Was haltet ihr hiervon.....

  • Ernie ich finde das wirklich wichtig, was du schreibst.


    Ich hab neulich auch mit einem Lehrer gesprochen.

    Der sagte: Jetzt wo es so heiß ist weiß ich manchmal garnicht wo ich hingucken soll ohne in Verdacht zu geraten eine Schülerin unsittlich anzuglotzen.


    In anderen europäischen Ländern gibt es auch weitaus strengere Regeln was Kleidung in der Schule angeht.


    Also ich glaube die Schüler in Deutschland sind schon sehr frei in ihrer Kleiderwahl.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Hier ziehen sich solche oder ähnliche Diskussionen bis in den Kindergarten hinein, und ich tue mich schwer damit. Ich denke, wenn am Arbeitsmarkt Skills gefordert sind, reicht es, sie dort zu zeigen, nicht in der Schule. (Ich habe auch als Studentin im Sommer bei Hitze knapp bekleidet in stickigen Hörsälen gehockt und tags darauf bei der Konferenz ein Kostüm getragen.) Eine Berufsausbildung sollte meines Erachtens dazu dienen, Skills zu erlernen, die für die spätere Berufstätigkeit gebraucht werden. In manchen Berufen zählt auch die Wahl der Kleidung dazu, in anderen ist das irrelevant, in wieder anderen gibt es Berufsbekleidung. Mir sagt die inzwischen extrem ausgeprägte Fokussierung auf Verwertbarkeit am Arbeitsmarkt nicht zu, Bildung und Verwertbarkeit am Arbeitsmarkt sind zwei verschiedene Dinge.


    Sich als SchülerIn mit Blick auf die eigene Kleidungswahl zu fragen, wie man seine Lehrerin in bauchfreiem Oberteil oder den Lehrer mit Maurerdekolleté fände, hielte ich nicht für zielführend. Hier in D besteht Schulpflicht. Ich wüßte nicht, warum zur Teilnahme an einer Maßnahme verpflichtete Schüler und SchülerInnen auch noch dazu beitragen sollten, (manchen) LehrerInnen den Job angenehmer zu gestalten. Das Lehrpersonal ist doch freiwillig in der Schule, und ihm war sicher vor der Berufswahl bekannt, im Rahmen der Berufstätigkeit auf sehr unterschiedlich gekleidete Menschen zu treffen.


    Für mich fühle es sich nicht stimmig, sondern nach einer Form der Altersdiskriminierung an, Kindern und Jugendlichen Kleidungsvorschriften zum Schulbesuch zu machen. Ausnahme ist die Funktionalität, wenn sie für spezielle Dinge benötigt wird. Ich kann doch auch nicht meine Chefin bitten, zum nächsten mehrstündigen Meeting XXL-T-Shirts mit Firmenlogo bereitzuhalten, da mich der Anblick sich abzeichnender Brustwarzen von Kollegin A, Speckröllchen unterm hautengen Oberteil von Kollegin B oder herausquellendes Brusthaar von Kollege C so irritieren, dass meine Konzentration auf das Meeting beeinträchtigt ist. In meinen Augen ist es Ausdruck sozialer Kompetenz, damit zurechtzukommen, dass Menschen unterschiedlich gekleidet sind.

  • Rumgehen und helfen (z.B. in Stillarbeitsphasen) heißt, dass man den Schülerinnen durchaus nahe kommt - wenn man in dasselbe Heft so schauen möchte, dass man für Schülerin und Lehrkraft gleichzeitig sinnvolle Kommentare dazu abgeben kann, sollten beide von derselben Seite ins Heft schauen - das heißt im Alltag, dass man der Schülerin über die Schulter schaut. Und wohin schaut? In den Ausschnitt. Oder auf den Hintern, wenn der rausguckt. Oder auf den Bh oder die Brust, wenn da drüber nur ein riesiges Muskelshirt hängt.

    Und sogar, wenn das gar nicht der Fall ist, liegt der Glotzeverdacht immer nahe. Zu nahe, als dass man sich dem als Lehrer aussetzen möchte, denn der Verdacht, dass einer da mit Absicht dann hilft, wenn der Blick in den Ausschnitt lockt, ist einer der schlimmsten und unangenehmsten Vorwürfe, die sich kaum mehr aus der Welt schaffen lassen und böse Konsequenzen haben können.


    Deswegen seufze ich innerlich und versuche halt wegzuschauen. Ich habe aber durchaus Kollegen, die ihr Verhalten dann anpassen, um sich dem nicht auszusetzen und zum Beispiel in den Sommermonaten vermeiden, hinter den Lernenden zu stehen oder sogar durch die Klasse zu gehen. Dadurch hat man aber weniger guten Kontakt zu den Schülern, wenn man vorne an der Tafel festhängt...

    Interessanter Aspekt, danke! Ich war davon ausgegangen, dass jemand, der viel Haut zeigt, nicht unbedingt erwartet, dass jeder wegschauen soll, sondern damit rechnet, im normalen Maß angeschaut zu werden. Allgemein kann ich nach dieser Schilderung das Problem besser verstehen. Danke!


