Frauenbild in Deutschland...warum nur so konservativ ?

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  • und ich kann an der Hausfrau nicht leiden, dass Kinderbetreuung zu Hause immer gleichzeitig bedeutet, dass man gleichzeitig größtenteils oder komplett für den Haushalt zuständig ist.

    Während es dafür in Betreuungseinrichtungen und an den ernstzunehmenden Arbeitsplätzen in der Regel Reinigungspersonal und Hausmeister gibt.

  • Wieso ist das gerecht? #confused


    Damit zahlt derjenige, der mehr verdient weniger Steuern als er sonst zahlen würde. Siehe oben: Auf Kosten der Gemeinschaft. Ich kann da nichts gerechtes dran erkennen.

    Na, weil er drei oder mehr Leute versorgt. Wenn es um Dinks geht, stimme uchzu, das ist unnötig und ungerecht.

    Ich versorgte zwei Leute, von denen mir keiner den Haushalt schmeißt oder was dazu verdient. Als Belohnung krieg ich Steuerklasse zwei. Was ist daran fair?

  • Wieso ist das gerecht? #confused


    Damit zahlt derjenige, der mehr verdient weniger Steuern als er sonst zahlen würde. Siehe oben: Auf Kosten der Gemeinschaft. Ich kann da nichts gerechtes dran erkennen.

    Na, weil er drei oder mehr Leute versorgt. Wenn es um Dinks geht, stimme uchzu, das ist unnötig und ungerecht.

    Ich versorgte zwei Leute, von denen mir keiner den Haushalt schmeißt oder was dazu verdient. Als Belohnung krieg ich Steuerklasse zwei. Was ist daran fair?

    Es wäre so fein, wenn es das familiensplitting gäbe. Kein mickriger kindergeldbetrag, der für nichts reicht, sondern die Verteilung des Einkommens auf zwei, drei, viele Köpfe.

  • Ich bin jetzt mal ganz ehrlich, wenn der Preis dafür dass wir beide Vollzeit arbeiten können, bedeutet hätte, mein Kind um 7 in die Krippe zu geben und um 18 Uhr abzuholen, hätte ich es gelassen( entweder das Kind oder den Job) das wäre mir deutlich Zuviel Zeit ... und selbstverständlich hätte auch der Vater die Betreuung übernehmen können

    Es war ein Hinweis, was möglich wäre, wenn man müsste oder wollte. Ich kenne persönlich hier nur sehr wenig Eltern, die beide Vollzeit arbeiten. Viele arbeiten 100-60 oder 80-80, manche 100-40 oder auch 80-60. Dann sind die Kinder meist 2 oder 3 Tage in der Krippe pro Woche. Manche stattdessen oder dazu 1 oder 2 Tage bei den Grosseltern.

    Die meisten Eltern teilen sich das holen und bringen. Dann sind die Kinder vielleicht von 8:30 bis 17:00 in der Kita. Das ist natürlich auch lange, aber es gleicht sich durch die freien Tage auch wieder aus.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Die afd hat ein sehr traditionelles Frauenbild, ist aber im Osten stärker vertreten, wie passt das dann zum Thema ?

    Die AfD wird vorrangig von Männern gewählt. Sachsen ist im Übrigen die Region in Europa mit dem größten Männerüberschuss. Gut ausgebildete Frauen sind tendenziell häufiger in den Westen abgewandert.


  • oh, jetzt ist die Diskussion schon so viel weiter. ich komme trotzdem nochmal auf die Frage von Anja zurück, da ich den ganzen Tag drüber nachgedacht habe

    Ich denke, dass das viel mit dem Wunsch zu tun hat, der "Norm" zu entsprechen. Ich weiss nicht, wie es in anderen europäischen Ländern ist, aber hier (in Westdeutschland) sehe ich da einen starken gesellschaftlichen Druck. Wie oft geht es in Diskussionen darum, sich zu versichern, dass die eigene Meinung normal ist? Der Kampf um die Beherrschung der öffentlichen Meinung, das Nicht-Aushalten von Widerspruch (das ist ja auch im politischen so, wem widersprochen wird, der sieht sich in seiner Meinungsfreiheit bedroht "das darf man ja heute nicht mehr sagen").


    Es gibt eigentlich so viele Möglichkeiten, sein eigenes Leben zu gestalten, wie nie. Aber eben auch extrem viele Möglichkeiten es gefühlt falsch zu machen. Da ist es am sichersten, sich an einer Gruppe zu orientieren und sich immer rückversichern zu können, dass man nicht allzu falsch liegt.


