Liegengebliebene Kleidung im Kindergarten

  • Hallo,

    in unserem Kindergarten bleiben immer viele Sachen (hauptsächlich Kleidung) liegen.

    Diese wird in einem großen Korb am Eingang gesammelt und auch regelmäßig auf eine Leine im Hof gehangen, damit man seine vermissten (oder auch noch nicht vermissten) Teile wieder finden kann.

    Nun wird dieser Korb aber voller und voller, und heute meinte die Leitung in Anwesenheit einiger Eltern, daß jetzt noch einmal ein Aufruf gemacht wird, und dann werden die tw. schon seit Monaten rumkullernden Sachen weggeworfen.

    Daraufhin erklärte sich eine der Mütter bereit, die übrigen Sachen zu einer Kleiderspende zu bringen.


    Soweit, so gut, nun sind bei den Sachen auch einige wirklich gute, hochwertige Markensachen dabei.

    Meine Frage: findet ihr es okay, wenn sich die Mutter, welche die Sachen "entsorgt", sich vorher noch raussucht, was sie gebrauchen kann?

    Oder ist das nicht okay, weil alles gespendet werden soll, sollte sie sich nicht daran "bereichern".


    Ich habe auf dem Heimweg diese Frage mit meiner Schwester diskutiert (off topic: sie redet wieder mit mir) und wir waren uns nicht ganz sicher, wie wir das sehen.

    Wie seht ihr das?


    Ich selber fände es glaube besser, die Sachen im Kindergarten "zum Mitnehmen für wer es gebrauchen kann" freizugeben, und den Rest zur Spende.


    Gruß, Seda

  • Ich selber fände es glaube besser, die Sachen im Kindergarten "zum Mitnehmen für wer es gebrauchen kann" freizugeben, und den Rest zur Spende.

    Klingt gut finde ich.


    Ich hätte allerdings auch kein Problem, wenn die Mutter, die sich die Arbeit mache die Sachen zur Kleiderspende zu bringen, sich da etwas rausnimmt.


    Liebe Grüße


    Shevek

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • An der Grundschule meiner Jüngsten wurden die Sachen die schon länger rumlagen in einer Extrakiste für jedermann angeboten. An der Grundschule der beiden großen wurde immer vor den Winter- und Sommerferien alles was liegengeblieben war in die Kleiderspende gegeben.

    Ich fände es auch okay, wenn sich die Mutter die sich die Arbeit macht Sachen für ihre Kinder raus sucht. Gerechter wäre es sicher, die Arbeit würde von der Schule (Sekretärin?) übernommen und alle Eltern könnten die Sachen durchsehen und mitnehmen.


    Was anderes dazu: Wisst ihr eigentlich wie das rechtlich aussieht? Ab wann (und ob überhaupt) die Sache gespendet oder weggeworfen werden dürfen?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von *seestern ()

  • Ich war vier Schuljahre lang eine solche Mutter, die Kleidung aus der Schule mitgenommen hat, die in der Milbenkiste rumflog (nach Ankündigung mindestens eine Woche vorher, ich hab aber immer noch früher ausgehängt, und zwar da, wo alle raus und reingehen und wo die Kiste auch steht). Erstmal hab ich versucht, die Kleidung anhand von Namen an den Haken zuzuordnen oder einzelne Handschuhe oder Schuhe anhand dessen, was da so in den Fächern lag. Das, was nicht zugeordnet werden konnte und nicht zu gebrauchen war, hab ich vor Ort in den Müllcontainer geworfen, den Rest hab ich mit nach Hause genommen, sortiert, gewaschen, und dann entweder bei den Raben über RhR verschenkt oder in der örtlichen Kleiderkammer zukommen lassen, die immer einen Mangel an Kinderkleidung hat.


    Im Leben nicht hätte ich mir davon was für meine Tochter rausgesucht, wohl aber habe ich manche Sachen gezielt verteilt, wenn ich wusste, dass eine bestimmte Person aus meinem Umfeld das gebrauchen kann. Sofern diese Person eben unter die Zielgruppe fällt, also jemand, der ein geringes Einkommen hat.

