4jährige und mit dem Essen spielen

  • Zitat

    Versuch doch mal zu ergründen, wieso du das so schrecklich findest.

    Reeza ich finde nicht, dass deine Frage nach „stell dich nicht so an klingt“. Ganz im Gegenteil finde ich das sogar sinnvoll, um zu ergründen, warum das so schlimm für einen ist. Oft ist es ja so, dass man genau mit den Dingen ein Thema hat, mit denen man selbst schon eigene Erfahrung hat. Sprich wenn beispielsweise die eigene Mutter vielleicht das Gemansche bei einem selbst heftig unterbunden hat, als man jung war. Zumindest kommt mir persönlich Ekel als Reaktion etwas heftig vor. Das soll jetzt kein Vorwurf sein nach dem Motto „stell dich nicht so an“, sondern ich bin eher verwundert über die Reaktion. Persönlich mag ich Gemansche auch nicht, vor allem, wenn es dann auf mir landet. Aber ich lege dann auch Serviette bereit oder Ermahne, wenn’s gar zu heftig wird, aber so ekeln, dass ich gehen muss, finde ich es nicht. Den Vorschlag von Trin oder karlchen einen Mittelweg zu finden halte ich für sinnvoll. Letztendlich müsst ihr euch ja alle miteinander auch beim Essen wohlfühlen.

  • Hm...


    Wieso mich das stört... ehrlich gesagt wurdere ich mich ein bisschen, dass euch das so wenig stört, wenn fettige/schmierige Finger alles angreifen und es einfach nach jedem Essen aussieht und man ständig aufpassen muss um das Kind zu erwischen sobald es fertig ist, weil es sonst am Sofa sitzt bevor es Hände waschen war. Dann ist es einfach dreckiger in der Wohnung. Und ICH muss das wegputzen. Wenn ich dazu komme (mit Bauchweh-Minibaby wieder noch weniger). Jetzt zB ist der Tisch immer noch vom gestrigen Abendessen verschmiert, ich kann mich also nicht einfach zum Frühstück hinsetzen.

    Ich wusste schon, dass es ein paar Menschen gibt, die da eine höhere Toleranz dem gegenüber haben als ich, aber dass scheinbar meine Toleranzgrenze ungewöhnlich niedrig ist dachte ich nicht. In den meisten Haushalten, in denen wir zu Besuch sind, ist es sauberer als bei uns. Auch wenn dort jeden 2. Tag Spielbesuch kommt, es also nicht extra für uns hergerichtet wurde.


    Die Haare sind auch ein Problem, denn Haare waschen ist hier ein Kampf. Bzw geht nur am Rücken liegend in einem extra Haarwaschbecken, damit ja kein Tropfen Wasser in die Augen kommt. Außerdem braucht sie beim Essen so lange (1-1,5 Stunden - und wir haben keine mehrgängigen Menüs), dass Haare waschen danach nicht mehr drin ist. Und ich will keine Essensreste auf meinem Kopfpolster (Familienbett).


    Ihr habt wahrscheinlich recht, dass der Ekel übertrieben ist. Zumindest teilweise, weil ich grundsätzlich schon empfindlich auf "seltsames" Essen bin. Joghurt vom Vortag, bei dem sich ganz normal die Phasen etwas getrennt haben, das man aber nicht mehr im geschlossenen Behälter schütteln kann ohne es vorher zu sehen, geht für mich zB gar nicht. Und auch die Umgebung muss stimmen - ich kann zB nicht essen, wenn ein Luftballon im Blickfeld ist, da wird mir schlecht. Den Gedanken, dass das wo sie gerade ihre nie wirklich sauberen (kurz vorher noch in der Nase bohrenden :wacko: ) Finger drin hat dann noch gegessen wird ist für mich wirklich schwer, auch wenn ich es nicht essen muss.

    Andererseits ist der Ekel wahrscheinlich auch durch meinen Ärger, dass es einfach nicht aufhört egal was ich sage, gesteigert.


    Ich hab jetzt beschlossen, dass ich auf Haarspangerl beim Essen bestehe, auch wenn sie das nicht mag. Dann sind zumindest die Haare kein Thema mehr.

    Und ich hab Stoffservietten besorgt, es stört mich nämlich auch dass wir jedes Mal noch den zusätzlichen Mist mit den Servietten machen.

