Könnt ihr mir bitte bei der Einschätzung einer Mitarbeitsnote helfen? Meine Tochter verzweifelt noch :(((!

  • Trillian BaWü, Abi 1993. Mündlich spielte nur in Form der mündlichen Abiturprüfung eine für mich wahrnehmbare Rolle. Ansonsten war es üblicherweise „alle mündlichen Leistungen eines Schuljahres zählen zusammen wie eine schriftliche angekündigte Klassenarbeit/Klausur.“

  • Hier ist mal der Leistungserlass zum Nachlesen:
    https://www.saarland.de/dokume…istungsbewertung_2017.pdf


    Auf S. 27/28 steht was zur Ermittlung der Zeugnisnote:
    "In den schriftlichen Fächern fließt die aus den großen Leistungsnachweisen ermittelte Note etwa zu drei Fünfteln und die aus den kleinen Leistungsnachweisen ermittelte Note etwa zu zwei Fünfteln unter besonderer Berücksichtigung der Mitarbeit in die jeweilige Halbjahresnote ein"


    Die mdl. Mitarbeit muss 2x/Halbjahr rückgemeldet werden und zählt als EIN KLN von mind. 4, meine ich (mit der gymnasialen Verordnung bin ich nicht ganz firm). All die KLN in der Summe machen ca. 2/5 der Zeugnisnote aus lt. Erlass.

    Ich dechiffriere den Passus "unter besonderer Berücksichtigung der Mitarbeit": Gerade an Gymnasien gab es lange eine Weigerung, mdl. Mitarbeit, die in Form von Unterrichtsbeiträgen, gemachten Hausaufgaben, mitgebrachtem Material, freiwilligem Mitbringen von Anschauungsmaterial,... stattfand, in irgendeiner Weise zu würdigen. Da wurde oft rein aus Tests und Klassenarbeiten eine Note gegeben und aus nicht-gemachten HA ("3 Striche geben eine 6!", aber wer die HA nahezu immer machte, hatte keinen Vorteil davon).


    Ich würde zur Lehrerin gehen mit dem Kind und nochmal konkret nachhorchen, mich aber vorher belesen.


    Für Rückfragen bzgl. des Erlasses stehe ich gerne zur Verfügung, wir hatten gerade einen pädagogischen Tag deswegen und ich habe auch schon Leute bzgl. neuer alternativer GLN fortgebildet.

    Ich muss aber schon vorher sagen, dass ich gerade mit Gymnasiallehrkräften zum Großteil keine guten Erfahrungen gemacht habe. Viele kündigten an, dass sie so einen Blödsinn nicht mitmachen würden, mdl. MA sei das, was am Melden des Kindes zu merken ist und basta.

  • Gibt es diesen Leistungserlaß auch für Bayern???

    Ich kann irgendwie nix finden...

    Wenn du nach dem Menschen suchst, der dein Leben verändert,
    Dann schaue in den Spiegel.

  • AstridK Ich hab ihn dir in Post #28 kopiert.... ist halt weniger umfangreich in Bayern.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Erst einmal vielen, vielen Dank für eure Antworten, da kann ich mir ganz viel rausziehen!



    So, ich versuche mich jetzt mal an Antworten - seht es mir nach, wenn es ein bisschen wirr formuliert ist, ich bin immer noch erkältet, mein Zahn muckt auch noch und ich hab heute gefühlt drölfzig Stunden Mama-Kind-Hobby-Taxi gespielt #hmpf.


    Die Strategie, ihre Beiträge pro Stunde zu zählen, finde ich sehr sinnvoll. Auf wieviele kommt sie denn so? Bei einigen Lehrern ist es möglich, die Mitarbeitsnote zu verbessern, indem ein Referat übernommen wird. Wäre das vielleicht etwas für sie?

