Ohne Plan mit Zelt und Kindern in den Urlaub starten ...?!

  • Hallo,


    wir (2 Erw., 3 Kinder: 5-12 J.) haben ab Mitte Juli 4-5 Wochen freie Zeit und sitze etwas hilflos vor der Planung und fragen uns, ob das überhaupt nötig ist. Also die Planung.


    Wir dachten, wir fahren am 1. Tag eine lange Strecke Rtg. Süden und buchen die 1. Übernachtung im voraus. Von dort dann spontan weiter.


    Wie viel Geld planen wir für sowas ein?

    Oder ist das eine doofe Idee?


    Fest steht:

    - es soll Rtg. Süden gehen (Norddeutschland bis Atlantik oder Mittelmeer und retour)

    - reisen werden wir im Auto

    - wohnen werden wir im Zelt


    Hat eine von euch sowas gemacht? Oder habt ihr Ideen?


    Liebe Grüße,

    Holla

  • Ich glaube ein Problem könnte sein, dass im Sommer viele Campingplätze sehr voll, mit Pech sogar ausgebucht sind. Wenn ihr spontan schaut, kann sich das möglicherweise in die Länge ziehen, bis ihr abends einen freien Platz gefunden habt. Außerdem ist nicht jeder Platz gleich gut, gleich teuer und bietet nicht das gleiche besonders für die Kinder. Manche werden eher von ruhesuchenden Dauercampern bevölkert, auf manchen ist dagegen viel für Familie geboten. Also zumindest die Plätze, die in Frage kommen, würde ich mir schon vorher anschauen im Internet und möglichst reservieren/buchen.
    Informiert euch vorher auch über Maut (z.B. in Österreich), kann teuer werden, wenn man einfach so durchfährt ;-)
    Den Rest kann man aber wohl ziemlich flexibel regeln.

  • Das ist mit Abstand unsere liebste Reiseart.

    Es gibt durchaus Ecken, an denen es auch mit Zelt etwas schwierig werden kann, in der Hochsaison spontan noch einen Platz am Wunschort zu bekommen - aber wenn man nicht so heikel ist mit der Reiseroute und immer von Zeltplatz zu Zeltplatz plant, klappt das normalerweise bestens.

    Das Tolle ist, dass man dem Wetter nachfahren kann - oder ausweichen, wenn schlechtes Wetter angesagt ist.


    Übernachtungsbudget planen wir so 20-30 Euronen ein, je nach Land - Kroatien ist billiger, Italien teurer. Wir brauchen keinen Stromanschluss und können deshalb immer die günstigste Kategorie Parzelle nehmen. Im Süden kaufen wir unterwegs immer Picknick für Abends ein, Brot, Käse, Fleisch, Gurken, Tomaten, Obst... Das ist meist sehr billig und so verputzen wir etwas mehr zum Mittagessen im Restaurant. Wenn Ihr mittags auch öfters Selbstversorger seid, könnt Ihr da auch sparen - die Kosten in Frankreich und Italien würde ich ähnlich wie Deutschland schätzen, Kroatien etwas billiger.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich kann dir sagen das du Schwierigkeiten haben wirst in Italien im August etwas zu finden. Da hatte ich mir mal vor Jahren ein paar niedliche Plätze rund um San Remo ausgeguckt und bin damit böse auf die Nase gefallen. Abgesehen davon das die da Preise aufrufen die jenseits von gut und böse sind waren die Plätze so voll, das die "Türsteher" uns erst gar nicht auf den Platz gelassen haben. Das gleiche vor 2 Jahren um Ostern am Lago Maggiore.


    Edit: wegen der Kosten: mit 5 Personen ist man in der Hauptsaison mit 30 bis 50 Euro dabei...….. (und 50 Euro ist da noch nichtmal das Limit...….)


    nochmal edit: in Italien werden auch gerne mal Kleinkinder mitberechnet, in anderen Ländern sind Kinder unter 6 Jahren oft umsonst

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    Liebe Grüße von Michaela


    Jungsklamotten, selbstgenähtes, Bücher, Spielzeug und noch mehr im
    ♥ Rabenflohmarkt ♥

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  • Danke, ihr beiden.

    Ja, NanaBaby, das ist auch etwas unsere Sorge. Nur ist ja leider die Idee vom spontanen Reisen dahin, wenn wir die Plätze vorher buchen ... #weissnicht


    Und Talpa, so stell ich mir das vor. #freu Ich bin jetzt auf 50€ je Tag gekommen und finde das eigentlich zu viel. Meinst du, mit weniger gehts auch ...? Strom brauchen wir auch nie, aber der Tank muss ja voll und die Plätze, die ich so beguckt habe, lagen für uns locker bei 35€/Nacht.

