Frauenbild in Deutschland...warum nur so konservativ ?

  • Da komm ich echt gedanklich nicht hinterher, muss ich ganz ehrlich zugeben...

    Für mich gibt es hier im Thread ganz viele Erfahrungen/Schilderungen/Vermutungen, bei denen ich gedanklich nicht hinterherkomme. Angefangen mit dem Umfrageergebnis (wobei ich @patrick*stars Erklärungsansätzen durchaus was abgewinnen kann) bis hin zum Angefeindetwerden von Alleinentscheiderinnen.


    Das muss ich alles erst mal sacken lassen.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Kann sein, dass ich mich jetzt in die Nesseln setze, aber ich gehe gedanklich in die Richtung, die schon bei einigen andren angeklungen ist...Ich würde behaupten, dass es so ist,weil Frauen das eben mit sich machen lassen. Bestimmt spielt die Sozialisation eine große Rolle, aber "Frau" muss sich ja nicht so verhalten, wie es vorgelebt wird. Jede hat ja die Möglichkeit, das für sich selbst zu entscheiden.


    Und auch Männer können da problemlos drüberstehen. Auch meiner kommt prima damit klar,dass ich mehr verdiene als er, putzt völlig freiwillig die Wohnung und geht auf Elternabende ;)

    Seine Eltern leben das klassische Rollenmodell mit Ernährer und Mutter, die sich daheim um die KInder und Haushalt kümmert. Er hat seinen Vater nie mal den Tisch abräumen oder kochen sehen uns macht es selbstverständlich trotzdem.

    Und ich musste da gar nichts einfordern, das kam ganz von selbst ;)

  • Ja, und an genau der Stelle frag ich mich, warum unsere Männer aus eher klassischen Elternhäusern das hinkriegen und so viele andere nicht.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    In meinem Waldland geht ein Monster um...

    Einmal editiert, zuletzt von Rattenkind ()

  • ich glaub es ist von allem etwas. Typfrage.


    Die einen Männer wollen einfach Machoarsch sein. Ich nehme diese allerdings Null als Mehrheit war ;)

    Andere ruhen sich bequem auf einem "ach, wenns mir aus der Hand genommen wird, gerne" aus (wäre auch mein Weg, nix was ich nicht muss #nägel) und evtl wird auch ein bisschen die männliche Variante des "dummchen spielens" gegeben, damit man aus der lästigen Nummer raus kommt ;)

    Und bei wieder anderen ist es selbstverständlich.


    Und dann trifft manchmal auch einfach Unterschiedlicher Anspruch aufeinander.


    Beiir wäre Typ 1 sofort raus, weil sich das mMn auch im Rest der Persönlichkeit spiegelt.

    Typ 2 hätte gaaaanz schnell geschnallt das ich Null seine putze spiel, ganz im Gegenteil... #pfeif

    Und Typ 3 hab ich *g* wir sind zwar beide faul und nur das nötigste, aber er machts selbstverständlich (ohne das je beigebracht oder vorgelebt...)

  • Vielleicht liegts echt an weiblicher Arbeitsverweigerung. Faul bin ich (in Haushaltsdingen) auch und hab ein sehr viel höheres Level an Chaoskompatibilität als mein Mann...

    Niemals würd ich ihm das Putzen abnehmen, weil ich meinte, ich könnte es besser oder weil ich da einen höheren Anspruch hätte. (Also nicht dass ich nicht putze, aber halt wenn ich dran bin und nicht aus Perfektionismus.) Ähnlich mit der Süßen. Ich würde manches anders machen, aber ich weiß, dass er es auf seine Art genauso gut macht.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    In meinem Waldland geht ein Monster um...

  • Huhu


    ich bin total erstaunt, dass so viele Kerle das hinbekommen! Hand aufs Herz: Er trägt auch seinen Anteil am "mental load"? Organisiert selbstständig Geburtstagsgeschenke? Hat die Impftermine im Blick? Weiß, wann die Kids eine Klassenarbeit schreiben? Meiner ist seit 14 Jahren der "Hausmann" und bekommt das bis heute nur in lichten Momenten auf die Kette. Bullet Points auf einer Liste abhaken, Tisch abräumen, ein weinendes Kind trösten - check! Aber die Organisation? Hier nicht!


    lg roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • Ich finde, es ist in diesem ganzen Kontext vieles so sehr kompliziert und nicht so einfach durch die einzelne Frau änderbar.

