Schwangerschaftsdiabetes, Gestationsdiabetes Nüchternbluzucker

  • Das mit dem Einleiten solltest du definitiv mit dem GH besprechen. Die leiten nämlich nicht ein. D.h. wenn du bei ihnen gebären darfst, dann wirst du nicht eingeleitet. Falls du nicht im GH gebären darfst und sowieso eingeleitet wirst, würde ich dir empfehlen im Paracelsusspital Richterswil zu gebären. Die sind viel weniger risikoorientiert (man darf z.b. viel länger übertragen) und sehr natürlich eingestellt (Anthroposophen). Und der Kreissal ist Hebammengeführt. Wenn du willst, kannst du dann evt. sogar das Wochenbett im Geburtshaus machen. Zumindest wurde mir das so angeboten, als bei mir wegen evt. zu tief sitzender Plazenta die Geburtshausgeburt 'gewackelt' hat.

  • Die Maternité Triemli arbeitet auch mit dem Geburtshaus zusammen (bei mir kam gerade eine Mutter von dort ins Wochenbett im Geburtshaus) - falls Richterswil nicht passt. Von dort kenne ich nur gute Berichte.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Talpa und Enaira Vielen Dank Euch!

    Mit dem Geburtshaus muss ich wegen des Einleitens mal sprechen. Bisher habe ich das so verstanden, dass sie bei Übertragung mit einer Gynäkologim zusammen arbeiten. Sollten die eine Einleitung für notwendig halten, muss man eben ins Spital.


    Sollte der Diabetes Insulinpflichtig werden, ist die Empfehlung in ein Krankenhaus mit Neonatologie zu gehen. Da blieben quasi Triemli und Uni. Gerade bin ich am Überlegen, ob ich schaue, ob zufällig noch eine Belehhebamme im Triemli Zeit hätte, für den Fall.


    Bei Insulintherapie muss das Neugeborene stündlich überwacht werden, deswegen ginge Wochenbett nur im Spital. Ansonsten wäre mir eine ambulante Geburt, wie beim ersten Kind am liebsten.


    Richterswil ist ansonsten eh ganz oben auf meiner Liste zum Ansehen. Es könnte ja immer sein, dass GH kurzfristig nicht geht's oder man verlegt werden muss.


    Das Triemli bietet mittlerweile auch Hebammen geleitete Geburten. Bei meinem Stempel "Risikoschwangerschaft" ist das dann aber wohl nicht mehr möglich.

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  • was für Zusammenhänge siehst du denn?


    Hat jmd. eine Idee warum mein Nüchternwert eigentlich gar nicht schwankt? Immer 90-98 ist ja weder normal, noch besonders hoch. Das macht mich etwas ratlos. Ende der 29. woche bin ich.

    Ich habe das Gefühl, wenn ich spät zu Abend esse, nach 21:00 und von der Gesamtmenge (Kalorien) eher viel, ist der Blutzucker am nächsten Morgen höher. Das passiert im Moment leicht, da ich bei der Wärme tags wenig Hunger habe und mein Körper dann abends nachholen will.


    Ich glaube aber, ich muss mich mit meinen Aufzeichnungen mal ganz in Ruhe hinsetzen und analysieren. Es sind ja so viele Faktoren: Essen, Zeitpunkt, Kohlenhydrate, Fette, Schlaf, Bewegung, Stress, Stillen etc.


    Leider hat es eben nicht viel Raum zum Ausprobieren. Bei zwei erhöhten Werte pro Woche ist es schwierig zu sagen, woran es genau lag.


    Zu Deinem Nüchternwert nur eine Idee: Die Diabetologin hat heute nochmals erklärt, dass der Nüchternwert vor allem durch Glucose Ausschüttung der Leber zu Stande kommt. Bei Gesunden hört die Leber auf, Glucose auszuschütten, sobald ein bestimmter Zielwert erreicht ist. Bei Insulinresistenz bekommt die Leber keine Rückmeldung, dass es reicht und schüttet immer mehr aus. Vielleicht liegt Dein "eigener Zielwert" im Moment in dem Bereich?

