Innerfamiliärer Impfdisput (Windpocken)

  • ich habe meine Kinder impfen lassen..


    Da ich die WP mit 28 Jahren bekommen habe....der totale Horror....Pusteln ohne Ende...Fieber ect..


    Lt meinen Eltern habe ich alle Kinderkrankheiten durch gemacht...leider entsprach dies nicht so ganz der Wahrheit...da ich auch keine Rötelantikörper hatte.

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • woher nimmst du diese Sicherheit? Kann man leichte verläufe buchen? Haben die mit den enzephalitiden oder den Lungenentzündungen etwas falsch gemacht?

    #confused nein, natürlich haben die nichts falsch gemacht. Und selbstverständlich kann ich auch nicht zu 100% ausschließen, dass eines meiner Kinder oder beide überraschenderweise doch eine Komplikation entwickelt hätten.


    Aber ich bin allgemein schon der Ansicht, dass es mehr die "Grundaufstellung" des Immunsystems ist, die bestimmt, wie die Krankheit verläuft, als dass es andere Randbedingungen sind wie Intensität des Kontakts mit der Keimquelle oder die Wetterlage. Und beim Immunsystem scheinen meine gut aufgestellt zu sein, denn beide sind praktisch nie krank, und wenn sie mal krank sind verläuft es idR mild oder (wie beim Scharlach) symptomlos. Ich wüsste nicht, dass es ein tolles "Rezept" gibt, wie man sein Immunsystem in Schuss bringt. Bestimmt wirken da Vererbung und Umweltfaktoren zusammen. Aber da es bei den Kindern gut in Schuss ist, hätte ich mir keine Sorgen gemacht.


    Wenn man natürlich Pech hat, läuft es wie bei der Spanischen Grippe, wo es besonders die jungen, gesunden Menschen mit dem tip-top-Immunsystem dahingerafft hat - das gibt es auch...


    Beste Grüße

    Sabine

    Sabine '69 mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Für die lebenslange Immunität (im Aus Sicht der nicht-Impfen, die ja auf Ansteckung, aber bitte mit mildem Verlauf hoffen) kauft man sich aber halt auch die Möglichkeit der Gürtelrose ein, das ist Euch sicherlich auch bewusst, oder?

    Und alles nur, um dann mit 13 oder so, doch noch zu impfen, weil ein milder Verlauf ja noch keine Immunität verspricht...

  • Für die lebenslange Immunität (im Aus Sicht der nicht-Impfen, die ja auf Ansteckung, aber bitte mit mildem Verlauf hoffen) kauft man sich aber halt auch die Möglichkeit der Gürtelrose ein, das ist Euch sicherlich auch bewusst, oder?

    Und alles nur, um dann mit 13 oder so, doch noch zu impfen, weil ein milder Verlauf ja noch keine Immunität verspricht...

    Ich bin - bekannterweise ja durchaus impffreundlich (und mit einer gerade frisch verheilten Gürtelrose) - sehr fasziniert, wie sich die "Gefahreneinschätzung" von Varizellen innerhalb der Kindheit meiner zwei Kinder in Deutschland verändert hat. Und wie unterschiedlich die Gefahr offenbar in den direkten Nachbarländern immer noch eingeschätzt wird.

    Gegen Gürtelrose gibt es übrigens bei Wunsch eine Impfung, die das hiesige Bundesamt für Gesundheit für immunschwache Erwachsene empfiehlt. Die Variante finde ich nicht unattraktiv: natürliche Ansteckung im Kindesalter, inkl. Nestschutz für Neugeborene und ein Schutz gegen Gürtelrose für gefährdete Erwachsene.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Die persönliche Einstellung zu Windpocken hat (logischerweise) sehr viel mit den gemachten Erfahrungen zu tun.


    Ich finde es nicht fies, auf ein natürliches Durchleben zu hoffen, da ich keine so schlimmen Verläufe kenne (ich weiß schon, daß es sie gibt).

    Meine älteren Söhne hatten sie Windpocken in normal ausgeprägter Form, etliche Pocken, lästig aber aushaltbar. Ich fand das jetzt bei Ihnen nicht so tragisch. Damals gab es keine Impfung.


    Ich verstehe aber, daß man das anders sieht, wenn man einen schlimmen Verlauf erlebt hat oder es noch gar nicht erlebt hat.


    Gruß Seda

  • Ich finde die These des leichten Verlaufs auch gewagt.


    Mein Sohn nimmt normal eher die schlimme Version mit. Wir hatten schon diverse wirklich fiese Verläufe. Aber HMF und Ringelröteln waren kaum zu erkennen.


    Und Windpocken waren in meiner Kindheit (immerhin über 30 Jahre her) nichts harmloses. Musste man nur durch für den Schutz dann. Ich hatte es schlimm. Narben vom aufkratzen habe ich heute noch. Meine Mutter die sonst eher pragmatisch ist bei Krankheiten bat mich dringend über die Impfung nach zu denken. Das hat sie nachhaltig sehr negativ beeindruckt.

    Normal is just a setting on a dryer.