    Die Ausführungen von patrick*star mag ich unterschreiben.


    Mich treffen gewisse Wendungen und Schuldzuweisungen immer sehr, "diese" unemanzipierten Frauen hätten sich "solche" Männer doch ausgesucht, man müsse denen doch nur mal ordentlich "Kontra geben" oder eine "Ansage machen", sie "umerziehen" oder den Mann ansonsten "vor die Tür setzen"...

    Ich habe es mir so nicht ausgesucht - mein Mann hat dieselbe Ausbildung und denselben Beruf wie ich, wirkte anfangs sehr zugewandt, wertschätzend, auf Gleichberechtigung aus, hat mindestens so viel im Haushalt getan wie ich - dann, als die Kinder kamen, nicht mehr - und ich würde letzteres gerne tun, aber es funktioniert nicht bzw. ist rechtlich nicht möglich.


    Ich hatte von Anfang an die engere Bindung zu den Kindern.

    Und es lag nicht daran, dass ich ihn nicht gelassen hätte!

    Wir bekamen dann ja Zwillinge, sozusagen perfekt für zwei Eltern, eh zu viel für einen.

    Aber wenn wir uns abends zur "Schreistunde" die Kinder aufgeteilt hatten, traf ich ihn im Arbeitszimmer an, das schreiende Baby allein auf dem Bett liegend, er selbst saß surfend vor dem Computer.

    Er fand das auch total richtig so: Das Baby schreit eh, dann kann ich es auch einfach aufs Bett legen und schreien lassen und was besseres machen. "Dein" herumgetragenes Baby schreit ja auch (was stimmte)! Er ließ nicht mit sich reden.


    Wenn die Kinder nachts wach wurden, insbesondere wenn sie krank waren, kam er auch sehr schlecht damit zurecht, war oft sehr ungeduldig bis aggressiv mit ihnen.

    Natürlich könnte man dann als Mutter "aus erzieherischen Gründen" trotzdem sagen: "Du bist dran, übernimmt Deinen Part! Ich geh schlafen" - aber ich habe es nicht übers Herz gebracht, die weinenden (dann ggf. auch noch kranken) Kinder diesem genervten und aggressiven Vater zu überlassen, zumal ich anfangs auch durchaus noch Mitgefühl hatte, dass er anscheinend mit dem Schlafmangel schlechter zurechtkam als ich; jeder hat ja andere Grenzen. Von da an habe ich auf seine "Unterstützung" verzichtet und mich mit den Zwillingen und den Krankheiten der Kinder alleine verausgabt. Und dann ging es so weiter...


    Und ich verstehe (so wohl auch patrick*star), dass sich da nichts von alleine ändert und sich inbesondere auch die Männer nicht von sich aus ändern. Warum auch?

    Denn ich muss ehrlich sagen:

    Ich bereue - angesichts der konkreten Umstände - zwar nicht, meine recht guten Karrieremöglichkeiten für meine Kinder geopfert zu haben und nur noch in Teilzeit zu arbeiten.

    Obwohl das ein großes Opfer ist, denn: Ich mag meinen Beruf sehr. Er macht mir viel Freude, ist sinnvoll, es gibt interessanten Austausch mit Kollegen, ich habe überaus viel Freiheit und Selbstbestimmtheit, sehr positives Feedback und viel Anerkennung und eine sehr gute Bezahlung.


    Aber: so sehr ich meine Kinder liebe und gerne um mich habe und die besonderen Momente mit ihnen genieße:

    die Arbeitszeit im Büro ist der entspanntere und (meist) erfreulichere Teil des Tages; wenn ich nach der Arbeit (theoretisch nach 20 Stunden, i.E. meist nach 25-30 Stunden) nach Hause komme, gibt es fast nur noch Hausaufgaben und Streitschlichtung und Vorwürfe der Kinder, was ich alles falsch mache und Orgakram.