    Naja, eins ihrer Probleme ist wohl, dass viele LehrerInnen sie übersehen, wenn sie sich meldet. Darüber beschwert sie sich schon länger - allerdings kann ich mir auch lebhaft vorstellen, wie sie sich meldet: nämlich zaghaft, den Arm nicht durchgestreckt und den Arm sofort wieder senkend, wenn jemand anders drankommt. Also, das weiß ich natürlich nicht hundert Prozent, aber ich kenne sie ja und weiß, dass sie nicht auffällt (weder im positiven wie im negativen) und eben auch gar nicht auffallen mag. Sie hasst es, im Fokus der Aufmerksamkeit zu stehen, deswegen würde sie da nie mit dem Arm wedeln, reinrufen oder Schnippgeräusche machen. Das ist für die LehrerInnen natürlich dann auch nicht einfach.


    Es scheint ja vor allem an Präsenz zu fehlen. Durch die leisen, überlegten Worte, durch einfach richtige und gute Antworten, durch den schlechten Sitzplatz, durch vermutlich gutes Sozialverhalten. Wenn ich an die Fotos zurückdenke, die Du so eingestellt hast: es gibt nichts, woran man wirklich hängen bleibt, weil Dein Kind einen rundum guten Eindruck macht. Sieht toll aus, hat einen wirklich guten Gesichtsausdruck, ist gut gekleidet... als Lehrerin macht man innerlich vermutlich einfach einen Haken dran „check: alles ok, weiter mit dem nächsten“.

    Ich hoffe Du verstehst, wie ich das meine: so positiv sich Dein Kind zeigt, so wenig zwingt sie die Lehrer, sie zu beachten.

    Du hast es glaub ich genau auf den Punkt gebracht. Sie verschwindet in der Masse, weil sie den LehrerInnen keine Arbeit macht, nicht stört, zuverlässig alles erledigt und sich gerne unsichtbar macht. Sie ist total unsicher und hasst es aufzufallen - gleichzeitig ist sie aber auch unglücklich, dass sie nicht wahrgenommen wird. Das Problem bei ihr ist die Unsicherheit, den ersten Schritt zu machen, also sich überhaupt zu melden, weil: es könnte ja falsch sein. Referate, mündliche Prüfungen - alles kein Problem, weil sie den Termin ja vorher weiß und sich seelisch und moralisch darauf vorbereiten kann. Das ist bei ihr in allen Bereichen so : Sie spielt ja Gitarre und hat schon öfter bei Jugend musiziert mitgemacht. Vor der Jury spielen? Kein Problem. Sich bewerten lassen? Kein Problem. Vor riesengroßem Publikum Gitarre spielen oder alleine vorsingen? Auch kein Problem. Wird aber im Vorfeld gesagt, dass sich diejenigen melden sollen, die gerne vorspielen, vorsingen oder sonstwas machen sollen - keine Chance, traut sie sich nicht. Bei ihr ist die Angst, nicht genommen zu werden, das Problem, nicht der jeweilige Auftritt/Wettbewerb an sich. Und so ist es auch in der Schule. Äh, ich schweife ab.


    Schlussendlich hat er es aber immer nur in einigen wenigen Fächern geschafft kontinuierlich mitzuarbeiten. Ganz dramatisch war in Franz die letzte Sprachprüfung, da hatte er ein Black out, oder Blockade. Die Lehrerin hatte sogar noch angerufen, erklärt, dass es so gut in französisch ist, eine nahezu akzentfreie Aussprache hat ( muss ich ihr mal so glauben, ich kann es nicht beurteilen) aber er dort nun leider eine 5 bekommen hat, weil er nichts mehr gesagt hat, und nur noch damit gekämpft hat seine Tränen zu unterdrücken.

    Sie sagte noch, für die mündlichen Prüfungen müsse er das in den Griff bekommen #confused

    Ach Mensch, das liest sich ja auch schrecklich, Arlo, dein armer Junge! Ich drücke euch ganz fest die Daumen! Und die Aussage der Lehrerin: wenn das in den Griff bekommen so einfach wäre, echt mal!

    Ja, meine Tochter gibt sich da auch wirklich Mühe, was zu ändern - aber es hält halt nicht an. Kaum kommt ein Lehrerwechsel (und ihre Klasse hat wirklich ungewöhnlich viele Lehrerwechsel in den letzten drei Schuljahren gehabt), schon fängt sie wieder bei null an und bekommt einen Dämpfer nach dem anderen.


    Ich plädiere für ein Gespräch.....

