Obstruktive Bronchitiden - welcher Vernebler empfehlenswert?

  • Hallo in die Runde von einem seltenen Gast,


    ich brauche heute bitte mal euer Schwarmwissen, ich bin etwas am Rande der Verzweiflung. Sorry, falls die Frage schon hundertmal kam.


    Mein 19 Monate alter Sohn hat gerade die 7 oder 8 obstruktive Bronchitis in diesem Jahr, einmal war es eine Bronchopneumonie und wir waren stationär. Er inhaliert dann jedesmal mit Salbutamol und Atrovent und weil es wirklich zur Dauerschleife wurde, inhaliert er seit etwa drei Wochen in Absprache mit dem Pulmologen auch zweimal täglich mit Pulmicort. Zuerst schien tatsächlich Ruhe reinzukommen, aber seit heute nachmittag keucht er wieder munter vor sich hin. Ich weiß nicht, was man jetzt noch tun könnte, außer verzweifeln.

    Ich will einen anderen Vernebler anschaffen, der von der Kasse überzeugt mich nicht so, er hat keine passende Kindermaske und er duscht eher das Gesicht meines Sohnes als das er fein vernebelt. Hatte bis vor kurzem den PariBoy meiner Freundin ausgeliehen, der ist ja schon ein anderes Kaliber, aber es gibt ja auch andere gute Vernebler. Hat hier jemand Tipps und gute Erfahrungen mit Verneblern?


    Liebe Grüße und danke schonmal

  • Wir haben den PariBoy, der wird von unserer Kasse (AOK Sachsen) ganz ganz oft verschrieben und alle Eltern in meinem Umfeld, die solch ein Gerät haben, haben den PariBoy.


    Was verschreibt deine Kasse denn für einen Mist, wenn es dann gar nicht richtig funktioniert #flop

    One day, I would like to turn on the News and hear "There's peace on earth".


    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • Wir haben auch einen Pariboy, eine Anschaffung, die sich echt amortisiert hat (musste ihn damals selbst bezahlen) nutze ihn für mich selbst auch.


    Gute Besserung für deinen kleinen Sohn!

  • Hier ist auch der Pariboy seit über 8 Jahren dauerhaft im Einsatz, meine Kleine leidet auch an obstruktiven Bronchitiden.

    In der Wintersaison inhalieren wir jeden Abend.


    Wir haben uns als Backup mal den von Aldi gekauft (Firma Inqua) und ich behaupte mal, der ist nicht viel schlechter als Pariboy, kostete auch nur ca. 60 €.

    Gekko mit zwei Kriechtierchen (2005 und 2010)

  • mein persönlicher Favorit ist ja ein Mikrovernebler wie der Aerogen. Pariboy hat auch einen Mikrovernebler soweit ich weiss. Die Dinger sind wesentlich leiser und schneller.(Und teuer aber mit der richtigen Diagnose durchaus zu bekommen) Wichtig ist wirklich eine passende Maske und das die herkömmlichen Geräte das Gesicht duschen leider auch.


    Du könntest schauen, einen AirForceOne Vernebler zu bekommen, die haben eine Kindermaske und die vernebeln auch fein.



    Wenn dein Kind so obstruktiv ist, wie du beschreibst, wäre Salbutamol und Atrovent als Pulver über einen Babyhaler verabreichen und 10 min hinterher mit 0,9% NaCl vernebeln vielleicht sinnvoller. Muss man aber ausprobieren.


    Für euch könnte ggf. Montelukast für Herbst und Winter interessant sein. Würde ich mit dem Pulmologen mal besprechen.


    Ich lass dir mal den Link da

    https://www.deutsche-apotheker…/2001/daz-15-2001/uid-535

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von buntgrün ()

  • Die meisten Kassen zahlen für einen Vernebler zwischen 80-120€. Welches Modell/welchen Hersteller Ihr wählt, steht Euch frei (sofern der Vernebler bestimmte Kriterien erfüllt/die richtige Hilfsmittelpositionsnummer hat). Die Differenz im Preis bleibt an Euch hängen.

    Wir haben bei den Omron-Verneblern ganz gute Rückmeldungen. Leiser als Pari, gleiches Leistungsspektrum, umfangreiches Zubehör, gut verpackt, gute Garantie.

