Lasertag-wie findet ihr das?

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  • ich sehe es als technisch aufgepeppte und kommerzielle Variante von dem, was wir früher mit Stöcken auf der wilden Wiese veranstaltet haben (ja, auch Messdiener dabei ?). Klar geht es um Kampf, aber das machen Kinder doch sowieso und mit beliebigem Equipment, wenn (!) sie gerade Lust oder Bedarf haben? Fraglich ist für mich dann eher der kommerzielle Aspekt, aber das ist ähnlich wie mit Freizeitparks - Geschmackssache.


    Wir haben es einmal als Geburtstagsfeier gemacht, war sci fi, bunt und sehr stickig durch den Nebel. Im Prinzip fanden es alle gut und hatten Spaß, viel Frust bereitete ihnen aber, dass eine andere Gruppe (von jungen Erwachsenen) sie gezielt aufs Korn nahm und sie (so um und bei 12 Jahre) keine Chance hatten. Die Mitarbeiter haben nicht reguliert, auch nach mehrmaliger Aufforderung. Das war der Grund, weshalb wir seitdem nicht mehr dort waren.

  • Und dann brauchen sie das auch nicht, sollte ja auch klar sein.

    schon klar. Aber wenn sie dann zum Beispiel mit der Ferienbetreuung zum Lasertag gehen, kann es ja gut zu so einer Situation kommen, dass sich jemand fürchtet oder überfordert fühlt.

    Ich wollte nur sagen, dass ich das nicht besonders befremdlich finde und denke, dass das kein "Erziehungsfehler" ist.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Madrone, da hast du recht, dass in solchen Situationen, die Kinder überfordert sein koennen - zum Glueck weiss man ja iA was ansteht bei der Ferienbetreuung. Und ein Erziehungsfehler ist es nicht, wenn Kinder, das nicht aushalten koennen. Ich empfinde es aber durchaus als Fehler, wenn Erwachsene/Eltern ihren Kindern jegliche Art von kaempfen untersagen.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • ich hatte auch "lästertag" gelesen und war neugierig, was das sein könnte.

    lasertag, so wie es bei wikipedia dargestellt wird, verursacht mir gänsehaut.

    wie paintball und nerf auch, wir hatten das hier im forum schon mal zur debatte und da habe ich mich bereits dagegen ausgesprochen. da es hier kaum gegenstimmen gibt, möchte ich nochmal einwerfen:


    es ist meines erachtens etwas völlig anderes, ob kinder sich mal balgen oder mit stöckern und holzschwertern selbst ein spiel erfinden - oder ob sie in einem kommerziellen, von erwachsenen gefertigten setting mit gefertigten waffen gegeneinander kämpfen. letzteres suggeriert doch eine kampf-kultur. das muß doch nicht sein, daß sie lernen, an so etwas spaß zu haben, oder? wem dient das, welche interessen stehen dahinter? es ist doch viel wichtiger, daß kinder und jugendliche ihr mitgefühl und ihre solidarität entwickeln und kultivieren.


    ich würde es nicht machen. nicht mit meßdiener*innen und nicht mit anderen.


    eine übernachtung in der gruppe im wald, ohne zelt, handy und anderen komfort, das ist in meinen augen eine viel tollere herausforderung.

    und wenn sie unbedingt mal aufeinander schießen wollen, sollen sie das privat auf einer wiese tun.


    die frage ist doch auch, wie das als erwachsene im rückblick erinnert und bewertet wird: weißt du noch, damals, als wir xy abgeknallt haben, das war geil! - oder: weißt du noch, damals, als nach mitternacht der waldkauz gerufen und wir uns vor angst fast in die hose gemacht haben und ganz laut gesungen haben. das war super!

    beides sicher erlebnisse, die in erinnerung bleiben. was haben sie daraus gelernt? schießen macht spaß versus gemeinsam sind wir stark.


    sorry, aber mir fehlt da jedes verständnis, wie man so etwas gutheißen kann.

  • Ich empfinde es aber durchaus als Fehler, wenn Erwachsene/Eltern ihren Kindern jegliche Art von kaempfen untersagen.

    um mißverständissen vorzubeugen: ich untersage niemandem zu kämpfen. ich würde es nur nicht institutionell, kommerziell und als gruppen-event durchführen. auch nicht auf wunsch der kinder.

  • Wir haben’s mal ausprobiert, weil unser Großer unbedingt mal wollte. Also waren wir zu Dritt in so einer Anlage, Mann, großes Kind (damals 11) und ich. Vorher wollte ich nur gucken und pflichtschuldig dabei sein, weil ich total pazifistisch bin, Kriegsspiele und Waffen nicht leiden kann, Computerspiele blöd finde und überhaupt.


