Schreiben Stifthaltung

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  • Mein Zweitklässler hält den Stift sehr steil und verkrampft. Das Schreiben ist für ihn natürlich anstrengend und er vermeidet es immer mehr. In der ersten Klasse war er noch Feuer und Flamme die neue Fähigkeit anzuwenden.

    Was ich bereits gemacht habe: ihn für Hausaufgaben zurück an den Tisch geholt - am liebsten liegt er am Boden dazu.

    Die Lehrperson angesprochen - sieht keinen Handlungsbedarf.


    Habt ihr Tipps für uns?

    Das ich mich neben ihm setzte und die Stifthaltung korrigiere - nervt ihn total - und bringt Verweigerung.

    Aber inzwischen wird er mit Hefteinträgen in der Schule nicht fertig .... und lesen kann man auch wenig, und das liegt nicht nur am ungewohnten Schriftbild der vereinfachten Ausgangsschrift.

  • Beim Sohn einer Bekannten hat Ergotherapie geholfen.

    Das würde ich mal versuchen - hier habe ich den Eindruck, dass das relativ häufig verschrieben wird.

  • Das Problem hatte ich bei meiner Viertklässlerin. Ich habe das beim Kinderarzt angesprochen und sie geht jetzt zur Ergotherapie. Die Stifthaltung an sich ist gar nicht das Problem, eher das angespannte und verkrampfte. Dadurch ist das Schreiben viel zu anstrengend. Bei ihr geht es also jetzt eher um Lockerung und Entspannung als um die Stifthaltung.

  • Kann man Ergo auch selbstzahlen? Wie teuer wäre das?


    Unser Kinderarzt ist super wenn es um Erkrankungen geht, aber für das Logo Rezept mit 5 wegen R musst ich mehrmals bitten - und grundsätzlich war die Empfehlung vom Arzt eigentlich Rückstellung und abwarten. Nach 3 Blöcken Logo war Sprache perfekt und in der Schule klappt es als Klassenjüngster gut.

  • Kann man Ergo auch selbstzahlen? Wie teuer wäre das?

    Wir hatten auch das Problem mit dem KiA, der das "Problem" nicht sah. Letztendlich hat er es dann doch irgendwann eingesehen, zwischenzeitlich hatten wir auch überlegt selbst zu zahlen. Allerdings hat der Ergotherapeut im Gespräch (mit Verordnung) gemeint, darauf würde er sich nicht einlassen, er würde nur auf Verordnung arbeiten. Eine hatte ich telefonisch angefragt und die meinte das gleiche, war aber auch total überlaufen und hatte eh keine Kapazitäten mehr frei gehabt (vielleicht hat das auch mit reingespielt). Ruf doch einfach mal an und frag nach.


    Hat Dein Sohn auch im grobmotorischen Bereich Probleme? Bei uns brachte die Ergotherapie nichts, da er eine Wirbelschiefstellung hatte und auch noch (evtl dadurch) frühkindliche Restreflexe. Seitdem wir daran sind wird es zusehends besser, Grob- wie Feinmotorisch. Muss bei Deinem Sohn nicht sein, aber wir haben so lange dahin gebraucht und deshalb wollte ich es hier lassen. Grob- und Feinmotorik laufen zusammen bzw hat mir eine Motopädin gesagt, solange die Grobmotorik nicht sicher ist zieht die Feinmotorik nicht nach.

    Branwyn mit dem Februarknirps '12 und dem Maikrümelchen '17 #love

  • Wenn er für die Hausaufgaben lieber liegt, wie sieht es denn mit der Rumpf-Kontrolle aus?

    Kann er längere Zeit entspannt frei sitzen, oder fängt er an sich mit einer oder beiden Händen abzustützen?

    Sind die Füße im Bodenkontakt?

    Generell: passen die Möbel für die Größe deines Sohnes?


    Dann kommt er erst, dass man sich die Stifthaltung ansieht.

    Kann er Daumen und Zeigefinger gezielt vor und zurück bewegen?

    Was machen die übrigen Finger in der Zeit?

    Liegt der Stift locker auf dem Mittelfinger auf?

    Ist der Zeigefinger durchgedrückt oder greift über den Stift bis zum Daumen?


    Je nach Problem kann man dann mit Griffhilfen arbeiten.

    Damit der Stift entspannt in der Mulde zwischen Daumen und Zeigefinger liegt, gibt es auch Stiftbeschwerer.


    Generell würde ich aber auch mal eine Ergotherapeutin drauf schauen lassen. Und dafür den Kinderarzt nerven.

  • Branwyn

    Danke für deine Gedanken.

    Grobmotorisch sehe ich eigentlich keine Baustellen. Er ist zwar kein grosser Sportler, aber wenn er Bewegungen mal gelernt hat klappt es.


    Brina Berlind

    Passende - verstellbare Möbel hätten wir, werden nur nicht für Hausaufgaben sondern als Abstellfläche für Bastel- und Legoarbeiten genutzt.

    Hausaufgaben nach viel zureden am Küchentisch.

    Eigentlich macht er viel Fingerarbeit: Lego, Kleben, Schneiden auch mal Zeichnen ... aber er ''lümmelt" immer so am Boden dazu.

    Das spricht für wenig Rumpf-Kontrolle, oder?

    Das entspannte Frei sitzen werde ich mal beobachten, sowie die Stifthaltung entsprechend deiner Detailbeschreibung. Im Kopf habe ich nur, dass der Zeigefinger durchgedrückt, mit viel Druck auf dem Stift liegt.

