Frauenbild in Deutschland...warum nur so konservativ ?

  • Ich weiss nicht, warum manche Frauen davon weniger betroffen sind, ob es vielleicht Kulturen an manchen Instituten sind, oder manchen Fachgebieten, oder ob manche Frau es weniger mitbekommt.

    oh siehste jetzt wollte ich dich fragen, wann das war. Ich finde es ist besser geworden. Aber das kenne ich auch. Und triffst Du denke ich überall. Ich meine aber auch, dass Männer eben mit harten Bandagen kämpfen. Schon mal gehört, was da an Schwulenwitzen rumgeht? Oder wie die über sich herziehen und am nächsten Tag sind sie wieder die besten Freunde?

    Aber genau das meine ich ja, es ist hart, sich da durchzukämpfen. Wenn Du da aber entsprechend konterst ist da schnell Ruhe.... oder Du kommst zu dem Schluss dass die halt so furchtbar doof sind. Kollege von mir hat gerade wieder was unglaublich sexistisches rumgeschickt. Den werde ich aber nicht mehr erziehen.

    Es gibt aber auch andere Unternehmen, da ist das undenkbar. Weil von oben runter sehr darauf geachtet wird....

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Weil irgendwer heute morgen fragte:


    Mir war, als ich meine Entscheidung für das Physikstudium traf, tatsächlich nicht bewusst, dass das ja nur für Männer ist.


    In meiner Familie gehörten Naturwissenschaften immer dazu, wurden nie abgewertet und es wurden bestimmte Berufe nie Geschlechtern zugeordnet. Und ich war auf einer ehemaligen Mädchenschule mit geringem Jungenanteil. Da war eben nix mit Fach a für Mädchen und Fach b für Jungs. Wer einen Physik & Lj anbieten will, muss dann halt auch genug Mädchen finden.


    Insofern, klar wusste ich darum, dass mehr Männer Physik studieren als Mädchen. Aber mir war bis zu dem Zeitpunkt wo ich mich entschieden hatte, nicht bekannt, dass das außergewöhnlich, seltsam oder unpassend sein soll. Die komischen Kommentare gab es nach Studienbeginn.

    Der beste war

    "Ist das nicht schwer, so besonders als Frau" . ich hab darauf dann nur antworten können "Klar, die stellen den Frauen extra schwierigere Klausuren"


    Im Studium hab ich tatsächlich wenig Sexismus bemerkt, ich hab mich aber auch in einer "Frauenpeergroup" aufgehalten. Erst in der Diplomarbeit ist mir richtig aufgefallen wie wenig Frauen es doch gibt. Aber auch da, kann ich mich weder an Benachteiligungen noch komische Kommentare noch sonst was erinnern. In übrigen weder nur Gegenüber noch dem schwulen Mitdoktoranden.


    Aber ja, ich denke es kommt sehr drauf an in welchem Umfeld man sich bewegt. Ich kann mir vorstellen, dass selbst Frauen aus meinem Semester das komplette Gegenteil erlebt haben können.

  • Hier mag ich nur "vorwarnen"...ich habe es bei meinen Töchtern genauso gehandhabt wie Du...habe rosa eher gemieden, weil ich es nicht sonderlich liebe und weil es für mich schon eine "Botschaft" beinhaltete und meine Mädels waren lange total zufrieden mit blau und bunt...aber dann kam sie...die rosa-Glitzer-HelloKitty-Phase... mit nicht zu unterschätzendem Schwung und auf einmal konnte man in der Kita gar nicht mehr gut die Kinder den Müttern/Eltern zuordenen...meine waren heftig und niemals hätte jemand gedacht dass diese himmlischen kleinen Glitzerfeen zu mir burschikoser Mutter gehören würden...

    Die Rosa-Glitzer-Einhorn-Phase kommt und geht auch wieder. Hier gab es eine Zeit, da hätte ich beim Wäschewaschen eine eigene Maschine "rosa" waschen können. ...und dann kam die Blau-Phase.



    Wir reden hier die Ganze Zeit von Geschenken für den Kindergeburtstag, Brotdosen für die Schule und KiA-Terminen. Es gibt im Haushalt ja noch ganz andere Dinge zu tun: wer ist denn bei Euch zuständig für Reifenwechsel, Heizungswartung, Dachrinnenreinigung, Kaminholz hacken, Rasenmähen usw.?