    Was soll ich sagen? Ich war dann doch mit im Raum, hab mit gespielt und einen Riesenspass gehabt. Einfach so, ohne Hintergedanken. Das war obendrein auch ganz schön anstrengend, im Sinne von Sport.

    mamaraupe (*1973) mit paparaupe (*1969), großer raupe (*06/06), und kleiner raupe(*02/10)

  • mein 14jähriger würde das cool finden, er war allerdings noch nie.

    Er spielt aber für sein Leben gern mit Nerfs und hat eine ansehnliche Sammlung.

    Dabei ist er sonst ein sehr gewaltfreies und kümmernden Kind.

    Ich war lange dagegen hab aber irgendwann aufgegeben, scheint wohl in den Jungsgenen zu stecken.

    Ihm geht es um das aktive Spiel, die Spannung, die Bewegung dabei, für ADHSler wohl eine tolle Kombi.

    Ich such hier im Ort immer noch nach einer Nerf Aktivengruppen, wo er sich regelmäßig austoben kann.

  • casa das eine schließt das andere doch nicht aus. Unsere beiden können jetzt schon davon berichten, wie sie nachts auf dem Friedhof spazieren waren, dabei von Fledermäusen u Eulen erschreckt worden sind u wie unheimlich das Blöcken der Schafe auf der Weide klingt. Die lichtschwerter in der Dunkelheit durch die Felder zu schwingen macht echt spaß :D


    Das können wir täglich, ohne Settings u Kosten. Lasertag ist halt der Wunsch des großen zu seiner Geburtstagsfeier, damit kann ich leben.


    Mir wäre es auch lieber, wenn sie gar nicht kämpfen wollen würden aber so sind sie nun mal nicht u so ist es auch richtig #ja

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Ich kann beide Seiten verstehen und bin auch wirklich noch sehr unentschlossen.


    Mich stört auch irgendwie, dass die Waffen so echt aussehen. Wasserpistolen sehen wie Wasserpistolen aus. Aber diese Dinge wie echte Waffen.


    Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass Kinder in gewissen Phasen gerne Kampfspiele machen. Ob mit Stöcken, Schwertern oder Revolvern oder mit dem bloßen Finger. Vermeiden lässt es sich eh nicht und fände ich auch nicht sinnvoll.

    Und ja: die, die von Zuahuse aus nie kämpfen dürfen, sind dann später oft die, die die Verletzungen machen, weil sie sich überhaupt nicht einschätzen können.

    Ich sag immer spaßeshalber "Der verantwortungsvolle Umgang mit Waffen muss früh geübt werden" ;-)


    Vielleicht gehe ich mir mal die Location alleine angucken. Und sprech vielleicht auch mit der Gruppe mal über meine Bedenken und höre dann, was die dazu meinen.


    Wieviele Spiele sollte man bei einem Besuch einplanen? Die Hp, die ich besucht hatte, da kostet ein Spiel mit ca 12-15 Minuten 5 Euro pro Person. Reichen 2 Spieldurchgänge mit einer Pause dazwischen oder ist das zu wenig?


    (Sachen in der Natur haben wir auch schon gemacht und machen wir auch weiter. Wir waren schon Minigolfen, Kegeln, Geocachen, Spielenachmittag usw. Ich frag die Kids halt immer, welche Ideen sie haben, was wir zusammen machen könnten. Wenn es gut umsetzbare Sachen sind, dann plane ich das. Hier bin ich mir halt unsicher.)

  • Anschauen gehen und nachfragen finde ich gut!


    Bei uns waren es übrigens auch zwei Spiele à 12-15 Minuten, mit einer Pause dazwischen. Alle Kinder wollten ein zweites Mal mit.

  • Unser großer hatte auch mal so eine Einladung - und wir viele Gespräche darüber. Ich selbst finde es nicht gut, weil die Waffen so echt aussehen und die Sache in echt in anderen Teilen der Welt Realität ist.


    Meinem Sohn hab ich es dann frei gestellt und er ist hingegangen ("Mama, die Erfahrung will ich nicht nur über den Kopf machen")

    Ar scáth a chéile amhaireann na daoinne

  • mein sohn war da dreizehn. den abend selbst fand er ok, weil einige weniger schießend unterwegs waren. das muss also schon gehen, wie jemand oben ja auch schrieb, dass man anders zugange ist.

    danach meinte er, er würde nicht nochmal hingehen, dass gefühl eine waffe auf jeman zu richten sei nicht gut gewesen (*stolz auf meinen sohn bin*)

    Ar scáth a chéile amhaireann na daoinne

  • Wenn ich mal in die Geschichte guck, ist Kämpfen ein wesentlicher menschlicher Wesenszug. Das mein ich völlig wertfrei.

    Mir ist lieber, wenn kontrolliert vor irgendeinem Setting gekämpft wird, meinetwegen auch mit ner Simulation, als in echt und mit echtem Blut. Oder wirklich wem wehzutun.