  • Wir sind verfressen und haben eine spezielle Nahrungsmittelintoleranz zu beachten - daher ist unser Essbudget ziemlich hoch.


    Wie gesagt, wenn irgendein Wunschziel mega wichtig ist, dann müsste man das schon im Voraus buchen - aber wenn man auch die eher weniger berühmten Ecken in Betracht zieht, geht das schon. Bei den meisten Plätzen kann man ein bis zwei Tage im Voraus reservieren, dann hat man immer noch Zeit, einen anderen Platz zu suchen, wenn es nicht klappt.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Naja es kommt halt drauf an. Man könnte abends immer raussuchen wo man als nächstes hinwill und das anrufen und dann buchen. Wenn man sich selbst die Freiheit lässt, im Zweifelsfall dann auch länger an einem Ort zu bleiben, bis woanders was frei wird, kann das sicher gehen. Ich denke, man braucht Flexibilität. Ich hab sowas bislang nur zu Fuß oder mit dem Kajak gemacht, da ist es nochmal anders, die nehmen einen immer auf, weil man ja nicht so leicht weiter kann. Aber auch da braucht es mitunter viel Flexibilität.

  • Falls ihr die erste Übernachtung in Höhe Göttingen machen wollt kann ich euch den Campingplatz Hohenhagen in Dransfeld empfehlen. Mit Freibad neben dran. Kostet aber auch um die 35 Euro in der Hauptsaison.

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    Liebe Grüße von Michaela


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  • Ja, ganz spontan ist man dann natürlich nicht mehr. Und klar, wenn man irgendwo im Hinterland auch glücklich ist, sollte man immer was finden. Schwierig wird es eher rund um beliebte Reiseziele oder direkt am Meer oder so.
    50 € pro Tag finde ich recht wenig, zumindest wenn da auch noch Sprit und Verpflegung mit drin sein soll. Mit Pech kostet auch mal die Übernachtung so viel, wenn nichts anderes mehr frei ist und man im "falschen" Land ist (z.B. eben Italien). Da würde ich definitiv mehr einplanen.

  • Aber auch da braucht es mitunter viel Flexibilität.

    Ich denke, das muss quasi das Motto so eines Urlaubs sein - wir lieben das, weil wir es wirklich lustig finden, beim Start nicht zu wissen, wo wir am Schluss landen.

    Was wir jedoch immer mit ins Budget einplanen: einige Tage Hotel. Entweder als Backup, weil manche unserer Reiseregionen doch eher unbeständiges Wetter haben (und ehrlich 11 Liter in 24 Stunden Regen war mir dann zum Zelten schon ein bisschen zu heikel) - oder als Abschluss, ein kleines Luxuszückerchen...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • wir reisen dieses jahr auch mal wieder so, mit dem unterschied, dass wir zwischen zelt und hotel wechseln werden. je nachdem, was wir jeweils für welchen preis noch wo bekommen.


    der grund: wir haben uns viel zu spät gekümmert und jetzt ist alles sowieso schon so teuer. also fahren wir spontan los und gucken nach dem wetter. wenn es sehr heiß ist, fahren wir richtung norden, wenn moderat, richtung süden.


    ich mag so spontanes reisen, der rest der familie nicht ganz soooo. und meine erfahrung ist, dass man immer noch etwas findet. gerade mit zelt, wohnmobil etc. wäre schon schwieriger.

    "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“


    Pfarrer Martin Niemöller

  • sehe gerade: ähnlich wie talpa also.

    "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“


    Pfarrer Martin Niemöller

  • ich hatte übrigens in den letzten jahren öfter mal versucht, im voraus einen stellplatz zu buchen. da sagte man mir immer, dass das für zelte nicht gemacht wird, weil auf den wiesen immer was frei sei. und so wars auch.


    wir werden dieses jahr sehr schlank zelten. also keine riesen utensilien, möbel etc. mitnehmen. nur zelte und gute matten. am liebsten eigentlich ein dachzelt.

    essen am platz machen mochte ich noch nie besonders.

    "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“


    Pfarrer Martin Niemöller

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  • und meine erfahrung ist, dass man immer noch etwas findet. gerade mit zelt, wohnmobil etc. wäre schon schwieriger.

    Jep!