    Wenn ich also

    1. wüsste, dass meine Kinder durch ein anderes Elternteil, das zugewandt und liebevoll und ggf. aufopferungsbereit ist , gut betreut würden und

    2. nicht dieses "Muttergefühl" anerzogen bekommen hätte (nämlich: ich als Mutter müsste die engste Bezugsperson für mein Kind sein),

    dann, ja dann wäre ich vermutlich überaus glücklich damit, erfolgreich berufstätig und im übrigen eine "Quality-Time"-Bezugsperson für meine Kinder zu sein.


    Insofern verstehe ich absolut, dass die Väter da keine Ambitionen haben, etwas an der bestehenden Lage zu ändern. Das ist für sie super so!!!

    Mein Vater - in der Regel 60-70 Stunden pro Woche berufstätig und so häufig am Wochenende oder über Wochen auf Dienstreise - war übrigens für mich immer die engste Bezugsperson in meinem Leben.

    Mit meiner Mutter, die immerhin für uns drei Kinder zu Hause blieb, bis ich 6 Jahre alt war und danach wieder berufstätig war, hatte ich immer meine Probleme.


    Insofern denke ich, dass die meisten Männer durch das bisherige Rollenmodell nur gewonnen haben. Warum sollten sie es ändern?

  • ich bin total erstaunt, dass so viele Kerle das hinbekommen! Hand aufs Herz: Er trägt auch seinen Anteil am "mental load"? Organisiert selbstständig Geburtstagsgeschenke? Hat die Impftermine im Blick? Weiß, wann die Kids eine Klassenarbeit schreiben? Meiner ist seit 14 Jahren der "Hausmann" und bekommt das bis heute nur in lichten Momenten auf die Kette. Bullet Points auf einer Liste abhaken, Tisch abräumen, ein weinendes Kind trösten - check! Aber die Organisation? Hier nicht!

    Hier ja. Hier ist alles einigermaßen gleich verteilt, einschließlich Mental Load. Bei Geburtstagsgeschenken klemmt es bei ihm etwas. Nicht für die Kinder, da kümmert er sich oft, aber sowas wie Weihnachtsgeschenk für seine Mutter o.ä. Dafür gibt es auch Punkte, wo es bei mir etwas klemmt und er mich schubsen muss.


    Insofern denke ich, dass die meisten Männer durch das bisherige Rollenmodell nur gewonnen haben. Warum sollten sie es ändern?

    Wenn beide mit der Situation wirklich glücklich sind, sehe ich von keiner Seite einen Grund, etwas zu ändern.


    Aber bei vielen (einschließlich dir, so wie du eure Entwicklung in die Familie beschreibst) ist es ja nicht wirklich etwas bewusst Gewähltes, das sich auch tatsächlich so entwickelt wie gewünscht. Sondern man macht es entweder so, weil es das kleinste Übel ist, weil das Geld sonst nicht reicht, oder aus sonstigen Zwängen heraus, oder man würde es eigentlich toll finden, stellt dann aber in der Umsetzung fest, dass es eigentlich doch nicht das ist, was man möchte, hängt aber in der Rolle fest. Und da sehe ich dann auch für die Männer zumindest potenziell extreme Motivation, etwas zu ändern. Denn zumindest ich wäre unausstehlich, wenn ich über Jahre in einer Rolle festhängen würde, die mir nicht gefällt. Mit so jemandem würde niemand zusammenleben wollen.... Auch wenn ich im Grunde meines Herzens ein optimistischer Mensch bin und fast immer gut gelaunt - (gefühlt) ausweglose Situationen, in denen ich lange Zeit festhängen würde, würden mir echt auf's Gemüt schlagen.


    Ich habe ein paar Freundinnen, die ihre Rollenverteilung zumindest seit mehreren Jahren nicht mehr gut finden (obwohl sie es überwiegend anfangs OK fanden) und nicht gut drauf sind. Ich hätte zumindest angenommen, dass die zugehörigen Männer gerne helfen würden, die Situation zu verbessern, damit die Stimmung in der Familie sich bessert. Aber das scheint nicht durchweg der Fall zu sein. Vermutlich ist das dann doch die Faulheit/Bequemlichkeit, der Leidensdruck noch nicht hoch genug - keine Ahnung, aber es wundert mich.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ja, und an genau der Stelle frag ich mich, warum unsere Männer aus eher klassischen Elternhäusern das hinkriegen und so viele andere nicht.