  • Ich schneide aus Jersey Oberteilen die nicht mehr tragbar sind gern große Stücke raus, die nehmen wir dann feucht für Mund-Hände-Tisch-Stuhl-Boden (in der Reihenfolge), danach in die Wäsche..

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Ich bin, was den Kleb angeht ähnlich empfindlich wie Du.

    Und eine trockene Serviette/trockenes Tuch kann fast gar nix, da bleibt der Kleb.


    Hier wohnte deshalb immer ein feuchter (sehr gut ausgewrungener) Waschlappen auf dem Tisch. 10er Pack Ikea, ideale Größe.

    Dann das selbe Prinzip wie bei braten Die Dinger sind heute noch in Betrieb, am Tisch und zum Putzen, die Schublade neben der Spüle ist voll, so dass man einfach mehrfach am Tag einen frischen Lappen hat.

  • Es ist in unserer Wohnung nicht halb so sauber wie ich gerne hätt und ich trau mich nur dann Besuch einzuladen, wenn ich weiß dass ich vorher mind 1,5 Stunden Zeit hab zum Saubermachen. Mich dann dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich zumindest den Bereich der mit Essen zu tun hat halbwegs sauber haben möchte (weniger vor euch als vor meiner Tochter, weil sie verhält sich ja anscheinend eh normal und das Problem liegt bei mir), finde ich unfair.

  • Hallo,

    Hm...


    Wieso mich das stört... ehrlich gesagt wurdere ich mich ein bisschen, dass euch das so wenig stört, wenn fettige/schmierige Finger alles angreifen und es einfach nach jedem Essen aussieht und man ständig aufpassen muss um das Kind zu erwischen sobald es fertig ist, weil es sonst am Sofa sitzt bevor es Hände waschen war.


    Tisch und Küchenboden war abwischbar, größere Kinder (also jenseits des Babyalters) bekamen in akuten Matschphasen ein "Ess-Shirt" (Erwechsenenshirt) übergetreift und daß man nicht mit vollgematschten Fingern spielen geht, haben sie verstanden.

    In der Küche herumspringen, möglichst noch verdreckt, so lange die Tischkerze brannte, gab es bei uns sowieso nicht, das war Ritual von klein auf, das"war einfach so", ohne daß man es großartig durchsetzen musste. Im Kindergarten bekommen sie das ja auch hin.


    Tisch abwischen musste man auch bei Kindern, die nicht so sehr mit dem Essen gespielt haben nach jeder Mahlzeit, ich bin wirklich nicht besonders häuslich und ordentlich, aber das finde ich irgendwie normal. Daß ein Tisch so sauber bleibt, daß man ihn nicht abwischen muss, halte ich eher für ungewöhnlich, unabhängig vom "individuellen Matschpotential" des Kindes. Das ist selbst jetzt mit (fast) erwachsenen "Kindern" so, denn irgendwas landete immer drauf - und meist war ich es, beim einfüllen kleckere ich oft. Oder das Brot krümelt beim schneiden, oder... Oder ich brauch es einfach für mein "der Tisch ist sauber"-Gefühl.


    Wie gesagt, ihr könnt auch noch mal auf die Gestaltung der Mahlzeiten schauen, ob hinter dem Gematsche auch ab und zu Langeweile steckt. Das könnte man dann mit mehr netter Zuwendung einschränken.


    Ganz wichtig finde ich, daß man sehr, sehr darauf achtet, daß die Mahl-Zeiten nicht zu Nöl-Zeiten werden und das Kind am Tisch ständig Ermahnungen oder gar Gemecker zu hören bekommt. Weil das die Stimmung insgesamt sehr runterzieht und sich auf den ganzen Tag auswirken kann. Ich würde daher an allen möglichen Schrauben bei mir, der Tischgestaltung und so weiter drehen, damit die Atmosphäre nett bleibt, denn mMn am Tisch sollte möglichst kein böses Wort fallen., schon gar nicht dauernd.

