Seht ihr Bilder in euerem Kopf?

  • Rattenkind Was du vorhin sagtest über die Fähigkeit zu malen und das Bilder sehen fand ich einen interessanten Gedanken. Woher hast du ihn? Spielen da eigene Erfahrungen mit hinein?

    Ja. Ich bin ja Kunstlehrerin und das allerschwierigste ist immer, den SchülerInnen klar zu machen, dass sie nicht das Bild aus ihrem Kopf zeichnen sollen, sondern z.B. den Gegentstand, der tatsächlich vor ihnen liegt. Aber weil man ja weiß, wie z.B. ein herbstliches Laubblatt aussieht, malt man eben ein zweidimensionales, generisches rotes Irgendwas und nicht das charakteristisch gekräuselte, rotbraun gescheckte Ahornblatt mit den wenigen übrigen grünen Tupfen und dem Riss oben links.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

  • #liebdrück#liebdrück#liebdrück


    Ich würde mich freuen, wenn wir uns über das Thema noch austauschen könnten.

    Gerne auch mit Leuten, die das mit den Bildern können. Aber speziell eben auch mit dir und Sakuko (ist es okay, wenn wir den Thread kapern oder soll ich einen neuen eröffnen?) .

  • Rattenkind Was du vorhin sagtest über die Fähigkeit zu malen und das Bilder sehen fand ich einen interessanten Gedanken. Woher hast du ihn? Spielen da eigene Erfahrungen mit hinein?

    Ja. Ich bin ja Kunstlehrerin und das allerschwierigste ist immer, den SchülerInnen klar zu machen, dass sie nicht das Bild aus ihrem Kopf zeichnen sollen, sondern z.B. den Gegentstand, der tatsächlich vor ihnen liegt. Aber weil man ja weiß, wie z.B. ein herbstliches Laubblatt aussieht, malt man eben ein zweidimensionales, generisches rotes Irgendwas und nicht das charakteristisch gekräuselte, rotbraun gescheckte Ahornblatt mit den wenigen übrigen grünen Tupfen und dem Riss oben links.

    Genau das meinte ich ja nicht. Weil genau das kann ich, abzeichnen, nachmalen. Auch Perspektiven etc sind für mich einfach.

    Aber halt kreative Dinge malen, Sachen die nicht vor mir liegen, Menschen in Positionen von denen ich gerade kein Bild habe, Farben die anders sind als in der Natur etc. das geht eben nur schlecht.

    Kitten (36) with Tiger (35) and Tiger-Cub, the cleverest (6)


    Lachen macht lustig.8o


    Einmal editiert, zuletzt von Sakuko ()

  • Und ich habe beim Malen dann noch das ganz andere Problem, dass ich nicht in der Lage bin, zu abstrahieren, aber mit dem, was ich sehe einfach überfordert bin, weil mir alle Details einfach gleich wichtig erscheinen. Da entstehen dann Bilder ohne Seele.

    Ich kann auch anders, aber nicht gezielt und wirklich nur, wenn das Denken komplett ausgeschaltet wird und ich quasi nur zugucke , was meine Hand da tolles macht. Das ist aber absolut nicht steuerbar und sehr selten.



    Sakuko Deinen Beitrag kann ich auch unterschreiben.

  • ich bin ja ein sehr kreativer Mensch und plane meine "Projekt" (also vorwiegend Torten, aber auch alles andere, was ich bastle) im Kopf ziemlich detailliert durch, bevor ich überhaupt beginne. Da wird geplant, umgeplant wenn mir was nicht gefällt, das dauert oft Tage..Auch wenn ich was lernen muss, dann lerne ich über Bilder im Kopf.


    Beim Lesen habe ich ein sehr detailliertes Kopfkino., nur Gesichter haben die Figuren in meinem Kopf keine..


    Ich kann übrigens so gut wie gar nicht malen, dafür aber denke ich, dass meine Torten ganz passabel aussehen :D ... Man muss also nicht malen können um kreativ mit den Händen arbeiten zu können..

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

    Einmal editiert, zuletzt von Gwynifer ()

  • Ich kann mir sehr leicht Bilder im Kopf vorstellen, ich träume auch sehr detailiert.


    Mit Bildern im Kopf lerne ich Märchen auswendig.

    Erst nehme ich den Text und übersetze es in meinen Dialekt, dann markiere ich wichtige Stellen, Wörter, Personen mit Leuchtmarker.

    Dann male ich den "Märchenweg" Also die verschiedenen Stationen des Märchens. Und dann sitzt das. Beim erzählen sehe ich den Märchenweg vor mir und erzähle es den Bildern nach, die in meinem Kopf sind. Ich kann so viele verschiedene Märchen, teils ellenlange ganz einfach erzählen.