    Ich gebe zu, ich kaufe lieber ein Geschenk für die Schwiegermutter und lass meinen Mann dafür mit dem Heizungsmonteur diskuieren.

  • Um den Reifenwechsel/Kundendienst/TÜV kümmert sich der Eigentümer des jeweiligen Fahrzeugs

    Mit dem Heizungsmonteur, Pflasterer, Zimmerer, Kaminkehrer (!) etc. diskutiere ich.

    Dachrinne und Rasenmähen macht der, der grad Zeit hat, zugegeben meistens mein Mann.

    Alles was mit Entsorgung zu tun hat (Katzenklos sauber machen, Müll rausbringen, Gelbe Säcke rausstellen, zum Wertstoffhof fahren) macht mein Mann.

    Wer nicht zuweilen zu viel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig.
    Jean Paul


  • Wir haben kein Auto, aber wenn wir fahren, sitze ich am Steuer und habe zumindest schon mal beim Reifenwechsel assistiert. Mein Mann kann das gar nicht.

    Holzhacken kann keiner von uns, Rasen haben wir keinen und kleinere Reparaturen oder Möbel zusammenschrauben mache ich, weil mir sowas Spaß macht.

    Anrufe und Betreuung von Hausmeister oder Handwerkern stehen bei uns beiden nicht hoch im Kurs, bei sowas knobeln oder verhandeln wir bzw wechseln uns ab ;)

    Wir sind uns allerdings in unseren Talenten, Interessen und Haushaltsinteressen ziemlich ähnlich. Wenn das bei Paaren dagegen eher auseinander geht, kann ich gut verstehen, wenn man sich anders aufteilt. Macht ja auch Sinn im Alltag.

  • Zitat

    wer ist denn bei Euch zuständig für Reifenwechsel, Heizungswartung, Dachrinnenreinigung, Kaminholz hacken, Rasenmähen usw.?

    ausschließlich ich. ohne ausnahme. plus komplette finanzen, steuerklärung, reisen, anschaffungen, entsorgung, familienchauffeur.....

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  • wer ist denn bei Euch zuständig für Reifenwechsel, Heizungswartung, Dachrinnenreinigung, Kaminholz hacken, Rasenmähen usw.?

    Ich gebe zu, ich kaufe lieber ein Geschenk für die Schwiegermutter und lass meinen Mann dafür mit dem Heizungsmonteur diskuieren.

    Reifenwechsel: Wem das Auto gehört, der fährt zur Werkstatt, der Mitbewohner wechselt seine Reifen glaub ich auch schonmal persönlich (in der Realität bin ich aber die einzige mit zuverlässig halbjährlich gewechselten Reifen... #rolleyes). Selbst Reifen wechseln kann ich nicht und möcht ich auch nicht, da hätt ich Angst, dass die Schrauben zu locker sitzen und sich das ganze dann bei 160 Sachen verabschiedet oder so... #angst

    Heizungswartung: Ich. Also, ich ruf den Monteur an, bzw. die rufen mich an, weil wir so einen Wartungsvertrag haben.

    Dachrinnenreinigung: Der Mitbewohner. Ich bin nicht schwindelfrei.

    Kaminholz hacken: Wir haben mit dem Haus einen riesigen Schuppen voll Holz übernommen... Der reicht noch ein paar Winter. Aber ich hab an sowas genauso viel Spaß wie mein Mann und wir werden uns vermutlich drum streiten. :D

    Rasenmähen: Mein Mann. Genau wie für's Blumen gießen und Rosen schneiden... er ist der Gartenfreak hier. Ich mähe aber auch ab und an, aber ganz selten... so'n Aufsitzmäher macht aber auch einfach zu viel Spaß. ;)


    Ansonsten bin ich die Heimwerkerin hier. Wenn was aufgebaut oder angeschraubt werden muss, mach ich das (oder der Mitbewohner, der ist schließlich Handwerker), mein Mann hat erstens zwei linke Hände und zweitens absolut keine Geduld für sowas. Ich dagegen kann das gut und hab Spaß daran.

    Wenn wir eine enge Parklücke finden, tauschen wir durchaus auch den Platz im Auto, weil ich da recht ordentlich reinzirkeln kann, während mein Mann einen anderen Parkplatz suchen müsste. ;) Und der Mitbewohner würde glaub ich am liebsten gar nicht Autofahren...