    Komisch.


    Typ 4 - alle sind glücklich mit ihrer gewählten Lebensweise kommt wieder nicht vor.



    Man begreift es doch mal. Euer Ideal funktioniert nicht überall.


    Aus verschiedenen Gründen! Und ja, es gibt Frau/Männer die WOLLLEN das nicht. Die WOLLEN nicht arbeiten gehen wenn die Kinder klein sind. Die WOLLEN keine Betreuung Nachmittags. Die würden sich ein Bein ausreißen, wenn es gänge... und ja auch im Osten. Gerade im OSTEN.


    Ja ich kann das so sagen, denn zu mir waren die Eltern manchmal dann offen.


    - "ich würde auch gerne noch 2 Jahre daheim bleiben, ABER die Wirtschaft erlaubt das ja nicht."


    - "ich würde liebend gern mein Kind NICHT in den Hort schicken, sondern es schon um 2 abholen, aber dann bin ich meinen Job los"


    Ganz ehrlich. Wieso denkt ihr eigt. immer, dass die Menschen, die ihre Kinder daheim betreuen so dumm sind? Nein, sind sie nicht.


    Natürlich fänden viele meiner Bekannten es wesentlich entspannter, wenn sie ihr Kind größtenteils selber betreuen könnten. Wenn sie flexiblere Arbeitsmöglichkeiten hätten. Es liegt nämlich nicht an der Kinderbetreuung im ersten, sondern daran, dass eine Person die "nur" Teilzeit arbeitet, Schwierigkeiten hat, später wieder als "Vollwertigesmitglied" der Arbeitsgemeinschaft angesehen zu werden.


    Warum wird diese Diskussion eigt. immer nur in die Richtung geführt: Wer nicht arbeiten "will", der hat ein "Sozalisationsproblem" der ist "von sienem Mann unterdrückt" blablub...

  • Zitat von Aias

    Wieso darf man sich in euren Augen nicht bewusst für ein konservatives Rollenmodell entscheiden?

    Wieso ist das bei euch automatisch "schlecht"?

    Soll doch jeder Selbst entscheiden, ist doch gut die Wahl zu haben.


    Weil es fast alle so machen, ist es eben nicht mehr privat, es wird politisch. Dabei trägt niemand die Verantwortung für die Schieflage und die ist dabei sowohl Symptom wie auch Resultat.


    Einige gehen den Weg, weil sie wollen, andere weil sie müssen, wieder andere gehen ihn scheinbar gar nicht, leben nach außen paritätisch und haben doch innerhalb der eigenen vier Wände die Mental Load-Schieflage doch wieder zementiert.

    Die deutsche Gesellschaft ist geprägt vom Müttermythos, wir lieben Hierarchien, klären pausenlos, wer oben ist und wer unten, wer Brötchengeber und wer -nehmer. Wer Versorger und Versorgter... das ist uns wichtig. In Schweden gilt es als unfein, sie hervorzutun, mehr Raum einzunehmen als andere, übermäßig Ressourcen oder Privilegien abzugreifen. Das macht es leichter, Beziehungen zu leben, die ohne Gefälle auskommen. Und das ist es, was wir hier haben. Männer sind die Macher und Frauen halten den Rücken frei. Wenn das die Verteilung ist, gibt es keine Irritation. Dann ist alles so, wie wir es kennen. Wenn das anders gelebt werden soll, wird es haarig, dafür haben wir keine Vorbilder, da ist er auf einmal kein echter Kerl mehr, wenn er seine Tage auf dem Spielplatz verbringt und sie ist eine dominate Emanze, wenn sie nach Karriere strebt.

    Und klar, jeder kenn Beispiele, die das anders leben, Paare, bei denen das anders läuft. Aber es ist einfach nicht die breite Masse. Männer haben in diesem Land tatsächliche und gefühlte Problemen, wenn sie Teilzeit arbeiten wollen, wenn sie sich paritätisch um die Familienarbeit kümmern, wenn sie auf Karriere verzichten, um mehr Familien zu leben etc.