    Entweder du, oder aber noch besser, deine Tochter.

    Wenn sie zu ihr geht und sagt, dass sie sich für die Inhalte interessiert und der Kopf immer im Unterricht ist, und dann fragt, was sie tun kann, damit die Lehrerin das auch sieht..... Vielleicht rutscht sie dann in den Fokus der Lehrerin.

    Das ist für sie eine fast unüberwindbare Hürde, mit ihrem Problem zur Lehrerin zu gehen. Egal, wie sehr ich sie darin bestärke - sie traut sich das nicht, leider.


    Ja, ich muss wohl wirklich mit der Lehrerin reden, damit sie mir die Gewichtung erklärt - denn bei einigermaßen gleicher Gewichtung ergibt die 05 echt keinen Sinn. Und wenn die Aktivität allein wirklich so viel größeren Einfluss hat als Qualität, Arbeitsverhalten im Team und Sorgfalt/Zuverlässigkeit (in den drei Teilbereichen hat sie zweimal "vorbildlich" und einmal "zufriendestellend"), dann... ja okay, dann ist es so und wir müssen Strategien entwickeln. Aber verstehen kann ich es in dem Fall wirklich nicht mehr.

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Zum Glück? ist sie in einer Klasse gelandet, die derartig laut und respektlos ist (die Jungens rufen ständig *männliches Geschlechtsteil* in den Unterricht und die Mädchen kreischen hysterisch). Das hat zu Folge, daß meine Tochter wahlweise übersehen wird, und/oder die Lehrer es gut finden, daß sie nicht stört, immer alles dabei hat und ihren Tischnachbarn helfen kann. (aber wenn sie sich dann mal meldet, kommt sie nicht dran)


    Also geh mal hin, rede mit denen, frag, ob freiwillige Aufgaben übernommen werden könne um die Note zu verbessern.

    Ihre Klasse ist auch sehr laut, aber hier hat es leider den Effekt, dass sie völlig untergeht. Deshalb sitzt sie ja auch seit drei Jahren in der letzten Reihe - weil die Lauten vorne sitzen sollen. Kann ich aus Lehrersicht nachvollziehen, hat aber zur Folge, dass meine Tochter sich noch weniger meldet als ohnehin schon, weil sie eher leise spricht und dann jedes Mal, wenn sie sich mal traut sich zu melden und drangenommen wird, die Antwort dreimal wiederholen muss, damit die Lehrerin sie vorne versteht - und da das für sie eine Tortur ist, meldet sie sich dann noch nicht einmal mehr, wenn sie die Antwort hundert Prozent sicher weiß. Teufelskreis halt.


    (Ihr habt schon In der 7. Klasse Notenpunkte? Das wäre dann eine Note 4?). Die mündliche Note beinhaltet eben auch die Qualität der Beiträge. Wenn jemand sich nicht von selbst meldet, sind die Lehrer*innen dazu verpflichtet, sie dennoch immer wieder einmal aufzurufen. Kommt dann keine Antwort oder eine falsche Antwort, dann ist das in der Qualität zu berücksichtigen.

    Meine mündlichen Noten berücksichtigen z.B. einerseits die Qualität, andererseits die Arbeitshaltung (Hausaufgaben gemacht, pünktlich, konzentriertes Arbeiten etc. - was ja wiederum eine Voraussetzung dafür ist, Qualität bringen zu können). Jemand, der / die sich nie meldet wird so kaum auf eine 1 kommen (das würde der Rest der Klasse auch nicht als gerecht empfinden), aber dennoch eine vernünftige Note erhalten. Ich finde es schlimm, dass es immer noch so viele Lehrer*innen gibt, die meinen, ruhigen Schüler*innen mündlich miese Noten vergeben zu müssen...

