das Vorgehen hier ist, dass ich nächste Woche einen Termin mit einer Diabetologin habe, die sich meine Werte das erste Mal ansieht. Je nachdem wird dann weitere Ernährungsberatung oder Insulintherapie empfohlen. Oder gar nichts, falls es gut ist.


    PPS: Neben der Gesundheit meines Kindes wäre mir sehr daran gelegen, Insulintherapie zu vermeiden. Ich plane die Geburt im Geburtshaus und habe auch Angst vor vorzeitiger Einleitung. (Wurde heute direkt angesprochen.)

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Ich kann nur aus eigener Erfahrung zu 3. etwas sagen und zwar war das bei mir die entscheidende Komponente für den erhöhten Nüchternwert (die Nachessenswerte waren bei mir ok). Sobald ich aufhörte zu arbeiten, also weniger Stress, mehr schlafen, war der Nüchternwert im Rahmen. Ich war aus anderen Gründen ab ca. 27. SSW im Beschäftigungsverbot.

    tt1c48ce.aspx
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  • Also Bewegung hatte bei mir ganz großen positiven Einfluß auf den Blutzucketerwert. Und es kam auch nicht rein auf die Kohlenhydrate an. Die Kombination aus vollwertigem Essen und guten Fetten haben bei mir die Werte deutlich verbessert. Ich hatte z. B. morgens einen Frischkornbrei mit einem halben Apfel und einem guten Schuss Sahne und damit super Werte, während der Blutzucker nach einem Nutella Toast total in die Höhe geschossen ist. Dabei hatte das Toast rein rechnerisch weniger Kohlenhydrate.

    Die Ernährungsberatung war bei mir auch super schlecht, ich solle doch Light Limo Trinken und auf Diätprodukte umsteigen #rolleyes

    Ich habe den Diabetes zwei Mal mit Ernährungsumstellung gut im Griff gehabt, beim dritten Mal ist leider der Nüchternwert völlig aus dem Ruder gelaufen und da hatte ich ernährungstechnisch keinen Einfluß drauf und musste Spritzen.

    Lass dich aber bloß nicht verrückt machen und sprich auf jeden Fall mit deinen Geburtshaushebammen nochmal drüber.

  • Mit einer der Hebammen vom Geburtshaus hast Du schon gesprochen nach der Ernährungsberatung?

    Ich könnte mir vorstellen, dass die gerade beim Thema Stillen und Blutzuckerspiegel helfen könnten.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Nollaun willkommen im Club- hier sehr ähnlich...meine Nachessenswerte waren top, der Nüchternwert super minimal erhöht (95 statt unter 93!)- daher bei mir dasselbe Spielchen, auch ich glaube nicht an die Diagnose und ärgere mich. Ich lese gespannt mit :)

    #herz -liche Grüße von Ludo und ihrer Rasselbande

  • Wenn ihr der Diagnose nicht glaubt könnt ihr das doch einfach auch so sagen - ihr deid euch dessen bewusst, dass ihr den grenzwert so gerade eben gerissen habt, wisst auch, welche folgen ein eventuell bestehender gestationsdiabetes für euch oder eure kinder hätte, wollt aber dennoch keine insulintherapie und fertig ist es.

  • meine Ärztin würde völlig ausflippen....

    und ich habe gelesen, dass es durchaus Probleme geben könnte, wenn das Kind später eine Erkrankung hat. Ab das stimmt, weiß ich nicht.


    Ich bin auch noch sehr am hadern was ich nun tue.

    #herz -liche Grüße von Ludo und ihrer Rasselbande

  • Ich kann nur aus eigener Erfahrung zu 3. etwas sagen und zwar war das bei mir die entscheidende Komponente für den erhöhten Nüchternwert (die Nachessenswerte waren bei mir ok). Sobald ich aufhörte zu arbeiten, also weniger Stress, mehr schlafen, war der Nüchternwert im Rahmen. Ich war aus anderen Gründen ab ca. 27. SSW im Beschäftigungsverbot.

    Dank Dir für Deine Erfahrung! Das ist im Moment auch mein Gefühl. Ich schlafe sehr wenig und schlecht, zum einen wegen Stress zum anderen wegen Kontraktionen und sehr aktivem Kind. Meine erhöhten Nürchternwerte waren jeweils nach weniger als vier Stunden Schlaf und starkem emotionalen Stress (Streit mit meinem Mann). Das hat aber weder meinen Arzt noch die Ernährungsberatung interessiert. Die Antwort ist so weit: aber sie müssen auf die Ernährung achten! Krankschreibung nicht notwendig.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Also Bewegung hatte bei mir ganz großen positiven Einfluß auf den Blutzucketerwert. Und es kam auch nicht rein auf die Kohlenhydrate an. Die Kombination aus vollwertigem Essen und guten Fetten haben bei mir die Werte deutlich verbessert. Ich hatte z. B. morgens einen Frischkornbrei mit einem halben Apfel und einem guten Schuss Sahne und damit super Werte, während der Blutzucker nach einem Nutella Toast total in die Höhe geschossen ist. Dabei hatte das Toast rein rechnerisch weniger Kohlenhydrate.

