Seht ihr Bilder in euerem Kopf?

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Rabeneltern.org-Team
  • Ich wiederum kann mir z.B gar nicht vorstellen, wie man bei offenen Augen, also z.B beim Lesen Bilder im Kopf haben kann. Wie geht das denn?

    Also beim Lesen sehe ich dann z. B. die beschriebene Landschaft vor mir, die Person oder die Stadt, etc..., was halt da steht. Das läuft wie ein Film ab. Ich mag daher auch keine verfilmte Literatur, wenn ich das Buch kenne, weil die SchauspielerInnen selten meinen Vorstellungen entsprechen, die ich mir beim Lesen von den Personen gemacht habe. (Ganz abgesehen von Kürzungen und Veränderungen.)

  • Ich hab immer Bilder im Kopf. Ausnahmslos. Ich leb praktisch in meinem Kopfkino. Und dabei ist es völlig egal, ob ich an was bereits Geschehenes denke, ob ich mir etwas eigenes zusammenspinne oder ob ich beides vermische. Oder ob das aus irgendwelchen Filmen und Büchern beeinflusst ist.

    Mein Kopfkino funktioniert immer sehr zuverlässig. Auch mitten im Alltag passierts sehr oft, dass ich was seh (das kann nur ein Bart sein, der mir dann sofort wieder Wikingerkino hervorruft), was sofort mein Kopfkino anwirft.

    Grundsätzlich find ich das toll, aber manchmal isses für meine Umwelt anstrengend, glaub ich.

    Das geht mit zu 100% genauso

    da kann ich mich anschließen ?

  • Das mit der Aura finde ich sehr spannend ... könnt Ihr von der Farbe der Aura dann irgend etwas über den Menschen ablesen?

    Äh , wie soll ich das beschreiben? Die Aura verrät mir genauso viel über den Menschen wie der Gesichtsausdruck oder die Stimmlage. Nonverbal, paraverbal wäre der Ausdruck, bezogen auf die Stimme. Das Verrückte ist, wenn ich Filme sehe, also im Fernsehen oder im Kino, dann kann ich diese Auren nicht sehen. Und deswegen kommt mir das alles immer furchtbar künstlich vor.

    Es ist aber andererseits nicht so, dass jemand mit einer grünen Aura immer sauer ist und jemand mit einer roten Aura gut drauf oder so. Sondern die Auren sind so individuell wie die Menschen selbst. Ihre Ausdeutung ist ziemlich abstrakt, also etwa so, wie wenn ich zum Ausdeuten eines Gesichtsausdruckes sagen wollte, die Mundwinkel bewegen sich 2 mm nach oben, die Augen verengen sich minimal. Heißt das jetzt, jemand geht zum Angriff über oder jemand fängt an zu lächeln? Ich krieg das so nicht in Worte, aber ich weiß natürlich genau, ob es das eine oder das andere ist. So ist das mit den Auren auch. Drücke ich mich verständlich aus? Ich kann das so generell gar nicht gut verbalisieren.

    तत् त्वम् असि

    Einmal editiert, zuletzt von Aoife () aus folgendem Grund: AutoKorrektur plus Schlafmangel

  • Ich finde das Thema emotional, ich muss ergründen, warum...

    Ich sehe Bilder. Aber ich kann sie nicht mehr halten und manchmal verwandeln sie sich ohne mein volitionales Zutun in eine für mich ungute Richtung. Gestern Abend habe ich wegen dieses Threads Bilder versucht hervorzurufen. Auch ein Gesicht. Frau, blass, dunkle Haare, ebenmäßiger Teint, gerade und leicht spitz zulaufende Nase...

    ...bekam plötzlich eine Art Schakal-Fratze.


    Vielleicht hab ich zu viel "Grimm" geschaut in den letzten Jahren, aber das ist echt unschön. Meine Bilder werden schnell morbid und düster. Dabei will ich die Allee sehen, die im Herbstlicht erstrahlt und nicht, dass sie plötzlich von Dunkelheit umsäumt in eine Anderswelt gesogen wird.


    Früher fand ich Morbides toll, scheint tief eingefräst. Leider. Früher konnte ich aber auch Bilder halten, das würde mir jetzt helfen.