    Und das waren zu 90% Markenklamotten, z.T. sogar Jacken (auch gefütterte Winterjacken).


    Ich denke, man könnte es so lösen, dass ALLE sich was von den Sachen nehmen dürfen, aber nicht nur diejenige, die die Sachen weitergeben soll. Ich würde das als Bereicherung oder Veruntreuung empfinden.


    Ich persönlich für mich. Andere mögen das anders sehen.


    Edit: Anders ist das natürlich, wenn es vorher so abgesprochen/abgestimmt worden ist.

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


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    Weh dem, der keine Heimat hat


    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Fiawin () aus folgendem Grund: RSF

  • Hier wird das am Flohmarkt verkauft (und dann auch teilweise von den Eltern gekauft). Ich fände es auch okay wenn die Mutter sich daran bedient. Ich hätte aber auch kein Problem zu fragen ob ich Teil xy haben kann wenn es niemand mehr will. (Aber ich bin auch immer die, die das übrige Essen aus dem Kindergarten mitnimmt. Finden andere Eltern auch seltsam.)

  • Bei uns im Kiga wird das was noch gut ist immer als Notfallkleidung aufgehoben falls mal ein Maleur passiert.

    Oder bei Jacken/Matschhosen , falls mal ein Kinds nichts dabei hat (morgens Wetter noch schöner als dann mittags wenn es raus geht) oder so.


    Sonst finde ich die Idee mit dem Flohmarkt auch gut.

    LG Anne mit #male 06/05 und #male 02/08
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    The secret of life is to fall seven times and to stand up eight times!

  • Gerade eben haben wir in der "zu verschenken" - Kiste unseres Kigas noch gewühlt. Ich finde es toll.

    Aus dem ersten Kindergarten kannte ich eine Kleiderkammer. Da gab es wirklich jedes erdenkliche Kleidungsstück in jeder Größe mehrfach als Wechselkleidung. Das fand ich auch gut. Ich nehme an, dass ärmeren Familien dann auch mal etwas mit nach Hause gegeben würde.

  • Krass dass solche Sachen in so vielen Kindergärten liegenbleiben!

    Hier ist es umgekehrt - ab und zu verschwinden Sachen, also z.B. ausgezogene Pulli oder so, und tauchen nicht mehr auf. :(

    In der Sammelkiste hab ich noch nie was wiedergefunden, mehr als fünf Teile liegen da auch nie drin.


    Deswegen kann ich zu deiner Frage auf nichts beitragen, hier ist die Problemlage schlicht anders.

    Pause

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Mehrnoosh ()

  • Bei unsrem Kiga landen Sachen die seit Monaten in der Fundkiste lagen und die auch nach Extra-Aufforderung (im Eingangsbereich auf Tisch ausgebreitet mit großem Zettel "Bitte durchschauen, sonst weg!") nicht mitgenommen wurden im allgemeinen Vorrat. Der immet wieder schmilzt weil Eltern vergessen die geliehenen Notfall-Sachen wieder mitzubringen oder es gar nicht mitgekriegt haben dass die Hose nicht die eigene ist weil das Kind ne ähnliche hat....

    Was untragbar ist (einzelne Socken) wird entsorgt.


    Verschwinden tut bei uns erstaunlicherweise nix. Hab zumindest noch nix mitgekriegt in den zwei Jahren die wir jetzt schon dort sind. Nichtmal Sachen ohne Namen. Beim Neffen im Kiga verschwindet dagegen wohl ständig was.

    Man muss immer den Einzelfall betrachten ...


  • Sowohl im Kiga als auch in Grund- und weiterführender Schule werden die Sachen mit Ankündigung an eine Kleiderspende gegeben. Aber ich finde es auch ok wenn sich jemand der sich darum kümmert was wegnimmt was er brauchen kann. Warum auch nicht?

    Was ich kritischer finde wenn das Zeug an einem Flohmarkt verkauft wird. Wenn sich dann doch der ursprüngliche Besitzer erinnert dass ihm das Teil gehört und jemand anderer hat aber auch Anspruch drauf weil dafür Geld gezahlt wurde.