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  • Meine Tochter ist ja noch deutlich kleiner, aber die Waschlappen-Strategie von die.lumme bewährt sich hier ebenfalls. Ich bin trotz meiner beschriebenen Matscherei ebenfalls recht empfindlich, wenn es um Sauberkeit rund um den Esstisch geht, aber auch hier hilft ein schon bereit gelegtes Tuch bei uns ganz gut. Meine Tochter hilft mittlerweile auch mit - im Rahmen ihrer motorischen Möglichkeiten ;)

    Vielleicht wäre das noch eine Idee, also dass deine Tochter zum Beispiel nach dem Essem den Tisch abwischt? Gerade, wenn sie ohnehin am längsten braucht? Oder würde sie das noch nicht hinkriegen?

    (Kommt natürlich sehr auf das Kind an - Ich meine das auf gar keinen Fall im Sinn einer Strafe, aber eine Aufgabe übernehmen kann ja auch Spaß machen.)

  • Es war übrigens immer ein Waschlappenmonster, was gaaaanz hungrig auf Kleb war. Was mit großem Spaß und Geschmatze den ganzen Kleb vom Kind gefressen hat. Das fordert sogar die 7jährige noch ein, die hier öfter zu Besuch ist.

  • Also ich finde Dich nicht übertrieben Ordnungsliebend.

    Ich bin ja bekennendermaßen deutlich übersensibel bei dem Thema (ich bin son Kandidat, der eine immersaubere Wohnung hat.) nicht weil ich so erzogen wurde, sondern weil ich völlig in Stress abrutsche, ich es zu deutlich Wahrnehme. Ich bin da einfach hochsensibel.

    Klar wische ich über den Tisch nach jedem Essen, aber eigetlich hatte ich nicht vor, die Küche zu renovieren.

    Und in angeleckter Schokocreme rummatschen hasse ich ! Bah! Und es klebt ja in allen Ritzen vom Stuhl, vom Tisch usw. Dann muss ich das da rauspolken.

    Und noch viel mehr hasse ich Flecken auf meiner KLeidung. Umziehen, ausreiben, mehr wäsche, die dann zu bügeln ist....

    Und mein Sohn lässt sich nur gegen Protest waschen und abwischen. Also Geschrei und Gezeter ohne Ende. Und Haare hat er bereits wochenlang nicht nass gemacht, weil er das nicht abkann. Also auch nichts mit feuchtem Tuch oder so, es geht einfach gar nicht, ich müsste ihn körperlich dazu zwingen. Der Siff in seinen Haaren klebt dann auch an mir oder in meinem Bett. Und wenn er selber nass wird, also zB Wasser kleckert, dann weint er und muss das ausziehen, er kann das nämlich auch nicht ab. Also losrennen, fix klotten holen...

    Und nicht immer ist nach dem Essen die Zeit, alles wieder herzurichten...


    Ich schreib das natürlich grad übertrieben, aber so fühlt es sich für mich an. Ich seh dann nur noch Gematschtes, nur noch die Putzarbeit und ich könnte weinen... ich werde völlig überfordert dann. Das ist eben MEIN Special Feature. Und da müssen meine Familienmitgleider eben Rücksicht nehmen, während ich auch auf anderes Rücksicht nehme.


    Mein Sohn darf im Garten Matschen mit was er will, (er trägt eh draußen gern Mützen, das ist Vorteil da.) Er darf sich völlig austoben.

    Aber nicht im Haus. UNd das klappt schon. Klar kann er Nutella mit Salami stapeln oder auf seine Pizza Erdnusbutter machen. Aber gegessen wird matschiges mit Besteck und gespielt eben nicht. Er möchte immer DInge in seinem TRinken versenken. Das darf er dann draußen.

    Essen erkunden sehe ich auch als wichtiges Lernen an, aber es muss nciht am Familientisch stattfinden. Kompromisse finden ist ja auch ein wichtiges Lernziel ;)

    Manches fängt klein an, manches beginnt groß. Aber manchmal ist das Kleinste das Größte #herz


    ...warum die Worte See und Seele sich so ähnlich sind...#herz

  • Mich dann dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich zumindest den Bereich der mit Essen zu tun hat halbwegs sauber haben möchte (weniger vor euch als vor meiner Tochter, weil sie verhält sich ja anscheinend eh normal und das Problem liegt bei mir), finde ich unfair.