    Bei uns wird diese Diskussion vor allem in der Oberstufe geführt, also KLasse 7-9. Da nach der 9.- KLasse sich ca. 70% der Jugendlichen einene Ausbildungsplatz haben müssen, die Suche nach einem solchen also schon in KLasse 8 aktuell ist, bemüht man sich seitens der Schule die SuS verstärkt für "Softskills" zu sensibilisieren, die nur indirekt mit den Schulnoten zu tun haben. Das heisst: grundlegende Umgangsformen, korrektes Auftreten, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit


    Das. und es es gehoert zum Erlernen von sozialen Normen und Werten.

    Das mit dem Vermitteln der "Softskills" bzw. den Normen und Werten, und dass das natürlich auch in der Schule passieren soll, kann ich schon verstehen.


    Aber die Umsetzung hätte mir, sofern es keine weiteren Gründe für einen "Schul-Dresscode" gäbe, nicht gefallen. Denn das hätte für mich dann geheißen, dass man sich in der Schule irgendeinem willkürlichen Dresscode unterziehen sollte, um zu lernen, dass man in manchen Situationen die Kleidung dem Anlass entsprechend wählen sollte. Mir wäre dann lieber gewesen, so etwas beispielsweise in der Form zu vermitteln, dass es ab der 8. oder 9. Klasse Tage gibt, an denen die Schüler so angezogen kommen (oder die Klamotten mitbringen und sich umziehen), als würden sie zum Vorstellungsgespräch/auf eine Hochzeit/zum Wandern/in die Oper gehen. Dass ein Schüler sich angemessen für den Unterricht anziehen kann, bedeutet noch nicht zwangsläufig, dass das auch mit dem Vorstellungsgespräch klappt. An Ts Schule gab es das übrigens tatsächlich, sie hatten Übungs-Vorstellungsgespräche mit Leuten von der IHK und sollten dafür auch die passende Kleidung tragen.


    Da ich verstanden habe, dass es zumindest für einen Teil der Vorschriften schon auch nachvollziehbare Gründe gibt, ist das aber hinfällig.


    Allgemein wäre für mich ein wichtiger Wert, der nicht nur im Elternhaus sondern auch in der Schule mE vermittelt werden sollte, dass man Leute nicht aufgrund ihrer Kleidung bewerten sollte.


    Das mit dem "keine Kopfbedeckungen" habe ich aber noch nie verstanden. Wenn es so weit geht, dass ich die Augen meines Gesprächspartners nicht mehr sehen kann, mag ich das auch nicht (auch nicht bei Sonnenbrillen). Aber ich sehe selten Leute, die Mützen/Kappen so tief in die Augen gezogen tragen.


    Beste Grüße

    Sabine

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Allgemein wäre für mich ein wichtiger Wert, der nicht nur im Elternhaus sondern auch in der Schule mE vermittelt werden sollte, dass man Leute nicht aufgrund ihrer Kleidung bewerten sollte.

    Das Leute nicht aufgrund ihrer Kleidung beurteilt werden sollen, halte ich für einen frommen Wunsch aber ziemlich unrealistisch... Erstens wählen sehr viele Menschen ihre Kleidung äusserst bewusst, UM beurteilt zu werden (sorry, wer "Punk" trägt, will auch als Punk wahrgenommen werden). Und zweitens ist es die Realität in unserem Leben, dass wir Normen haben, die auch eine gewisse Einigkeit was angemessene Kleidung ist bedeuten.

    Und warum sollen Jugendliche davon ausgenommen sein - meine Güte, es geht ja jetzt nicht drum, dass sie komplett ihre Persönlichkeit unterdrücken müssen durch ein paar Schul-Kleiderordnungen... (mein Sohn kann 99,9% seiner Garderobe auch in die Schule anziehen, trotz Kleidervorschriften dort) - es geht nur um eine gewisse "Anpassung".


    Ich habe den Eindruck (auch in der anderen Diskussion zu dem Thema), das da eigene Erfahrungen mit Vor(ver)urteilungen auf eine Sache geschoben werden, die da gar nicht da sind.

    "Bitte zieht eine angemessene Schulkleidung an" ist nicht dasselbe wie "oh mein Gott, wer Ghettokid-Look trägt ist ein Asi" - aber offenbar kommt bei einigen eine Verurteilung an, die meiner Meinung gar nicht gemeint ist.


    Das mit dem "keine Kopfbedeckungen" habe ich aber noch nie verstanden. Wenn es so weit geht, dass ich die Augen meines Gesprächspartners nicht mehr sehen kann, mag ich das auch nicht (auch nicht bei Sonnenbrillen). Aber ich sehe selten Leute, die Mützen/Kappen so tief in die Augen gezogen tragen.

    Wenn Du vor einer Klasse Jugendlicher stehst, von denen drei, vier Jungs Dir durch ihr Käppi ganz klar ihre "Abwesenheit" (oder auch Verachtung...) signalisieren, verstehst Du die Regel vielleicht besser.

    Ich beharre nicht drauf, bin aber sehr froh, wenn die Lehrpersonen das jeweils machen.