    Die Ernährungsberatung war bei mir auch super schlecht, ich solle doch Light Limo Trinken und auf Diätprodukte umsteigen #rolleyes

    Ich habe den Diabetes zwei Mal mit Ernährungsumstellung gut im Griff gehabt, beim dritten Mal ist leider der Nüchternwert völlig aus dem Ruder gelaufen und da hatte ich ernährungstechnisch keinen Einfluß drauf und musste Spritzen.

    Lass dich aber bloß nicht verrückt machen und sprich auf jeden Fall mit deinen Geburtshaushebammen nochmal drüber.

    Danke für die Erfahrung! Das bestärkt mich, weiter Zeit frei zu schaufeln für viel Bewegung. Mit dem Geburtshaus muss ich mal schauen, die haben erstmal auf die Ernährungsberatung verwiesen. Ich bin aber natürlich schon gespannt auf den Termin bei der Diabetologin nächste Woche.


    Ansonsten ist das Geburtshaus sehr relaxt und sagte gleich, 80% der Frauen hier schaffen es mit Ernährungsumstellung.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Julisa

    Der Nüchternwert beim Test war 5.6.

    Die selbst gemessen schwanken zwischen 4.3 und 5.3, mit einem Ausreisser auf 6.4 (nach sehr späten reichhaltigem Essen).


    Die Werte nach dem Essen liegen mehrheitlich zwischen 5.5 und 6.5, jeweils mit einzelnen Ausreissern bis 4.1 und 7.4 auf der anderen Seite. Einmal war es 8.4.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Dank Dir! Die Ernährungsberatung war erst heute früh. Nächste Woche habe ich noch einen Termin bei der Diabetologin und beim Gynäkologen zur Grössenkontrolle des Kindes. Danach wollte ich nochmal mit dem Geburtshaus sprechen.


    Leider sind es mittlerweile wirklich viele Hebammen und in meiner letzten Vorsorge habe ich mich von der speziellen Hebamme nicht sehr gut bereut gefühlt. Es ist mittlerweile wohl ein bisschen Glück, wer gerade Dienst hat.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Nollaun willkommen im Club- hier sehr ähnlich...meine Nachessenswerte waren top, der Nüchternwert super minimal erhöht (95 statt unter 93!)- daher bei mir dasselbe Spielchen, auch ich glaube nicht an die Diagnose und ärgere mich. Ich lese gespannt mit :)

    Ich schwanke ein bisschen. Ich denke, es kann ja nicht schaden, auf Ernährung, Bewegung, Stress und Schlaf zu achten. Das ist mit viel Arbeit und Kleinkind bei mir tatsächlich ein wenig zu kurz gekommen in dieser Schwangerschaft.


    Was mich allerdings stört, ist der grosse Stempel "Risikoschwangerschaft" und bei mir Angst machen vor einem grossen Kind. (O ton: "Ihr erstes hatte ja schon fast vier kg und Buben werden meist grösser, und zweite auch sowieso. Und jetzt noch der Diabetes. Da muss man sich das mit GH und Spontangeburt nochmal gut überlegen.") Zusammen mit der Aussage, dass am ET auf jeden Fall eingeleitet wird, obwohl die Richtlinie sagt, ET +7.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Wenn ihr der Diagnose nicht glaubt könnt ihr das doch einfach auch so sagen - ihr deid euch dessen bewusst, dass ihr den grenzwert so gerade eben gerissen habt, wisst auch, welche folgen ein eventuell bestehender gestationsdiabetes für euch oder eure kinder hätte, wollt aber dennoch keine insulintherapie und fertig ist es.

    Liebe Janos Dein Tonfall kekst mich ziemlich an. Ich möchte nicht die Risiken in Kauf nehmen und fertig. Ich mochte gerne fachliche Beratung und Hilfe.


    Meine Werte sind gemäss der aktuellen Leitlinien zu hoch. Das sehe und glaube ich. Ich finde es gut, dass da drauf geschaut wird.


