Tochter möchte gerne Gardetanz machen - und ich bin davon gar nicht begeistert

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  • Hallo zusammen,
    unsere Tochter ist 9 Jahre alt und sehr sportlich und beweglich - sie macht Ballett, Leichtathletik, Reiten und geht auch noch zum Schwimmen.
    Nach drei Jahren möchte sie nun mit dem Ballett aufhören (was ich sehr schade finde), zum einen wegen einer neuen Lehrerin und zum anderen ist ihr das zu 'diszipliniert' und nicht frei und wild genug. :D


    Vom rein Sportlichen her wäre Gardetanz für sie wirklich absolut passend. Sie kann Spagat, Radschlag, ist extrem dehnbar und beweglich und hat ein tolles Sprungvermögen.
    Außerdem liebt sie das Tanzen und findet die Kostüme (natürlich) toll. :)


    Reines Geräteturnen finde ich nicht so toll, wir haben in der Bekanntschaft ein Mädchen, die macht sich da regelmäßig die Knochen bei kaputt und ist ständig verletzt.


    Tja, aber ich habe irgendwie zwei Probleme mit dem Gardetanz - zum einen möchte ich nicht, dass meine Tochter sich in einem knappen Kostüm und total übertrieben geschminkt auf irgendwelchen Bühnen oder Einkaufszentren einem Publikum präsentiert. Ich habe kein gutes Gefühl dabei, wenn sie von Leuten angestarrt wird, die vielleicht Gedanken dabei haben, die mir absolut nicht gefallen würden. #nein


    Und zum anderen sind wir in der Familie absolute Karnevalsmuffel. Ich habe einfach keine Lust dazu, die Karnevalstage nur von Auftritt zu Auftritt zu hetzen, das ist für unsere Familie zu viel Stress, wir haben schon viel zu viele Termine. Ich mag solche karnevalistischen Zusammenkünfte einfach nicht - unsere Tochter aber eben doch... #eek

    Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich von euch hören will - vielleicht irgendwelche Erfahrungsberichte.

    Hat hier jemand auch eine Tochter, die Garde tanzt? Ist das wirklich so, wie ich es mir vorstelle?

    'Darf' ich unserer Tochter den Wunsch abschlagen??

    Bitte schreibt mir doch mal eure Meinungen oder Erfahrungen dazu!
    GLG,

    murmel

  • Hier macht das ja gefühlt die halbe Stadt und ich kann nix Schlimmes dran finden. Im Gegenteil, ich finde es eigentlich einen schönen Sport. Angestarrt wird zudem jeder Leistungssportler und Projektionsfläche für Fantasien sind davon auch viele. ;)

    Trillian grüßt






    “Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“ (Douglas Adams)

  • Ich kann deine Zweifel sehr gut nachvollziehen und hätte persönlich auch ein Problem, sollte meine Tochter diesen Sport ausüben wollen.

    Stellt sich bei uns glücklicherweise nicht zur Debatte.


    Bei uns bieten einige Ballettstudios Hip-Hop/Breakdance etc. auf Leistungsniveau an und gehen damit auf Wettbewerbe, vielleicht wäre das eine Alternative für deine Tochter?

  • Oder Cheerleading? #angst


    Ich finde das vom Anglotz-Aspekt her auch nicht schlimmer als Gardetanz, aber wenigstens könnt Ihr zum Anfeuern dann auf coole Sportevents und müsst Euch keine Karnevalsveranstaltungen antun.

  • Ich bin auch Faschingsmuffel und mein Sohn tanzt begeistert in einer Showtanzgruppe (heißt hier nicht Garde), die vorwiegend im Fasching auftritt. Man gewöhnt sich dran, ganz ehrlich. Mit der Zeit geht einem das fröhliche Getue nicht mehr so auf die Nerven und man freut sich an der Freude des Kindes bei den Auftritten und platzt vor Stolz.

