Babysitter, Aupair oder doch was ganz anderes?

  • Hallo an alle!


    Unsere Situation ist folgende:

    Wir haben zwei Kinder, 2 und 4 und arbeiten beide. Kinder gehen in die Kita/in den Kiga. Nun hat mein Mann hochstufen "müssen" (bitte keine Diskussionen an der Stelle...), von 75% auf 100%. Dazu ist dies zusätzlich mit mehr Arbeit verbunden (also mehr als 75% auf 100% vermuten lässt). Unsere Familien sind 300 km weit weg, Freunde vor Ort haben selber kleine Kinder (Neugeborenes) bzw. sind so sehr eingebunden, dass keine nennenswerte Unterstützung zu erwarten ist (nicht wertend gemeint, auch wenn es fies klingt).

    Wir hatten bisher keinen Babysitter, im Notfall konnten meist die Omas kommen. Allerdings ist jetzt, mit Erhöhung der Arbeitsbelastung absehbar, dass wir noch öfter Unterstützung brauchen werden. Hinzu kommt, dass mein Mann schon länger an seiner Belastungsgrenze ist und kaum mit beiden Kindern alleine sein kann (eins zu betreuen ist hingegen kein Problem für ihn).


    Im Rahmen meiner Arbeit muss ich jedoch in Zukunft öfter mal länger in der Arbeit bleiben d.h. für diese Zeit bräuchten wir noch jemanden mit im Haus. Und auch ich empfände es als Erleichterung, wenn ich, an den Abenden, an denen mein Mann länger fort ist, Unterstützung hätte; es ist aber kein "muss" für mich. Weiterhin haben wir oft Schwierigkeiten, wenn die Kinder krank sind. Vor allem, da der Kleine fast jedesmal eine obstruktive Bronchitis entwickelt, d.h. man muss dann über fast zwei Wochen ihn früh aus der Kita holen zwecks Medizingabe. Jemanden zu haben, der dies übernimmt, würde einiges leichter machen.

    Das sind die "Must-have"s.


    Was nett wäre:

    - Ab und zu am WE Unterstützung, damit wir größere Projekte im Haushalt schneller erledigt bekommen (und sich das nicht über Wochen zieht).

    - Ab und zu mal abends (oder am WE) Zeit zu zweit.

    - Wenn dann auch noch kleinere Haushaltsaufgaben mit erledigt werden würden, wären wir sehr glücklich.


    Nach meinen Gefühl wäre hier ein Aupair passender. Ich habe jedoch keinerlei Erfahrung in die eine oder andere Richtung und bin deshalb auf euer Wissen angewiesen.


    Potentielle Probleme die ich bei einem Babysitter sehe:

    - Flexibilität ist nicht so hoch wie bei einem Aupair, vor allem in Hinblick auf: tagsüber betreuen. (Da bräuchte man ein/e SchülerIn/StudentIn?).

    - Auch die Höchststundenanzahl im Monat müsste deutlich unter dem liegen, was ein Aupair leisten darf(?).


    Potentielle Probleme Aupair:

    - Ob wir ein Zimmer für das AU haben, hängt vom Vermieter ab und dieser... braucht meist länger, um sich zu entscheiden.

    - Je nachdem, hat man statt Unterstützung noch ein Kind zu versorgen.

    - Wir mögen beide unsere Privatsphäre und sind eher nicht soo gesellig.


    Ich freue mich auf Meinungen und entschuldige mich schonmal, dass ich nicht ganz so schnell antworten werde!


    LG,

    knuddelber

  • Das größte Problem sehe ich beim Babysitter in den Kind-krank-Stuationen, da wäre wohl das AuPair tatsächlich sehr viel besser. Ginge AuPair denn finanziell?

  • Wir haben alles durch, von Babysitter, Tagesmutter, Hort, Aupair und sämtliche denkbaren Kombinationen.