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  • Mein Triemli-Kind ist 14 ;)

    Und das war damals schon die Norm, dass die Geburten hebammengeleitet waren.


    Ich kenne die neue Leitung nicht persönlich, unter der alten Spitalleitung (B. von Castelburg) war - mit aller modernen Medizin im Hintergrund - ein für mein Empfinden sehr gesunder Blick auf die Geburt üblich. Soviel Hilfe wie nötig, nicht wie möglich!

    Da gibt es in unserer Stadt ganz andere Beispiele. Richterswil ist aber sicher auch toll.


    Zum Familienbett hat uns übrigens die ältere, resolute Nachtschwester im Triemli gebracht: "Was, Frauen?! Ihr habt noch keine Bettgitter bekommen?! Sooo, da sind sie, Baby im Arm - und jetzt wird geschlafen alle miteinander."


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Bei Insulintherapie muss das Neugeborene stündlich überwacht werden, deswegen ginge Wochenbett nur im Spital. Ansonsten wäre mir eine ambulante Geburt, wie beim ersten Kind am liebsten.

    Weshalb das denn?

    Ich habe in meiner zweiten Schwangerschaft Insulin spritzen müssen und bin 5 Stunden nach der Geburt nach Hause. ( Ist jetzt aber schon fast 13 Jahre her , kann sich also mittlerweile durchaus geändert haben)



    So als allgemeine Fragen:


    Wirkt sich das Insulin denn negativ auf das Kind aus?

    Also muss wegen des Insulins das Kind stündlich überwacht werden ?

    Wirkt es sich unterschiedlich auf das Kind aus , ob der Zuckerwert durch Ernährung oder Insulin

    im grünen Bereich ist?

  • Es kann dauern, bis sich der Insulin Spiegel beim Kind normalisiert, das hat dann ja auch die ganze Zeit Insulin zugeführt bekommen. Wenn es dann in eine Unterzuckering fällt, kann das heftige Auswirkungen haben. Manchmal sind die BZ-Wete aber auch schnell wieder stabil.

    Die Handmessgeräte sind nicht exakt genug für die Babys.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • Aber Insulin reichert sich doch nicht an ? Das Kind kommt doch nicht mit einem höheren Insulin

    Vorrat auf die Welt ?

    Bei meinem Sohn wurde nach einer Stunde und nach zwei Stunden der BZ gemessen, genauso

    bei meiner jüngeren Tochter, da wollte die Ärztin sicher gehen , da sie sehr schwer war und da hatte ich kein Insulin gespritzt ( und auch keine Diabetes).

    Ich weiß, was ich meine.

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  • du hast ja schon jede Menge guter Tipps bekommen.

    Deswegen nur kurz:


    Ich hatte einen selbst- und hebammenbetreuten Schwangerschaftsdiabetes.. nach grenzwertiger Diagnose beim wahrscheinlich nicht korrekt durchgeführten oGTT (kein zwei-Stunden-Wert bestimmt) beim ersten Kind hab ichs mit Ernährung gut hinbekommen. Beim zweiten Kind wollte ich mir und dem Kind den Test ersparen und hab selbst gemessen. Die Diabetologin und auch ihre Ernährungsberatung war grauslig (ich hatte zwei erklärbare - Honig im Tee - Spitzen drin und wurde ziemlich heftig angegangen, dass ich falsch messe und dann eben Insulin bekomme, wenn ich das nicht in den Griff bekomme) Daraufhin bin ich gegangen und hab in Absprache mit meiner Hebamme das ganze alleine gemanaged (das sollte aber eigentlich nicht die Lösung sein).


    Ich bzw das Kind musste nach komplikationsloser Geburt noch knapp 24stunden zur Beobachtung im KKH bleiben. Das war 2013. und wohl auch so Standard.


    Was mich auch sehr gestört hat, war der sofortige "Risikoschwangerschaft"-Stempel bei der ersten Vorsorge in der zweiten Schwangerschaft wg. "Zustand nach Gestationsdiabetes"..