    Hier geht das Training ab nächster Woche los mit Pausen in den Ferien. In den Weihnachtsferien ist täglich Training, was gar nicht schlecht ist, da war ihm immer langweilig weil keiner Zeit hatte. Am ersten Januarwochenende ist Inthronisation, dann ist die Trainingszeit vorbei und es kommen nur noch Auftritte. Vorwiegend am Wochenende und in den letzten Faschingstagen Do-Di, da sind sie aber mit dem Bus unterwegs und ich muss ihn nur zur Sammelstelle bringen. Wenn ich mal nicht kann, helfen sich die Mamas gegenseitig, das klappt recht gut. Direkt nach Fasching ist der Zauber vorbei und bis Juli dann wieder Ruhe. Das find ich annehmbar, im Gegensatz zu Jungs die Fußballspielen, wo man bei Wind und Wetter jedes Wochenende am Spielfeldrand verbringt.

    Die knappen Kostüme finde ich auch immer grenzwertig, aber das ist wohl überall so. Unsere Mädels sind mit einem Jogginganzug ausgerüstet und hautfarbenen Ganzkörperanzügen, die stehen nur ganz selten wirklich halbnackt auf der Bühne.

  • Man gewöhnt sich dran, ganz ehrlich. Mit der Zeit geht einem das fröhliche Getue nicht mehr so auf die Nerven und man freut sich an der Freude des Kindes bei den Auftritten und platzt vor Stolz.

    Mein Sohn hat sich auch eine Sportart ausgesucht, bei der bei den meisten Menschen ziemlich bestimmte Vorurteilsschubladen aufgehen, bei mir auch.


    Aber: er hat Spass dabei, das Team ist echt klasse, Trainer und die Älteren tolle Vorbilder - und wir fühlen uns zwar auf den Events immer noch ein bisschen Alien, das mag aber auch daran liegen, dass wir halt "die Städter" sind...

    Man gewöhnt sich dran, lernt Leute kennen und ich muss sagen, unterdessen kann ich der Sache sogar schon ein bisschen Begeisterung entgegen bringen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ich finde den Sport nicht schlecht..


    Nachdem ich aber mal einen Auftritt in der Menge mitbekam....auf die Minigarde folgten die 15-18 Jährigen...

    Da ist es mir echt vergangen...

    Da kam soviel absoluter sexistische Mistkacke aus den Mündern abgetrunkener Männer...widerlich..


    Und die aufgemotzten, zugekleisterten Cheerleeder mit ihren viel zu kleinen Kostümen......


    Und ja, das ist hartes Training und die Kinder sind Leistungssportler...

    Warum muss man sie dann aufdonnern und vorführen?

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • Ich verstehe dich. So gut.
    Meine Tochter (fast 12) macht auch Gardetanz - und ich hasse es. Ich hasse es jeden Tag.

    Ich hasse diese Musik, diese Texte, diese ... Art.
    Ich hasse die Stiefel, die Spitzenhöschen, die Perücken (igitt!).

    Ich hasse die saufenden alten Säcke, die in die erste Reihe sabbern und von den "lecker Mädschn" faseln. Und ja, das ist so. Immer mal wieder. Kommst du nicht dran vorbei. (Die Kinder bekommen es aber nicht mit.)


    Ich glaube, meine Tochter hat sich das als Rebellion gegen das Elternhaus ausgesucht. Aber es hilft ja nix, oder? Sie will es halt machen.

    ... wartet auf: Impfung - Chip - Morgellon-Entwurmung.

  • Meine Tochter ist mit etwa 8 auch 1x mit ihrer Freundin mit und wollte dann erstmal auch. Ich habe ganz unpädagogisch „nein“ gesagt und dass wir sicher was finden, was zu uns als Familie besser passt.


    Für sie war es damit tatsächlich ok, sie hat dann irgendeinen Kampfsport gemacht bis zum Ende der Grundschule und seitdem Leistungs-Hockey.

    Ich weiß nicht wie ich reagiert hätte, wenn der Wunsch sehr stark gewesen wäre #weissnicht

    When all hope begins to shatter
    Know that I won't be afraid

  • Gibt es nicht Modern- oder Jazztanz? Das ist freier, nicht so streng. Wäre vielleicht noch eine Idee? Einfach mal schnuppern?

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Bei uns gibt es das gar nicht. Wie wäre es mit Sportakrobatik? Das macht eine Freundin meiner Tochter. Die sind bei Auftritten in Glitzeranzügen und bemalten Gesichtern. Das sieht sehr schön aus.