    Und es ist eine Riesenanstrengung, da nicht hineinzupassen - siehe Alleinerziehende, siehe Familienernährerinnen, siehe Frauen in vielfältigen Berufen.

    Und es entmutigt junge Leute, ihren eigenen Weg zu finden und überhaupt erst wahrzunehmen, was die eigenen Bedürfnisse und Interessen sind.


    lg martita

  • Und seine neue Chefin, meinte nur, wir könnten die Kleine doch in eine Krippe geben und hat erst überhaupt nicht verstanden, warum er weniger arbeiten möchte für die Kinderbetreuung. HALLO! WAS GEHT DIE DAS AN??? Er hat jetzt einen freien Tag trotzdem verhandelt.

    wahnsinn oder? mein ex hatte gar keine chance zu reduzieren. internationale amerikanische firma, wenn es dort frauen hat in führungspositionen dann sicher ohne kinder, da wird 150% einsatz verlangt am besten auch nachts und am wochenende.

    väter die mit kindern unterwegs sind unter der woche kannst du hier an einer hand abzählen. geh mal in ein Warenhaus/shoppingcenter unter der woche am morgen. 99% Frauen. lebensmittel einkaufen? da seh ich dann eher noch ältere ehepaare (Rentner) die zusammen einkaufen. väter praktisch nicht existent. nee nicht nur väter. männer generell.

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • ich habe schon den Eindruck, dass sich das in den letzten knapp 20 Jahren, also seit ich das erste Baby hatte, deutlich verändert hat.


    Wären es damals wirklich absolute Exoten, die sich als Väter Zeit für ihre Kinder nahmen, an elternabenden teilnahmen und kindkrank in der Arbeit nahmen, so ist es mittlerweile normal, dass sie es tun. Das heißt nicht, dass alle Väter sich derartig beteiligen, ich sehe weiterhin deutlich mehr Frauen in all diesen Situationen.


    Aber ein Drittel wird locker von Vätern gebracht, von Vätern beim Elternabend vertreten. Und auch in den gehobenen Angestelltenpositionen bleiben Väter mit ihren Kindern zu Hause.


    Vor 20 Jahren hat das praktisch keiner gemacht.

  • So unterschiedlich kann es sein: in meiner Umgebung ist es schon fast die Regel, dass der Vater auch reduziert. An meinem freien Tag hatten wir ein loses Grüppchen, die sich öfter auf dem Spielplatz trafen, mehr Väter als Mütter (Mittwoch hingegen ist fest in Frauenhand, das fand mein Mann immer doof...).

    Ich kenne vom Abteilungsleiter einer Unternehmensberatung (eine der ganz grossen Internationalen) bis zum Arbeiter auf dem Bau viele Männer in Teilzeit (wobei das im Normalfall 80% sind, also ein freier Tag).

    Lustigerweise gibt es ja hier im Gegensatz zu D kein Recht auf Teilzeit - aber in der Praxis scheint es mir dennoch zu funktionieren. Sogar auf dem Arbeitsamt war die Unterstützung enorm! Der Sachbearbeiter stand voll hinter meinem Mann - und sie haben es dann auch geschafft, die 80% durch zu kriegen.


    Ich sehe also schon eine Veränderung - wenn auch bisher erst in wenigen Regionen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Aber ein Drittel wird locker von Vätern gebracht, von Vätern beim Elternabend vertreten. Und auch in den gehobenen Angestelltenpositionen bleiben Väter mit ihren Kindern zu Hause.

    letzter elternabend: 1 vater alleine, ansonsten beide Eltern oder frauen alleine. besuchsmorgen: 80% frauen, 20% Männer. so auf alle jahre gesehen, wo ich anwesend war. ich kenne in meinem ganzen bekanntenkreis absolut niemanden wo die frau mehr arbeitet wie der mann (mit Kindern). hier ist die Regel: mann arbeitet 100% oder mehr. frau teilzeit. 1 model kenne ich da arbeiten beide 60%, aber komme auf keinen grünen zweig. anderes Modell: er arbeitet 100, sie 80%. durchschnitt ist mit zb. kindern im schulalter: er: 100 oder mehr. sie: 40-60%. arbeitet die frau gar nicht ausser haus, dann ist sie richtig krasse exotin. hausmänner kenne ich gar keine.

    meine Schwester und ihr mann haben vollgendes modell: sie 50%, er: 80%. er schaut einen halben tag. 2 Tage werden die kinder ausser haus betreut. Die beiden sind sehr modern und verdienen sehr gut und konnten sich deshalb auch eine gemeinde aussuchen, in der es die betreuung der kinder abgedeckt wird. (das ist bei weitem nicht überall so in der Schweiz).