    Vielleicht sollte ich wieder tiefer Denken und Vorstellen üben, jedoch bleibt die Angst, dass ich in der Tiefe auf etwas treffe, was mich hinunterreißt. Örgs. Gruselig.

    Vielleicht sollte ich wieder mehr schreiben, das kann ich abstrahieren. So könnte ich die Dunkelheit in mir eventuell herausschreiben und loswerden.

  • Ich bin gerade sehr fasziniert von diesem Thread. Ich habe eine ausgeprägte Phantasie, kann mir viel vorstellen, liebe Tagträume, aber ich sehe keine Bilder. Ich denke Worte, wie beim Lesen. Ich hab mich immer gefragt wie Maler es schaffen Dinge zu malen, die sie nicht vor sich sehen. Jetzt bekomme ich eine Ahnung.


    Interessant finde ich auch die Frage, woher diese Unterschiede kommen. Man weiß ja, dass Kinder vorm Spracherwerb Erinnerungen als Bilder und Gefühle abspeichern. Ich selbst konnte sehr früh sprechen und lesen. Gibt es da einen Zusammenhang? Hab ich die Bilder zu früh "verlernt"? Wie sind da eure Erfahrungen?

  • ich hab auch keine Wörter, das ist manchmal ein ganz schöner Akt, die Bilder im Kopf zu Papier zu bringen. Fühlt sich manchmal an wie richtig anstrengende Übersetzungsarbeit.

    Das sagt mein Mann auch, er kann davon ganz genervt sein.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Ich hab jetzt nochmal aufgepasst: außer ganz viel Gequassel ist da auch ganz viel Musik in meinem Kopf, ich hab auch oft mal einen Ohrwurm, der stundenlang im Kopf weiterdudelt. Nicht einfach die Melodie, sondern der originalgetreue Song, mit Instrumentalbegleitung. Wie ein eingebauter MP3-Player. Und ja, es ist schwarz in meinem Kopf. Keine Bilder, gar nichts zu sehen.


    Vielleicht habe ich deshalb auch wenig Schwierigkeiten, einzuschlafen. Hörbuch ins Ohr, um das Gequassel abzustellen, fünf Minuten später bin ich weggeratzt. Es gibt ja nichts zu sehen, total langweilig #freu


    Ob ich eine Früh-Sprecherin war, weiß ich gar nicht. Lesen hab ich mir mit 5 Jahren selbst beigebracht. Ansonsten bin ich sehr strukturiert, ein Listenmensch. Mathematisches und musikalisches Talent. Aber ob es da wirklich ein Muster gibt?

  • Lesen hab ich mir mit 5 Jahren selbst beigebracht. Ansonsten bin ich sehr strukturiert, ein Listenmensch. Mathematisches und musikalisches Talent. Aber ob es da wirklich ein Muster gibt?

    Ich weiß nicht, ob es ein Muster gibt, aber das kann ich für mich auch bestätigen. Und Musik hab ich auch oft und ausführlich im Ohr.


    Wir hatten heute hierdurch angeregt ein sehr interessantes Gespräch am Frühstückstisch. Dabei wurde mir -als Erziehungswissenschaftlerin!- tatsächlich zum ersten Mal bewusst, was visuelles Lernen WIRKLICH bedeutet, also im Kopf der Menschen. Und dass es genau der richtige Ansatz für meine Jüngste ist, die sich mit Texten schwer tut aber, wie ich jetzt weiß, sehr ausführliche Bilder im Kopf hat.

  • Wir hatten heute hierdurch angeregt ein sehr interessantes Gespräch am Frühstückstisch.

    Wir auch. Echt faszinierend, meine Tochter und ich sehen absolut nichts und mein Mann und mein Sohn haben sogar Synästhesie (sagt man das überhaupt so #schäm)


    Überhaupt kann ich mir endlich erklären, warum ich mir Synästhesie bislang überhaupt nicht vorstellen konnte. Aber so wie mein Sohn mir das beschrieben hat sind mir einige Lichter aufgegangen.

  • Ich hab jetzt nochmal aufgepasst: außer ganz viel Gequassel ist da auch ganz viel Musik in meinem Kopf, ich hab auch oft mal einen Ohrwurm, der stundenlang im Kopf weiterdudelt. Nicht einfach die Melodie, sondern der originalgetreue Song, mit Instrumentalbegleitung. Wie ein eingebauter MP3-Player. Und ja, es ist schwarz in meinem Kopf. Keine Bilder, gar nichts zu sehen.