  • Wir sind hier ja Fasenachts- und Turnhochburg.

    Kaum ein Mädchen hier, das nicht eins von beidem macht. Und keine Eltern, die nicht stöhnen.

    Es sind irre Fahrwege zu den Turnieren und es wird viel Mitarbeit verlangt.

    Da würde ich mal nachhaken. Wenn es nur mal zugucken ist, könnte ich ja mit Garde leben. Aber dieses permanente eingespannt sein wäre mir zu viel. Aber vielleicht ist es bei euch auch anders.

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Lass mich raten: Schwingen?? :D

    :) Liebe Grüsse Bidi #rose


    "Das Gras wird gebeten, über die Sache zu wachsen!" ... ... ... "Das Gras bitte!"

  • Ich habe zwei Töchter, die Gardetanz machen.


    Zumindest deinen ersten Einwand kann ich vollständig entkräften: In der Altersgruppe deiner Tochter werden die Tänzerinnen entweder gar nicht, oder nur sehr dezent, oder einfach lustig geschminkt, aber definitiv nicht aufreizend. Die Kostüme sind nicht knapper als beim Ballett (eher sogar im Gegenteil). Die Tänze sind ebenfalls nicht aufreizend. Und die Zuschauer sind auch nicht abartig. Die Auftritte finden meistens im Rahmen von Gardetreffen statt, das sind Leistungsschauen der Gardetanzgruppen einer Region. Die ZuschauerInnen die da hingehen, sind zumeist selbst Gardetänzerinnen oder deren Eltern. Hinzu kommen Auftritte im Rahmen von Kinderkarnevalsfeiern in Kindergärten und Schulen, sowie Auftritte im Altenheim oder so. Also wirklich harmloses Publikum.


    Die "aufreizenden" Kostüme, Schminke, und entsprechende Tanzstile und Auftrittstermine spätabends in der Disko gibt es im Gardetanz zwar auch, aber erst in der Altersgruppe ab ca. 16 Jahre. Wenn deine Tochter wirklich bis dahin beim Gardetanz bleibt, kannst du dich aber glücklich schätzen. Denn beim Gardetanz ist Präzision Pflicht und somit Alkohol tabu. Möglicherweise werden also gerade die Verpflichtungen als Funkemariechen deine Tochter dann im Karneval vor Abstürzen bewahren.


    Eine Befürchtung die ich leider nicht entkräften kann, ist dass man als Eltern einer Gardetänzerin sehr viel Karneval miterleben muss. Bei den Auftritten herrscht natürlich immer Karnevalsatmosphäre mit entsprechender Musik und Deko etc. und von Januar bis Anfang März ist wirklich fast jedes Wochenende ein Auftritt.


    Aber im Vergleich zu Eltern von fußballspielenden Kindern hat man es m.E. noch relativ entspannt im Karnevalsverein, denn immerhin sind die Auftritte nicht ganzjährig (im Unterschied zu Fußballturnieren) und das Training ist in der Regel auch nur 1x wöchentlich.


    Was mir noch gefällt am Gardetanz, ist die Diversität bei den Leuten die sich da engagieren. Meine Älteste war auch zuerst beim Ballett, bevor sie zum Gardetanz gewechselt ist. Deshalb habe ich den Vergleich. Im Ballett habe ich ausschließlich Mädchen gesehen, und die waren ausschließlich schlank, ausschließlich aus der mittleren bis oberen Mittelschicht, mit deutlicher Tendenz zu Reichtum, und ausschließlich biodeutsch. Beim Gardetanz hingegen gibt es dicke und dünne Mädchen, hellhäutige und dunkelhäutige, Mädchen vom Gymnasium und von der Hauptschule, ein Mädchen aus der Gardegruppe war geistig behindert, und es gab sogar ein paar Jungs. Allerdings eher wenige stammen aus sehr wohlhabenden oder Akademikerfamilien, was ich sehr schade finde - da spielen wohl Dünkel und die von dir genannten Gründe eine Rolle. :(


    Aber am besten machst du dir einfach selbst ein Bild. Frag doch mal beim Karnevalsverein, ihr dürft bestimmt erstmal unverbindlich schnuppern, bevor ihr euch entscheiden müsst. :)

  • mehrer Freundinnen meiner Kinder machen Gardetanz...in verschiedenen Garden.