    In Frankreich zum Beispiel lohnt es sich, in "camping à la ferme" zu kucken, die haben nicht so strikt parzellierten Platz und darum auch mal die Möglichkeit, noch ein Zelt irgendwo unter einem Olivenbaum reinzuquetschen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Natürlich geht das! Wir machen das immer so! Es scheint beliebte Ecken zu geben, wo das schwieirig ist ohne Vorausbuchung einen Platz zu bekommen. Im Inland ist das aber eigentlich immer möglich, gerade, wenn Ihr unter der Woche die Plätze wechselt. Wenn Ihr Samstag Abend 19.00 Uhr auf einen beliebten Platz am See aufschlagt, wird es eng bzw. werdet Ihr mit Sicherheit abgewiesen. (Im Zweifelsfall rufen wir am Morgen an und fragen, ob wir am Abend vorbei kommen können.) Da wir nach Möglichkeit gerne bei schönem Wetter campen, will ich keine Plätze ewig vorausbuchen. Wir fahren auch spontan ans Meer zum Zelten - aber das ist nicht überall möglich.

    Kostenmäßig haben viele Plätze etwas angezogen. Mit 30 Euro pro Nacht solltet Ihr in Mitteleuropa - in der Hauptsaison - aber gut durchkommen. Wir meiden allerdings (mit einer Ausnahme) 5-Sterne Campingplätze. Das ist uns zu trubelig. Diese Plätze sind auch teurer (da bezahlst Du für die Animation usw.). Die Frage ist einfach, was Du möchtest. Allerdings sind die grundlegenden Standards auch auf den preiswerten Plätzen recht gut. (Ich empfehle Dir im internen Bereich meinen Thread zum naturnahen Camping.)

    Ansonsten stellt sich bei den Kosten schlicht die Frage, was Ihr wollt. Tagesausflüge sind natürlich preislich auch sehr unterschiedlich - eine schöne Wanderung kostet nichts, der Freizeitpark kann richtig ins Geld gehen. Aber welche Vorlieben Ihr habt, wisst Ihr selber am besten.

    Thema Essen: viele Campingplätze bieten einen Brötchenservice o.ä. - oft muss man am Abend vorher die Sachen vorbestellen. Wenn Ihr einen kleine Kochausrüstung mitnehmt, könnt Ihr sonst auch selber kochen (unbedingt auch auf einheimischem Märkten und in kleinen Läden usw. einheimische Produkte einkaufen) und Picknicks machen. Das kostet nicht unbedingt mehr wie zu Hause. Wie oft Ihr Essen gehen wollt, müsst Ihr selber wissen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Astarte ()

  • Ich reise gerne so, aber den einzigen Urlaub mit Kindern, den wir so gemacht haben, habe ich extrem anstrengend in Erinnerung. Das ständige Suchen nach dem nächsten Campingplatz hat viel Zeit gekostet. Da würde ich mich beim nächsten Mal nicht auf das Internet verlassen sondern einen altmodischen Campingführer in Buchform mitnehmen. Dazu waren unsere Kinder damals 3 Jahre und 9 Monate und noch recht wartungsintensiv. Zudem habe ich festgestellt dass mein Mann für diese Art Urlaub nicht geeignet ist. Er ist dann so im „wir können weiter, müssen aber nicht“ Modus, dass nichts vorwärtsgeht weil er nur entspannt Zeit vertrödelt und Entscheidungen scheut und ich entweder alles allein entscheiden und packen musste oder eben nichts passiert. Seither plane ich vorher (ein Zeitfresser, den ich während der Reise nicht mehr habe) und wenn mein Mann weiß, dass wir an Tag x weiterfahren, ist er auch eher im Arbeitsmodus. Ich kann mich auch besser entspannen wenn ich weiß dass wir noch einen Tag bleiben. Aber das ist einfach unsere Paardynamik, mit mir selbst würde ich sofort diese Art Urlaub machen 😁

  • Wir machen auch immer wieder mal so Urlaub und finden es schön. Manchmal muss man etwas suchen, bis man einen Zeltplatz gefunden hat, aber bisher hat es immer noch geklappt.:)

  • dann sind ja hier die spontan-camper, die öfter wechseln, versammelt.


    eine frage: was nehmt ihr so alles mit?

    "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“


    Pfarrer Martin Niemöller

  • dann sind ja hier die spontan-camper, die öfter wechseln, versammelt.


    eine frage: was nehmt ihr so alles mit?

    Viiiiiiieeeeeel warmes Schlafzeugs... ich bin ein unmögliches "Gfröörli" in der Nacht, dass heisst, wir haben mehrere Wolldecken etc dabei.

    Sonst sind wir ziemlich minimalistisch unterdessen: die Küchenkiste besteht aus Essgeschirr für alle, Schneidebretter - alles, was man braucht, um zu picknicken. Dazu ein Brenner und unsere Cafetiera, Emailtassen pro Person (+ 2 Espressotässchen) und ein kleiner Topf für Teewasser (eine kroatische Kaffee-Kanne eigentlich, die gibt zwei gute Tassen Tee).

    Eine grosse Sitzmatte, die Kiste in der die Schlafsäcke reisen ist gleichzeitig der Tisch fürs Essen.


    Liebe Grüsse


    Talpa