    Ich selbst hab mich in den Ultraschallvernebler verliebt - ist zwar in der Handhabung erstmal etwas kniffliger, aber geräuschlos, handlich, funktioniert in jeder Position, Batteriebetrieben = ortsunabhängig. Kostet um die 140€, ist also mit moderater Aufzahlung zu haben.

  • Hallo,


    Vom Pariboy wird oft gesagt, er wäre der effektivste Vernebler.


    Unser Problem damit war, daß er (damals zumindest) ziemlich laut war. Ich weiß nicht, wie die neueren Modelle sind, aber da saß nachts immer die ganze Familie im Bett. Als er ganz klein war, hatte er regelrecht Angst vor dem Geräusch und vorlesen zum Ablenken war auch schwierig (zumal er schlecht hörte in der Zeit).

    Außerdem musste man das Verneblungs-Teil mit der Hand senkrecht halten, womit es fast unmöglich war, das Kind im Schlaf inhalieren zu lassen, weil man es ja festhalten musste.


    Da weiß ich nicht, wie das mit den aktuellen Geräten ist.


    Wir hatten einen Ultraschallvernebler von, bei dem direkt im Gerät vernebelt wurde. Der Vorteil für uns: fast geräuschlos, man konnten den Schlauch auch dem schlafenden Kind vor die Nase legen und selber weiterdösen, (es schaltete sich von alleine aus, wenn es fertig war).


    Weiterer Vorteil: Es konnte mit Akkus betrieben werden, was für Camping. und Wanderfans wie uns natürlich von großem Vorteil ist. Wie oft genau man es mit einer Ladung konnte, weiß ich nicht mehr, ich glaube so 3-5x war es aber schon, d.h. es ging auch nachts im Zelt. Den Akku mussten wir allerdings selber kaufen, als er kaputt war, wurde er uns aber schnell und problemlos kostenlos umgetauscht.


    Außerdem ist das Ding so klein und die Handhabung so einfach, daß er es schon als Kindergartenkind sogar in seinem Kinderrucksack mitnehmen konnte, wenn er zu Freunden übernachten ging. Er hat das mit 4 oder 5 komplett alleine gehändelt (natürlich unter Aufsicht!),


    Verbrauchsmaterial wie Filter und Masken bekommt man generell neu verschrieben. Entweder nach einer gewissen Zeit (ich weiß aber nicht mehr, wie groß die ist) oder wenn die Beanspruchung (wie bei und durchs Asthma) groß ist, auch nach aktuellem Bedarf. Baby-/Kleinkindmasken waren meist nicht direkt dabei, konnten aber problemlos nach-/dazugeordert werden.


    Unserer ist inzwischen 15 Jahre alt und tut es immer noch (wird aber zum Glück nur noch selten gebraucht).


    Als Inhalat haben wir meistens nur Kochsalzlösung genommen, bei Bedarf Salbutamol. Cortison war zum Glück nur extrem selten nötig. Wenn es aber so schlimm ist und gar keine Ruhe reinkommt, wäre zu überlegen, ob man kurzfristig(!!!) doch mal mit Tabletten arbeitet, manchmal war es nötig um aus dem Kreislauf rauszukommen. Denn wenn alles gereizt ist, ist Husten und sogar schwer atmen durch die eh schon verengten Gänge wie Kratzen auf einem Mückenstich - es reitzt immer von Neuem und alles schwillt wieder an.


    Aber das muss ja der Arzt am besten wissen. Ist es ein Lungenspezialist oder der KiA? Je nach dem würde ich darüber nachdenken, einen Lungenspezalisten hinzuzuzieen, wenn es doch offenbar etwas wiederkehrendes ist. gerade bei so einem Zwerglein. Je eher man aus der Schleife raus kommt, desto besser.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • mein Sohn hatte auch regelmäßig Bronchitiden, zum Glück hat es sich verwachsen, das ist anscheinend bei den meisten Kindern der Fall.

    eine Maske ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn man das genaue Modell weiß, kann man die passende auch in der Apotheke bestellen.