    Ich höre täglich krude Dinge zu dem Thema: Es ist Männern wichtig, das Frauen ihren Namen annehmen, dass Frauen nicht mehr verdienen als sie selbst. Eine Frau zur Chefin zu haben ist ein Problem, Frauenfussball kann man nicht anschauen. Ehe für alle ist super, aber wenn Schwule Kinder erziehen fehlt die Mutter.... ich könnte lange, lange, lange weitermachen...

    Ich hatte diese ganze Schieflage nicht gefühlt, als ich selbst erwachsen wurde und sie traf mich wie ein Hammer, als ich Mutter wurde und ich bei meinem damaligen Mann genau solche Einstellungen entdeckte.... Und nein, der hat nicht mit offenen Karten gespielt. Das kam aus tieferen Schichten seiner Sozialisation... keine Ahnung woher...

    Wie das zu lösen ist, keine Ahnung...


    Also mal wieder zu den Fakten: Es ist heutzutage oft unvernünftig, sich auf ein klassisches Rollenmodell einzulassen, weil die rechtliche Absicherung der Einverdiener-/Zuverdiender-Ehe nicht mehr existiert, obwohl sie steuerlich noch hoch-subentioniert wird.

    Wenn Paare diesen Umstand nicht durch eigene Regelungen umschiffen (und dafür muss man den Willen, die rechtliche Beratung UND die nötigen Mittel haben) ist ein klassisches Model ein Unrechtsmodel zu Lasten der Frau. Sie trägt das Risiko, wenn sie zu lange zuhause bleibt, sie hat die Versorgungslücke, sie büßt ihre Fähigkeit zur Existenzsicherung ihrer Familie ein bzw. baut diese niemals auf. Er kann sich versorgen, er kann seine Rente erwirtschaften. Er hat also de facto mehr Freiheit. Die nimmt ihm niemand mehr seit der Reform des Unterhaltsrechts... er geht, sie zahlt eine Rechnung, die sie gar nicht zahlen kann. Im Ergebnis vervierfacht sich das Armutsrisiko von Frauen, sobald sie Alleinerziehend werden....




    Edit: Ich hab das gestern nicht mehr abgeschickt und jetzt ist die Diskussion schon viel weiter... ich schicke es mal ab, sonst ist es weg und arbeite nachher nach ;)

  • Warum wird diese Diskussion eigt. immer nur in die Richtung geführt: Wer nicht arbeiten "will", der hat ein "Sozalisationsproblem" der ist "von sienem Mann unterdrückt" blablub...

    Mit ein Grund: selektives Lesen? Ich zitiere mich mal selber:


    Wenn beide mit der Situation wirklich glücklich sind, sehe ich von keiner Seite einen Grund, etwas zu ändern.

    Und zum anderen: Nur da, wo es als Problem empfunden wird, besteht ja auch Handlungsbedarf.


    Man braucht doch nicht darüber zu diskutieren, was sich gesellschaftlich/politisch/privat ändern müsste, um Leute glücklich zu machen, die es schon sind.

    Sondern natürlich dreht sich die Diskussion im Wesentlichen um diejenigen, die es nicht sind. Und was denen fehlt - andere Randbedingungen, ein anderes Rollenbild, mehr Akzeptanz, alles davon oder ganz was anderes - das gilt es herauszufinden.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Warum wird diese Diskussion eigt. immer nur in die Richtung geführt: Wer nicht arbeiten "will", der hat ein "Sozalisationsproblem" der ist "von sienem Mann unterdrückt" blablub...

    Jetzt lass mal die Kirche im Dorf, hier haben doch nun genug Leute immer wieder betont dass es darum eben nun gerade NICHT geht. Ich zum Beispiel, und genau im Beitrag über deinem steht es auch. (Edit: da war ich zu langsam)


    Es geht darum dass die Strukturen es den Familien schwerer machen, sich wirklich selbständig zu entscheiden. Neben gesellschaftlichem Druck spielen da Dinge wie Ehegattensplitting, zu wenig KiTas, zuviel outgesourcte Schularbeit in die Familien und vielen anderen Dingen eine Rolle. Keiner hier argumentiert dafür dass alle Kinder direkt nach der Geburt fremdbetreut werden sollen und Frauen alle Vollzeit arbeiten sollen. Aber es müssen Strukturen geschaffen werden, die Frauen eine wirklich Wahl ermöglichen!

