bargeldfrei leben - wie kann ich mir das vorstellen?

  • weil ich vor gerade irgendwo gelesen habe, dass die österreicherInnen dem klassischen geld recht treu bleiben udn nur recht wenig bargeldlos bezahlen, habe ich mal wieder darüber nachgedacht, wie eine bargeldlose gesellschaft funktioniert.


    bei normalen einkäufen und dienstleistungen kann ich mir das vorstellen, trinkgeld geht dann halt nicht mehr an der steuer vorbei. aber wie ist es zum beispiel mit bettlern? wie kommen die zu geld? oder wenn ich mein kind schnell was beim bäcker einkaufen schicke? dem kind geb ich doch nicht meine plastikkarte mit. wie soll sowas bargeldlos funktionieren? oder ist es gewünscht, dass sowas nicht mehr funktioniert?


    die zwei schilling für den münzfernsprechautomaten braucht man ja heute quasi nicht mehr, weil sogut wie jeder ein handy hat. also vielleicht gibts ja irgend welche möglichkeiten, die ich nicht sehe.

    #rose  

    Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.

    Equality is not about making women more like men, but about creating an environment where both sexes can have equal choices and fully participate in social, work and family life.



    Věra Jourová

  • Na, alles Soziale am Geld, den Armen was abgeben, das Trinkgeld für Leute mit besch...eidenen Gehältern, fällt halt weg.


    Flohmärkte, Spendendosen, Weltspartag, interessant wird es bei Spielautomaten. Oder Kollekte. Baumabholung der Jugendfeuerwehr.


    Gibt ja jetzt die neuen Karten, dir man nur vors Gerät halten muss, dann darf der jeweilige Laden halt kein Mindestsumme angeben, wenn man nur einen Kaffee kauft.


    Almosen per QR-Code? Ich glaube, soweit sind die Leute noch nicht hier. gg Schreien doch immer alle nach Datenschutz. Dass es in China klappt, wo eh alles überwacht wird, wundert mich nicht.

  • Gerade heute hab ich einen Artikel gelesen (aber wo?), dass in Schweden (?) Bettler z.B. ein Benutzerkonto bei der dort gängigen Bezahlapp haben, sodass man ihnen so Geld überweisen kann. Ob das bedeutet, dass der Bettler dann ein Smartphone hat, kam leider nicht zur Sprache. Andere Artikel zu dem Thema haben auch das Bettlerbeispiel aufgegriffen. Z.T lassen sie sich dann Pfandflaschen geben oder etwas im Supermarkt kaufen.


    Ich habe vor Kurzem bemerkt, dass ich unbewusst schon fast bargeldlos lebe. Ich kann nicht genau rekonstruieren, wann das bei mir angefangen hat, aber inzwischen bezahle ich fast alles mit Karte. Im Hinterkopf habe ich zwar das Bewusstsein, dass ich dadurch transparenter werde, aber tatsächlich finde ich es so praktisch, dass es das überlagert.


    Edit: Gerade geschaut, Swish heißt die App und kommt in Schweden zum Einsatz; wenn man danach googelt kommen einige Artikel dazu, wie das im Detail funktioniert. Die Kirchenkollekte zB zahlt man am Automat (gibt es jetzt auch in Deutschland zum ersten Mal).

    So oder so ist das Leben, so oder so ist es gut. So wie das Meer ist das Leben, ewige Ebbe und Flut.

    Hildegard Knef

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  • Zu Flohmärkten: Als wir im letzten Jahr im Dänemarkurlaub waren, konnte man bei beiden Flohmärkten, bei denen wir waren, an fast allen Ständen per Handy bezahlen. Genereall schien mir das bargeldlose bezahlen in Dänemark viel weiter verbreitet zu sein als hier in Deutschland. Gerade habe ich auch irgendwo einen Artikel gesehen, dass Schweden da noch weiter ist, allerdings habe ich den nicht gelesen.

  • Zitat "Bedeutet kein Bargeld weniger Verbrechen?

    Bei Karten- oder Handyzahlungen hingegen können die Finanzdienstleister Geld verdienen: über Gebühren. Bei Swish müssen bislang nur die Händler zahlen. "Aber wenn das Bargeld erst einmal verschwunden ist und die Banken ein Monopol haben, werden sie auch die Verbraucher zur Kasse bitten", prophezeit Sanandaji. Und die wertvollen Kundendaten kriegen sie schon jetzt gratis oben drauf."


    Noch mehr Macht den Banken, na ich weiß ja nicht...


    Oder das hier:

    "Noch schlimmer sei, dass sich Schweden von der Technologie abhängig mache - und damit verwundbar. "Wenn wir gar kein Bargeld mehr haben und irgendetwas das digitalisierte System stört, was machen wir dann?" Schon ein kurzzeitiger Stromausfall oder ein IT-Fehler könne Probleme auslösen. Und noch viel schwerwiegender seien staatlich orchestrierte Cyberattacken. "Wenn jemand die Bezahlsysteme ausschaltet, herrscht Chaos.""

  • Ich nutze hier auch eine App, wo man per Handy Geld an Kollege schicken kann. Nennt sich Twint und läuft über die Telefonnummer. Ich denke man kann längerfristig schon davon ausgehen, dass fast alle ein Smartphone besitzen. Ich meine auch Bankkarten und so, sind noch nicht sehr „alt“ und jeder hat eine. Ich finde das alles sehr praktisch, möchte aber trotzdem umbedingt Bargeld behalten. Ich meine solange wir in einem „guten“ Staat leben, macht das mit bargeldlos ja irgendwie Sinn. Aber sobald sich die politische Situation deutlich ändert, fänd ich das furchtbar gefährlich.

  • Ich meine solange wir in einem „guten“ Staat leben, macht das mit bargeldlos ja irgendwie Sinn. Aber sobald sich die politische Situation deutlich ändert, fänd ich das furchtbar gefährlich.

    Ich möchte das auch nicht in einem "guten" Staat. Ich möchte selbst bestimmen, wie ich wo bezahle. Und ich will meine Kinder mit zusammengespartem Kleingeld losziehen lassen, die freuen sich da immer wie Bolle. Und tausend andere Gründe hab ich auch noch. (Ja, ich bezahle auch oft mit Karte, aber eben nicht immer und nicht überall.)

    Liebe Grüße, Silke


    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Ich habe nicht behauptet, dass ich einen kritischen Artikel gelesen habe.

    Ich habe ihn nur verlinkt, weil ich ihn gerade in den letzten Tagen gesehen hatte.

    Und ja, ich möchte auch gerne weiterhin selbst bestimmt, wie ich bezahlen möchte und finde es sehr wichtig auf die Gefahren und die Sicherheit hinzuweisen.

  • In Frankreich ist es ja auch viel mehr üblich ohne Bargeld zu zahlen.

    Auch drei Kiwi auf dem Markt werden da mit Karte bezahlt, und auch am Flohmarkt kann man oftmals mit Karte zahlen ( zumindest im Süden)


    so ganz ohne Bargeld ist aber für mich noch unvorstellbar

  • Wir waren im Sommer in Schweden. Das war für mich teilweise sehr schräg, ich musste an der Tankstelle einen Kaugummi für 80 Cent mit Kreditkarte bezahlen. Konnte als ich an einer Hotelbar wartete nichts trinken, weil ich nur Bargeld einstecken hatte.


    Am bizarrsten für mich war es, als wir auf einer privaten Party eines Bootsclubs eingeladen waren. Dort gab es eine Verlosung, pro Los 50 Cent oder so. Und alle haben die Lose mit dieser Swish-App bezahlt #blink