  • Shevek ich würde davor bestimmen lassen, ob deine tochter die krankheit still durchgemacht hat. ich kenne ein kind, dass hatte alle relevanten kinderkrankheiten ohne dass es den eltern aufgefallen war. bevor sie das 10 (?) jährige kind impfen lassen wollten, haben sie die titer bestimmen lassen.

    Genau das habe ich gerade für meine Zwölfjährige mit der Kinderärztin durchgesprochen. Das Problem an der Stelle ist, dass die Kasse eine Impfung auf jeden Fall immer bezahlt, eine Titerbestimmung hingegen nicht, nur, wenn begründeter Verdacht besteht, dass eine Impfung nicht anschlägt (gibt ja auch Titerversager oder wie man das auch immer nennen soll). Eine Impfung hingegen, die auf eine Immunität, sei es durch Impfung, sei es durch bereits durchgemachte Krankheit, trifft, wirkt schlicht nicht, sagte sie, und damit ist gut, deswegen bezahlen die Kassen das, weil es ja immer Mehrfachimpfungen sind.


    Mich würde es einfach interessieren, ob sie die Röteln schon hatte, da sie die meisten Dinge ziemlich symptomlos durchmacht. Aber nur fürs Interesse viel Geld zu zahlen?#gruebel


    Mir war halt wichtig, dass, wenn sie nun MMRV bekäme, nicht etwa Komplikationen wegen Überimpfung bekommt, weil Masernimpfung uns schon wichtig war, aber gerade bei Röteln und Windpocken war uns die Nichtimpfung und die Chance auf Durchmachen wichtig.

    Bei mir war es andersrum: Ich bin gegen Röteln geimpft, aber nicht ausreichend imun. Das wurde leider während der Schwangerschaft festgestellt,

    Bei meiner letzten, ja leider glücklosen Schwangerschaft fragte die Arzthelferin auch irritiert beim Blick auf meinen im letzten Mutterpass zu lesenden Titer von 1:64, ob ich doppelt geimpft wäre. Dass ich das vor 35 Jahren durchgemacht habe, fand sie dann verständlich, aber ist das nicht traurig?

    Als ich vorhin den Beitrag von MeineRasselbande gelesen habe, und das Antwortfenster aufgemacht habe zum Kommentieren, ist mir ein nicht abgeschickter Beitrag entgegen geflattert.


    Ich schicke ihn jetzt doch noch ab. DieRasselbande hat ihn jetzt ja sozusagen begründet.

    Mein eigentliches Optimum hier wäre also nicht Impfen, sondern durchmachen. .

    Ist das nicht fies?

    Rasselbandes große Kinder waren ja schon in dem Alter, in dem der Verlauf der Krankheit wirklich schlimm sein kann, deswegen wird Delfinchen jetzt ja auch durchgeimpft. Das haben wir damals so entschieden und sind uns da trotz aller aktuellen Differenzen immer noch einig.






    Zum Ursprungsthema:


    Ich kenne eine Mutter, die wirklich mit dem Baby kaum einkaufen geht, in keine Spielgruppe, die Große geht nicht in den Kindergarten (dies aber primär, weil die Mutter selber im Kiga total unglücklich war), weil da ja überall ungeimpfte oder ansteckende Kinder sein könnten. Sie und ihr Mann sind beide Ärzte, btw, und sie haben das so entschieden, dass sie es so machen, bis ihr Baby 1 ist und die erste MMRV bekommen hat. Ich finde das auch recht übertrieben, aber deine Schwester ist damit nicht allein. Nur hat meine Bekannte das ganz anders kommuniziert, unser einziges Problem ist, dass wir in einem Verein zusammen arbeiten und in einem Vierer-Team planen, von dem ein Mitglied eben absolute Impfgegnerin ist. Wir "unbeteiligten" Mütter haben uns jetzt eine Art Schleusensytem ausgedacht, was die Treffen angeht, die Kommunikation zwischen den beiden findet halt nur noch schriftlich oder telefonisch statt, weil ja beide immer ihre Kinder dabei haben.#weissnicht Ist auch nicht sonderlich optimal, aber hier geht es um Treffen zwei Mal im Monat, nicht um sehr häufige Anwesenheit bei euren Eltern, was emotional eine ganz andere Baustelle ist.


    Die Sache sehe ich halt nicht beim Thema an sich, sondern wie schon Vorschreiberinnen in eurem Verhältnis zueinander. Da können wir euch hier im Netz leider nur recht kompliziert helfen...

  • Bei meiner letzten, ja leider glücklosen Schwangerschaft fragte die Arzthelferin auch irritiert beim Blick auf meinen im letzten Mutterpass zu lesenden Titer von 1:64, ob ich doppelt geimpft wäre. Dass ich das vor 35 Jahren durchgemacht habe, fand sie dann verständlich, aber ist das nicht traurig?

    sagt aber auch gar nichts - ich habe eine ähnlich hohen Titer und wurde vor ca 30 Jahren geimpft. meine Tante hatte trotz Krankheit und Impfung keinen nennenswerten Titer.