  • Iverna hier hat doch NIEMAND und wirklich niemand behauptet, frauen, die nicht berufstätig sind, seien dumm?



    sorry, aber es strengt so an, wenn sowas überall rausgelesen wird.


    und "euer ideal" GIBT_ES_NICHT!



    es muss überhaupt erst mal konsens darüber geschaffen werden, was anzustreben ist!



    wenn "jeder soll nach seiner facon selig werden" oder "das muss jedes paar selbst entscheiden" blabla das ziel sein soll, dann kann ich nur sagen: davon sind wir _extrem_ weit entfernt. noch weiter als vor 20 jahren!



    "freie" entscheidungen SIND NICHT FREI.

    niemand entscheidet außerhalb seines sozialisationsrahmens, außerhalb der wirtschaftlichen bedingungen... immer sind die optionen und die "preise" dafür andere.




    wenn Arnoli74 schreibt, es sei unvernünftig, sich auf das traditionelle modell einzulassen, dann ist das nur eine seite der medaille. eine trennung kann möglicherweise durch das traditionelle modell erst vermieden werden. und die verheiratete frau mit 450-€-jöbchen im Doppelhaus steht sicherlich in jedem fall besser da als die AE mit 1.700 euro in der "wohnung".


    ich stimme aber natürlich zu, dass das trennungsrisiko allein durch die frauen getragen wird.

    es ist jedoch weder als bequem, noch als dumm zu werten, wenn jemand ein hohes risiko eingeht. das kann auch nach sorgfältiger abwägung aller faktoren geschehen sein.



    ABER, und das IST so: jede private entscheidung prägt auch die gesellschaft, vor allem ab einer kritischen masse. das müssen sich alle, die in ihrem verhalten über einer kritischen masse mitschwimmen, auch auf die rechnung schreiben. "du kannst es doch einfach anders machen" ist _bullshit_, hoffentlich wurde das ausreichend dargelegt, und ich hoffe auch, niemand würde DAS noch anzweifeln.




    sehr vielen dank Nele72 und Dindymene - so plastisch meinte ich das und konnte es nicht ausdrücken.



    lg patrick

  • Ich glaube, so ist es in diesem Thread nicht - wenn es auch in anderen schon so war. Hier geht es nicht darum, so lese ich es zumindest, "Hausfrauen" abzuwerten, sondern eher die fehlenden Wahlmöglichkeiten. DIe wirklich freien. Die Tatsache, dass viele Frauen zu Hause bleiben, halbtags arbeiten, 90% des Mental Load tragen, nicht aus wirklich freien Stücken, sondern aus der Umwelt geschuldeten Gründen.


    Denn dass mehr Frauen, die zu Hause bleiben die ersten Jahre (oder auch ganz) oder halbtags arbeiten, das nicht tun, weil sie sich das so vorgestellt haben und das wirklich so wollen, sondern aus Bequemlichkeit, fehlenden Alternativen, Erwartungen des Mannes, der Gesellschaft, oder was auch immer, ist ja kein Geheimnis.


    Natürlich gibt es auch die andere Seite, auch wenn die von manchen "die-freiwillige-Hausfrau-kann-es-nicht-geben"-Verfechtern immer wieder negiert wird. Ich sehe mich als solche, ich arbeite derzeit nicht in einem Erwerbsberuf, bin seit drei Jahren komplett daheim und habe auch vor, das noch mindestens zwei Jahre so zu machen. Haushalt teilen wir uns trotzdem, Mental Load hat jeder seinen Teil, und wir haben es davor abgesprochen, und das ist ja das Wichtige:


    Vor der Geburt des ersten Kindes darüber reden und jedem die gleichen Chancen lassen. Mein Mann wäre auch gern daheim geblieben, für ihn wäre es vollkommen ok, seit drei Jahren zu Hause zu sein und ich voll arbeitend. Aus verschiedenen Gründen haben wir uns dagegen entschieden und sind beide glücklich mit der Entscheidung.


    Ja, und an genau der Stelle frag ich mich, warum unsere Männer aus eher klassischen Elternhäusern das hinkriegen und so viele andere nicht.