    Beim Aupair müsst ihr gut schauen, wie die Bedingungen sind. Wir wohnen in der Schweiz, dort hatte unser Aupair eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 30 Stunden, was gar nichts ist im Vergleich zu unseren Arbeitszeiten. Wir haben also zusätzlich unsere Tagesmutter für den kleinen und die Tagesstruktur (offizielle Betreuung durch die Stadt) für die grosse behalten und sie vor allem mit den Transfers betraut und ein bisschen mehr an den Tagen, an denen mein Mann auch zu Hause war. Sie hat die Wäsche gemacht und was so täglich angefallen ist wie Spülmaschine etc. Die Putzfrau einmal die Woche haben wir auch behalten. Wir mussten sicherstellen, dass sie zweimal wöchentlich zum Sprachkurs kann und trotz Grossstadt haben wir hier nur Angebote gefunden, die vormittags waren. Wir hätten also gar nicht auf unsere anderen Betreuungen verzichten können. Solche Sachen würde ich alle vorher abchecken, was ihr Eurem Aupair bieten müsst. Ich fand das ganze deutlich weniger flexibel, als ich mir vorgestellt habe, aber es war doch sehr nützlich, weil man nicht auf die Minute Kinder abholen musste, sondern auch seine Arbeit fertigmachen konnte. Wir hatten allerdings auch eine, die am Anfang super war und am Schluss waren wir alle froh, als es vorbei war.

    Formerly known as Petrosilius und kurz als Muffine

  • Stina82 Ja, finanziell ginge beides. Mit der Stundenerhöhung ist auch eine Gehaltserhöhung verbunden.


    Schoko-Muffine Genau, 30 Stunden in der Woche wäre es hier auch. Und die anderen Betreuungsmöglichkeiten blieben auch (also Kita/Kiga). Genau, Haushalt wären so Sachen wie: Spülmaschine, Wäsche, vom Tisch abräumen. Sprachkurs muss man hier auch ermöglichen (so wie ich das verstanden habe reicht ein VHS-Kurs), das gibt es hier direkt in der Stadt. Wir wohnen zwar nicht in einer Großstadt, aber in einer Studentenstadt. Darf ich nachfragen, wieso ihr am Ende alle froh wart, als es vorbei war? Wie lange hattet ihr das Aupair?

  • Sie hat eigentlich die Zeit bei uns abgesessen und die Kinder mehr "verwaltet" als Spass an ihnen und mit ihnen gehabt. Gespielt hat sie eigentlich nie mit ihnen, sondern sich dabei mit ihrem Handy beschäftigt. Rausgehen war anstrengend. Wir hatten Diskussionen darüber, wer verantwortlich ist, wenn der Dreijährige abhanden kommt und auf die Strasse rennt. Sie war der Meinung, dass das der Dreijährige ist, der nicht abhauen soll. Dass es am Dauerblick aufs Handy und an den 12-Zentimeter-Absätzen der Schuhe liegen könnte, wenn man nicht hinbekommt, fand sie nicht und war sehr beleidigt, als wir auf Schuhwerk bestanden haben, mit dem man einem Kind hinterherrennen kann. Sie hat sich nicht gerne irgendwas sagen lassen, auch was den Haushalt angeht. Ich möchte zum Beispiel nicht nasse Sachen aus der Spülmaschine in den Schränken haben, sie werden abgetrocknet oder zum Trocknen hingestellt. Das hat bis zum Schluss nicht geklappt. Schlimmer war aber sicherlich, dass der Spass an und das Verantwortungsgefühl für die Kinder gefehlt hat. Sie war von August bis Juli bei uns und eigentlich hätten wir uns die Zeit ab Januar sparen können, da war es dann nur noch schwierig. Wirklich gebracht hat sie uns allerdings tatsächlich die grössere Flexibilität beim abendlichen Gehen von der Arbeit und dass man auch morgens sich nicht um die Transfers kümmern musste, das hat viel gebracht, um entspannter arbeiten zu können.

    Mit einem anderen Aupair hätte das sicherlich alles anders sein können, obwohl wir wirklich vorher den Eindruck hatten, dass es gut passen könnte.

    Formerly known as Petrosilius und kurz als Muffine

  • Ach ja: und Sprachkurs pro Woche waren hier mindestens 5 Stunden und musste mit einem Zertifikat abzuschliessen sein. Mit einem VHS-Kurs hätte das hier nicht funktioniert.

    Formerly known as Petrosilius und kurz als Muffine

  • Bei uns zieht morgen Au Pair Nr. 3 ein :D


    Unkoordiniert geschrieben :

    - Sprachkurs gingen die letzten beiden VHS, vormittags

    - Hauptaufgaben : Morgens Frühstück abräumen und wenn die Kids zur 2. Stunde Schule haben, morgens noch betreuen und pünktlich losschicken. So können wir auch entspannt zur Arbeit.