    Vielleicht habe ich deshalb auch wenig Schwierigkeiten, einzuschlafen. Hörbuch ins Ohr, um das Gequassel abzustellen, fünf Minuten später bin ich weggeratzt. Es gibt ja nichts zu sehen, total langweilig


    Ob ich eine Früh-Sprecherin war, weiß ich gar nicht. Lesen hab ich mir mit 5 Jahren selbst beigebracht. Ansonsten bin ich sehr strukturiert, ein Listenmensch. Mathematisches und musikalisches Talent. Aber ob es da wirklich ein Muster gibt?

    Muster glaub ich nicht. ;) Ich hab nämlich dauernd Bilder im Kopf, träume in Farbe, aber das mit dem eingebauten MP3 Player kenne ich auch und ebenso den inneren Monolog, den ich bis ins Erwachsenenalter durchaus auch laut führte, wenn sonst keiner da war. Mathematisch bin ich eine Niete, aber trotzdem Naturwissenschaftlerin.


    Ich denke, dass es da ungefähr so viele Kombinationen gibt wie Menschen. :)


    Deshalb finde ich diesen Thread auch total interessant, weil er Einblicke in den Kopf anderer Leute ermöglicht. Ich schau so oft meine Kinder an und denk mir: "ich wüsst so gern, was jetzt in euren Köpfen vorgeht." Und hier erzählt ihr davon. #applaus

  • ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass man keine Bilder im Kopf hat. Wie sieht das dann aus? Ist dann alles schwarz?

    Da muss ich jetzt doch noch mal nachfragen: Heißt das, dass du die Bilder tatsächlich mit den Augen siehst?

    Denn bei mir sehen die Augen tatsächlich schwarz/dunkelrot/das zuvor Gesehene in Komplementärfarben, wenn ich die Augen schließe.

    Aber vor meinem inneren Auge sehe ich dann beispielsweise den Apfel, die Blume, den Wald, das Meer.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich sehe tatsächlich nichts. Wenn ich die Augen schließe und "Wald" denke schallt das Wort "Wald" in meinem Kopf wider, aber ich sehe keine Bäume, sondern nur schwarz.


    Und jetzt ist mir endlich auch klar, warum ich mit diesen ganzen meditativen Phantasiereisen nichts anfangen kann, bzw. warum andere das können #stirn

  • Oh, ich finde das ja so spannend!


    Ich würde definitiv sagen, dass ich Bilder im Kopf habe.


    Aber, es ist ja nicht so, dass ich tatsächlich etwas sehen würde. Es fühlt sich halt an. Wie ein Bild, Farben, Lichter, Stimmungen und räumliche Anordnungen sind klar, Konturen eher verschwommen, aber emotional klar aufgeschlüsselt.

    Annanita da konnte ich mich in deinem Geschriebenen wiederfinden!


    Gedachtes, Geträumtes und Erlebtes kann ich anhand der Bilder häufig nicht differenzieren, aber dann in einem „nüchternen“ Gedankenkontext oft einordnen.


    Ich frage mich an welchem Punkt sich überhaupt entscheidet, ob wir das Gefühl haben Bilder zu sehen oder nicht und ob es nicht mehr (oder auch) die Frage sein könnte, ob wir die Informationen als Bild interpretieren oder nicht.


    Ich habe oft auch über schemenhafte bildliche Vorstellungen Zugang zu weiteren Informationen, wie eine Sortierung.

    Meine Gefühle und mein Denken stellen sich für mich viel in Formen und Farben da, in die man dann quasi zoomen kann und wieder detaillierte Untermechanismen sieht.


    Und mein Jahr ist ein Kreis auf dem ich gegen den Uhrzeigersinn eine Runde im Jahr drehe. Meine Mama dreht ihn im Uhrzeigersinn die anderen Familienmitglieder waren von der Frage danach sehr irritiert.

    Rune danke für Input Sequenz-Raum-Synästhesie. Noch nie von Benennung oder Erforschungen dieser gehört gehabt



    Boah, ich find das echt irre cool und spannend, wie verschieden das sein kann.