    Ich frage mich das auch, es wird so ne klassische Mischung aus nurture und nature sein. Mein Mann ist aus einem total konservativen russischen Elternhaus und wenn man nach den vermittelten Werten der Eltern geht müsste er das komplette Gegenteil von dem sein, was er ist. #weissnicht

    kLeiN- uNd GrOß-SchrEibUnG hat mein Handy gefressen...

  • Warum wird diese Diskussion eigt. immer nur in die Richtung geführt: Wer nicht arbeiten "will", der hat ein "Sozalisationsproblem" der ist "von sienem Mann unterdrückt" blablub...

    Jetzt lass mal die Kirche im Dorf, hier haben doch nun genug Leute immer wieder betont dass es darum eben nun gerade NICHT geht. Ich zum Beispiel, und genau im Beitrag über deinem steht es auch. (Edit: da war ich zu langsam)


    Es geht darum dass die Strukturen es den Familien schwerer machen, sich wirklich selbständig zu entscheiden. Neben gesellschaftlichem Druck spielen da Dinge wie Ehegattensplitting, zu wenig KiTas, zuviel outgesourcte Schularbeit in die Familien und vielen anderen Dingen eine Rolle. Keiner hier argumentiert dafür dass alle Kinder direkt nach der Geburt fremdbetreut werden sollen und Frauen alle Vollzeit arbeiten sollen. Aber es müssen Strukturen geschaffen werden, die Frauen eine wirklich Wahl ermöglichen!

    Genau, der Beitrag über mir. Also warte .. der war vor 32 minuten und meiner vor 24.. fällt nicht auf, dass wir vll ungefähr zeitgleich geschrieben haben? Ich aktualisiere nun nicht alle 5min, ob noch jemand meiner Meinung war. Aber gut, weil du, Hühnchen, ja meiner Meinung bist, ziehe ich meine Meinung zurück. Sry.


    Und nein Patrick, das wurde nicht ausreichend dargelegt.



    Ich glaube ihr versteht mich nicht. Aber egal. Ich bin raus. Es ist wieder ein reines Männerbashing und die armen dummen Frauchen die sich dem Unterordnen obwohl sie es nicht begreifen.



    Das ihr eure eigenen Aussagen so nicht lest, ist mir inzw. klar. Aber ich lese keine Wirtschaftskritik, keine "Warum schaffen Unternehmen keine besseren Bdingungen" ect. - darauf wird auch nicht eingegangen, wenn man das schreibt.



    Es sind wieder "nur die Frauen schuld, die sich in diese Rolle begeben." bitte, den Schuh zieh ich mir nicht an.

  • Ohne Ehegattensplitting sähe es hier anders aus. Das Ehegattensplitting subventioniert mit unserer aller Geld die Aufrechterhaltung einer konservativen, patriarchalichen Gesellschaft.

    Das Ehegattensplitting sagt mit dem mächtigen Instrument Geld aus:

    "Die Arbeit des weniger verdienenden, also in der Regel die Arbeit der Frau, ist weniger wert als die des Anderen Ehepartners, in der Regel der Mann"

    Das verdiente Geld der Frauen ist netto weniger wert. Ihre Arbeit lohnt sich nicht. Sie kann dazuverdienen oder sich selbst verwirklichen.

    Das Ehegattensplitting zementiert das Ernährermodell des Mannes.

    Auf Kosten all der Menschen, die - warum auch immer - nicht verheiratet sind oder die verheiratet sind und finanziell gleichberechtigt Leben.

    Das Ehegattensplitting drückt mit Milliarden Euro jedes Jahr aus, was unsere führende Politik von und Frauen erwartet.

  • Das ihr eure eigenen Aussagen so nicht lest, ist mir inzw. klar. Aber ich lese keine Wirtschaftskritik, keine "Warum schaffen Unternehmen keine besseren Bdingungen" ect. - darauf wird auch nicht eingegangen, wenn man das schreibt.

    Es sind wieder "nur die Frauen schuld, die sich in diese Rolle begeben." bitte, den Schuh zieh ich mir nicht an.

    Du liest ziemlich selektiv, ich habe schon auf S. 2 (Beitrag 30) eine Reihe an politischen Unterschieden zu anderen Ländern genannt, die die Situation in D ganz klar begünstigen.

    Einmal editiert, zuletzt von Anja ()