    - Nachmittags da sein, wenn Schule (bisher auch von Kiga abholen) vorbei, bis ein Elternteil eintrudelt. Ggf mit einem Kind daheim bleiben, wenn anderes zum Hobby gefahren wird. Oder zusammen mit dem Bus in die Stadt ins Theater / Bücherei etc. Teils hat sie mit ihnen gespielt, manchmal wollten die Kinder auch nicht.

    - Haushalt : Hilfe beim Wäsche waschen, fegen / saugen. Ab und an kochen. Die erste hat gerne gebacken.

    - ca 1x Woche Babysitten (Wenn Abends Dienst, hatte sie früh frei)

    - ab und zu am Wochenende Kinder hüten

    - Bei Kind krank wenn möglich vormittags hüten, verbunden mit früh Feierabend der Eltern.

    - Privatsphäre fanden wir kein Problem

    - ein Kind mehr: unsere beiden ersten waren 22/23, die waren schon groß. (Auch wenn eine viel Erinnerungen ans Küche aufräumen nach Kochen brauchte)

    - insgesamt entspannt das Au Pair unseren Alltag


    Wie es mit der Neuen klappt... Hoffentlich wieder gut #ja


    Bei Fragen gerne her damit...

    kleiner Chinesischkurs: grosse Schwester - jie jie; kleine Schwester - mei mei

  • Vielen Dank für die ausführliche Schilderung Schoko-Muffine Ich habe auch etwas bammel davor, dass das AuPair nicht zu uns passen wird. Das wäre ziemlich doof, vor allem, weil einiges an Arbeit auf uns zukommt, wenn wir ein zusätzliches AuPair-Zimmer mieten.


    Auch dir, Zugvogel vielen Dank, für die Antwort und dein Angebot! Ich hab tatsächlich schon ein paar Fragen:

    Wie habt ihr eure AuPairs gefunden? Also habt ihr über eine Agentur gesucht, oder selber? Worauf habt ihr bei der Auswahl geachtet?

    Ich war kurz auf "aupairworld", das sind ja unheimlich viele Profile! (Viele sind auch gar nicht auf Deutsch, die habe ich dann ignoriert. Oder sollte ich mir die auch anschauen?)
    Und: diese Mischung aus "Teil der Familie" aber doch auch "Arbeitsverhältnis", ist das schwierig?

    Das war's erstmal, mir fällt sicher noch was ein #pfeif

  • Hallo,


    Wir haben selber gesucht, bei AuPairWorld.


    In dem Profil kannst du z. B. einstellen, wie alt die AuPairs sein sollen, ob Führerschein vorhanden sein soll, m/f, ob Haustiere vorhanden etc. Wenn du dir dann Vorschläge machen lässt, engt sich die Suche ein. Wenn du gewisse Länder ausklammerst noch viel mehr.

    Es schreiben dich viele an. Die erste Aussortiererei war bei uns die äußere Form. Anschreiben 2 Halbsätze? Weg. Profil 2 Halbsätze? Weg. Wunschort Köln-Hamburg-Berlin? Weg. (Wir wohnen ländlich) Dann hin- und her gechattet, dann Skype oder WA-Video-call. Erzählt sie von ihren Freundinnen, die in Deutschland geheiratet haben und fragt nicht nach den Kindern? Danke nein.

    Insgesamt sehr viel Bauchgefühl.


    Wie wichtig sind euch Sprachkenntnisse? Deutsch / Englisch /? Für Visa muss normalerweise A1 vorliegen. Wenn du wen aus EU hast, ist das kein offizielles Kriterium, da kein Visum nötig. Ist trotzdem wichtig.



    Die Trennung zw. Familie und Arbeit braucht auch wieder Bauchgefühl. Z. B. Tisch decken / abräumen wenn alle da - > Familienzeit, alle helfen mit. Wenn Eltern nicht da - > Arbeitszeit.

    Nicht jede gewaschene Ladung Wäsche ist Arbeit, wenn das AuPair ihre Klamotten in die Familienwäsche legt.

    kleiner Chinesischkurs: grosse Schwester - jie jie; kleine Schwester - mei mei