    Das einzige was ich Wort für Wort auswendig lerne sind fixe Sätze wie "Ach wie gut das niemand weiss...." Die müssen exakt so kommen, die werden weder übersetzt noch abgeändert.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

    Einmal editiert, zuletzt von Daroan ()

  • Spannend, wie unterschiedlich das bei den Menschen ist! Was dafür wohl der Grund ist? Ich meine, theroetisch sind wir ja genetisch grundsätzlich mal mit den gleichen Sinnenorganen ausgestattet. Und die Signale werden doch auch vermutlich in ähnlicher Art und Weise im Gehirn verarbeitet (sonst könnte man ja nicht Gehirnscans machen und so Sachen wie"Lesezentrum", "Sehzentrum" lokalisieren). Trotzdem spielen sich in jedem Menschen teils völlig andere Prozesse ab. #confused Ob das damit zu tun hat, wie man aufgewachsen ist? Was einem die ersten Jahre an Eindrücken begegnet ist? Wieviel man als Kind gelesen oder Fernseh geschaut hat?? Oder völlig unabhängig von aussen und einfach bei jedem Menschen individuell?


    Ich weiss z.B., dass mein Kind sehr bildhafte Vorstellungen hat und damit auch bewusst "spielen" kann. Er kann sich Geschichten ausdenken und die Bilder sind dazu in seinem Kopf. Er hat auch sein eigenes Traumland, von dem er mir detailliert erzählt, was er da wie wo mit wem alles erlebt. Wenn ich ihm eine Geschichte erzähle, sehe ich alle Szenen, Gespräche wie einen Film vor mir. In meinem Kopf laufen auch oft Dialoge ab, entweder solche, die real passiert sind und die ich so verarbeite, oder vor bestimmten Situationen, als innere Vorbereitung/Durchspielen aller möglichen Varianten. Wenn ich verliebt bin, ist mein Bewusstsein stundenlang damit beschäftigt, die letzten Begegnungen/Gespräche/Zärtlichkeiten/Worte mir nochmals vorzuspielen und glücklich darin herumzuschwimmen. Dann bin ich IRL auch etwas abgelenkt.


    Ich war aber immer davon überzeugt, dass das normal ist, und dass alle Menschen eben innerlich visualisieren, mal mehr, mal weniger. Es fällt mir sehr schwer, mir ein "Innenleben" mit mir selbst in meinen Gedanken vorzustellen, wo es keine Bilder gibt. Was ist da denn dann? Die Gedanken? Als gesprochene unhörbare Sätze? Als geschriebene Wörter?

    Wenn ich eher wenig bildbetonte Gedankenzeiten habe, dann habe ich dafür dann auch eher wie Schrift oder gedruckte Wörter im Inneren, je nachdem, was ich denke. Aber das ist ja definitiv was kulturell Angelerntes. Als Kind denkt man ja auch und kann aber die Schrift noch nicht.

  • Der Knabe und ich haben Bilder. Viele Bilder. Der Mann kein einziges. Er hat erst letztes Jahr über einen Artikel raus gefunden, dass es Leute gibt die Bilder sehen. Er dachte immer sowas wie Traumreisen wäre Blödsinn.


    edit: er träumt allerdings in Bildern. Also Nachts kann er es.


    Und als Ergänzung von meiner Sicht: ich lese sehr, sehr viel. Und da ich die Geschichten beim lesen sehe kann ich z.b. keine Verfilmungen von Büchern anschauen weil das zu sehr von meinem Film abweicht. Anders ist es, wenn ich erst den Film sehe und dann die Bücher lesen.

  • Mupfel, das kenne ich auch von den Büchern und den Verfilmungen. Ich versuche immer erst, das Buch zu lesen, weil die Bilder im Film mir meine eigenen Bilder kaputtmachen würden, würde ich ein Buch erst nach der Verfilmung lesen. Dann ist das schon geblockt in meinem Kopf und die Charaktere sehen in meinem Kopf auch aus wie und hören sich an wie die im Film, wenn ich lese. Wenn ich erst das Buch lese, ist mein eigener, innerer Eindruck gesetzt und bleibt auch, beim Anschauen des Film dazu kommt dann oft ein Unbehagen, weil Schauspieler X so gar nicht zu meinem inneren Bild dieses Charakters passt. Aber das ist, glaube ich, auch ziemlich normal.


    Mit den Stimmen ist es aber eigentlich noch stärker. Jeder Charakter in einem Buch, das ich lese, hat eine eigene Stimme (für mich). Höre ich dann die Schauspieler oder Synchronsprecher, ist das oft... schräg. Fremd. Komisch. Comics natürlich genauso. Asterix und Obelix sprechen natürlich (in meinem Kopf) vöööööllig anders als diese Schauspieler in den Filmen #haare

  • Ich glaube, ich träume auch in Bildern, zumindest manchmal, bin aber nicht 100% sicher, weil ich mich ja nicht in Bildern erinnern kann.

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  • Ich sehe im Traum und in Trance (Meditation) auch Bilder.

    Sonst denke ich in - Gedanken. Schwer zu beschreiben... Auf keinen Fall in Sätzen.

  • Ich denke auch in Bildern, manchmal nervt es :D

    Wenn ich lese, dann spielt sich die Geschichte in meinem Kopf ab und ich sehe alles wie in einem Film.