    Ich hab übrigens auch gern nachts nochmal Quark gegessen. Und zum Frühstück gabs keine KH, da kam mein Körper nicht damit klar..


    Ich wünsch dir noch möglichst stressfreie neun Wochen. #baden

  • Das Problem ist, dass das Kind einen hohen Blutzuckerwert gewöhnt ist (von der Mutter) und deshalb viel Insulin ausschüttet. Dann kommt es auf die Welt und wird von diesem hohen Blutzucker 'getrennt'. Die ersten 24-Stunden nimmt es sehr wenig Kalorien / Zucker auf, aber der Körper ist sich immer noch gewohnt viel Insulin auszuschütten. Die Folge: das Kind fällt in einen Unterzucker. Deshalb muss der Zuckerwert überprüft werden und bei zu niedrigem Zuckerwert mit Glukose zugefüttert werden.

  • Katermauschen, so war es hier bei Kind zwei auch, Kind eins ist zwölf Stunden lang immer wieder in niedrige Werte gerutscht.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • Ein paar Infos nach aktueller Leitlinie zu Neugeborenen von insulinpflichtigen diabetischen Müttern:


    Der Blutzucker soll das erste Mal zwei Stunden postprandial, also nach dem ersten Stillen gemessen werden. Das erste Stillen sollte es innerhalb der ersten 30 min nach Geburt geben. Wird der Blutzucker früher gemessen, fällt die Messung in das völlig physiologische Blutzuckertief nach Geburt, und das ergäbe einen Handlungsbedarf, wo keiner ist.


    Nach Möglichkeit sollten gestationsdiabetische Mütter ab der 37. Schwangerschaftswoche versuchen Kolostrum auszustreichen (erst 2 mal täglich, ab der 38. WOche 4 mal täglich), und dieses jeweils über einen Tag zu sammeln und dann in Einmalspritzen einzufrieren. Zur Entbindung kann man das dann mitnehmen. Das funktioniert nicht bei allen werdenden Müttern, wenn es also nicht klappt, ist das zwar schade, aber das macht keine Aussage über die Milchbildung nach Geburt.


    Das Kolostrum auszustreichen hilft auf zwei Arten: Erstens gibt es NICHTS, was den Blutzucker so gut stabilisiert wie Kolostrum. Wenn man also das erste Mal nach Geburt anlegt, und direkt danach ein paar ml Kolostrum aus den Einmalspritzen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen stabilen Blutzucker viel viel höher.


    Zweitens kann es bei vielen Müttern dafür sorgen, dass die Milchbildung besser in Gang kommt, also früher mehr Kolostrum vorhanden ist.


    Die Leitlinie sagt nun also 2 Stunden postprandial messen. Bei klinisch unauffälligen Kindern darf der BLutzuckerwert bis auf 35 mg/dl runtergehen. Bei klinisch auffälligen Kindern (Blässe, Zittern etc.) bis auf 45 mg/dl. Darüber muss NICHT zugefüttert werden.


    (Und das ist das, was eben oft nicht umgesetzt wird: Da wird 1 h nach Geburt gemessen. Bei 45 oder noch höher wird bereits reagiert. Das ist nicht nötig, aber das muss man wissen, und die Leitlinien gelesen haben und darauf verweisen können...)


    WENN zugefüttert wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manche KLiniken nutzen dann sofort Pre (was ich nicht gut finde), andere Glucose. Es gibt Glucosegel, das in die Wangentasche des Babys gestrichen wird, und damit über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.


    Fakt ist aber auch, dass bei Werten zwischen 35 und 45 das Mittel der Wahl Bonding (nackig) und häufiges Anlegen ist, nicht reine Glukosegaben (siehe auch Leitlinie, ich zitiere mal):