    Wir haben schon in der Grundschule das 15er-Punktesystem, seit *rechnerechne* 2014 glaub ich. Ja, sie hatte eine glatte Vier. Trotz zweimal "vorbildlich" und einmal "zufriedenstellend" in "Sorgfalt und Zuverlässigkeit beim Erledigen von Aufgaben", "Arbeitsverhalten in Partner- oder Gruppenarbeit" und "inhaltliche Qualität der Mitarbeit". Sie hatte von vier Teilbereichen einen schlechten, nämlich die "Mitarbeitsaktivität". Ich empfinde die Gewichtung bei uns als unfair, weil häufiges Melden unabhängig vom Inhalt anscheinend höher gewichtet wird als alles andere. So wie du es handhabst, würde ich es mir für meine Tochter auch wünschen.


    Nicht hilfreich, aber ich lasse dir eine große Portion Mitgefühl für deine Tochter da. Ich war nämlich genauso als Schülerin. Ich war ebenfalls auf dem Gymnasium, schriftlich auch immer gut bis sehr gut, aber leider auch sehr schüchtern. Entweder war ich mir nicht sicher und hab mich lieber nicht gemeldet oder die Frage war mir zu doof oder ich bin einfach übersehen worden.

    An an der Uni gab es übrigens keine mündlich Mitarbeit mehr, da zählte dann nur noch schriftliche Leistung und da hab ich klar den Vorteil gehabt und andere, die "nur" gut reden konnten, waren ziemlich schnell wieder weg ;)

    NanaBaby, du bist meine Tochter #freu! Danke für dein Mitgefühl! Okay, dann hoffen wir mal auf die Uni.


    rhcp: Vereinbar ein Gespräch mit der Lehrerin. Ihr versteht die Note nicht und darauf habt ihr ein Anrecht (also die Notengebung zu verstehen). So wie es gelaufen ist, ist zumindest das Ausfüllen des Zettel unglücklich. Denn der soll euch ja eigentlich helfen zu verstehen, wie die Note zustande gekommen ist und wie sie sich verbessern kann.


    Habt ihr im Saarland eigentlich G8 oder G9? Hier ist es so, dass die Quantität in der Oberstufe wieder etwas mehr zählt. Die Logik ist, dass man von einem Oberstufenschüler eher erwarten kann, von sich aus am Unterricht teilzunehmen. Je nach Länge der Schulzeit sind sie in der neunten ja schon beinah in der Oberstufe, die zehnte ist hier eine "Klappklasse".


    Ja, ich werde gleich morgen einen Termin vereinbaren. Wir haben G8 - aber sie ist ja erst in der Siebten, in der Neunten/Zehnten sind sie ja doch ein gutes Stück älter. Außerdem wird dieser Maßstab schon seit der Fünften angelegt (dieses Problem zieht sich allerdings generell durch ihre ganze bisherige Schullaufbahn).


    Ich rate meiner Tochter auch zur Strichliste. Und wenn irgendwas nicht verstanden, bei jedem Pipifax fragen. Schlimmer als 5 kann auch eine ggf. dämliche Frage nicht sein. Aber sie traut sich das nicht.


    Mittlerweile ist sie auch alt genug festzustellen, dass es sowohl Schüler als auch Erwachsene gibt, die sich einfach immer in sehr positivem Licht präsentieren. Sie findet das häufig peinlich, aber so funktionieren mittlerweile ja ganz viele Sozialblasen, dem entkommt man nicht. Inzwischen nicht mal mehr in der Schule.

    Hier ganz genauso. Ich habe ihr schon alle möglichen Tipps gegeben, aber sie kann es wirklich manchmal einfach nicht. Sie guckt zum Beispiel wenn sie verlegen ist (und das ist sie oft) immer so schräg nach unten auf den Boden. Ich rede mir den Mund fusselig, dass sie einfach mal übt, die LehrerInnen anzuschauen und vielleicht mal leicht zu nicken oder so - einfach, damit wahrgenommen wird, dass sie mitdenkt. Aber selbst das fällt ihr unglaublich schwer. Und ihre Freundinnen können sich durch die Bank weg gut selbst darstellen - da wirkt sie dann noch unsichtbarer. Deshalb liebt sie auch ihren Musiklehrer so, weil der auch ruhige SchülerInnen wie sie sieht, weil er ihr Talent auch erkennt, obwohl sie sich nicht in den Vordergrund drängelt und weil er sie immer wieder ermutigt. Deshalb hat sie in Musik in Mitarbeit *tadadadadaaaaaaa*: eine 15! Leider sind solche LehrerInnen eher die Ausnahme.