    wir haben regelmäßig mit Kochsalzlösung inhaliert, er hat über einige Jahre Montelucast bekommen, das konnte nach und nach reduziert werden, und ich hatte immer Salbutmol und Pulmicort vorrätig. mit der Zeit habe ich schon an der Atmung erkannt, ob da die nächste Bronchitis im Anmarsch ist, und konnte mit dem Cortison oft Schlimmeres abwenden. das Salbutamol hat häufig nachts nur wenig Linderung gebracht.

    jetzt haben wir noch einen Aerochamber mit Salbutamol, das sieht aus wie ein gepimptes Asthmaspray und reicht zur Linderung im Akutfall, wie gesagt, er ist jetzt 7 und ich kann mich nicht mehr an die letzte Bronchitis erinnern, aber ne Zeit lang waren wir auch gefühlt bei alle 3 Wochen voll dabei. gute Besserung!

  • Wenn dein Kind so obstruktiv ist, wie du beschreibst, wäre Salbutamol und Atrovent als Pulver über einen Babyhaler verabreichen und 10 min hinterher mit 0,9% NaCl vernebeln vielleicht sinnvoller. Muss man aber ausprobieren.


    So lautete auch die allgemeine Empfehlung einer Kinder-Pneumologen an meine Freundin:

    Salbutamol direkt (oder bei kleineren Kindern über den Aero-Chamber), ggf. auch Atrovent. Und wenn die Lunge dann "offen" ist, ab an den Pari mit reiner NaCl-Lsg.


    Meine 11-jährige hat immer noch 1-3 obstruktive Bronchitiden im Winter und wir halten es wie oben geschrieben.

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Latie ()

  • Hier ist auch der Pariboy seit über 8 Jahren dauerhaft im Einsatz, meine Kleine leidet auch an obstruktiven Bronchitiden.

    In der Wintersaison inhalieren wir jeden Abend.


    Wir haben uns als Backup mal den von Aldi gekauft (Firma Inqua) und ich behaupte mal, der ist nicht viel schlechter als Pariboy, kostete auch nur ca. 60 €.

    Inqua wird auch von Pari hergestellt, oft für Discounter, kann man aber auch beim großen A bekommen.

    Wir haben einen und sind zufrieden, allerdings brauchen wir ihn nicht so oft.

    I feel like procrastinating... but I think I'll wait.

  • Wenn Pulmicort erst seit 3 Wochen benutzt wird, gibt es noch Hoffnung. Oft kommt die nächste Bronchitis ja nach 3-4 Wochen. Fängt man mit Pulmicort an, kommt die nächste oft trotzdem noch, aber die übernächste nicht mehr so.


    Sollte es dennoch so weitergehen, ist Montelukast zusätzlich angeraten.


    Zur Wahl des Inhaliergerätes:


    In der Fachinfo von Pulmicort steht:

    Zitat

    Pulmicort Suspension ist vorgesehen zur Inhalation mittels eines handelsüblichen Verneblers, der ein Aerosol mit einer Tröpfchengröße ≤ 6 Mikrometer erzeugt. Der Vernebler sollte mit einem Kompressor ausgerüstet sein, der eine Durchflussrate von 6 – 8 l/min erlaubt.

    Ultraschallvernebler sollten nicht eingesetzt werden. Die Geräteausstattung kann die vom Vernebler abgegebene und die damit dem Patienten zur Verfügung stehende Dosis beeinflussen. In klinischen Prüfungen wurde unter anderem der Pari-Inhalierboy benutzt.

    D.h. wenn Pulmicort eingesetzt wird, ist der Ultraschallvernebler nicht die richtige Wahl.


    Grundsätzlich finde ich auch Spray über Vortex, Aerochamber auch besser, da man nach 5 - 10 Atemzügen fertig ist. Aber da sind wir bei den "guten" Cortisonen immer im off label-Use. Häufig eingesetzt werden Flutide (ab 4 zugelassen) und Budesonid (auch der Wirkstoff vom Pulmicort, aber eben als Spray erst ab 6 oder 12? zugelassen). Zugelassen sind Sanasthmax (Beclomethason), was aber schlechter im Wirkung/Nebenwirkungsvergleich ist. Ich kenne hauptsächlich Flutide im off Label-Use für diesen Zweck.

  • Gekko genau das ist der, den ich oben so beworben habe.