    "Bei der psychomotorischen Entwicklungsuntersuchung im Alter von 2 Jahren waren ein- oder mehrmalige Werte unter 47 mg/dl [2,6 mM], einmalige Werte unter 35 mg/dl [1,9 mM], oder unerkannt tiefe Werte (bei Kindern mit kontinuierlicher subkutaner Glukosemessung) nicht mit Entwicklungsverzögerungen assoziiert. Im Gegensatz dazu waren hohe Blutglukosekonzentrationen (> 70 mg/dl [3,9 mM]) oder rasch angestiegene Werten nach Glukosegabe (ohne Unterscheidung intravenös oder bukkal) zur Korrektur eines tiefen Glukosewertes mit einem erhöhten Risiko für psychomotorische Defizite assoziiert. In der Gesamtgruppe der nachuntersuchten Kinder war der Einsatz des Glukosegels (im Vergleich zu Placebo) nicht mit einer erhöhten Rate psychomotorischer Defizite verbunden."


    http://www.awmf.org/uploads/tx…scher_Muetter_2017-10.pdf

  • Trüffel Herzlichen Dank!!! Das ist genial!

    Ich habe bisher nur die Leitlinien für Schwangerschaftsdiabetes, Behandlung der Mutter, angesehen. Ich werde mir nochmal die Schweizer Leitlinie zur Neugeborenenüberwachung raussuchen.

    Dann habe ich eine gute Entscheidungsgrundlage für mich und meinen Mann, und Dikussionsgrundlage mit dem evtl. Klinikpersonal.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • wie meinst du das mit dem "eigenen Zielwert in dem Bereich?"

    Das ist nur eine Laienhafte Vermutung: Ich verstehe das so, dass die Leber nachts Glucose ausschüttet bis ein bestimmter Zielwerte erreicht, sprich Rückmeldung kommt, dass genug Glucose im Blut ist. Bei der Insulinresistenz ist diese Rückmeldung gestört und die Leber schüttet auch bei Überschreitung normaler Werte weiter Insulin aus. Vielleicht kriegt Deine Leber im Moment genau bei Deinen Blutzuckerwerten: Jetzt ist genug da und schüttet nicht weiter aus?


    Falls jemand das liest und sagt: falsch, falsch, falsch. Bitte korrigieren!

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  • Danke für den Ansatz, da werde ich nochmal genau nachhaken, wenn es so weit wäre.

    Zudem kommt bei Insulingabe noch das Risiko der Unterzuckerung der Mutter hinzu?

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  • Katermauschen, so war es hier bei Kind zwei auch, Kind eins ist zwölf Stunden lang immer wieder in niedrige Werte gerutscht.

    Hattes Du in dem Fall einen Schwangerschaftsdiabetes? Ohne oder mit Insulingabe?


    Wie wurde auf die Werte bei Deinem Kind reagiert? Ging es über Stillen (Kolostrum) oder wurde zugefüttert mit Pre oder Glukose?

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  • Dank Dir! 24 Stunden im Krankenhaus kriege ich hin. Länger nur, wenn es wirklich unbedingt sein muss...

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  • Spannend, als ich vor drei Jahren mit dem ersten Kind da war haben sie den Hebammen geleiteten Kreissaal als Neuerung und angepriesen. Man konnte sich entscheiden, ob man "normal" entbindet, mit Handschütteln der Dienst habenden Ärztin bei Ankunft, oder "Hebammen geleitet", sprich die Ärztin wird nur bei Komplikationen gerufen.


    War für mich dann nicht relevant, da ich mit Beleghebamme entbunden habe, und somit keine Ärztin zu Gesicht bekam. Die meisten meiner Bekannten haben sich aber gegen eine reine Hebammengeburt dort entschieden.


    Und Familienbett stimmte bei uns auch, die Nachtschwester meinte: Im Nebenzimmer stehen auch Beistellbetten, wenn Sie das brauchen sollten. Aber das brauchen sie nicht! Hier ist Stillkissen und Bettgitter. Sie geben das Kind eh nicht aus der Hand!

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  • ja, aber es ist doch schon komisch, dass mein wert Nie niedriger ist....egal was ich esse, bewege, wie lange nix. Bzw. Ich hatte heute über Tag mal einen wert von 86: das hatte ich noch nie. Selbst morgens oder nachts immer 92-98, nie mehr oder weniger. Schon komisch.

    #herz -liche Grüße von Ludo und ihrer Rasselbande