    Mein Sohn hat dieses Schuljahr angefangen, nach dem Unterricht regelmäßig (also nicht nach jeder Stunde, aber so etwa alle zwei Wochen) bei der Lehrkraft nachzufragen ob seine Mitarbeit zufriedenstellend ist.

    Das würde sie sich nie trauen. Leider.


    Schade das das immer noch so ist.


    In Fächern in denen ich nicht total sicher war habe ich mich auch kaum beteiligt. Was aber auch daran lag das die Lehrer einen dann gern dazu gebracht haben es nochmal lauter zu wiederholen damit auch wirklich alle mitbekommen haben wie doof man ist um einem dann vor den Latz zu knallen das es falsch ist. #rolleyes

    Das ist mir zweimal passiert, danach hab ich, wenn ich mir nicht ganz sicher war, einfach gar nix gesagt oder "weiß ich nicht". #schäm

    Oh je, so schlimm, dass sie vorgeführt wird, ist es bei uns gottseidank nicht.


    Wir haben das Problem ja auch massiv.

    Das tut mir leid. In welcher Klasse ist dein Kind?



    Ja, eine 05 ist eine glatte Vier. Ich verstehe halt nur nicht, warum Mitarbeitsaktivität anscheinend so viel höher gewichtet wird als alle drei anderen Teilbereiche der Mitarbeitsnote zusammengenommen. Qualität, Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Arbeitsverhalten in der Gruppe sind ja zweimal vorbildlich und einmal zufriedenstellend benotet worden, ich empfinde da ein "ausreichend" als unfair.




    So, das wars für heute - morgen schaffe ich es bestimmt auch noch die anderen vier Seiten zu beantworten #freu.

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Bei so vielen kompetenten Leuten kann ich ja endlich mal fragen: Wo genau ist das mit der Bring- und der Holschuld formuliert? Es wird immer irgendwie mit Mundzumundpropaganda von Studienseminar zu Studienseminar weitergegeben, aber ich finde nix dazu. Kann jemand helfen?


    lg roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • "Mündliche Leistungen müssen unter Umständen vom Lehrer eingefordert werden. Ein Schüler darf nicht mit der Begründung eine schlechte mündliche Note bekommen, er habe sich im Unterricht nie gemeldet. In einem solchen Fall muss der Lehrer den Schüler bei verschiedenen Gelegenheiten von sich aus aufrufen" (Leitfaden Schulpraxis, 6. Aufl., S. 342)

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    Willy Brandt, 1969

  • Ja, das ist ätzend, wenn man ganz hinten sitzt und die Lehrkraft einen dann nicht versteht, dann hat man schnell keinen Bock mehr.


    Meine Tochter muß immer zwischen den Störern sitzen. Das sind dann zumeist die Jungen (21 Jungen, 7 Mädchen).


    Das versuche ich auch bei jedem Lehrer abzustellen, und sorge auch dafür, daß sie recht weit vorne sitzt.


    ICh finde das auch ein Unding die ruhigen Kinder auf diese Art zu diskriminieren.


    Im übrigen war ich selber ein sehr ruhiges Kind und kann die Gefühle meiner Tochter gut nachvollziehen.


    Am schlimmsten findet meine Tochter übrigens, vor der ganzen Klasse an der Tafel stehend, ausgefragt zu werden.

  • Was bin ich froh, dass die Mitarbeit hier eine extra Note ist und so die Fachnoten nicht so sehr runterziehen kann. Ich habe nämlich auch ein so schüchternes Kind.

    Ich würde an Deiner Stelle auch unbedingt das Gespräch suchen.

    Für MICH ist "Mitarbeit" nicht ständiges Melden. Bei 28 Kindern in der Klasse kann doch gar nicht jedes Kind zu jeder Stunde aktiv etwas beitragen. Und wie macht die Lehrperson jede Stunde für jedes der 28 Kinder eine passende Einschätzung? Da ist die Konzentration auf den Inhalt weg?!

