Süßigkeiten beim Kinderturnen - stelle ich mich an?

  • Coccinella Ja, ich werde vor dem nächsten Turnen mit meinen Kindern besprechen, wie wir das handhaben in Zukunft. Die Großen geben der Kleinen (fast noch Baby, ja) schon was ab von ihren Gummibärchen - nur eigentlich will ich gar nicht, dass sie überhaupt welche bekommt... Aber das ist leider wirklich völlig unmöglich geworden, sie ist halt bei vielen Kindergeburtstagen dabei, die Großen habe ihre eigenen Süßigkeitendosen, in denen sie die Sachen haben, die sie so von verschiedenen Seiten bekommen und dann sich frei einteilen können - natürlich bekommt sie da auch oft was ab. Ich bin auch einfach traurig darüber, dass mein Umfeld da einfach so unkritisch ist, dass es für mich so ein riesiger Aufwand ist, den Zuckerkonsum zumindest auf einem einigermaßen niedrigen Level zu halten. Und dieses Level, das ich damit erreiche, ist eigentlich gar nicht niedrig, weder zuckerarm noch gar zuckerfrei kommt dabei raus, aber selbst das kostet viel Kraft.

  • krötenmutti da hast Du mich falsch verstanden. Das meinte ich damit nicht. Klar sollst und darfst Du Deinen Kids sagen, dass Caprisonne Zuckerwasser ist. Das ist auch richtig, genauso erkläre ich das meinen Kindern auch. Verletzend fände ich, wenn Du sagen würdest, dass es "Dreck" ist oder was auch immer. Mir geht es um die Wortwahl. (Ich meinte aber auch nicht Dich ;) ). Ich achte durchaus auch auf vernünftige Ernährung und erkläre meinen Kindern, was gesund ist und was nicht. Trotzdem würde ich nie irgendwelches Essen als "Dreck" oder "Sche***" bezeichnen nur es ungesund oder die Tierhaltung schlecht ... etc etc ist. Das kann man auch anders formulieren.

    Da sag ich dann:... ICH finde das nicht gut, weil.. ICH möchte nicht, dass ihr das esst, weil... Was ich meide sind Formulierungen wie: das, was der G in der Pause isst, das ist Dreck, das isst Du nicht ;) (da ging es einmal zum Beispiel einfach um Wurstwaren. Klar, ein Vegetarier wird das ablehnen, aber muss man das so formulieren?). Das habe ich persönlich leider schon zu oft erlebt und mein Kind auch.

    Genau um die gegenseitige Rücksichtnahme geht es mir. So speziell unser Fall auch ist, so wenig müsste er es sein, wenn generell mehr Verständnis für andere da wäre in der Bevölkerung.


    Und ja, mein Kind wird definitiv isoliert durch seine Zöliakie. Pizza backen mit den Tutoren in der Schule? Nette Aktion, nicht aber für meinen Sohn ;). Genauso wenig wie das Plätzchen backen, das jetzt bald ansteht.

    Die Klasslehrerin dieses Jahr wollte, dass es "Geburtstagspaten gibt. Dieser ist dafür verantwortlich, für das Geburtstagskind einen Snack für die gesamte Klasse mitzubringen. Nette Idee, nicht aber für mein Kind? Dann könnte mein Kind nicht mal an seiner eigenen kleinen Geburtstagsparty in der Klasse mitessen. Bei den restlichen 25 "Parties" wird er eh leer ausgehen :( . Das hab ich ihr dann Gott sei Dank erfolgreich ausreden können.

    .. die Liste ist endlos.

    Ich kann Deine Bekannte da schon verstehen. Das erlebe ich hier auch. Mein Kind kann zum Beispiel aufgrund seiner Erkrankung nicht Bus fahren, ihm wird schlecht. Das wird teilweise an der Fruktose liegen. Ganz ohne Fruktose geht es nicht für ihn. Er liebt Obst viel zu sehr. Da da die Auswirkung nicht so krass ist wie bei Gluten darf er wenigstens das essen. Ich kann ja nicht immer nein sagen und er braucht ja auch Obst. Also isst er Obst mit Gemüserohkost gemischt, dann geht es ganz gut. Ich bin aber ehrlich gesagt froh bin, WENN er gesund genug ist, in die Schule zu gehen. Fährt er morgens Bus (25 min, eingezwängt in einen übervollen Bus, kein Sitzplatz, schlechte Luft, keine Sicht durch die Fenster da er nur im Gang stehen kann), dann beginnt sein Tag schon mit Übelkeit.

    Also fahre ich ihn mit dem Auto.