    In der Praxis erlebe ich die Käppis nämlich durchaus als Symbol und Statement.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Das mit dem "keine Kopfbedeckungen" habe ich aber noch nie verstanden. Wenn es so weit geht, dass ich die Augen meines Gesprächspartners nicht mehr sehen kann, mag ich das auch nicht (auch nicht bei Sonnenbrillen). Aber ich sehe selten Leute, die Mützen/Kappen so tief in die Augen gezogen tragen.

    Sabine - ähnlich wie in meinem Fall oben: Du begegnest vielleicht auch den meisten Menschen "auf Augenhöhe" - also im wörtlichen Sinne. Da ist dann der Mützenschirm höher als die Blickachse zwischen dir und deinem Gesprächspartner. Das ist nicht der Fall, wenn dein Gesprächspartner - in diesem Fall ein Schüler - einen halben Meter tiefer guckt als du :) . Und der dann vielleicht sogar noch versucht, deinem Blick auszuweichen - dafür braucht es mit Mütze nur ein minimales Kopfsenken und du siehst die Augen nicht mehr. Und wenn es sich um jemanden handelt, der nicht im 1:1-Gespräch dir seine volle Aufmerksamkeit widmet, sondern einer von vielen, den du bisweilen dazu zwingen musst, dir zuzuhören und mit dir zu denken, ist unverstellter Blickkontakt ein nicht unwesentlicher Indikator.

    Und nicht zuletzt tendieren Schülerinnen und Schüler dazu, über manche Dinge dann ausschweifende Diskussionen zu führen - Schirmmütze nein? Aber warum darf der dann eine normale Mütze? Und wenn ich dann meine Mütze andersrum aufsetze? (Da könnte man dann streng genommen natürlich "ja" sagen - und dann den Rest der Stunde aufpassen müssen, dass die Mütze nicht doch wieder umgedreht wird :) ) - Da sind bisweilen kategorische Lösungen erheblich lebenserleichternd :)


    Sich als SchülerIn mit Blick auf die eigene Kleidungswahl zu fragen, wie man seine Lehrerin in bauchfreiem Oberteil oder den Lehrer mit Maurerdekolleté fände, hielte ich nicht für zielführend. Hier in D besteht Schulpflicht. Ich wüßte nicht, warum zur Teilnahme an einer Maßnahme verpflichtete Schüler und SchülerInnen auch noch dazu beitragen sollten, (manchen) LehrerInnen den Job angenehmer zu gestalten. Das Lehrpersonal ist doch freiwillig in der Schule, und ihm war sicher vor der Berufswahl bekannt, im Rahmen der Berufstätigkeit auf sehr unterschiedlich gekleidete Menschen zu treffen.

    Das wiederum vernachlässigt doch sehr den Blick darauf, dass es sich bei Schule oft um eine zutiefst menschelnde Angelegenheit handelt.

    Nein, echt, ich hab jetzt schon ein paar Mal mit einer Antwort angefangen - aber ich ärgere mich eigentlich nur. …

    Warum Schülerinnen und Schüler auch noch dazu beitragen sollten, (manchen) LehrerInnen den Job angenehmer zu gestalten?

    Weil auch Lehrer Menschen sind - sogar obwohl sie freiwillig den Beruf gewählt haben. Und weil wir keine Sklaventreiber sind, gegen die sich die hilflos in der Schule eingepferchten Untergebenen um jeden Preis zur Wehr setzen sollten.

  • Das Leute nicht aufgrund ihrer Kleidung beurteilt werden sollen, halte ich für einen frommen Wunsch aber ziemlich unrealistisch... Erstens wählen sehr viele Menschen ihre Kleidung äusserst bewusst, UM beurteilt zu werden (sorry, wer "Punk" trägt, will auch als Punk wahrgenommen werden).

    Ein/Zugeordnet: ja. Bewertet: nein.


    Mag sein, dass das ein frommer Wunsch und unrealistisch ist. Aber das ist die Vermittlung von grundsätzlichen Werten doch immer. Die hinkt doch im Normalfall der Realität hinterher. Aber es kommt doch auch keiner auf die Idee zu vermitteln, dass man ruhig auch lügen könne, weil es unrealistisch sei anzunehmen, dass die anderen ehrlich seien #confused. Dass man Kinder darauf vorbereitet, dass sie auch mal angelogen werden könnten oder aufgrund ihrer Kleidung bewertet werden könnten (ab- oder aufgewertet), kann ja unabhängig davon passieren, dass man ihnen vermittelt/vorlebt, dass das Bewerten wegen der Kleidung unangebracht ist.


    So etwas wie "die Schülerin hat bei ihren Eltern wohl nicht gelernt, dass man nicht im Minirock zur Schule kommt, wahrscheinlich hat sie Asi-Eltern" oder "die Bankangestellte kennt sich bestimmt super mit Aktien aus, weil sie ein so schickes Kostüm trägt" sind Sachen, die für mich gar nicht gehen. Und haben für mich nichts damit zu tun, dass natürlich Kleidung auch genutzt wird, um sich als Punk, Feuerwehrfrau, ACDC-Fan oder Prostituierte am Straßenstrich anderen gegenüber erkennbar/einordenbar zu machen.