    Finanzen und Steuern mach auch ich, Entsorgung im Sinne von Tonnen an die Straße stellen und Sachen zum Wertstoffhof bringen macht mein Mann. Anschaffungen hängen davon ab, in wessen "Ressort" das fällt, Reisen auch (wir reisen aber nicht allzu viel) und Familienchauffeur... kommt auch immer drauf an.


    Viva, warum bist Du denn für all das allein verantwortlich? Ist doch ein Riesenpacken, oder?

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

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  • Wir teilen schon sehr nach schwerer körperlicher Betätigung (er) und komplizierte Aufgaben 😁(Wäsche waschen z.B., ich).


    Bedeutet, er mäht den Rasen und wechselt Reifen. Für die Heizungswartung ist der Installateur zuständig und Termine und Kommunikation mit Firma ist meine Sache. Holz hacken tut auch Fachmann (wir verfeuern seit 7 Jahren die gleiche gefällte Tanne, und immer noch kein Ende in Sicht; Äste wurden gleich kaminpassend gesägt, Stamm bekommt er mit Axt nicht durch, zu hart).

  • Oh Ja, blöde Bemerkungen habe ich auch zuhauf gehört. Ich habe auch in einer "Männerbranche" gearbeitet.

    Da war der ältere Kollege, der mich konsequent immer "Mädchen" nannte, obwohl wir die gleiche Position hatten.

    Der Andere ebenfalls ältere Kollege, der mir als erstes entgegen rotzte:" Sie bleiben hier eh nicht lange. Wenn sie bald Kinder kriegen, sind sie eh weg."

    Aber auch Sprüche von gleichalten Kollegen, als ich erzählte das ich irgendwas erledigen musste: "Dafür habe ich meine Frau." Da gab es Kollegen, die mir ungefragt Halbnacktfotos von Frauen zeigten und sagten "Die finde ich geil."

    Oder den tollen Spruch "Mit ihnen könnte ich es mir auch vorstellen". Ganz besonders schlimm fand ich die Messen, wenn es dann teilweise umsonst Alkohol gab. Da wollte man als Frau am liebsten schnell weg, wusste aber, dass man so die wirklich wichtigen Sachen verpasste.

  • Ich mag ja durchaus auch gern mal schwerer körperlich arbeiten. Ich bin nicht besonders stark (und schlecht im Training...), aber ich geh schon manchmal gerne an die Grenzen des mir möglichen, wenn es darum geht, schwer zu schleppen oder so.

    Dafür muss ich zugeben, mich echt relativ leicht zu ekeln. Ich bin also wirklich froh, dass ich den Müll nicht herumschleppen muss, altes Essen nicht vom Geschirr kratzen muss (jaaa... das find ich auch kurz nach der Mahlzeit schon irgendwie eklig, da muss es nicht für gammeln...), die Küchenspüle nicht sauber wischen muss,...

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    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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  • Zitat

    Viva, warum bist Du denn für all das allein verantwortlich? Ist doch ein Riesenpacken, oder?


    Rattenkind : weil ich das alles gut kann (polytechnische bildung in der kindheit und erziehung zum autarken menschen ;)).

    und im gegensatz dazu zb. nicht koche, nicht einkaufe usw. das macht mein mann, weil bei mir kein interesse besteht und er gern "häuslich" ist. der wiederum hat zwei linke hände und so ziemlich null interesse an der "materiellen welt". daher.


    ich find die aufteilung perfekt und hat sich über die jahre so herauskristallisiert. frei nach marx.

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  • Um den Reifenwechsel/Kundendienst/TÜV kümmert sich der Eigentümer des jeweiligen Fahrzeugs

    Mit dem Heizungsmonteur, Pflasterer, Zimmerer, Kaminkehrer (!) etc. diskutiere ich.

    Dachrinne und Rasenmähen macht der, der grad Zeit hat, zugegeben meistens mein Mann.

    Alles was mit Entsorgung zu tun hat (Katzenklos sauber machen, Müll rausbringen, Gelbe Säcke rausstellen, zum Wertstoffhof fahren) macht mein Mann.

    ich mache das alles alleine. ;-). steuern und versicherungen zb. sollte ich noch machen. lalala. und noch vieles mehr.

