Masernimpfung - Ansteckungsrisiko durch Impfling, Impfmasern

  • Hallo,

    ich impfe nach individuellem Plan (später & ausgewählt).

    Masern will ich mit dem Einzelimpfstoff "Measles Vaccine Live" impfen (schon bestellt, lagert beim Arzt).

    Eigentlich wollte ich das erst nach dem 18.Monat tun, weil da ein besserer Impfschutz im Erwachsenenalter zu erwarten ist (langanhaltender).

    Da dies der einzige Grund für eine spätere Impfung als empfohlen ist, nun aber zwei Säuglinge (die Kinder meiner Schwestern) in der Familie sind und Weihnachten (bzw. schon Mitte Dezember) alle zusammen kommen, habe ich entschieden, meine Kleine doch ein bißchen früher als geplant impfen zu lassen, damit die Babys keinem Risiko ausgesetzt sind.

    Jetzt hatte ich gedacht, Anfang Dezember reicht, dann ist nach ca. einer Woche der Impfschutz da,

    ABER mir wurde gerade bewußt, daß das ja ein Lebendimpfstoff ist, und damit die Möglichkeit besteht, daß mein Kind Impfmasern entwickelt bzw. durch die Impfung ansteckend ist.

    Weiß jemand hierzu Genaueres - wie groß ist das Risiko der Impfmasern, und v.a. wie lange besteht es? (3 Wochen? oder doch 6 Wochen)?

    Würdet Ihr aus diesem Grund doch noch früher impfen als Dezember?

    Oder ist das Impfmasernerkrankungsrisiko gar höher, als das Masernerkrankungsrisiko an sich doch die 18 Monate warten (sie geht noch nicht in Betreuung und die Brüder sind geimpft) und hoffen, daß in den paar Wochen keine Masern unseren Weg kreuzen?

    Vielen Dank, Seda

    • Die häufigste Nebenwirkung der Masernimpfung sind die so genannten "Impfmasern" - bis zu 10% der Geimpften entwickeln typischerweise 10 - 14 Tage nach der Impfung erhöhte Temperaturen und gelegentlich auch einen maserntypischen Ausschlag - die Betroffenen sind in aller Regel nicht ansteckend (RKI 2010), es sind jedoch einzelne Fälle von "klassischen" Maserninfektionen bei Kontaktpersonen von Geimpften beschrieben, teilweise mehr als 5 Wochen nach der Impfung (Sood 2017, Murti 2013, Milson 1989). Die typischen Impfmasern klingen in der Regeln innerhalb weniger Tage komplikationslos ab und weisen auf ein "Angehen" der Impfung im Sinne einer Bildung schützender Antikörper hin - Komplikationen bei Impfmasern sind als sehr seltene Ausnahme sowohl bei Immunkompetenten als auch bei immunologisch kompromittierten Patienten beschrieben (Bitnun 1999, Monafo 1994).

    • Bei einer nicht bekannten Quote von Geimpften lässt sich mit oder ohne Symptomatik von Impfmasern das Impfvirus etwa 10 Tage nach der Impfung im Rachenabstrich nachweisen (Aoki 2013, Morfin 2002) - die klinische Bedeutung dieses oft zufällig erhobenen Befundes ist völlig unklar, eine Ansteckung anderer mit dem Impfvirus wurde bisher nicht dokumentiert (Greenwood 2016).

    Also die Impfmasern an sich scheinen trotz häufigem Auftretens nicht so das Problem zu sein, da eher nicht ansteckend.

    Aber es kann trotzdem eine Ansteckung durch den Impfling passieren - wie auch immer man "einzelne Fälle" definiert.

    Bleibt die Frage, ob das grundsätzliche Risiko, Masern zu erwischen (was für die Babys natürlich wirklich sch.... wäre) größer oder kleiner ist, als sich nach der Impfung bei meinem Kind anzustecken.


    Hm. Impfen im November, damit bis Mitte Dezember möglichst keine Gefahr mehr vom Impfling ausgeht, oder dann erst recht erst nach den Feiertagen / Babykontakt impfen?

  • Ich weiß noch, daß meine ältere Tochter (habe sie mit 3 Jahren gegen Masern impfen lassen, als sie in die Kita kam) ganz tolle Impfmasern (halb ironisch, wenigstens weiß ich, daß die Impfung ein Erfolg war) hatte und sie mit eben diesen ganz normal mit Rücksprache der Kinderärztin in die Kita gegangen ist. Es handelte sich nur um Ausschlag, sie hatte kein Fieber oder sonstige Symptome.

    Julia und Tochter (11/04), Tochter (04/08), Sohn (06/17) und Tochter (12/20)

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.


  • Deine Frage war zwar anders, aber so etwas Heftiges wie Masern würde ich nicht im Winter mitten in der Erkältungszeit impfen.

    Wir haben im Dezember impfen lassen und es bitter bereut. Das Immunsystem unserer Tochter war dann so mit dem Bilden der Antikörper beschäftigt, dass sie ganz anfällig wurde und wirklich heftig und langwierig erkrankt ist.

    Viele Grüße SonnenLotte #sonne
    mit Groß (4/12) #love und Klein (3/16) #herzen

  • Ich finde Masern-Impfung tierisch wichtig. Auch und grade wenn Säuglinge im Umfeld sind. Aber

    Deine Frage war zwar anders, aber so etwas Heftiges wie Masern würde ich nicht im Winter mitten in der Erkältungszeit impfen.

    Wir haben im Dezember impfen lassen und es bitter bereut. Das Immunsystem unserer Tochter war dann so mit dem Bilden der Antikörper beschäftigt, dass sie ganz anfällig wurde und wirklich heftig und langwierig erkrankt ist.

    Hier muss ich leider unterschreiben. War bei uns auch so. Also am Besten jetzt gleich, bevor die große Erkältungzeit losgeht. Oder eben erst im Frühling, aber sobald irgendwo Masern auftreten Dein ungeimpftes Kind von den Babys bis Ende der Inkubationszeit fern halten.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.