    Ich habe auch noch zwei Beispiele für etwas, das mir aufstößt:

    Noch zu Studentenzeiten hatten mein Freund und ich mal einen Autounfall, als wir gerade auf dem Heimweg von einer Hochzeit und entsprechend aufgebrezelt waren (war aber nach dem Standesamt und deshalb tagsüber). Die herbeigerufenen Polizisten waren uns gegenüber wesentlich höflicher als gegenüber dem Unfallgegner, und das lag mE weder daran, dass unser Unfallgegner Schuld hatte, noch daran, dass der irgendwie unhöflich gewesen wäre, sondern wir hatten das Gefühl, das lag schlicht und einfach an den Klamotten. In meinen Augen ist das ein Unding. Wieso sollte ich zu jemandem im Anzug höflicher sein als zu jemandem in Jeans (mal abgesehen vom "wie man in den Wald hineinruft", aber das war hier nicht der Fall). Wir hatten hier zwar davon profitiert, aber richtig war das trotzdem nicht.


    Der andere Fall war zu meinem Nachteil: Ich hatte ein Vorstellungsgespräch, zu dem ich mich zwar mit Leinenkostüm obenrum fein genug rausgeputzt hatte, da ich aber kurz zuvor den kleinen Zeh gebrochen hatte, waren Sandalen die einzigen Schuhe, die ich tragen konnte. War vielleicht blöd, dass der Zeh gerade so weit verheilt war, dass ich nicht mehr tapen musste, so sah man den Grund für die Sandalen nicht sofort. Jedenfalls habe ich unter anderem wegen der Sandalen den Job nicht bekommen (worüber ich im Nachhinein froh bin, denn mein jetziger Job gefällt mir viel besser, auch wenn es Dresscodemäßig echt spießig ist... - aber damals habe ich mich schon geärgert).


    Beste Grüße

    Sabine

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Sich als SchülerIn mit Blick auf die eigene Kleidungswahl zu fragen, wie man seine Lehrerin in bauchfreiem Oberteil oder den Lehrer mit Maurerdekolleté fände, hielte ich nicht für zielführend. Hier in D besteht Schulpflicht. Ich wüßte nicht, warum zur Teilnahme an einer Maßnahme verpflichtete Schüler und SchülerInnen auch noch dazu beitragen sollten, (manchen) LehrerInnen den Job angenehmer zu gestalten. Das Lehrpersonal ist doch freiwillig in der Schule, und ihm war sicher vor der Berufswahl bekannt, im Rahmen der Berufstätigkeit auf sehr unterschiedlich gekleidete Menschen zu treffen.

    Das wiederum vernachlässigt doch sehr den Blick darauf, dass es sich bei Schule oft um eine zutiefst menschelnde Angelegenheit handelt.

    Nein, echt, ich hab jetzt schon ein paar Mal mit einer Antwort angefangen - aber ich ärgere mich eigentlich nur. …

    Warum Schülerinnen und Schüler auch noch dazu beitragen sollten, (manchen) LehrerInnen den Job angenehmer zu gestalten?

    Weil auch Lehrer Menschen sind - sogar obwohl sie freiwillig den Beruf gewählt haben. Und weil wir keine Sklaventreiber sind, gegen die sich die hilflos in der Schule eingepferchten Untergebenen um jeden Preis zur Wehr setzen sollten.

    Ich ärgere mich auch darüber, so missverstanden zu werden. Selbstverständlich finde ich es richtig und wichtig, dass SchülerInnen den LehrerInnen keinen Schaden zufügen. Ich würde Dir auch nicht wünschen, dass jemand vor Dir sitzt, der so stinkt, dass Dir übel wird. Hier in der Diskussion geht es um die Kleidungswahl, darum das manche Lehrkräfte es angenehmer finden, nicht mit Menschen in Hotpants und knappem Oberteil, Jogginghose und Muskelshirt etc. zu begegnen, obwohl dadurch niemandem ein Schaden entsteht. SchülerInnen aufzubürden, für solche Annehmlichkeiten zu sorgen, halte ich für unangemessen, da dadurch meines Erachtens deren persönliche Freiheit unverhältnismäßig eingeschränkt wird.

  • Ein/Zugeordnet: ja. Bewertet: nein.


    Mag sein, dass das ein frommer Wunsch und unrealistisch ist. Aber das ist die Vermittlung von grundsätzlichen Werten doch immer. Die hinkt doch im Normalfall der Realität hinterher. Aber es kommt doch auch keiner auf die Idee zu vermitteln, dass man ruhig auch lügen könne, weil es unrealistisch sei anzunehmen, dass die anderen ehrlich seien #confused. Dass man Kinder darauf vorbereitet, dass sie auch mal angelogen werden könnten oder aufgrund ihrer Kleidung bewertet werden könnten (ab- oder aufgewertet), kann ja unabhängig davon passieren, dass man ihnen vermittelt/vorlebt, dass das Bewerten wegen der Kleidung unangebracht ist.