    Zu Mitarbeit gehört in meinen Augen auch, dass man dem Unterricht aufmerksam folgt, keine Schwätzereien mit Mitschülern anfängt, sich verwendbare Notizen macht und die Übungsaufgaben sorgfältig löst, andere auch mal unterstützt etc. Man muss nicht unbedingt "sichtbar" sein für gute Mitarbeit.

    Das würde ich die Lehrerin auch mal fragen, was sie da für einen Eindruck von Deinem Kind hat. Vielleicht kannst Du ja auch mal den Hefter mitnehmen, um zu zeigen, wie sorgfältig sie arbeitet.

  • Hier sind ja regelmässig Gespräche mit Lehrperson, Lernenden und Eltern üblich - in so einem Fall würde ich wie Hermine vorschlägt, um einen Termin bitten.

    Wenn sie dann mag, kann sie ihr Problem schildern oder Du übernimmst für sie. Dann schaut ihr zu dritt nach einer Lösung (hier wäre eine kleine schriftliche Zielvereinbarung üblich und ein "Kontrolltermin")

    Wir hatten/haben ja eher das umgekehrte Problem hier, Vorgehen aber ähnlich: "X möchte seine Mitarbeitsnote verbessern/üben, ihr grosses Fachwissen auch mündlich zu zeigen. Dazu versucht X sich einmal/zweimal/dreimal pro Lektion sichtbar zu melden. Fr. Y führt eine Strichliste und bittet X einmal die Woche/jeden zweiten Tag... um eine Antwort, auch wenn andere sich gemeldet haben."

    Oder so.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Zumindest nicht in Baden-Württemberg. vielleicht in Gerichtsurteilen zur Konkretisierung der NVO? Bist du bei der GEW? Da würde ich mal nachfragen. Mein Ref ist ja nicht lange her und da wurde es uns so im Schulrecht von einem Juristen beigebracht.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

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  • vielleicht hilft in dem Ausgangsfall Wikipedia etwas weiter? Übers Saarland steht da aber leider nichts konkret drin....

    https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsbeurteilung_(Schule)

    Aber vielleicht kannst Du mit Begriffen aus Wikipedia was übers Saarland ergoogeln?


    Ich habe "mitarbeitsnote Hessen" in google eingegeben und da kam als erster Treffer die "Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses", das ist hier (Hessen) quasi die 2. Instanz nach dem Schulgesetz und die maßgebliche Grundlage für den Schulalltag. Dort findetman fast alles, was man wissen soll/muss/will/kann.

    Vielleicht gibt "Mitarbeitsnote Saarland" auch brauchbare Treffer.


    Hier wäre es nach meinem Infostand so, dass (Zitat)

    Inhaltliche Qualität der Mitarbeit: ist zufriedenstellend (da konnte man das Kreuz auf einer Linie vorne, mittig oder hinten setzen und es ist ganz vorne, also nahe an "ist vorbildlich")

    Sorgfalt und Zuverlässigkeit beim Erledigen von Aufgaben: ist vorbildlich

    Arbeitsverhalten in Partner- oder Gruppenarbeit: ist vorbildlich

    Mitarbeitsaktivität: muss besser werden (vorne angekreuzt, also nahe an "ist zufriedenstellend")

    so zerpflückt würde:


    Inhaltliche Qualität (ist zufriedenstellend) die Mitarbeitsnote darstellt und

    Sorgfalt und Zuverlässigkeit.... Arbeitsverhalten ... und Mitarbeitsaktivität ins Arbeits- und Sozialverhalten (Kopfnoten) zählen und nicht in die Mitarbeitsnote.


    Wobei ein "ist zufriedenstellend - gaaanz vorne" wohl eher 9 als 5 Punkte wären, wenn man "zufriedenstellend" mit "befriedigend" (=8P) gleichsetzt. Wenn allerdings "zufriedenstellend" mit "ist okay, reicht aus" interpretiert wird, wäre man bei "ausreichend" (=5P).