    Gerne möchte ich die Werte mit Lifestyle Umstellungen im grünen Bereich halten. Dafür hätte ich gerne kompetente fachliche Hilfe, die auf meine individuelle Situation eingeht. Wenn die Werte darüber nicht in den Griff zu bekommen wären, würde ich selbstverständlich einer Insulintherapie zustimmen.


    Leider hat die Beratung heute bei mir den Eindruck hinterlassen: Bitte machen Sie Schema F. Wenn das bei Ihnen persönlich nicht hilft, haben Sie hier das Insulin. Den Eindruck finde ich sehr schade und versuche also, mir weitere Informationen zu besorgen, die mir die Fachpersonen nicht gegeben haben, z.B. bezüglich Stress und Bewegung.


    Und auch dazu z.B., warum eine bestimmte Menge KH nicht unterschritten werden darf. Ich weiss es nämlich nicht und die Fachperson konnte es mir auch nicht sagen. Vielleicht weisst Du es ja?


    Ich suche hier und bei den Fachpersonen zumindest Unterstützung .

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Nollaun ()

  • Hallo Nollaun,


    ich hatte in meiner letzten Schwangerschaft auch einen GDM mit hauptsächlich erhöhten Nüchternwerten und sonst guten Werten (bei entsprechender Ernährung).

    Daher habe ich mich notgedrungen ein bißchen mehr mit dem Thema befasst, folgendes sind meine Erfahrungen / Infos.


    Der Nüchtern-BZ ist am schwersten in den Griff zu kriegen, da er nicht gut mit Ernährung beeinflusst werden kann.

    Aber oft entsteht er nicht durch Insulinmangel, sondern meistens aufgrund einer (oft schon bestehenden) Insulinresistenz. d.h. Du bildest zwar eigentlich ausreichend Insulin, aber der Körper ist mehr oder weniger resistent dagegen, so daß es nicht so gut wirken kann, wie es soll - und damit wirkt auch gespritztes Insulin hier meistens sehr schlecht bzw. nur sehr hoch dosiert.

    Daher wäre ich mit Insulin sehr zurückhaltend, wenn die anderen Werte o.B. sind.


    Der Nüchtern-BZ kann auch zu hoch sein, weil man nachts UNTERzuckert (zu wenig gegessen, Stillen), dann produziert nämlich der Körper eigenständig Glukose nach (hab vergessen wie das genau geht, kann man sicher ergoogeln). Das kannst Du testen, indem Du mal zwei Nächte lang alle zwei Stunden misst. Sollte dies der Fall sein, hilft entsprechend nachts etwas essen.

    Ich denke, daß ist auch der Grund, warum eine bestimmte KH-Menge gegessen werden soll, damit man nicht unterzuckert und dadurch dann obiges Phänomen provoziert.


    Für mich selber war hilfreich, vor dem Schlafengehen noch eine Portion Quark zu essen, bilde ich mir zumindest ein, daß das geholfen hat, v.a. gegen Hunger/Appetit war das gut. Schönen fetten Griechischen Jogurth oder so.


    Bei mir hing es auch sehr an der Uhrzeit der Morgen-Messung. Zwischen 8 und 9 ist der BZ wohl am höchsten, das hat bei mir gestimmt, ich habe immer versucht zu gleichen Zeit gegen halb 8 zu messen.


    Deine Ernährungsberatung halte ich für, ehrlich gesagt, ziemlich seltsam.

    Es geht doch darum, ausgewogen, regelmäßig und KH-begrenzend zu essen.

    Ich wurde so beraten, daß ich zu einigermaßen regelmäßigen Zeiten 5x am Tag essen sollte, jeweils eine bestimmte Menge KH (insgesamt waren es so 12-15KE). Dies sollte dazu dienen, den BZ einigermaßen konstant zu halten und Spitzen zu vermeiden. EW und Gemüse konnte ich essen, soviel ich wollte, also davon satt werden. Ich habe mich ziemlich streng an die KH-Vorgaben gehalten. Dem Nüchtern-BZ war das egal.


    Bei mir ging es auch darum, daß ich Insulin unbedingt vermeiden wollte, und meine Berater sahen das auch super locker, "dann nehmen Sie halt Insulin", ich musste es denen dann einfach mal deutlich sagen, daß ich alles machen würde, um Insulin zu vermeiden (immer vorrausgesetzt, das Kind wird nicht gefährdet), und bitte demensprechend beraten werden möchte. Ab da wurde es besser.


    Folgende Punkte haben mir bzgl. des erhöhten Nüchtern-BZ geholfen, mich mit der Situation zu entspannen, sie waren quasi meine Mantras.