  • Ich sehe tatsächlich nichts. Wenn ich die Augen schließe und "Wald" denke schallt das Wort "Wald" in meinem Kopf wider, aber ich sehe keine Bäume, sondern nur schwarz.


    Und jetzt ist mir endlich auch klar, warum ich mit diesen ganzen meditativen Phantasiereisen nichts anfangen kann, bzw. warum andere das können #stirn

    genau so!


    Ich müsste mich dann sehr konzentrieren, um einzelne Bildfetzen eines Waldes herzubekommen, aber es ist nichts, was automatisch kommt. Und es sind nur Fragmente und nichts lebendiges irgendwie.


    Aber „Wald“ ist ein schönes Wort, es ist weich und friedlich und hat eine gerade Anzahl von Buchstaben #nägel

  • Einige der 'Bilder im Kopf' - Haber sagten jetzt, dass sie es nicht mit den Augen sehen. Könnt ihr das näher beschreiben? Vielleicht sind wir ja doch nicht so weit weg. Bei mir ist da nicht nur das Wort, sondern ich fühle Wald. Aber meine Augen sehen eben kein Bild. Das heisst nicht, dass da kein Bild ist. Ich kann es nur nicht sehen.


    Versteht man nicht, oder?

  • Hm, das ist schwer zu erklären. bei mir sind es definitiv Bilder. Aber ich sehe sie nicht mit den Augen. Die Bilder sind immer da, unabhängig davon ob ich die Augen offen oder zu habe. Ich versuch es mal am Beispiel des Herrn der Ringe zu erklären. Am Anfang wird ja sehr genau das Auenland beschrieben und ich hab dann tatsächlich ein bestimmtes Bild des Auenlandes im Kopf. Wie ein Foto oder ein Gemälde. Genauso geht es mir auch mit den handelnden Personen. Die Gesichter sind zwar meist verschwommen, aber ich hab ein genaues Bild in mir was sie anhaben, wo sie in einzelnen Szenen grad hinschauen. Moria ist zB ganz dunkel und weitläufig. Ich weiß genau wie der Schnee aussieht bevor sie nach Moria rein gehen. Ich "sehe" wie Faramir mit Frodo auf dem Balkon steht....


    Und da stimme ich denen zu die ein Problem mit Verfilmungen haben. Ich würde mir den Herr der Ringe Film nie anschauen, weil weder die Schauspieler noch der Rest mit meinem inneren Bild überein stimmt und mir diese inneren Bilder zu wichtig sind, um sie mit äußeren zu ersetzen. Das geht mir aber nicht immer so. Mit den Harry Potter Filmen kann ich gut umgehen und die inneren Bilder beim (wieder)lesen sind trotzdem nicht durch den Film ersetzt. Keine Ahnung woran das genau liegt. Es ist einfach schwer zu beschreiben.

  • Almarna Ich habe auch Vorstellungen, aber keine Bilder hinter den Augenlidern. Natürlich weiss ich auch, wie das Auenland aussieht oder Mordor oder die Sümpfe der Traurigkeit (habe ein stellvertretendes Bild dafür) , ich habe eine Vorstellung von meinem Lieblingsbaum und visuelle Erinnerungen an zB Verstorbene.

    Ich habe aber jetzt echt gedacht, ihr könntet alle Bilder hinter den Augenlidern bilden und dann nach Belieben verändern.

  • Ich stelle mir Gelesenes oder Gehörtes nicht detaillierter vor als ich es Lese oder Höre. Wenn also zb das Auenland beschrieben wird, oder wie Harry aussieht, dann erinnere ich mich an die Beschreibung. Ohne Bilder.


    Also wenn irgendwo steht: Und dann kämen sie in einen dunklen, dichten Wald, dann ist da Wald, dunkel und dicht. Aber was für Bäume da stehen, keine Ahnung. Steht da ja nicht.


    Mich stören an Verfilmungen oft die Veränderungen/Kürzungen, aber noch nie die Schauspieleraiswahl (außer es ist jemand den ich ganz prägnant mit einer anderen Rolle verbinde) oder die Kulisse (außer sie weicht stark vom Beschriebenen ab).

    Einmal editiert, zuletzt von zosa ()