    Hab mir den auf der Seite liegend im Bett an den Schnabel gehalten, hab im Auto auf dem Weg zur Arbeit inhaliert... ich durfte letztes Jahr unser Demogerät ausleihen als ich erkältet war.


    Ein Grundschulkind hat sogar sein gespartes Taschengeld für die Aufzahlung in den Ring geworfen (die Eltern hätten kein Budget dafür gehabt) und es nicht bereut.


    Edit: das mit dem Pulmicort werde ich noch einmal genauer bei den Herstellern hinterfragen.

    Denn sowohl Tröpfchengröße als auch Geschwindigkeit sind vergleichbar...

    Liebe Grüße: Heike

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von die.lumme ()

  • Falls ihr einen Pariboy anschaffen wollt, dann schaut mal bei eBay-Kleinanzeigen, da sind ganz viele, auch fast neue Geräte drin, und teils sehr günstig.


    Ich vermute mal, dass das welche sind, die von der Kasse verschrieben wurden....


    Da man ja das Yearpack mit Schlauch und Maske extra kauft, ist das vom hygienischen her kein Problem.


    Wir haben einen Pariboy RX und sind zufrieden damit, er ist aber schon recht laut.

  • Wir haben den pariboy xlent verschrieben bekommen und sind leider nicht sehr zufrieden. Der ganze Bereich unter der Maske wird sehr nass und meine Tochter ekelt sich sehr vor dem Salzgeschmack. Sie ist kaum dazu zu bewegen, ihn zu nutzen

    Signatur kommt, sobald ich Zeit zum Nachdenken hatte. Voraussichtlich in 2033.

  • Darf ich mal reinfragen?

    Der Mittlere faengt jetzt auch wieder das Husten an (der letzte Winter war gefuehlt ein Dauerhusten) und ich mag das mit dem Inhalieren mal probieren. Ich kann so ein Pari Boy also bei den Kleinanzeigen kaufen und so ein yearpack und die Inhalationsloesung neu aus dem Internet (oder der Apotheke?) dazu?

    Mit der Großen (2011), dem Mittleren (2014), dem Ministernchen (2015) und der Kleinen (2018)

  • auch wenn der KiA den Pari nicht verordnet, kann man ihn überzeugen, das yearpack unddie Kochsalzlösung zu verordnen. #zwinker

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

  • Ich danke euch für eure Antworten und eure Erfahrungsberichte, ich werde mir die Vernebler ansehen.

    Der Tip mit ebay-Kleinanzeigen ist auch super, auf die Idee bin ich selber gar nicht gekommen.


    Meine Kinderärtzin mag den Pari nicht explizit verschreiben, sie sagt, es gibt auch andere vergleichbar gute Inhaliergeräte. Da hat sie ganz bestimmt recht, nur das Teil von der Kasse (AOK Sachsen-Anhalt) taugt sicherlich gut für Kochsalzinhalationen bei Erkältungen, aber nicht wirklich für dauerhafte Medikamenteninhalation bei einem Kleinkind. Die Kasse hat mir dieses Ding auch einfach zugeschickt, sie sagten, für ein anderes Gerät bräuchten sie eine Begründung von der Kinderärztin. Ich habe das Gerenne und das Diskutieren gerade so satt.


    Ich werde den Pulmologen beim nächsten Termin auf Montelukast ansprechen. Das meiste an Behandlung läuft gerade noch über die Kinderärztin, aber ein Pulmologe ist auch mit eingebunden, demnächst haben wir einen Termin. Bei dem waren wir aber noch nicht so oft.


    Dass es noch Hoffnung gibt, weil er erst so kurz mit Pulmicort inhaliert, baut mich gerade echt auf.


    Wir haben auch einen Aerochamber, aber es ist ein Kampf, ihn damit inhalieren zu lassen. Er wehrt sich mit Händen und Füßen, die paar Atmezüge still zu halten, er schreit wie am Spieß, und ich muss ihn richtig festhalten. Mit dem Vernebler klappt wesentlich besser, weil er dabei Maus und Elefant schauen darf.


    PS: heute morgen habe ich die Antwort verfasst und gedacht, ich hätte sie abgesendet und habe mich nun gewundert, wo sie ist#hammer