    Ach nein, du musst dich natürlich nicht rechtfertigen und ich habe es auch lieber sauber und bin froh, dass meine Kinder fast gar nicht mehr schmieren.
    Es ist nur so, dass deine Tochter nichts "falsch" macht, das gehört einfach dazu. Das stehen ganz einfach zwei legitime aber unvereinbare Bedürfnisse einander gegenüber, und weil du die Erwachsene bist, bist du eher in der Lage eine pragmatische Lösung zu finden und auch, Ungemach einfach mal auszuhalten (weil du schon überschauen kannst, dass die Zeit begrenzt ist und weil du auch deine Affekte schon viel besser unter Kontrolle hast).

    Hier in Frankreich zum Beispiel haben fast alle Kleinkinder, sobald etwas zu Essen in der Nähe ist, ein Latzerl umgebunden, es liegt ein Packerl Feuchttücher in Griffweite, und ganz oft werden die Kinder auch separat abgefüttert - da steht hinter jedem Kind ein Elternteil und "hilft", und dann gehen die Kinder spielen (oder ins Bett) und die Erwachsenen essen gemütlich und zivilisiert #ja

    Am Anfang hat mich das auch befremdet, aber eigentlich ist es ganz wunderbar pragmatisch.


    Man kann sich auch mal vor Augen halten, dass das essen mit den Händen ja auch in vielen Kulturen absolut zum zivilisierten Verhalten dazu gehört. Da gibt es natürlich auch Tischregeln und es wird nicht gematscht, aber essen anzufassen ist an sich nicht eklig.
    Und ein bisschen Dreck zu essen ist viel, viel gesünder, als sich strengstens davon fernzuhalten, Stichwort Mikrobiom.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Hallo,


    vorhin noch nicht gelesen...


    Mich dann dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich zumindest den Bereich der mit Essen zu tun hat halbwegs sauber haben möchte (weniger vor euch als vor meiner Tochter, weil sie verhält sich ja anscheinend eh normal und das Problem liegt bei mir), finde ich unfair.


    Warum?


    Ich finde es gerade fair und richtig, zu erklären, wenn ich ein Problem mit etwas habe. Da spielt es gar keine Rolle, ob es Kinder oder Erwachsene sind. Es geht eben um meine Grenzen und wenn ich die nicht freundlich erkläre, versteht der andere nicht, warum er sie einhalten soll. Dem anderen aber sozusagen eine Schuld zuzuschieben, ihm das Gefühl zu vermitteln er/sie mache etwas "falsch" und darum geht es mir nicht gut, wenn es im Grunde um Sachen geht, die in weiten Grenzen normal sind, das fände ich wiederum unfair.


    Kinder machen beim Spielen oft Lärm, wenn ich gerade (über)empfindlich war, habe ich genau das erklärt, daß nicht SIE etwas falsch machen, sondern ICH heute ein Problem mit der Lautstärke habe. Dass eben i c h gerade ein Problem damit habe. Es ist für einen erwachsenen Freund von uns völlig normal, bestimmte Tischgespräche zu führen, die außer mir auch keinen aus der Familie stören, mit denen ich aber teilweise ein Problem habe. Dann sage ich es es. Nicht weil die anderen etwas falsch machen, sondern weil ICH mit einem bestimmten Thema ein Problem habe. Ist ja nicht seine Schuld.

    Und so weiter.


    Ich finde es auch im Hinblick auf "Rücksichtnahme lernen" wichtig. Klar, mit 4 sind sie noch recht klein dafür, da kann man das noch nicht wirklich erwarten. Aber ich finde, "Mich mit etwas zurückhalten, weil es einen anderen stört, obwohl ich eigentlich nichts falsch mache" deinen wichtigen Lernprozess (der mit 4 erst ganz vorsichtig los geht und noch lange nicht abgeschlossen ist).


    Ich wünsch euch gute Lösungen.

  • Also ich weiß nicht, ob mein Beitrag ein großer Trost wird, aber ich trau mich jetzt trotzdem und stelle zur Diskussion, ob die Freude am Matschen möglicherweise (über die Kleinkindphase hinaus) auch Typsache sein könnte. Bei mir hat sich das nämlich bis heute nicht ausgewachsen: Ich zerlege Doppelkekse & Milchschnitten, esse bei der Pizza am liebsten zuerst den Belag, "schäle" Brötchen und esse generell ungemein gern mit den Fingern. Allerdings wohlgemerkt nicht in der Öffentlichkeit, weil mir klar ist, dass das kein Anblick ist, den jeder haben möchte. Meine Eltern machen sowas beide nicht und haben mir durchaus Tischmanieren beigebracht, die ich allerdings in unbeobachteten Momenten bzw. Gegenwart meines Mannes (den stört das nicht) gerne ignoriere.