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • mein Mann ist Handwerker. Der heißt er macht auch daheim die Handwerklichen Dinge die anfallen, nicht weil ich es nicht könnte, aber er kann es besser. dafür er näht auch seine Hosen selber rauf und macht den größten Teil der Wäsche. Außerdem kauft er öfter ein und übernimmt meistens die Kocherei.

    Ich bin zuständig für die Beete im Garten, er mäht meist nur den Rasen. Außerdem bin ich für das Frühstück und die Lunchboxen für die ganze Familie zuständig. Aufräumen und putzen tun wir gemeinsam. Ach ja, Geschirrspüler mach auch sehr viel ich.


    Im Moment verschiebt sich da aber grad wieder sehr viel, weil er jetzt eine Teilzeitstelle hat und dadurch einige Aufgaben von ihm zu mir wandern.

  • Sonja37 Dass eine Alleinerziehende das alles allein machen muss, ist ja logisch. Können würd ich das auch, aber da wir nun mal zu zweit sind, teilen wir das halt auf.


    Rattenkind Die Aufteilung bei VivaLaVida entspricht doch genau der Aufgabenteilung in konservativen Familien - nur mit getauschten Geschlechterrollen. Also Viva kümmert sich um die landläufig "Männersachen" bezeichneten Aufgaben und ihr Mann erledigt die konservativ als "Frauensachen" bezeichneten Aufgaben. Von daher find ich die Aufteilung gar nicht mal so ungewöhnlich. Das einzig ungewöhnliche im Sinne von seltene ist dabei, dass, wie gesagt, die Geschlechter genau andersrum sind als in konservativen Familien.

    Wer nicht zuweilen zu viel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig.
    Jean Paul


  • stimmt. ausnahme: lohnarbeit.


    aber da bin ich im rahmen meiner familiengeschichte die ausnahme und die einzige person (männer wie frauen) seit 70 jahren, die keiner lohnarbeit nachgeht. versteht aus meiner familie niemand, finden bestimmt alle schräg, halten sich aber mit dummen kommentaren netterweise zurück.

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  • Hier mag ich nur "vorwarnen"...ich habe es bei meinen Töchtern genauso gehandhabt wie Du...habe rosa eher gemieden, weil ich es nicht sonderlich liebe und weil es für mich schon eine "Botschaft" beinhaltete und meine Mädels waren lange total zufrieden mit blau und bunt...aber dann kam sie...die rosa-Glitzer-HelloKitty-Phase... mit nicht zu unterschätzendem Schwung und auf einmal konnte man in der Kita gar nicht mehr gut die Kinder den Müttern/Eltern zuordenen...meine waren heftig und niemals hätte jemand gedacht dass diese himmlischen kleinen Glitzerfeen zu mir burschikoser Mutter gehören würden...

    Die Rosa-Glitzer-Einhorn-Phase kommt und geht auch wieder. Hier gab es eine Zeit, da hätte ich beim Wäschewaschen eine eigene Maschine "rosa" waschen können. ...und dann kam die Blau-Phase.



    Manchmal kommt sie auch gar nicht. Meine genderneutrale Erziehung hat bei meiner Tochter gefruchtet. Sie verweigert alles mädchenhafte.

    Ich bin damit mittlerweile nicht mehr unbedingt glücklich und weiß nicht ob ich es richtig gemacht habe. Es macht sie irgendwie zur Außenseiterin. Sie ist in der Schule bei den Mädchen zwar nicht unbedingt unbeliebt (sie wird nicht geärgert oder so), aber immer außen vor. Und da sie empathisch und sensibel ist, und es ihr auch wichtig ist was andere von ihr denken. Trotzdem steht sie zu sich und passt sich nicht an Dinge an die sie nicht mag, was an sich toll ist, aber es für sie nicht unbedingt einfach macht.


    Bei einer Geburtstagsfeier zu der wirklich alle Mädchen der Klasse eingeladen wurden, wurde sie trotz Vorankündigung der Mutter als einzige nicht eingeladen. Sie war ganz schön verletzt und das tat mir echt leid. :(


    Sie wird ihr Ding durchziehen. Da bin ich sicher. Aber ich sehe auch den Preis den sie dafür jetzt schon zahlt als Zehnjährige.

    Aber das ist vermutlich Charaktersache. Meinem Sohn hingegen ist völlig egal was andere von ihm denken. Den würden die gleichen Situationen gar nicht belasten.