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • Ich denke, dass Westdeutschland so rückständig ist, liegt auch am Katholischen Glauben. Die katholische Kirche zelebriert ein patriarchaliches Weltbild, in dem Frauen Mütter sind und eine dienende Funktion - ohne weltliche Macht- einnehmen.

  • Ich denke, dass Westdeutschland so rückständig ist, liegt auch am Katholischen Glauben. Die katholische Kirche zelebriert ein patriarchaliches Weltbild, in dem Frauen Mütter sind und eine dienende Funktion - ohne weltliche Macht- einnehmen.

    Dem widerspricht meiner Meinung nach, dass die momentan erstarkenden "konservativen" christlichen Kräfte grossteils aus der reformierten Ecke kommen - Evangelikale, Freikirchen...

    Deren Frauenbild ist keinen Deut besser.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Das mag sein, aber die Kath. Kirche hat in weiten Teilen Westdeutschlands viel Macht durch Kath. Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Altenheime, Behindertenwerkstätten etc.

    Zumindest bei uns würde ohne die Kath. sozialen Einrichtungen etwa die Hälfte aller sozialen Einrichtungen fehlen evtl. Mehr. Je ländlicher bei uns, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass es keine weltliche Alternative gibt. Auf den Dörfern ist oft z.B. nur ein Kindergarten und der ist katholisch.

  • Nach der Kath. Lehre leben nichteheliche Eltern ebenso wie wir Alleinerziehenden "in Sünde". Damit haben wir den Schutz der Gemeinschaft nicht verdient. Sollte uns dennoch geholfen werden, haben wir dankbar zu sein, denn es steht uns nicht zu.

    Dieser Logik folgend erklärt sich natürlich auch das Ehegattensplitting.

  • Ich sehe da tatsächlich andere Gründe.

    Was in meiner Umgebung in Westdeutschland normal war, war dass der Mann arbeitet und die Frau zu Hause bleibt.

    Es gab selten Frauen mit Kindern, die gearbeitet haben und die Kinder wurden bemitleidet, weil sie entweder über Mittag im Kindergarten sein mussten oder nach der Schule in den Hort oder alleine nach Hause. Es war sehr ungewöhnlich, dass Kinder mittags um Kindergarten essen.


    Dazu kommt und das finde ich einen wichtigen Punkt: Du konntest mit nahezu jeder Arbeit eine nehr oder weniger große Familie ernähren und zwar nicht immer schlecht.


    Es bestand also rein finanziell eigentlich kein Grund, dass beide arbeiten mussten.


    Wenn ich mit der Generation meiner Eltern rede, in der viele Frauen waren, die für die Emanzipation gekämpft haben, dann finden sie zwei Dinge nicht gut.


    1. Eine Familie kann von einem Gehalt nicht mehr (oder selten) leben.

    2. Kinder kommen immer früher in die Fremdbetreuung und müssen dort immer länger bleiben.


    Ich glaube einfach, dass das nicht das Ziel war.

    Und das ein Grund ist, warum diese Veränderung nicht so schnell kommt.


    Ich glaube tatsächlich auch, dass es garnicht das Ziel von vielen Frauen ist.

    Es wäre wirklich mal spannend zu erfragen.


    Edit, dieses Umfeld war übrigens nicht sehr katholisch geprägt.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

    Einmal editiert, zuletzt von Mondschein ()

  • Mondschein Ganz genau!


    Ich möchte nicht länger als nötig zuhause bleiben (brauche Struktur und regelmäßigen Input von außen), aber ich will auch nicht, dass mein Kind von spätestens 9 bis 16 Uhr ab sechs Monaten in die Kita muss. Großeltern und/oder Verwandte haben wir nicht in der Nähe. Beim nächsten Kind würden wir die Elternzeit anders teilen und mein Mann hätte auch nichts gegen Teilzeit, aber das geht schon finanziell sicherlich nicht für alle (und auch für uns nur vielleicht).


    So sehr ich meine Arbeit liebe, aber das ist ein Problem und ich sehe auch keine Lösung dafür.


    Wenn man übrigens eine Art Gehalt für ausschließliche Hausfrauen einführen würde, bekämen das dann auch die Frauen mit Doppelbelastung? Zumindest teilweise? Manche Kinder gehen ja auch nur ein paar Stunden in die Kita, sodass also dann Arbeit + Haushalt + Kinderbetreuung anfällt. Ist es fair, wenn die Frauen mit Arbeit ihre "häuslichen Pflichten" dann umsonst machen?

    (Offene Frage)