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

    Einmal editiert, zuletzt von Latie ()

  • Ich muss unbedingt meinen Artikel fertigschreiben, deshalb nur ganz kurz: Kind kommt eben nach Hause, hat den Mitarbeitszettel von Geschichte dabei - identische Kreuzchen in allen Teilbereichen, Gesamtnote 10 (also zwei minus) #hammer. Das sagt mir: ich komme um einen Termin bei der Deutschlehrerin wohl nicht herum. Allerdings weiß ich ja dann auch nur für das Fach Deutsch, wie die Note zustande kommt und ich kann ja schlecht bei allen LehrerInnen einen Termin abmachen, um herauszufinden, wie sie die mündliche Noten vergeben #haare...

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • rhcp

    Das, was ich dir aus dem Berliner Schulgesetz geschickt habe, gilt hier für jedes Fach. Kannst du ja mitnehmen und nach fragen fürs Saarland. #zwinker

    Trillian grüßt






    “Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“ (Douglas Adams)

  • Danke, Trillian, mach ich #kuss! Bin schon gespannt auf das Gespräch (ja, okay, ich muss mich erstmal um einen Termin kümmern #augen).

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Vielleicht lässt sich noch was an der Note drehen.

    Aber viel, viel wichtiger ist, dass Du immer wieder freundlich mit der Lehrerin sprichst. Einfach, damit sie positive Assoziationen bei „Familie rhcp“ bekommt. Damit ersetzt Du die fehlende Präsenz Deiner Tochter im Unterricht.

  • Ja, Heike, da hast du recht. Allerdings hat sie das Problem ja bei der Mehrheit - Edit, siehe letzer Abschnitt: bei der Hälfte - ihrer LehrerInnen, das sprengt doch den Rahmen, regelmäßig mit allen immer zu reden? Klar, zu den offiziellen Beratungsterminen in der Woche nach den Zeugnissen latsche ich immer hin, aber die sind nur einmal im Schuljahr. Oder meinst du das mit regelmäßig?


    So, ich hab sie gerade nach dem aktuellen Stand gefragt: Sie hat in diesem Schuljahr elf LehrerInnen, davon die Hälfte neu. Bei den "alten" LehrerInnen hat sie deutlich bessere Mitarbeitsnoten, nämlich nur Zweier und sogar zwei Einser. Bei allen neuen hat sie ne Vier. Okay, das entschärft das Problem erheblich, sie hat den Fokus so auf die Vierer gelegt und das auch so kommuniziert, dass mir gar nicht klar war, wie viele gute Mitarbeitsnoten sie tatsächlich hat. Aber für sie ist es natürlich trotzdem deprimierend, bei der Hälfte der Fächer jedes Jahr nach einem Lehrerwechsel immer wieder bei Null anzufangen und reihenweise Vierer zu kassieren. Dann schafft sie sich jedes Mal von Halbjahr zu Halbjahr nach oben mit den Noten, um dann nach den Sommerferien wieder neue LehrerInnen zu bekommen.


    Ach, aber gut, dass ich sie eben danach gefragt habe, mit diesem Wissen kann ich doch deutlich besser argumentieren, dass sie nicht aufgeben soll.

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Wir haben zum Glück immer ziemlich zu Beginn des Halbjahres einen Elternabend, wo auch die Fachlehrer kurz hereinschauen (ist für den ganzen Jahrgang parallel, so dass die Lehrer durch jede Klasse turnen).

    Da ich sowieso die Klappe nicht halten kann, bereichere ich immer durch irgendeine positive Anmerkung oder Rückfrage, und kann nicht verheimlichen, wer mein Kind ist. Die Lehrer an unserer Schule verteilen auch ihre Telefonnummer und/oder e-mail-Adresse. Gerade letzteres bietet sich an, einfach mal eine positive Rückmeldung zu geben („Kind berichtete von besonders interessant gestalteter Stunde, war toll, freut uns, weiter so! Soll ja auch mal eine positive Rückmeldung geben!“).

    Auch auf Schulveranstaltungen bietet sich immer mal ein Smalltalk an.


    Ansonsten bietet sich natürlich auch einfach die Rückfrage an: „Muss Tochter an der Qualität ihrer Antworten arbeiten? Heftführung? Referat? Wie kann sie deutlicher aufzeigen?“ Auch wenn Deine Tochter gar nichts ändert, so wird die Lehrerin sie bewusster wahrnehmen.