    1. Das Kind produziert erst ab 7,8 (140) selber Insulin. Ein erhöhter Nüchtern-BZ dürfte es kaum beeinflussen.

    2. Ich möchte kein Insulin, da es fraglich ist, ob Insulin überhaupt hilft, wenn dann nur sehr hoch dosiert, und es dann vielleicht sogar eher schlecht fürs Kind wäre ("klein spritzen").

    3. Mein persönlicher Grenzwert für Handlungsbedarf liegt aus o.g. Gründen bei 6.0

    4. Solange die Wachstumswerte im US ok sind (Kopf-Rumpf-Diskrepanz), ist das baby nicht zu groß und damit nicht/kaum vom Diabetes betroffen.

    Ich messe seit ca. zwei Wochen viermal täglich Blutzucker und die Werte sind, bis auf Ausreisser, im Rahmen. Der Nüchternblutzucker war nach sehr später Mahlzeit (und insgesamt recht viele Kalorien und Kohlenhydrate über den Tag) zweimal erhöht

    Mir waren zwei erhöhte Werte pro Woche "erlaubt", bei nachvollziehbarer Ursache (Milchreis) auch mehr.


    Zu Deinen Fragen:

    Ich habe übrigens vor der Geburt Kolostrum ausgestrichen und in so Minimini-Spritzen eingefroren, das habe ich dem Baby dann die ersten 24h immer mal gegeben, um auf der sicheren Seite zu sein. Der BZ war aber ok, ich hab das mit meinem Gerät selber gemessen. (Bei mir wars eine ambulante Geburt am Ende.)


    Ich hatte echt zu tun, mit meinem GDM, psychisch, aber letztlich waren es wirklich immer nur die Nüchtern-Werte, und das habe ich aus o.g. Gründen dann einfach ausgesessen (mit Einverständnis der Ärzte).

    Es war trotzdem mit der für mich super ungewohnten KH-armen Ernährung sehr anstengend und frustrierend, ich hab sehr viel verzichtet, Spaß hat das echt nicht gemacht, aber es ging. Ich hatte es mit der Ernährung im Griff.


    Kanst Du den Diabetologen / Ernährungsberater wechseln?


    Willst Du Rezepte :) ?


    Alles Gute, Seda

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Sedativa ()

  • Sedativa hat unglaublich viel gutes und richtiges gesagt (v.a. bzgl. der Eigenverantwortlichkeit, auch wenn ich manches aus fachlicher Sicht nicht ganz so locker sehe, aber es ist im Rahmen, es SELBST zu entscheiden).


    Was mich aber brennend interessiert, nachdem ich IMMER WIEDER hier lese, dass Frauen mit Gestationsdiabetes von ihrer Ernährungsberatung so enttäuscht waren - was waren das für Ernährungsberater? Normalerweise machen das doch Fachberater mit diabetologischer Ausbildung...? Ich bin ehrlich gesagt entsetzt und kann euch nur versichern, dass ich viele, viele Kolleginnen kenne, die nicht so lax beraten, sondern im Gegenteil sehr bedürfnisorientiert. Sedativas Schilderung trifft das eher.

  • ich hatte das auch in zwei Schwangerschaften. Zwei Dinge kommen mir komisch vor:


    1. Natürlich hilft Bewegung! Ich bin häufig am Abend schwimmen gegangen und hatte danach einen deutlich niedrigeren Blutzucker.


    2. Ich habe gelernt, dass man den Nüchternzucker am Morgen durch Ernährung nicht beeinflussen kann.


    Du schreibst nicht, in welcher Woche du bist. Gestationsdiabetes ist immer ein Diabetes, der auf Insulinresistenz beruht. Letztere wird durch die Schwangerschaftshormone begünstigt. Es ist davon auszugehen, dass das mit Dauer der Schwangerschaft zunimmt. Wenn du also noch nicht ganz so weit bist und dein Nüchternzucker jetzt grenzwertig, dann wird er vermutlich in einigen Wochen höher sein und du damit Insulin brauchen. Mich hat es auch erst sehr geschockt, dass ich dagegen gar nichts machen konnte. Nachher fand ich das Spritzen aber gar nicht so schlimm.


    Es gibt auf jeden Fall das Risiko einer Unterzuckerung beim Kind nach der Geburt. Ich stelle es mir nicht lustig vor, das in einem Geburtshaus zu erleben und das Kind dann in die Klinik abtransportieren zu müssen. Und mit einem insulinpflichtigen Diabetes wird wohl leider kein Geburtshaus dich nehmen. Ich hatte das auch überlegt und dann hatte es sich erledigt.


    Bist du in einer Praxis, die sich auch speziell mit Gestationsdiabetes auskennt? Viele Praxen behandeln vor allem ältere Typ-II Diabetiker und das ist einfach eine andere Sache. Für mich klingt die Beratung (keine Antwort auf deine Fragen) als würden die sich nicht auskennen. Vielleicht solltest du dich wirklich nach einer anderen Praxis umsehen.