    Bei deiner Tochter kann sich das natürlich auf jeden Fall noch auswachsen, aber was ich sagen will: Selbst wenn das Matschen bei ihr so wie bei mir nicht ganz verschwinden sollte, heißt das nicht, dass Tischmanieren unmöglich sind.

    Und ich kann garantieren, dass sich der Drang, sich die Hände in den Haaren abzuwischen, mit der Zeit nachlässt. Ich mach das nie

    #freu#freu#freu

  • Ich habe gerade das Gefühl mich verteidigen zu muessen, nach den ganzen Kommentaren wie wichtig und toll und intelligenzfördernd das Matschen und Schmieren sei. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir was anderes vorstelle, als andere hier? Hier wird auch gerne mit den Fingern gegessen, es gibt Honigbrote mit Verzierungen, die Kindern spielen in Sand und Schlamm und mit Schaum. Auch hier muss und wird der Tisch nach jeder Mahlzeit abgewaschen. Kinder haben Lätzchen etc. Natuerlich sind Kinder Kinder und auch Erwachsene essen mitunter gerne mit Fingern. Nur finde ich halt auch, dass es nicht normal oder akzeptabel ist, wenn nach jeder Mahlzeit (Ausnahmen gibt es immer), die Kinder verschmiert sind, und das Spielzeug und die Wohnung, der Boden etc. Ich kann das gar nicht leisten jedes Mal einen Grossputz zum machen.

  • Liebe Nachtkerze Also ich zumindest wollte dir auf keinen Fall das Gefühl geben, dich verteidigen zu müssen und entschuldige mich, wenn mein Beitrag bei dir ein doofes Gefühl hinterlassen hat. Das war wirklich nicht meine Intention.

    Ich habe selbst natürlich auch keine Lust, nach jedem Essen außer mit dem üblichen Lappen noch mit Staubsauger, Bodenwischer und am besten noch Wandfarbe zu Gange zu sein. Ich habe natürlich auch noch den Vorteil, dass meine Tochter noch so klein ist, dass sie beim Essen im Hochstuhl oder auf dem Schoß sitzt und damit eine kurze Reinigung zwischen Essen und Spielen leichter umzusetzen ist. (Zumal sie sich auch nicht so dagegen wehrt wie von einigen hier beschrieben wurde; also sie jubelt jetzt auch nicht über den Waschlappen, lässt es aber recht duldsam über sich ergehen ;) )


    Ich musste übrigens vorhin sehr an diesen Thread denken, als ich die Tochter davon abgehalten habe, mit einem enorm krümeligen und zusätzlich schmelzendem Schokokeks in ihr Bällchenbad zu klettern. Da war dann auch bei mir und meinem inneren Matschkind meine Grenze erreicht, weil ich mich schon gesehen habe, wie ich heute Abend dann 250 Bälle in der Badewanne wasche ;)

  • Hallo,

    Ich habe gerade das Gefühl mich verteidigen zu muessen, nach den ganzen Kommentaren wie wichtig und toll und intelligenzfördernd das Matschen und Schmieren sei. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir was anderes vorstelle, als andere hier? Hier wird auch gerne mit den Fingern gegessen, es gibt Honigbrote mit Verzierungen, die Kindern spielen in Sand und Schlamm und mit Schaum. Auch hier muss und wird der Tisch nach jeder Mahlzeit abgewaschen. Kinder haben Lätzchen etc. Natuerlich sind Kinder Kinder und auch Erwachsene essen mitunter gerne mit Fingern. Nur finde ich halt auch, dass es nicht normal oder akzeptabel ist, wenn nach jeder Mahlzeit (Ausnahmen gibt es immer), die Kinder verschmiert sind, und das Spielzeug und die Wohnung, der Boden etc. Ich kann das gar nicht leisten jedes Mal einen Grossputz zum machen.


    Für mich sind das verschiedene Sachen, die parallel laufen.


    Man kann doch akzeptieren daß etwas in einem bestimmten Alter normal ist und gleichzeitig akzeptieren, daß man selber an einer Stelle eine Grenze hat, die damit kollidiert - was nicht meine Schuld ist, aber eben auch nicht Schuld des Kindes oder sein Verhalten unnormal macht.