  • An unserer Grundschule wurden die Sachen - nach Ankündigung und Ausbreitung auf Tischen im Flur - an eine gemeinnützige Einrichtung gespendet. Dem voraus ging auch die alljährliche Bitte im Elternbrief, persönliche Gegestände mit Namen zu kennzeichnen.


    Im Kindergarten herrschte phasenweise wirklich Mangel an Wechselsache bei Unfällen. Da wäre es sicher praktisch gewesen, dauerhaft nicht abgeholtes in den Fundus zu nehmen. Allerdings waren es nicht wirklich viele Teile die liegenblieben.


    Unsere Krippe hatte - wohl weil Wechselsachen regelmäßig nicht zurückkamen - fette Kennzeichnungen mit nicht auswaschbarem Filzstift drin. Das fand ich durchaus wirksam, weil nicht dezent auf dem Etikett. Wenn auf einem Body deutlich lesbar "KiTa" steht, ist die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr deutlich höher.

  • Bei uns in der Kita gibts ein „Tauschregal“ Da können Eltern Sachen, die nicht mehr passen reintun und sich neue Sachen nehmen. Manchmal nehmen wir Erzieherinnen Sachen raus, wenn ein Kind keine Wechselkleidung hat. Wir haben dafür zwar auch einen extra Fundus, aber die Sachen kommen häufig nicht wieder zurück, sodass da eig permanent Mangel herrscht. Liegengebliebene Sachen kommen entweder in den Wechselfundus oder ins Tauschregal. Funktioniert hier ganz gut.

  • Ich finde das, aus meiner Sicht, echt total befremdlich. Wenn etwas weggegeben wird, um es Menschen zukommen zu lassen, die bestimmte Kriterien erfüllen, z.B. materielle/finanzielle Schwierigkeiten, dann finde ich es nicht richtig, wenn sich jemand vorher etwas davon nimmt. Das ist für mich so, als wenn die Mitarbeiter der Kleiderkammer sich vorher die besten Sachen raussuchen. Oder Mitarbeiter der Tafel sich die Schokolade aus den Kisten nehmen und das frischste Brot. Selbst wenn sie zur eigentlichen Zielgruppe gehören. Desweiteren bedenklich finde ich es, wenn die entsprechende Person nicht zur Zielgruppe gehört.


    Anders ist es, wenn sich die Personen auf dem üblichen Weg dann etwas davon nehmen, also bei einem Besuch der Kleiderkammer, sobald die Kleidung ausliegt.

    Oder aber wenn von den Resten genommen wird, die sonsts verkommen würden.


    Ich fand es auch immer befremdlich, wenn bei Wohnungsauflösungen zugunsten von Flüchtlingen die schönsten Dinge (besonders weiche Decken, eine schöne Kerze etc.) in die Kofferräume der Helfenden wanderten.


    Stört das Euer Gerechtigkeits-/Rechtsempfinden nicht? Das soll jetzt keine Kritik sein, sondern ist wirklich eine Frage. Ich hoffe, es wird nicht falsch verstanden, ich will mich ethisch oder moralisch über niemanden erheben!


    Wie gesagt, etwas anderes ist es, wenn es vorher so abgesprochen worden ist.

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


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    Die Krähen schrein
    Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
    Bald wird es schnein. –
    Weh dem, der keine Heimat hat


  • Zur Ausgangsfrage: Ja, ich fände es schon komisch, wenn die "Kleiderbeauftragte" sich Teile nimmt bevor diese weitergegeben werden. Und mir wäre es auch endlos peinlich, mein Kind mit diesen Sachen auszustatten. Das muss doch den anderen Eltern irgendwann auffallen?

  • Ich finde es auch sehr befremdlich und würde es nicht tun, mir einfach was nehmen. Für mich fühlt es sich wie Diebstahl an, ich könnte es nicht ruhigen Gewissens tun.

