Waldkindergarten - Austausch?

  • Bauwagen gibt es, ansonsten weiß ich nicht viel bisher, kenne die Gegend überhaupt nicht.


    Klar werde ich das fragen, wenn ich dort bin. Trotzdem interessieren mich die Erfahrungen der Raben. Wenn ich schon mal weiß, wie es anderswo läuft, kann ich besser überlegen was ich frage.


    rheinländerin Was würdest du denn Wald-spezifisches beachten/fragen? Kita/Kindergarten ist kein neues Thema für mich, Waldkindergarten schon.

    Grundsätzlich kenne ich zwei Modelle von Waldkigas: Gruppen, die einen festen Platz im Wald haben, an dem sie sich die meiste Zeit aufhalten, von dort aus die Umgebung erkunden oder mal einen Ausflug machen. Morgenkreis, Mahlzeiten, Angebote etc. finden dann meistens an diesem festen Platz statt. Bei diesem Modell ist es unkompliziert, ein Kind auch mal später zu bringen oder früher abzuholen. (Bei uns z. B. sind lediglich Störungen während des Morgen- und Abschlusskreises nicht erwünscht.) Dann gibt es Gruppen, die jeden Morgen an einem Treffpunkt (z. B. Parkplatz am Waldrand) zusammen kommen, von dort aus zu verschiedenen Plätzen im Wald ziehen, und den Tag am morgendlichen Treffpunkt wieder beenden. Bei diesem Modell ist flexibles Bringen und Abholen schwierig. Außerdem stelle ich es mir für die Kinder anstrengender vor, da weitere Wege zurückzulegen sind. Falls Euer evtl. zukünftiger Waldkiga eine Interseite hat, findest Du dort vielleicht eine Information zum grundsätzlichen Modell.


    Nach Plänen für extreme Wettersituationen würde ich fragen. Auf welchem Weg verlassen die Kinder bei starkem Gewitter den Wald? Was passiert bei/nach Orkan mit umstürzenden Bäumen, Astbruch usw.? Gibt es notfalls ein Ausweichquartier? Unser Kiga hat ein Ausweichquartier bei einer Kita im nächstgelegenen Stadtteil, aber es wird nie genutzt. Bei Temperaturen unter -15 Grad wird gelegentlich gebeten, die Kinder nur bei dringendem Betreuungsbedarf zu bringen, und die dann kleinere Gruppe verbringt dann den Tag bei einer Familie zu Hause. (Das kommt pro Winter ca. 2 Mal vor.) Während eines Orkans mit extrem schwankenden Bäumen halten die Kinder sich im Bauwagen auf. Drohen nach einem Orkan Bäume umzustürzen, kommt der zuständige Förster zur Begutachtung und ggf. zum Fällen.


    Fragen würde ich auch danach, ob die ErzieherInnen Zecken entfernen, wenn die Eltern einverstanden sind.


    Interessieren würde mich auch die Wasserversorgung. Gibt es fließendes Wasser? Wird Wasser aus Kanistern genutzt, wer bringt es mit? Wird darauf geachtet, dass die Kinder sich vor dem Essen die Hände waschen?


    Mir wäre außerdem wichtig zu erfahren, ob die Kinder selbst über ihre Kleidung bestimmen dürfen, da das Wärme- und Kälteempfinden doch sehr unterschiedlich ist.

  • rheinländerin Danke für die Anregungen bzgl Fragen.


    An die Wald-Kita-Erfahrenen: Denkt ihr, dass es aufwändiger für die Eltern ist, wenn das Kind in einen Waldkindergarten versus einen Hauskindergarten geht?

    mit '8, '9 und '16 unterwegs #rabe

    und '11 und '14 im Herzen #herz

  • naja, die meisten Waldkitas sind wohl Eltern-Inis, da ist ja der Unterstütztungsanteil größer.

    Ansonsten ist tatsächlich das Wetter so ein Wackelfaktor, grade Sturm und Gewitter müssen schon mal aufgefangen werden. Und die Ausrüstung ist natürlich durchaus auch eine finanzielle Belastung.

    Ausgeglichen wird das dann wieder mit gesunden, bewegungsfreudigen, ausgepowerten Kindern😉

  • Der Aufwand ist sicher höher als bei einer Betriebskita vollkommen ohne Elternmitarbeit, aber wahrscheinlich geringer als bei den meisten Waldorfkindergärten.


    Beispielhaft von uns:

    Ich kann nicht unmittelbar vor dem Kiga parken, sondern begleite das Kind einige Minuten in den Wald. (Tut mir gut, mache ich meistens gerne.)

    Auf saubere Kleidung achtet niemand, wenig Waschaufwand.

    Elternmitarbeit: 2 x jährlich eine Stunde putzen, 2 x jährlich Frühstückseinkauf, 2 x jährlich spülen, Müll entsorgen, eine Maschine Wäsche waschen, 1 x wöchentlich eine Zutat zum Kochen mitbringen, gelegentlich irgendwas für ein Projekt mitbringen (leeres Marmeladenglas, ausgeblasenes Ei usw.)

    Wettergerechte Kleidung brauchen wir ohnehin, auch ohne Waldkiga war bzw. wäre unser Kleiner täglich bei jedem Wetter draußen. Wir haben etwas mehr robustere, funktionale Kleidung, dafür weniger andere.

    Wetterbedingten Aufwand hatten wir in drei Jahren ein Mal, weil wir vergessen hatten, zu einem Ausflug Regenkleidung einzupacken und das durchweichte Kind vorzeitig abholen mussten.