    Die einen sind tatsächlich eher "kindgerecht"...


    Die Garde von der ich oben schrieb...karrt die Mädels ab 6 Jahre auch auf Sitzungen, Events ect. wo nicht nur Eltern oder andere Garden sind.

    Die Kleinen müssen da halt mit...ein Bus voller Mädels...Jungs werden nicht aufgenommen!!....die Großen haben halt später ihren Auftritt als die Minis...

    Wie oft die Mädels da erst um 22 Uhr Zuhause sind..

    Noch ein Ausschlusskriterium hier im Haus.

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • Gut, das ist so wie überall im Leben: Man muss sich den Verein halt anschauen. Die Ballettschule wird ja auch bewusst ausgesucht, nach Erfahrungsberichten aus dem Bekanntenkreis, und persönlichem Eindruck von den Ballettlehrerinnen. So ähnlich auch bei jedem anderen Sportverein. Gerade wenn man in einer Karnevalshochburg lebt, gibt es eigentlich immer die Wahl zwischen mehreren Tanzgarden. Da kann man ja dann die sympathischste aussuchen.


    Es ärgert mich wirklich massiv, wie über den Gardetanz einfach Pauschalurteile gefällt werden.

  • Bei uns ist es in allen Vereinen üblich, dass die Kinder dort tanzen, wo sie eben gebucht werden. #weissnicht

    Ja, das sind al Schulen und Kindergärten (nett), aber natürlich auch Karnevalsveranstaltungen (da ist das Publikum meist alt und angetrunken) oder Feste von Kleingartenvereinen (dito).

    Ab 10, 11, 12 werden sie geschminkt und etwas anderes als Spitzenunterhose, Strumpfhose und Röckchen habe ich noch nirgendwo gesehen.

    Ich finde nichts davon schön. Meiner Tochter gefällt es #weissnicht


    Was ich aber positiv erwähnen muss: Der Verein macht viel mit den Tänzerinnen, finanziert aus der Vereinskasse: Ausflüge, Schwimmen, Wasserski, Phantasialand ... Das ist natürlich toll und jedes Mal ein Highlight.

    ... wartet auf: Impfung - Chip - Morgellon-Entwurmung.

  • Ich lese hier irgendwie gar keine Pauschalurteile, die die Tanzgarden betreffen, sondern nur ein paar Rabinnen, die dem ganzen Drumherum nicht viel abgewinnen können (was ich völlig nachvollziehen kann). Wo liest du das denn hier raus, @Schlehe ? #gruebel

  • Ich habe selbst mal Garde getanzt und ich glaube nein ich weiß dass meine Mutter das auch voll blöd fand. Wir haben hauptsächlich für die zwei Prunksitzungen des Vereines die Tänze einstudiert, natürlich gab es aber auch davon ab Auftritte. Die ganz kleinen Gardemädels haben aber nur am Kinderfasching ihren Auftritt gehabt (also vor einer Halle Eltern mit Kindern und nachmittags.) Das ist alles so unterschiedlich, daher würde ich mir den Verein mal ganz genau angucken. Eingebunden ist man je nachdem schon klar, aber das ist man ja oft bei den Hobbys seiner Kinder.

    Wir hatten blickdichte Strumpfhosen an, klar Spitzenunterhosen die drüber angezogen werden und Rock drüber. Unten die Stiefel und oben der Hut, wir hatten keine Perücke. Das Geschminke war nicht zu aufdringlich, aber schon vorhanden.

    Meine Mutter war meist bei einer Veranstaltung, sonst bin ich mit meiner Freundin und deren Eltern unterwegs gewesen und hab auch oft dann direkt dort übernachtet. Aber da waren wir auch schon etwas älter.

    Das Training unterm Jahr in der Woche war meistens lustig.


    Naja trotzdem bin ich sehr froh, dass meine Tochter tanzen blöd findet. #cool