  • Stört das Euer Gerechtigkeits-/Rechtsempfinden nicht? Das soll jetzt keine Kritik sein, sondern ist wirklich eine Frage. Ich hoffe, es wird nicht falsch verstanden, ich will mich ethisch oder moralisch über niemanden erheben!

    Ich glaube, es ist eine Frage der Perspektive. Wenn ich das Ganze als Spendenaktion betrachte - dann auf jeden Fall. Wenn wir also im Kindergarten Kleidung für Geflüchtete sammeln und diejenige, die das Ganze dann abgeben soll, nimmt sich noch die Sachen raus, die sie gerade brauchen kann, fände ich das total daneben. So auch bei der Kleiderkammer oder der Tafel.


    Wenn ich das Ganze aber (wie in diesem Fall) mehr aus der "was machen wir nur mit der übervollen Truhe?" Perspektive betrachte, dann nicht. Niemand hat da Kleidung gebracht mit dem Ziel, sie zu spenden sondern das Ziel ist, das Zeug loszuwerden und zwar möglichst so, dass es noch weiter genutzt werden kann. Wenn sich die Mutter, die es wegbringt, dann noch Sachen für ihr Kind aussucht, sind beide Ziele erfüllt: es ist weg und es wird weiter genutzt. Ich finde die moralische Frage ob die Mutter dann demjenigen, der die Spende bekommen hätte, was wegnimmt, liegt dann bei der Mutter und nicht mehr bei dem Kindergarten.


    Diese Frage finde ich dann auch schwierig und moralisch interessant. Ich bekomme z.B. viel gebrauchte Kleidung aus der Familie geschenkt - ich weiß nicht, was meine Tante damit machen würde wenn ich sie nicht nehmen würde. Wahrscheinlich würde sie sie spenden. Darf ich dann die Kleidung nehmen? (Ich muss zugeben, dass ich mir die Frage bislang noch nicht gestellt habe). Andererseits finde ich es wesentlich ökologischer die Kleidung zu nutzen als viel neu zu kaufen. Dazu kommt dann auch die Frage, wohin eigentlich gespendet wird und was damit passiert. Das ändert die Fragestellung ja auch irgendwie, gerade wenn so Wechselkleidung aus dem Kindergarten vielleicht nur in die nächste Kleidersammlung gesteckt wird, wo ja auch der Nutzen zumindest umstritten ist. Ich finde es abschließend zumindest so komplex, dass ich keine "so ist es richtig" Antwort habe. Vielleicht ist die beste Lösung, die Kleidung zu behalten und dann einen Flohmarkt-Betrag dafür zu spenden weil viele Organisationen mit Geld sowieso mehr anfangen können als mit Wechselkleidung?

  • Sehe ich wie Peppersweet


    Ich hab früher öfters von einer bekannten Klamotten bekommen mit der Ansage "schau mal was dir davon zusagt und bring doch den Rest zum Roten Kreuz"


    Und hier ist es ja tatsächlich so, dass keiner weiß wohin mit den Sachen und eine Person kümmert sich eben drum, da sehe ich kein moralisches Problem drin

    The darkest nights mean you see the stars the most #mond

  • Ich finde, es ist eine andere Situation, wenn jemand mir einen Stapel Sachen bringt und ausdrücklich sagt, ich solle mir nehmen, was ich möchte.


    Gerade im Kindergartenalltag fallen mir aber jede Menge Konstellationen ein, in denen man als Betroffener Sachen erst nach Wochen vermisst. Ein Elternteil macht morgens fertig und bringt, der andere weiß nicht, was die Kinder morgens anhatten. Der Waschkorb ist bei uns nie komplett leer, es gibt vielerlei Möglichkeiten, wo das vermisste Teil noch liegen geblieben sein könnte.


    Dass die Verwalterin der Restekiste Sachen für sich behalten darf, würde ich nur machen, wenn das eine offizielle Entscheidung war, die von Leitung, Personal und allen Eltern verbindlich mitgetragen wird.


    Zum Ausgangsfall: Was würde denn passieren, wenn ein Elternteil die teure Markenjacke bei einem anderen Kind wiedererkennt?