Schubladen - Kunstprojekt zum Thema Vorurteile

  • Am Wochenende habe ich in Mönchengladbach ein tolles Kunstprojekt gesehen und möchte euch darauf aufmerksam machen. Wer nicht nach Mönchengladbach kann, es gibt auch eine interaktive Homepage zum Projekt. Da kann man z.B. an einem Quiz teilnehmen und seine Menschenkenntnis testen: https://www.schubladen.online/

    Ich habe bei dem Quiz ziemlich schlecht abgeschnitten - weniger als 20% habe ich richtig eingeschätzt. #angst

  • cool!

    Ich hab das Quiz 2 mal gemacht, beide Male unter 20 Prozent und frsge mich aber wie ich anhand eines Fotos wissen soll was die Leute machen?

    Schade finde ich dass es keine Auflösung dazu gibt

  • Ich finde, anhand der teils verfremdeten Fotos kann man überhaupt keine Einschätzung treffen. Das ist dann aufgrund der Quizfrage geraten. Wie bitteschön soll man schätzen, welche Frau schon einmal im Frauenhaus war? Alle Fotos sind extrem gestylt.


    Also, mit diesen inszenierten Fotos ist die Fragestellung merkwürdig. Meines Erachtens gibt es da nichts einzuschätzen, man müsste mit den Personen ins Gespräch kommen.

  • Ich habe bei dem Quiz ziemlich schlecht abgeschnitten - weniger als 20% habe ich richtig eingeschätzt.

    Ich hatte kein einziges richtig #lol q.e.d. (Autismus)

    Liebe Grüße
    #herz Ebun (F84.5G) mit Mausi (*04), Hasi (*06, F84.5G) und Knödel (*08, F90.0G)



    Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Lichter entzündet werden.

  • Ich lag beide Male unter 40%. Einmal habe ich entsprechend meines Schubladendenkens geklickt und einmal genau entgegengesetzt. Macht also keinen Unterschied irgendwie... #gruebel

    <3...So laut und so verloren war es hier, als Stille bei uns wohnte anstatt dir... <3

  • Eine Auflösung gibt es ganz bewusst nicht, da die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen geschützt werden müssen.

  • Ja, die Personen sind alle sehr gestylt. Das hat auch seinen Sinn. Auf der Homepage findet sich diese Aussage der Fotografin: "Ich hatte in einer Behindertenwerkstatt fotografiert. Unter anderem einen schüchternen, jungen Mann mit einer geistigen Einschränkung. Für das Portrait gab ich ihm Kleidung, die ihn älter und auch 'cooler' aussehen ließ. Er gefiel sich darin. Die Haare hatte ich zu einer moderneren Frisur gestylt. Er mochte sein Portrait wohl sehr: Zur Vernissage kam er in ähnlicher Kleidung und mit genau dem Haarstyling, wie auf seinem Bild. Er wirkte deutlich selbstbewusster und ließ sich vor und mit seinem Portrait fotografieren."

  • Hallo,


    Vielleicht geht es beim Quizz ja gerade darum? Daß wir uns an Hand der Optik eine bestimmte Vorstellung vom Menschen haben, die aber überhaupt nicht zutreffen muss?


    Dann wäre eine Auflösung auch nicht wichtig, die Erinnerung daran, daß man den Menschen sicher einiges, aber eben bei weitem nicht alles ansieht und daher eben nicht vorschnell urteilen sollte, die wichtigere "Auswertung"...


    Mir geht es so, ich habe - ohne dsa zu wollen ! - oft doch in meinem Kopf bestimmte Typen, meist mit früheren Erfahrungen verbunden. "Studententyp", "laut und derb", "mütterlich und (daher) vertrauenswürdig" ... Da spielt nicht nur die Optik rein, auch der Dialekt (bestimmte Dialekte empfinde ich als "näher", und damit auch irgendwie als "vermutlich nett", was im Gegenzug nicht heißt, daß ich andere gleich als un-nett einstufe, aber es fehlen dann gewisse Vorschuss-Lorbeeren) die Lautstärke beim sprechen usw.


    Da immer wieder dran zu denken, daß die eben auf früheren Bekanntschaften und Erfahrungen basieren und mit diesem Menschen direkt vor mir nichts zu tun haben, finde ich wichtig.

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  • Ja, genau. Darum geht es. Zu zeigen, dass eigentlich alle Menschen in erster Linie einfach Menschen sind. Dadurch dass alle fotografierten Personen professionell gestylt wurden, fallen eine Menge Kriterien weg, aufgrund derer man sie sonst beurteilen könnte. Es fallen die finanziellen, sozialen, körperlichen, psychischen und geistigen Schranken weg, die manche Menschen daran hindern, sich so geschickt zu präsentieren wie die Menschen, die in ihrem Leben mehr Glück hatten.

  • Ich finde, anhand der teils verfremdeten Fotos kann man überhaupt keine Einschätzung treffen. Das ist dann aufgrund der Quizfrage geraten. Wie bitteschön soll man schätzen, welche Frau schon einmal im Frauenhaus war? Alle Fotos sind extrem gestylt.


    Also, mit diesen inszenierten Fotos ist die Fragestellung merkwürdig. Meines Erachtens gibt es da nichts einzuschätzen, man müsste mit den Personen ins Gespräch kommen.

    Ich behaupte mal, das ist genau der Clou - dass man eben einen Menschen nicht allein nach seiner Optik einschätzen kann.

    Edit: Wie Trin und Schlehe ja auch schon erklärt haben.;)

  • eigentlich ja beruhigend, wenn man nahezu keinen treffer hat :D


    mir ging es auch so, dass ich stets keine ahnung hatte,

    was ich antworten soll und einfach irgendwas genommen habe.


    die bilder finde ich total gelungen!

  • Ich bin auch unter 40%. Aber das lag nicht an "Schubladen", ich habe den Leuten in die Augen geschaut und ansonsten einfach irgendwas angeklickt. Vieles davon sind ja auch keine ausschließenden Kategorien. Z.B. "Kunstlehrerin", "Bildhauerin" und "war in einem Frauenhaus" kann doch alles gleichzeitig zutreffen.

    Außerdem, wie sieht denn bitte jemand aus, die " Bewohnerin eines Frauenhauses" war??

    Vielleicht macht mich der Glitzer nicht schöner, aber dafür glitzeriger#nägel


    "Wenn sich niemand aufregt, ändert sich doch nie was!"