    Dabei ist mir auch völlig egal, ob das jetzt Räuber und Indianer im Wald, Tekken oder Counterstrike auf ner Konsole oder Lasertag in ner Arena ist. Oder Kampfsport im Verein. Fakt ist, es ist ein Spiel.

    Ich kämpf für mein Leben gern, schon immer, aber ich respektier jeden, der keine Lust hat, mitzumachen. Mich nervt aber zunehmend dieses Stigma, das dem aufgedrückt wird. Oder diese hanebüchenen Vergleiche mit "Kriegspielen".

    letzteres suggeriert doch eine kampf-kultur. das muß doch nicht sein, daß sie lernen, an so etwas spaß zu haben, oder? wem dient das, welche interessen stehen dahinter? es ist doch viel wichtiger, daß kinder und jugendliche ihr mitgefühl und ihre solidarität entwickeln und kultivieren.

    Gegenfrage: Was ist schlimm an einer Kampfkultur? Warum darf man keinen Spaß am Kämpfen haben? Das schließt Mitgefühl und Solidarität doch auch nicht aus.

    Dieser Beitrag kann eine eigene Meinung enthalten. Im Idealfall ist es die des Verfassers. :evil:

  • Ich finde es doof und habe damals, als der Hort zum Lasertag wollte, schon gesagt, dass ich das als Ausflugsziel einer päd. Einrichtung dir 6-9 Jahre alte Kinder nicht okay finde.

    Mit 10-14 hätte ich da wenig Bedenken, was die Kids angeht, würde aber dennoch so was wie rooms escape vorziehen. Rational mag das nicht sein, aber aufeinander zielen ist für mich mies.

    Habe als Kind auch mit Stöcken Krieg gespielt, aber da leuchteten keine Punkte auf dem Körper des Gegners auf, wenn ich zielte. Mir ist das irgendwie zu realistisch.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • dass wir in einer zeit aufgewachsen sind/aufwachsen, in der kampfkultur nur spiel ist, ist höchstwahrscheinlich einer der gründe, wieso viele, meine wenigkeit eingeschlossen, etwas gegen kämpfen auf dieser art und in solchen settings (auch bei den games) haben. nur, dass liegt nach wie vor in unseren genen, da das kämpfen können, eine sehr lange zeit überlebenswichtig war.


    auch tierbabys üben kämpfen und jagen, um sich später am leben zu erhalten.


    das kämpfen ist höchst solidarisch und erfordert mitgefühl, man hat ja selten allein gekämpft und gejagt.


    und kinder lernen nicht an kämpfen spaß zu haben, sondern den haben sie automatisch. wenn sie mit ihren geschwistern balgen, wenn sie mit freunden um die wette rennen, wenn sie mit ihren eltern und anderen erwachsenen kräfte messen. dabei entsteht der spaß ganz automatisch und muss nicht erlernt werden.


    kämpfen diente schon ferner auch zur unterhaltung, gladitoren in den arenen, boxer und wrestler in den ringen, jede menge kampfsportarten. meins ist es nicht, aber es sind tatsachen.


    ob sie in solchen arenen leuchtende ziele mit irgendwelchen waffen (die ich sah, sahen wirklich nur futuristisch aus, bei fortnite z.b. sind sie viel realistischer) angreifen müssen... nö. aber kann man machen, wenn man spaß dran hat. meistens sind es ja befreundete gruppen, die da sich eine schlacht abliefern. als unsere beiden jünger waren, waren es halt stöcke oder pistolen und gewähre, die sie aus lego gebaut haben. als fast teenies braucht man wohl eine gesteigerung.


    klar, sind das kommerzielle angebote, so wie kino, konzert, theater auch.


    edit: mir ist es lieber, dass sie lasertag spielen, denn dabei bewegen sie sich zumindest, da kommt man ordentlich ins schwitzen, und spielen mit echten menschen, nämlich freundInnen, direkt danach finden gespräche statt, wie was gelaufen ist anstatt vor pc/konsole usw. man kann mittlerweile lasertag/paintball auch outdoor spielen, wäre auch noch unterm freien himmel und in der frischen luft und so.

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
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    Ernst Ferstl

  • danach meinte er, er würde nicht nochmal hingehen, dass gefühl eine waffe auf jeman zu richten sei nicht gut gewesen.

    Dann sollte er das tatsächlich nicht spielen, weil er da verschiedene Dinge vermischt, die eigentlich ja nichts miteinander zu tun haben. Beim Ballspielen (Fussball, Handball, Völkerball, Basketball) zielt man auch auf andere. Ich bin stolz, dass meine Kinder Spiel und Wirklichkeit auseinanderhalten koennen (sorry, den Seitenhieb konnte ich mir nicht verkneifen).


    Hier ist es uebrigens so, dass man als Gruppe die Lasertagräume hat und dann quasi selbst Teams bildet, das stelle ich mir harmloser vor, als wenn da eventuell halt 16jaehrige mit 8jaehrigen zusammenspielen mit ganz anderen Ideen und Zielen.

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