    Und ich gucke dauernd, dass er ja nichts "falsches" erwischt (um das allein zu können ist es für ihn noch zu frisch, er ist selbst noch unsicher und auch mir passieren leider noch Fehler, die nicht passieren dürften). Durch solche Sachen bin ich aber auch die Übermutti, ich weiß also sehr gut, wie Du Dich fühlen musst.


    Ich bin nur froh, dass das Umfeld hier deutlich weniger zuckerlastig ist als bei Dir oder vielen anderen. Das stelle ich mir sehr nervig vor.

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • Was ich verletzend finde, ist, dass in Kindergärten eben beispielsweise Kuchen gebacken und Brezen verteilt werden wenn ein Kind Geburtstag hat - und das Kind mit Glutenunverträglichkeit IMMER leer ausgeht. Da finde ich sollte sich die Kiga-Leitung stark machen, dass es eine andere Geburtstagsregelung gibt. Dass entweder gebeten wird, einen Obst- oder Gemüseteller zum Geburtstag mitzubringen oder eben meinetwegen (wenn es denn sein muss) Gummibärchen - oder einfach NICHTS. Und stattdessen jedes Jahr um eine kleine Spende nach eigenem Ermessen gefragt wird. Oder irgendwas anderes.

    Normalerweise bin ich ja sehr für Rücksichtnahme aber gerade bei glutenfrei finde ich tatsächlich die Regel, dass das Kind eine Dose mit verträglichen Dingen im Kindergarten hat, am besten. Ich meine, da stehen die Trauben für die Obstspieße in der Familie des Geburtstagskinds neben dem Toaster und schon sind glutenhaltige Krümel auf den glutenfreien Obstspießen. Das Risiko ist einfach recht hoch wenn Essen mitgebracht wird, das würde ich nicht wollen.


    Ansonsten sehe ich, dass das echt unterschiedlich ist. Meinen Kindern wird echt nicht viel zugesteckt. Im Kindergarten backen sie zu Geburtstagen einen Kuchen (mitbringen muss/darf man nichts), im Supermarkt haben wir noch nie was bekommen, in der Apotheke auch nicht. In der Schule dürfen die Kinder zu einem Fest (dieses Jahr zu Halloween) Süßes mitbringen, aber auch da wird immer betont, dass es nicht so viel sein soll. Einzig und allein die Montessori-Kunstpädagogin verteilt am Ende der offenen Atelierwerkstatt einen Keks pro Kind. Und beim Kinderarzt gibt es ein Tütchen Gummibärchen, aber da sind wir eigentlich nur zu den Us, das fällt nicht so ins Gewicht. Wahrscheinlich fände ich deswegen ein Tütchen Gummibärchen die Woche nicht so tragisch. In meiner Kindheit gab es aber viel mehr Süßes: als Belohnung im Kindergarten und in der Schule z.B. und in diversen Geschäften. Für mein Gefühl ist das also viel weniger geworden. Hängt aber wahrscheinlich auch immer vom Umfeld und auch der individuellen Erzieherin/Apothekerin/etc. ab.

  • Bei uns im Kiga gilt auch die Regel, dass Allergiker NICHTS gar nichts von den mitgebrachten Speisen bekommen. Egal wie angepasst oder selber Allergisch man ist. (bspw. selber Glutenfrei lebt)


    Weil das Risiko viel zu groß ist. Ich glaube es gibt ein Nusskind und Milchkind gabs auch (wobei das immer 1,5% Milch bekam, also ka was genau da war). Ich weiß das nur von meinen Kindern, das Kinder etwas haben. Offen kommuniziert wird das ja nicht. Logisch.


    Aber die Regel fand und finde ich auch sinnvoll.


    Und ganz ehrlich, ich bin da vll abgehärtet, aber da K2 ein enormes Picky Eating verhalten an den Tag legt, und eh nie irgendwas isst, stand und steht das Kind bei fast jeder mitgebrachten Speise auch traurig daneben. Da sagt dann nur jeder "selber Schuld", wobei das ja auch nicht gewollt ist.

  • Ti.na : du sprichst über zucker als wäre es eine droge. es ist wie überall: die dosis macht das gift.


    gut haben wir keine schlimmeren probleme.

    ich sehe es bei zucker wirklich anders, als kaffee o.ä.

    aber um diese diskussion sinnvoll führen zu können, müsstest du dich mit der vollwertkost und deren argumenten bezüglich zucker beschäftigen, sonst ist es mir um ehrlich zu sein zu mühselig.

    habe ich. sehr viel darüber gelesen. ;-).

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • Heute hab ich durch Zufall einen kleinen Bioladen gefunden, der hat Vollkorn-Reismehl. Das kann ich gut für das Brot brauche, das ich selbst backe.

    Keine gute Idee. Bei Reis sollte man Vollkorn meiden.