  • Unser Sohn war deswegen auch bei der Ergotherapie und es hat ungefähr nichts gebracht. Was aber zum einen an dieser speziellen Ergo-Praxis lag und zum anderen daran, dass wir bei einem späteren Test herausgefunden haben, dass er wohl von Haus aus Linkshänder ist. Er schult sich jetzt zum Schreiben auf links um und wir hoffe, dass er damit seine Probleme in den Griff bekommt.


    Bzgl. Ergo-Praxis würde ich mich nach unserer Erfahrung doch vorher etwas mehr umhören, was die für euer Thema für einen Ruf haben. Unsere war wie gesagt für dieses Thema nicht gut aufgestellt, hat aber evtl. in anderen Richtungen mehr drauf.


    Preise für Ergotherapie sind in jeder Praxis unterschiedlich und teilweise so, dass man selbst bei PKV noch dazuzahlen darf. Da hilft nur nachfragen.


    Falls du privat etwas unternehmen willst, kannst du mal schauen, ob dir das Material von Hauke Stehn zusagt. Ich bin da zufällig mal drüber gestolpert und unsere Linkshändertherapeutin hat teilweise Übungen daraus gemacht,

  • und jetzt noch unabhängig von den Antworten zur Ergotherapie, nochmal eine Stimme für Griffhilfen. Ich hatte früher eine zeitlang so eine dreiecksförmige, die man über den Stift schieben musste. So waren dann Daumen, Zeige- und Mittelfinger auf der "richtigen" Position. anfangs war das für mich viel anstrengender, aber mit der Zeit fand ich es einfacher und habe dann natürlich auch "ohne" geschrieben.

    aber gut, jetzt wo ich es aufschreibe, überlege ich, ob es dann nicht einfach für die Anfangszeit ein dickerer Stift getan hätte....

  • und jetzt noch unabhängig von den Antworten zur Ergotherapie, nochmal eine Stimme für Griffhilfen. Ich hatte früher eine zeitlang so eine dreiecksförmige, die man über den Stift schieben musste. So waren dann Daumen, Zeige- und Mittelfinger auf der "richtigen" Position. anfangs war das für mich viel anstrengender, aber mit der Zeit fand ich es einfacher und habe dann natürlich auch "ohne" geschrieben.

    aber gut, jetzt wo ich es aufschreibe, überlege ich, ob es dann nicht einfach für die Anfangszeit ein dickerer Stift getan hätte....

    Wo du das sagst - sowas hatte die Ergotherapie unserem Sohn auch verpasst. Da gibt es sehr unterschiedliche und er durfte sich einmal durchprobieren..


    Hält er den Stift denn eigentlich im richtigen Griff?


    Was bei unserem Sohn übrigens auch hilft ist Scheiben im Stehen. Das geht mit rechts deutlich unverkrampfter als im Sitzen, wobe wir die Ursache dafür nicht kennen.

  • Das geht mit rechts deutlich unverkrampfter als im Sitzen,

    Im Stehen ist das Problem mit der Rumpf- Muskulatur besser im Griff. Dadurch kann man den Arm freier bewegen.

    Hält er den Stift denn eigentlich im richtigen Griff?

    "Den" richtigen Griff gibt es eigentlich nicht. Wichtig ist nur eine entspannte Handhaltung und die freie Bewegung von Daumen und Zeigefinger.

    Gemeint ist aber allgemein der Dreipunktgriff.

  • "Den" richtigen Griff gibt es eigentlich nicht. Wichtig ist nur eine entspannte Handhaltung und die freie Bewegung von Daumen und Zeigefinger.

    Gemeint ist aber allgemein der Dreipunktgriff.

    Das kenne ich anders. Es gibt einige typische eher ungesunde bzw. unpassende Schreibhaltungen, z.B. wenn der Mittelfinger den Stift mit halt statt nur als Auflagefläche zu dienen, die Finger zu sehr durchgedrückt sind, der Daumen über den Stift übergeschlagen wird, Hakenhand bei Linkshändern etc. Da findet man auch im Internet einiges dazu.


    Ich habe allerdings den Eindruck, dass das "im Westen" nie so eingeübt wurde wie "im Osten". Zumindest fällt mir hier in Bayern immer wieder auf, wie viele Erwachene eine schlechte Schreibhaltung haben, inkl. einer Ergo-Therapeutin in der Praxis wo wir waren! Ich weiß nicht, ob ich da in den letzten Jahren einfach nur sensibler geworden bin oder auch das schon zu den leider zunehmend vernachlässigten Schreib-Fähigkeiten in der BRD gehört.

  • z.B. wenn der Mittelfinger den Stift mit halt statt nur als Auflagefläche zu dienen, die Finger zu sehr durchgedrückt sind, der Daumen über den Stift übergeschlagen wird, Hakenhand bei Linkshändern etc. Da findet man auch im Internet einiges dazu.

    Grundsätzlich hast du damit recht. :)

    Wobei mit Mittelfinger auch noch geht, sofern das ganze beweglich ist.
    Dass ich das Linkshänder/Graphomotorikbuch von unserer Ergotherapeutin ausgeliehen hatte, ist auch wieder eine Weile her.
    Da waren Fotos von 4 häufigen, grundsätzlich funktionalen und ergonomischen Schreibhaltungen drin.

    Der Stift zwischen Zeige- und Mittelfinger funktioniert z.B. auch, auch wenn es sehr ungewohnt aussieht. Wichtig ist dabei halt, dass sich Daumen und Zeigefinger bewegen.

  • Vielleicht banal, aber: Gib ihm mal einen Füller oder Tintenroller. (Falls er noch nicht damit schreiben darf.)

    Hier waren Bleistifte DER Garant für eine derart verkrampte Haltung - und gemeinerweise durften die Kinder erst zum Füller wechseln, wenn die Schrift mit Bleistift gut war. Darauf konnten wir lange warten.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.