    Ich habe eine recht weite Anfahrt in Kauf genommen, musste aber dann kaum noch hinfahren, sondern habe meine Werte per Mail geschickt und es kam zurück, was ich tun soll. Es waren auch Telefongespräche möglich. Persönlich musste ich eigentlich nur am Anfang erscheinen. Das nur falls dich eine weitere Anreise zu einem Diabetologen, der sich mit Gestationsdiabetes auskennt, abschreckt.


    edit: ach so und es ist gut, die Kohlenhydrate gemeinsam mit Fett zu essen, also z.B. Quark. Dadurch werden die irgendwie anders verstoffwechselt. Außerdem ist es wichtig, dass Vollkorn viel langsamer ins Blut aufgenommen wird als Weißmehl und darum besonders eine Umstellung auf Vollkornprodukte viel bringt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Alanna ()

  • So wie es sich anhört, hast du die Standard 'Diabetes Typ II' Diagnose Ernährungsberatung gekriegt. Mein Mann hat vor 9 Jahren genau das Gleiche gehört, als er die Diagnose erhalten hat. V.a. dieses 'Telleressen', fanden wir schon damals merkwürdig. Wie sollte man da wissen, wieviel Kohlenhydrate man da zu sich genomen hat und wieviel sind überhaupt erlaubt? Wir haben uns das dann alles angelesen. Zur Ernährungsberatung ist mein Mann nie mehr gegangen, er fand es völlig sinnlos. Tut mir leid, dass ich keine hilfreichere Antwort habe. Es gibt aber einige Schwangerschaftsdiabetes-Threads im Forum, da sind evt. hilfreiche Informationen darunter.

  • Hallo, ich hatte auch bei allen vier Kindern schwangerschaftsdiabetes, K1und K4 mit Insulin.

    Ich möchte Dir gerne die Angst davor nehmen. Ich weiß noch, wie es mich bei K1 schockte, dass ich spritzen musste.

    Bei K4 bin ich selber iwann zur Ärztin und sagte, ich möchte Insulin. Es gsb mir etwas mehr Sicherheit, da ich die BZwerte besser unter Kontrolle hatte. Allerdings waren bei mir auch weniger die nüchter, sondern die postprandialen Werte das Problem.


    Zum Stress: ja, ganz klar hat das einen riesen Einfluss.

    Ich war nach der Schwangerschaft zum Kontrolltest. Zweimal. Denn beim ersten mal war ich sowas von emotional gestresst.. Und die Werte katastrophal.

    Beim zweiten mal nicht:)


    Natürlich sind alle deine Fragen berechtigt, die Beratung scheint katastrophal gewesen zu sein

    Miss regelmäßig weiter, dann hast du ja die Kontrolle.

    Und sollte es dazu kommen, später, dass du Insulin brauchst, hab keine Angst davor. Wichtig ist doch nur, dass dein Kind gesund zur Welt kommt.

  • Sedativa hat unglaublich viel gutes und richtiges gesagt (v.a. bzgl. der Eigenverantwortlichkeit, auch wenn ich manches aus fachlicher Sicht nicht ganz so locker sehe, aber es ist im Rahmen, es SELBST zu entscheiden).


    Was mich aber brennend interessiert, nachdem ich IMMER WIEDER hier lese, dass Frauen mit Gestationsdiabetes von ihrer Ernährungsberatung so enttäuscht waren - was waren das für Ernährungsberater? Normalerweise machen das doch Fachberater mit diabetologischer Ausbildung...? Ich bin ehrlich gesagt entsetzt und kann euch nur versichern, dass ich viele, viele Kolleginnen kenne, die nicht so lax beraten, sondern im Gegenteil sehr bedürfnisorientiert. Sedativas Schilderung trifft das eher.

    Ich hattte in meiner 2 Schwangerschaft ab der 36 Woche Diabetes, dann auch recht schnell mit Insulin. Ich war bei einer Diabetiker - Ernährungsberaterin , die aber nicht hilfreich war , da sie

    nicht auf meine besondere Situation eingegangen ist . Ihre Beratung war auf eine langfristige Behandlung angelegt , so hat sie zB. geraten Gewicht zu reduzieren und mir einen Sport zu suchen , der mir Spaß macht und den dann auch regelmäßig zu treiben . Ich brauchte aber keine Beratung zum Thema Leben mit Diabetes, sondern dazu wie ich die Diabetes bis zur Geburt soweit unter Kontrolle habe.