    So etwas wie "die Schülerin hat bei ihren Eltern wohl nicht gelernt, dass man nicht im Minirock zur Schule kommt, wahrscheinlich hat sie Asi-Eltern" oder "die Bankangestellte kennt sich bestimmt super mit Aktien aus, weil sie ein so schickes Kostüm trägt" sind Sachen, die für mich gar nicht gehen. Und haben für mich nichts damit zu tun, dass natürlich Kleidung auch genutzt wird, um sich als Punk, Feuerwehrfrau, ACDC-Fan oder Prostituierte am Straßenstrich anderen gegenüber erkennbar/einordenbar zu machen.

    Ich verstehe, was Du sagst.

    Ich bin aber etwas anderer Meinung, was die Bewertung dieser Vermittlung von Werten, bzw. die Gewichtung angeht.

    An den Schulen meiner Kinder ist Vermittlung von Vorurteilsfreiheit und Toleranz enorm wichtig (ich denke, wenn Du Dir mal vorstellst, der Anteil Kinder mit Migrationshintergrund in Eurer Schule ginge gegen 100%, weisst Du, was ich meine) - und genauso wichtig ist aber auch das Üben von "sozialen Normen".

    Das fängt im Kindergarten an: wir schauen uns beim Begrüssen in die Augen und schütteln die Hand.

    Und hört in der Oberstufe mit: Schule ist dein Beruf und da ziehst du eine geeignete Berufskleidung an.


    Keiner sagt: uih, das Kind kuckt den Leuten nicht in die Augen, was hat das bloss für Eltern und keiner sagt, uih, das Mädel ist aber angezogen, was hat das bloss für Eltern... (ich habe ziemlich viel zu tun mit Schule und Co, daher wäre mir das schon mal aufgefallen).

    Sprich: die Kleiderordnung an der Schule meines Sohnes (13-16jährige) ist keine Verurteilung - sondern schlicht ein weiterer Schritt in der Vermittlung "wie wir tolerant und rücksichtsvoll miteinander leben". Spucken auf den Schulhof ist da auch mit drin, genauso wie Prügeln und so weiter...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Aber die Umsetzung hätte mir, sofern es keine weiteren Gründe für einen "Schul-Dresscode" gäbe, nicht gefallen. Denn das hätte für mich dann geheißen, dass man sich in der Schule irgendeinem willkürlichen Dresscode unterziehen sollte, um zu lernen, dass man in manchen Situationen die Kleidung dem Anlass entsprechend wählen sollte.

    Kalliope hat weiter oben die Kleidungsregeln ihrer Schule eingestellt, von den Schülern selbst erstellt mit Erklärungen. Ebenso finde ich Regeln gut umgesetzt. Ob nun jemand nach Hause gehen muss, oder es ein SchulTshirt zum Drueberziehen gibt, das koennte man ja auch schulintern regeln und mit den Schülern diskutieren.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Mein 6.Klässler berichtet in letzter Zeit vermehrt von zwei gut entwickelten Klassenkameradinnen, die wohl ihre Reize gekonnt einsetzen. Er hat den Eindruck, dass das schon Einfluss auf bestimmte Lehrer hat. Ob das wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen. Ich bin ja nicht dabei. Aber sein Gerechtigkeitssinn war schon immer sehr ausgeprägt. Allein um solchen Gerüchten vorzubeugen, fände ich neutrale Schulshirts nicht schlecht. Die gezeigten Beispiele sind mit Schnitt und Aufdruck verbesserungsfähig.

  • Ok - Ärger wieder weg :)

    Ich glaube, unser Missverständnis (wenn es denn eins war) ist vielleicht aus dem Begriff "angenehm" entstanden? Denn das, was ich bei meinem Beitrag weiter oben meinte, geht über "unangenehm" schon deutlich hinaus - ich würde es nicht nur unangenehm, sondern "kompromittierend" oder vielleicht etwas schwächer "potentiell kompromittierend" nennen. Also es geht mir nicht darum, ob ich es unangenehm finde, weil es nicht hübsch anzusehen ist oder so ähnlich. Sondern mehr um das, was das Hinschauen als mögliche Konsequenzen mit sich bringt - und da geht's nicht mehr um unangenehm, sondern um Dinge, die zu wirklichen Belastungen werden können.

    Deswegen finde ich z.B. Jogginghosen oder extrem tief sitzende Hosenbünde (bei denen die Shorts oben rausgucken) auch persönlich völlig egal und manchmal eher witzig - die belasten mich in keinster Weise - ich seh sie ganz oft nicht mal. Sondern mir geht es halt um Sexualisierendes, dem man sich nicht entziehen kann, wie große Ausschnitte oder um die Kommunikation Einschränkendes wie Mützen.



    Das Beispiel von silecea ist vielleicht ganz gut, um das zu zeigen: Reagieren die Lehrer da wirklich auf die Reize der Sechstklässlerinnen? Oder reagieren nicht vielmehr die anderen Sechstklässler auf diese Reize und ziehen ihre persönlichen Schlüsse, die mit dem tatsächlichen Verhalten der Lehrer gar nicht unbedingt übereinstimmen? Ich fände es durchaus sinnvoll, diesem Gedankenkarussell entgegenzuwirken...