    Wenn ich das akzeptiert habe, kann ich vielleicht manches tatsächlich leichter hinnehmen vor allem, wenn aus der Erfahrung anderer weiß, daß es sich verwächst. Und gleichzeitig dafür sorgen, daß ich mit meinen Bedürfnissen nicht zu kurz komme.


    Ich habe keinen gelesen, der sagt, daß man Kinder auf jeden Fall mit verklebten Fingern herumlaufen und alles anschmoddern lassen muss. Im Gegegenteil, es kamen kamen gute Tipps, wie man eben jenes "alles anschmoddern" verhindern kann (Ess-Shirt, Lappen in Reichweite, möglichst matscharme Gestaltung der einzelnen Komponenten... usw.).

    Es wurde nur gesagt, daß es normal im Sinne von "Alters-entsprechend" ist, daß Kinder sich so verhalten und für die meisten auch normal ist, nach dem Essen den Tisch abzuwischen.


    Und im Grunde ist es sogar völlig egal, ob es normal oder un-normal ist - es i s t.

    Und mit "wollen, daß es anderes ist" wird man genau so wenig weiterkommen wie mit schimpfen oder nichts sagen, aber sich innerlich jedes Mal aufregen.


    Eine Lösung für die Situation suchen mit der es allen einigermaßen gut geht, heißt auch nicht, daß man nicht trotzdem auf eine nette Weise Wissen und Können vermitteln kann. Auch da kamen Gedanken dazu. Das machen wir doch in anderen Bereichen auch so. Nur lernt es sich meist "nett" besser und vor allem fröhlicher - und "nett sein" klappt zumindest bei mir besser, wenn ich unter einer Situation nicht jedes Mal endlos leide und deswegen vielleicht gar ins Dauermeckern gerate. :)

  • Ihr hattet natürlich Recht, es gibt noch was anderes im Hintergrund, wie mir langsam klar wird.


    Bzgl Tisch abwischen, weil mich das wirklich schon länger stört: nach einem normalen Essen wische ich den Tisch mit einem feuchten Lappen und gut ists. Auch wenn ich nicht sofort dazu komm. Nach den Matsch-Mahlzeiten wische ich, mittlerweile mit zu diesem Zeitpunkt schreiendem Baby am Arm, mit Putzschwämmchen und Spülmittel Tisch und Sessel und evtl. Boden, und dann mit dem Lappen nach. Und der Tisch ist auch unser Wohnzimmertisch, ich brauche ihn um zwischendurch andere Sachen abstellen zu können, an die zB der Kater nicht ran darf (solange er nicht zu lang allein im Raum ist geht er nicht auf den Tisch).

    Sie selbst kann ihn nicht wirklich sauber machen, ich müsste also jedenfalls nachwischen. Ich lasse sie daher dann wischen, wenn ich weiß ich hab nachher in einem unbeobachteten Moment Zeit, nachzuwischen - ich will das nicht vor ihren Augen machen.


    Ich bin aber mittlerweile konsequenter darin, sie beim Essen zu beobachten und sofort nachher Hände waschen zu schicken (ich sitz ja am Sofa und stille, da hab ich sie besser im Blick als beim Zamräumen in der Küche).

  • Wir hatten auch die Waschlappenstrategie #cool

    Und eine große abwischbare Unterlage am Essplatz des Kindes.


    Und dann konnte ich mich "entspannen" und die Matscherei {bzw. das experimentelle Essverhalten] zulassen (mit Anstrengung ;) - denn ich hatte auch gelesen, dass Matschen- und Kombinationenausprobierendürfen gut ist und langfristig eine positive Einstellung zum Essen bewahrt) - nach dem Essen ging es aber direkt zum Händewaschen.

    Ich kann sehr gut verstehen, dass Dich die Matscherei nervt. Hat sie mich auch (siehe oben).


    Was meinen Kindern in diesem Alter auch sehr großen Spass gemacht hat, war Backen (Teig kneten #herzen), Zutaten vorbereiten (Gurke schneiden, Pfeffer mörsern, usw.), Pudding rühren und so was.

    Und kneten oder töpfern.


    Irgendwann aßen sie dann "normal".

    Aber eigentlich finde ich für 4jährige das Essverhalten Deiner Tochter ganz und gar nicht unnormal :)