    Weniger Aufwand: Waldkiga-Kinder sind seltener krank. Niemand schickt ein fieberndes Kind, das in der Nacht gekotzt hat. Außerdem gibt es weniger Ansteckungsmöglichkeiten.

  • Hier war es keine Eltern-Ini. Und auch der finanzielle Aufwand hat sich in Grenzen gehalten, finde ich. Ein paar gute Schuhe, ein paar gute Winterstiefel, eine gute Hose und Jacke. Und das gabs jeden Tag angezogen, von Montag bis Freitag. Und drunter halt diverse Schichten "normale" Klamotten, Leggins/lange Unterhose, Fleecehose/-pulli, LA Shirt.... Zwiebelprinzip und gebraucht haben sie immer weniger, als gedacht. Mittags die äußere Dreckschicht ausgezogen und fertig.

    Bei Schulanfang musste ich erst mal ordentlich Klamotten für beide kaufen/Nähen, plötzlich brauchten die so viele Oberteile und Hosen #freu

    Mal bist du die Taube, mal bist du das Denkmal.

  • der Aufwand hält sich hier auch in Grenzen. Ich nehm öfter mal Müll mit oder nen Kanister Wasser zum auffüllen. Das steht wenn nötig unter an nem bestimmten Platz und wer gerade Kapazitäten hat nimmt es mit.


    Wenn ihr morgens dort seid kannst du das Kind direkt abgeben, musst nicht darauf warten dass es seine Hausschuhe anzieht,... mittags das gleiche umgekehrt.


    Ausfall durch Wetter hatten wir noch nie. Wenn es ne ganze Woche lang - 15 Grad hat dann gehen sie in nen Raum einer Kirchengemeinde. Den Raum können sie auch nutzen um Fasching zu feiern.


    Meine Kinder haben ein Set teuere winterkleidung und für nachmittags zuhause ein günstiges. Und eine "arbeitshose" für trockenes Wetter, 2 matschhosen.

    Das Kind einer Freundin in nem hauskiga macht sich ständig seine Jeans kaput. Das ist denke ich nicht billiger.


    Ich bringe die Kinder in der Regel morgens so dreckig wieder hin wie ich sie mittags geholt habe. Ich muss somit auch nicht so viel waschen.


    Bei uns läuft man vom Parkplatz so 200 Meter zum bauwagen. Es ist immer einer frei, im Ort drinnen bei den Kigas muss man oft erst einen suchen. Ich radel fast immer. Das ist voll praktisch, das Baby kann im Anhänger bleiben und ich muss es nicht ausm Auto raus und wieder rein...

  • Bei unserem Waldkindergarten ist es abgesehen von der weiteren Anfahrt kein Mehraufwand zum normalen Kindergarten.


    Das Auto wird zwar innen dreckiger, dafür sind die Kinder definitiv seltener krank. So richtige Ansteckungswellen hat es wohl noch überhaupt nicht gegeben.

  • Bei uns kann man sich mehraufwand machen, indem man mit den Kindern einen Projektwoche macht (mein Mann macht zB immer "Intrumentebau"), man muss aber nicht.


    Eventuell hat man mehr Wäsche und definitiv etwas mehr Ausgaben, weil man halt wirklich gutes Matschgwand und vor allem gutes Schuhwerk braucht.

  • möpp will nicht mehr gehen :(

    Gestern war toll, aber er überfordert sich selbst (Schlitten fahren. Er rennt 2 oder 3 stunden ohne pause Berg hoch und rodelt.) Danach war er so platt, dass gar nichts mehr ging.


    Wie bekommt ihr denn die matschhose/schneehose-jacke über nacht trocken? Ich will sie halt nicht über Parkett vor die Heizung hängen, aber im keller passiert da gar nichts mit. Und im bad ist die dennoch klamm am morgen.

  • Hallo,


    Weil es dann tropft?

    Könnte man so ein Schuhabstell-Dings (so flache Wannen) drunterstellen? oder einfach eine aufgeschnittene Tüte drunter legen, um das Parkett zu schonen?

  • ach wie schade dass er nicht mehr gehen mag. Ich drück die Daumen dass es sich wieder bessert!


    Ich häng die Sachen an die Heizung. Wenn patsch nass patsch nass leg ich ein Handtuch aufn Boden das ich bei Gelegenheit wechsel.

  • Ich glaub, ich wär damit nicht so glücklich. Die Feuer bei unseren Festen sind immer in einer Tonne und/oder Feuerkorb und da nochmal ein Gitter drum rum, dass nicht einfach ein Kind ins Feuer stolpern kann. Ein tägliches Lagerfeuer fände ich da echt schwierig, weil das ja doch sehr viel Aufmerksamkeit der Erzieher erfordert, die dann anderswo fehlt.

  • Die machen das feuer in einer feuerschale.

    Da muss also immer einer neben stehen.

    Meist sind es 3 erwachsene auf 18 kinder

    (Erzieherin, kinderpflegerin die grad erzieherin macht und ein ki-pfle-praktikant im 1. Jahr)

    Aber oft sind sie nur zu zweit, weil alle 3 regelmäßig schule oder fobi haben...

  • Danke.

    Ich finde es absolut nicht ok und brauche dringend Argumente.

    Ein paar kinder sind immer feuerhüter und gucken (mit erw.Pers.) dass da niemand doofes reinschmeißt, der Abstand eingehalten wird, Holz nachgelegt wird etc.

    An den tagen, wo möpp neben dem Feuer stand, hustet er die nacht durch.

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