  • Es geht nicht um unangenehm - es ist schlichtweg so, dass es Mädels gibt, die das als Prüfungsvorteil gezielt benutzen oder gezielt den Lehrer damit belästigen (nicht zufällig - absichtlich kokettieren bei neuen Lehrern und wenns ihm unangenehm ist immer noch zudriglicher werden) oder den Lehrer damit erpressen ("Wenn Sie mir keine mündliche 1 geben, sag ich dass Sie mir auf den Busen gestarrt haben"). Und das sind alles drei nicht nur moralisch sondern auch gesetzlich verbotene Dinge.

    Und wie willste durchsetzen dass nur die Mädels, die sich nicht so verhalten halb-Busenfrei rumlaufen dürfen und die anderen nicht?


    Rumlaufen wie man in die Stadt gehen würde find ich auch in der Schule ok. RUmlaufen wie wenn man auf ne Party (oder gar in P uff gehen würde) definitiv nicht mehr. Wenn ich so durch die Stadt lauf seh ich wenige extrem aufreizend angezogene Schülerinnen. Also geh ich von aus, dass es heute noch so ist wie früher: So - ich nenns jetzt mal wies ist, bewusst n uttig, wie sich manche meiner Klassenkameradinnen angezogen haben wenn gewisse Lehrer im Stundenplan standen, so hab ich die an anderen Schultagen oder auch wenn ich sie irgendwo im außerschulischen Bereich gesehen hab nie gesehen. Da würd ich definitv nciht von Zufall oder persönlcihe Freiheit reden.


    Persönlcihe Freiheit hört immer auf, wo die des Anderen massiv eingeschränkt wird. Ich kann von nem Lehrer erwarten, nicht auf das enge Shirt zu starren. Wenn aber 3/4 vom Busen über den Ausschnitt blitzt KANN man das einfach nicht mehr ignorieren.


    edit: Ihr seid ja schon meilenweit weiter. Ich lass jetzt trotzdem mal stehen, vielleicht ist ja noch ein nützlicher Input dabei.


    Im Prinzip kann ich bei Ernie unterschreiben. Wenns um schön ging - oh weh. Gewisse Hemden oder diese Hosen wo der Zwickel in der Kniekehle hängt oder manche Shirts find ich abgrundtief hässlich und wär froh sie nicht sehen zu müssen - daraus würd ich aber niemals auch nur ne Bitte an jemanden ableiten sie nicht anzuziehen. Ist mein Geschmack, darf ich hässlich empfinden - der andere hat nen anderen Geschmack und darfs schön empfinden. Muss er wohl auch, sonst hätt ers ja nicht gekauft. GIbt halt verschiedene Stile. DAS ist für mich persönlcihe Freiheit.

    Bewusst se xy rumzulaufen um die Lehrer damit anzustacheln nciht.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

    3 Mal editiert, zuletzt von Preschoolmum ()

  • Wenn die anderen Sechstklässler plötzlich alle schreien "der Herr Müller hat der Karin auf den Busen geglotz!" nur weil die einen tiefen Ausschnitt hat (und wahrscheinlich noch keine nennenswerten Brüste) dann erwarte ich, dass der Lehrer damit umgehen kann und nicht, dass der Karin ihr Shirt verboten wird.

    Was lernt Karin daraus? Eine gute Arbeitnehmerin zu sein?


    Meine Tochter trägt ums Verrecken keine Jeans. Am liebsten Jogginghose. An einer Schule mit Joggingverbot stünden ihr als Mädchen noch Leggins zur Verfügung. Das ist je nach Statur aber auch unangenehm.

    Sie müsste also den ganzen Tag in für sie unbequemer Kleidung verbringen und würde was lernen?

    Eine gute Arbeitnehmerin zu sein?


    Schule beinhaltet so viel Zwang. Den würde ich gerne auf ein Mindestmaß reduzieren.



    Meine Tochter läuft gern barfuß. In der Schule wurde ihr gesagt, sie dürfen das nicht. Steht nichtmal in der Hausordnung.

    Mir wurde gesagt, ich solle meiner Tochter erklären, dass sie Schuhe anziehen soll.

    Als ich sagte, das dürfe die Schule ihr gerne selbst erklären war es plötzlich kein Problem mehr.

    Wir wissen bis heute nicht, warum das angeblich nicht okay ist.

  • Hier in der Diskussion geht es um die Kleidungswahl, darum das manche Lehrkräfte es angenehmer finden, nicht mit Menschen in Hotpants und knappem Oberteil, Jogginghose und Muskelshirt etc. zu begegnen, obwohl dadurch niemandem ein Schaden entsteht. SchülerInnen aufzubürden, für solche Annehmlichkeiten zu sorgen, halte ich für unangemessen, da dadurch meines Erachtens deren persönliche Freiheit unverhältnismäßig eingeschränkt wird.