    Vollkorn enthält bekanntlich fast alle Mineralien, die ein Getreide zu bieten hat. Das gilt auch beim Reis. Das Problem: Die Reispflanze liebt Arsen und reichert es an. Man kann dem auch mit „Bio“ nicht ausweichen. Arsen ist ein Gift, aber kein menschengemachtes, sondern in vielen Böden natürlicherweise vorhanden.


    Außerdem haben die Länder, die die Masse an Reis konsumieren, strenge Grenzwerte für Arsen, aber die EU hat keine (wenn sich das nicht in den letzten Jahren geändert hat) - man kann sich ausrechnen, wo dann bevorzugt der Reis aus den arsenbelasteten Gegenden verkauft wird.

    Im Übrigen müssen wir die fossilen Energieträger im Boden lassen.



    Xenia mit Te (Herbst 04) und Ka (Herbst 07) und Ha (Feb 12)

  • Coccinella Ja, ich werde vor dem nächsten Turnen mit meinen Kindern besprechen, wie wir das handhaben in Zukunft. Die Großen geben der Kleinen (fast noch Baby, ja) schon was ab von ihren Gummibärchen - nur eigentlich will ich gar nicht, dass sie überhaupt welche bekommt... Aber das ist leider wirklich völlig unmöglich geworden, sie ist halt bei vielen Kindergeburtstagen dabei, die Großen habe ihre eigenen Süßigkeitendosen, in denen sie die Sachen haben, die sie so von verschiedenen Seiten bekommen und dann sich frei einteilen können - natürlich bekommt sie da auch oft was ab. Ich bin auch einfach traurig darüber, dass mein Umfeld da einfach so unkritisch ist, dass es für mich so ein riesiger Aufwand ist, den Zuckerkonsum zumindest auf einem einigermaßen niedrigen Level zu halten. Und dieses Level, das ich damit erreiche, ist eigentlich gar nicht niedrig, weder zuckerarm noch gar zuckerfrei kommt dabei raus, aber selbst das kostet viel Kraft.

    Ihr werdet da schon einen Weg finden, da bin ich mir ganz sicher.


    Bei uns hatte es sich tatsächlich so entwickelt, dass meine Tochter solche Geschenke an mich weitergereicht hat, ich habe sie eingepackt, und dann wurden sie meist vergessen #schäm

    Eine Freundin von ihr, deren Mutter es sehr sehr wichtig war, dass ihre Tochter nichts falsches isst, konnte schon mit 4 Jahren solche Süßigkeitengeschenke ziemlich klar ablehnen ;).

  • Xenia: aber gab es nicht auch halbwegs gute anbaugebiete?

    ich meine, dass ich mal eine liste irgendwo gesehen hatte.

    Gwynifer: danach würde ich mal die suchmaschine anschmeißen.

    ok, dann brauchen wir auch nicht weiter machen,

    da wir mit den gleichen informationen völlig unterschiedliche wege gegangen sind.

    oder hast du einen bestimmten punkt, den du diskutieren möchtest?


    und ja, die dosis macht das gift und es gibt einfach dinge, die sind leichter, wenn man sie komplett meidet, als ständig eine ausnahme zu machen. :)

    so sehen wir das bei zucker

  • Xenia: aber gab es nicht auch halbwegs gute anbaugebiete?

    ich meine, dass ich mal eine liste irgendwo gesehen hatte.

    Mein Kenntnisstand ist, dass Basmati-Reis und Jasmin-Reis besser sind. Aber das ist nicht die Frage von Anbaugebiet, sondern von Anbauart.


    Übrigens habe ich beim Googlen festgestellt, dass es inzwischen erfreulicherweise auch in der EU Grenzwerte für Arsen gibt.


    Wir nehmen weißen Jasmin-Reis, davon halt nicht so schrecklich viel, und dazu Gemüse. Es ist ja glücklicherweise nicht so, dass man zwingend auf die Ballaststoffe aus dem Getreide angewiesen wäre.

    Im Übrigen müssen wir die fossilen Energieträger im Boden lassen.



    Xenia mit Te (Herbst 04) und Ka (Herbst 07) und Ha (Feb 12)

  • Ich kann das Reismehl gut ersetzen durch anderes "Mehl". Das lass ich einfach weg. Ansonsten essen wir hie und da Basmati-Reis. Die gf Nudeln von Aldi sind reisfrei, die sind aus Mais und Buchweizen (die schmecken uns am besten).

    Also essen wir nicht mehr Reis als Familien, die nicht gf leben müssen denn bereits verarbeitete gf Produkte kauf ich eh nicht. Bleibt noch das gf Mehl, aber die Mehle von Schär wurden kürzlich als unbedenklich getestet.

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