    Wenn dann nach den ersten 10 Seiten beispielsweise rauskommt, dass die Hauptperson von der ich gerade lese, blonde Haare hat, aber ich hab sie mir jetzt schon 10 Seiten lang mit schwarzen Haaren vorgestellt, dann fällt es mir sehr schwer, weiterzulesen.

    Das nervt dann manchmal.

    Aber ansonsten finde ich es spannend, in Bildern zu denken.

  • Ich denke auch nicht in Bildern; ich kann mir nicht mal vorstellen, wie das ist.

    Ich träume auch nur ganz extrem selten „bewusst“, dann aber so, dass ich mich während des Traums so fühle, als wäre alles real. D.h. da sehe ich dann auch meine Umgebung.

    Ich empfinde das ehrlich gesagt auch nicht als Defizit. Besonders kreativ bin ich nicht, ich habe auch nicht allzu viel Phantasie, aber dafür habe ich andere Stärken #weissnicht

  • Kann man ueberhaupt ohne Bilder denken? Wie denkt man da? - Also klar, wird es gehen, aber ich kann es mir ueberhaupt nicht vorstellen, wie das praktisch funktioniert.... Ich wusste gar nicht, dass das moeglich ist.


    Obwohl - mein Mann denkt ohne Worte, das kann ich auch nicht so recht nachvollziehen.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Ayala irgendwie sind wir doch alle aliens

    Ansonsten finde ich das

    da ich die Geschichten beim lesen sehe kann ich z.b. keine Verfilmungen von Büchern anschauen weil das zu sehr von meinem Film abweicht.

    genau, manchmal echt blöd

    mein Mann denkt ohne Worte, das kann ich auch nicht so recht nachvollziehen.

    ich hab auch keine Wörter, das ist manchmal ein ganz schöner Akt, die Bilder im Kopf zu Papier zu bringen. Fühlt sich manchmal an wie richtig anstrengende Übersetzungsarbeit.


    Ich find den Thread spannend, weil Gesichter seh ich (auch im Traum) nicht)

    Ar scáth a chéile amhaireann na daoinne

  • Ayala ich denke auch eher abstrakt. Außerdem bin ich eine extreme Schnellleserin, vielleicht ist das, weil ich eben keine Bilder im Kopf habe? Ich kann auch Texte nach Inhalten scannen.


    Ich grübele immer noch über das Beispiel mit dem Apfel nach ;-)

    Ich kann mir tatsächlich keinen Apfel auf einem Tisch vorstellen. Ich kann dir sagen, wie ein Apfel aussieht, wie er riecht, sich anfühlt, welche Farben er hat usw aber ich sehe ihn nicht.

  • Ich lese auch extrem schnell (und scanne Texte auch nach Inhalten)...und trotzdem hab ich Bilder im Kopf..(dann halt gerade nicht, ich kann das bewusst steuern). Meine Bilder würde ich eher als abstrakt bezeichnen. Detailliert, aber abstrakt..


    Bei Verfilmungen kommt es ganz drauf an, wie sie gemacht sind. Meine Lieblingsbuchreihe wird gerade verfilmt. Und zwar wie ich finde absolut genial. Da trenne ich einfach Buch und Serie. Ich kann beides geniessen. Da meine Personen in Büchern eh nie Gesichter haben ist zumindest das kein Problem. Nun habe ich aber beim Lesen die Schauspieler vor Augen. Bestimmte Stimmen hat mein Kopfkino auch nicht.

    Nur Synchronisationen kann ich gar nicht mehr angucken. Das hat aber eher damit zu tun, dass das mittlerweile einfach nur steril und lieblos klingt. Die ganzen feinen Nuancen fehlen leider völlig, und das höre ich..

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    Wunder 1: 07


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  • Ich denke auch nicht in Bildern; ich kann mir nicht mal vorstellen, wie das ist.

    Ich träume auch nur ganz extrem selten „bewusst“, dann aber so, dass ich mich während des Traums so fühle, als wäre alles real. D.h. da sehe ich dann auch meine Umgebung.

    Ich empfinde das ehrlich gesagt auch nicht als Defizit. Besonders kreativ bin ich nicht, ich habe auch nicht allzu viel Phantasie, aber dafür habe ich andere Stärken #weissnicht

    So geht es mir auch!!


    Ich würde gern mal in die Haut eines Menschen schlüpfen, der das kann!


    Wie muss man sich das denn vorstellen? Ich stehe z. B. morgens vor dem Kleiderschrank und denke wortwörtlich: "Was zieh ich an? Hm, heute haben wir ein Meeting, also eher nicht die Lieblingsjeans. Die Bluse würde gut passen. Muss ich aber noch bügeln... ".


    Also ständig Gequassel im Kopf...

  • Ja genau, Gequassel #freu


    Ich würde sowieso gerne mal in die Haut von jemand anderem schlüpfen. Allein schon um zu sehen, in welchen Farben jemand anderes die Welt sieht. Vielleicht sieht er ja grün wie blau oder sogar die Formen ganz anders. Das würde mich sehr interessieren.