    Naja...ich kann schon nachvollziehen, dass es Kleidungsregeln gibt, ich finde tatsächlich das der Rock in der Schule nicht unbedingt so kurz sein muss wie in der Disco und das Top nicht bis zum Bauchnabel ausgeschnitten sein sollte oder bauchfrei...wir leben ja nicht in einem völlig konventionslosen Raum. Die T-Shirt-Lösung allerdings hat etwas für mich sehr unangenehmes, das hat etwas von anprangern und Strafkleidung...mag sein, dass das von den Mädels (und Jungs) anders empfunden wird, aber für mich hat diese Lösung eine sehr unangenehme Konnotation. Ich finde das solche Regeln aufgestellt werden können abersie sollten erklärt und bestenfalls gemeinsam besprochen und entwickelt werden, wie sie dann durchgesetzt werden, ob sie überhaupt so rigoros durchgesetzt werden sollten ist mE eine andere Frage. Man ermöglicht es ja auch Schülern ihren eigenen kleinen Revoluzzer raus zu lassen, wenn die Haare gefärbt oder rasiert sind, wenn sie Docs tragen oder sich ne Sicherheitsnadel durchs Ohr ziehen etc. da frage ich mich ob man es nicht auch zulassen sollte wenn andere sich anders über bst. grenzen hinwegsetzen wollen...es ist ein Ding wenn die Schule versucht gewisse soziale Normen zu vermitteln, ein anderes wenn sie versucht die Einhaltung diese auf Kranpf zu erzwingen...was macht die Schule eigentlich wenn sich ein Schüler weigert so ein T-Shirt zu tragen? Zwangsbekleidung?

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf


    Men det finns sätt att leva och inte bara överleva - Lena Hallengren 2020

    Einmal editiert, zuletzt von Kiwi ()

  • Meine Tochter läuft gern barfuß. In der Schule wurde ihr gesagt, sie dürfen das nicht. Steht nichtmal in der Hausordnung.

    Mir wurde gesagt, ich solle meiner Tochter erklären, dass sie Schuhe anziehen soll.

    Als ich sagte, das dürfe die Schule ihr gerne selbst erklären war es plötzlich kein Problem mehr.

    Wir wissen bis heute nicht, warum das angeblich nicht okay ist.

    Damit hatte meine Schule dankenswerterweise kein Problem. Und mein letzter Arbeitgeber auch nicht. Jetzt bei den Spießern muss ich mich leider jeden Tag mit Schuhen verkleiden... nervt schon. Wäre mir lieber, wenn die Kollegen sich damit zufrieden gäben, wenn ich bei Mandantenkontakt Schuhe anhätte. Und in der besten aller Welten würden auch die Mandanten sich nicht darum scheren, was ich an den Füßen trage (oder auch nicht).


    Aber ich muss das Barfuß-Thema generell häufiger mal diskutieren. Gerne werden dann irgendwelche Sicherheitsbegründungen angeführt. Beim Schießen sind z.B. in der Sportordnung bei Kurzwaffe Großkaliber Schuhe vorgeschrieben (warum auch immer). In den anderen Disziplinen nicht. Trotzdem versuchen häufig irgendwelche Standaufsichten, mir Schuhe vorzuschreiben. Aus einer Disco bin ich mal rausgeflogen, weil ich keine Schuhe anhatte (in meiner leider inzwischen geschlossenen Lieblingsdisco war das kein Problem). Ist mir unbegreiflich, warum es für so viele Leute ein Thema ist, was andere an den Füßen tragen.


    Beste Grüße

    Sabine

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich habe vor einer Weile mal mit einem Sportlehrer (Typ: jung, dynamisch und nett) gesprochen, der meinte, er fände das so schwierig wenn seine Schülerinnen, die gerade erst ein Verständnis für sich selbst als sexuelle Wesen entwickeln, das dann in seinem Unterricht ausprobieren. Er wüßte dann auch nicht wirklich wie er gut damit umgehen soll. Einerseits fühlt er sich wie (Zitat) "ein geiler alter Bock" wenn er den Mädels auf den leicht bekleideten Körper starrt (und es kommt wohl öfter vor, dass die Mädchen damit bewusst versuchen seine Aufmerksamkeit zu erregen) andererseits ist es als Sportlehrer ja wirklich seine Aufgabe auch die Körperbewegungen zu sehen. Es fühlt sich für ihn falsch an, aber er will auch nicht einzelnen Mädchen ein (sicher super-peinliches) Gespräch über ihre Klamotten aufdrücken (wobei er das in sehr krassen Fällen schon gemacht hat).


    Ich kann schon verstehen, dass man sich durch eine über-sexualisierte Umgebung unwohl fühlt. Das ist ja unter Erwachsenen auch so, dass man am Arbeitsplatz vielleicht keine anzüglichen Witzen oder pornographische Darstellungen oder, oder, oder haben möchte.


  • An den Schulen meiner Kinder ist Vermittlung von Vorurteilsfreiheit und Toleranz enorm wichtig (ich denke, wenn Du Dir mal vorstellst, der Anteil Kinder mit Migrationshintergrund in Eurer Schule ginge gegen 100%, weisst Du, was ich meine) - und genauso wichtig ist aber auch das Üben von "sozialen Normen".

    Ich möchte diesen Punkt nochmals aufgreifen. Bei der Grossen in der Klasse (tiefstes Niveau) hatten die meisten Kinder Migrationshintergrund.

    Sie waren bei der Berufswahl grundsätzlich schon benachteiligt. Tiefster Schulabschluss, Namen und Aussehen, das ganz klar auf Migrationshintergrund hindeutet, oft Elternhaus wenig wenig Unterstützungsmöglichkeiten (wenig finanzielle Ressourcen, mangelnde Sprachkenntnisse, wenig Kenntnisse des hiesigen Bildungssystem, usw.)


    Als Schule versuchen sie da jeden, wirklich jeden möglichen Pluspunkt für diese Schüler zu sammeln. Mit vermittlung von Dresscode, mit tausendmal daran erinnern, dass "Grüezi, Danke, Adieu" Basics sind, mit enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Gewerbe, usw.


    Es geht nicht darum "wilige Arbeitnehmer" zu formen. Es geht darum, ihnen eine Chance zu geben. Ohne Ausbildung ist es sehr schwer.

    Die Lehrer reissen sich da den Hintern auf, besuchen die Kindern während den Praktikas, gehen mit ihnen ins Lehrerzimmer um Bewerbungstelefonate zu erledigen, helfen Adressen zu sammeln und und und.


    Jedes jahr wieder das Ziel: kein Jugendlicher verlässt die Schule ohne Anschlusslösung.


    Der "Dresscode" ist ein Puzzleteil des Ganzen. Und (meine zweite Tochter hat jetzt soeben die Regelschulzeit beendet) muss ich sagen, sie machen das grossartig.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Wenn die anderen Sechstklässler plötzlich alle schreien "der Herr Müller hat der Karin auf den Busen geglotz!" nur weil die einen tiefen Ausschnitt hat (und wahrscheinlich noch keine nennenswerten Brüste) dann erwarte ich, dass der Lehrer damit umgehen kann und nicht, dass der Karin ihr Shirt verboten wird.

    Und ich hoffe, dass auch die Elternschaft damit umgehen kann und niemand die Schulleitung oder die Schulbehörde anschreibt - oder einfach nur weitertratscht "der Herr Müller hat der Karin auf den Busen geglotz!".

    Und wenn doch, dann hoffe ich, dass die Schulbehörden damit umgehen können und sich die Untersuchung sparen. Und die Nachbarn und die Eltern der zukünftigen SchülerInnen, die im Aldi gehört haben "der Herr Müller hat der Karin auf den Busen geglotz!"

    Aus solchen Sechstklässlerlabereien kann nämlich ganz schnell ein rufmord entstehen.


    Und im Umkehrfall hoffe ich auch, dass solche Äußerungen erntgenommen werden, wenn es eben nicht nur Sechstklässlergelaber ist.



    Fürs Protokoll - ich finde eine Kleiderordnung auch in der Schule sehr wohl sinnvoll. Bedeckter Rumpf, Stoffe, durch die man nicht die Zeitung lesen kann, Schuhe, in denen der Schüler / die Schülerin laufen kann ohne sich bei etwas zügigerer Geschwindigkeit auf die Schnauze zu legen, Einhaltung von Laborsicherheitsvorschriften wie festes Schuhwerk, bedeckte Arme und zurückgebundene Haare falls lang sind alles meiner Meinung nach kein unzumutbarer Zwang.

    Ich bin zwar keine Lehrerin, aber für die Diskussionen bei Uni-Praktika, die ich da schon führen durfte hätte ich Stundenlohn verlangen sollen.


    Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an die Story mit der amerikanischen Studentin, die von ihrer Dozentin nahegelegt bekam, für ihren Abschlussvortrag was anderes anzuziehen und sich, um den Punkt zu verdeutlichen, dass es auf ihren vortrag ankommen soll und nicht auf ihr Outfit sich während des besagten Vortrag ausgezogen hat.

    Erinnert sich zufällig jemand an das Thema ihrer Arbeit? Wurde es überhaupt je erwähnt? Was macht die junge Dame heute? Bekannt ist sie jedenfall in erster Linie für ihren Strip.

  • Ich finde diesen Kommentar sehr passend zum jährlich wieder auftretenden “sexy Kleidung“-Problem.

    klick mich
    Einerseits erleben die Mädchen, wie auch schon zu meiner Zeit, eine extreme Sexualisierung des weiblichen Körpers und Frau ist in erster Linie etwas Wert wenn sie nach was aussieht, andererseits wird sie dafür bestraft, wenn sie sich in ihrer Körperlichkeit ausprobiert. Ich finde den (neuen) Trend,.dass selbst wenn sie nackt ist, der Mann die Verantwortung für SEIN Verhalten trägt enorm gut und wichtig!

    Abseits davon können wir uns gerne über das einüben angemessener Bekleidung in der Schule für alle Geschlechter unterhalten.

    Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht!


    Aber es hilft ungemein, wenn man ihm im Rahmen seiner Möglichkeiten Wasser gibt, ab und an etwas Dünger und gute Erde zur Verfügung stellt und ihm Schatten spendet wo die Sonne zu stark scheint


  • Wenn man danach geht, was die Eltern sich beim Einkaufen erzählen, darf ich mein Kind nicht in die Schule schicken.

    Ich verstehe tatsächlich das Problem nicht.

    Gerade über LehrerInnen wird so viel Scheiß erzählt. Warum ist das in diesem einen Fall so anders?