SLP - Halloween versus rabige Erziehung

  • ich fand halloween anfänglich (so 2004) auch komisch und unnötig. habe es dann nur den kindern zuliebe mitgemacht.


    inzwischen mag ich es auch mehr als fasching. vorgestern war ich als einzige in der familie verkleidet, während die kinder dieses jahr keine richtige lust hatten. #hammer


    die kleine hat dann gestern nochmal was für sich allein gemacht: https://www.facebook.com/1769643909/posts/10205729127785328/

  • die Rübengeister gab es eben auch in Irland, als die Iren dann nach Amerika ausgewandert sind haben sie ihre Tradition von Halloween mitgenommen, aber dann eher Kürbis ausgehöhlt, weil es da eben mehr Kürbisse als Rüben gab. Wurde letzt bei Logo so erklärt.


    Ebenso ist es in den USA doch auch so das eigentlich nur dort geklingelt wird wo auch geschmückt und beleuchtet ist. Das ist hier halt noch nicht überall so angekommen.

  • Ich kenne Halloween aus amerikanischen Filmen und Serien....

    Und da gibt's einmal die Familienvariante - die Kinder verkleiden sich und betteln in ihrer Siedlung - ganz verwegene spielen streiche, wobei das nicht wirklich gern gesehen ist.

    Ich kenne es eher so, dass sich alle verkleiden .. Kinder und Erwachsene. Es gibt durchaus auch in den meisten Firmen Halloween-Parties ausschliesslich fuer Erwachsene. Aeltere Jugendliche oder Erwachsene treffen sich zu Parties, wo dann eben teils die juengeren klingeln usw. Oder eben Haunted House Parties. Bei uns gibt es zum Beispiel immer ein Haus, wo die Leute draussen ein Buffet aufbauen und dann gibt es Wein etc fuer die Erwachsenen und man trifft sich dort halt nachdem/waehrend man so um die Haeuser geht mit den Kindern. Die Haeuser selbst sind gruselig dekoriert .. teils auch echt so richtig wirklich gruselig mit Geraeuschen, Schockeffekten usw. Gibt auch ein paar Spassvoegel, die gerne klingelnde Kinder erschrecken und in Gruselmasken die Tuer aufmachen oder so. Verkleiden gibt es alle Arten, wobei spaetestens so ab 6./7. Klasse eher die Originalitaet wichtig ist als irgendwas gruseliges. Als Betteln verstehe ich das ueberhaupt nicht und hat auch nichts mit Streichen zu tun (in 12 Jahren USA ist mir noch nie irgendwo ein Streich untergekommen .. das kenne ich eher von der Hexennacht in D und da meist so richtig uebel). Es ist halt einfach ein Nachbarschaftsfest bei dem man mit allen Nachbarn mal quatscht, auf der Strasse Leute trifft, die man kennt usw. Und wenn ein Haus dunkel ist, wird das komplett ignoriert. Und in den Schulen wird das halt auch gross gefeiert mit Spielen, Umzug usw.


    Wie das in D ist, weiss ich aber gar nicht. Vor 11 Jahren als wir noch dort waren, hat dort niemand Halloween gefeiert. Nur Gruselverkleidung klingt langweilig und ich glaube meine Kinder waeren davon auch total unbegeistert. Hat sich zumindest noch nie jemand gruselig verkleidet. Meine Grosse war etwas genervt, dass sie laufend fuer einen Teufel gehalten wurde, obwohl sie doch ein Fuchs war ;)


    Ich mag Halloween selbst auch nicht so wirklich. Aber das liegt daran, dass meine Vorstellung eines gelungenen Abends darin besteht in Ruhe alleine auf dem Sofa zu sitzen und ein Buch zu lesen und nicht mit irgendwelchen Leuten zu reden oder mich zu verkleiden. Zumal ich Suessigkeiten eh nicht so mag.

  • Ich kann mit Halloween auch gar nix anfangen. Mir ist es unangenehm irgendwo zu klingeln und "zu betteln". #hmpf


    Ich will da auch nicht mitlaufen und mag auch keine Besucher an der Tür. Aber da ich nicht geschmückt habe, kommt auch keiner. :)


    Meine Große ist im Grundschulalter alleine mit Freunden losgezogen.

    Die Jüngeren sind noch zu klein, um alleine zu gehen. Aber nächstes Jahr können sie das ja machen. Von mir aus, aber ohne mich. #pfeif


    Wir sind am 1.Advent abends losgezogen und haben gesungen. Im Grundschulalter. Wenn ein Licht im Hausflur oder vor der Tür brannte, wusste man, hier sind wir gewünscht. Dafür gab es Klimpergeld oder Süsses oder Obst.

    Das macht jetzt keiner mehr. :(



    In meiner Kindheit gab es bei uns noch


    https://de.wikipedia.org/wiki/Rübengeistern


    "Rübebötz" kenne ich auch aus meiner Kindheit. #ja

    #super No one is you and thats your power #super

    Einmal editiert, zuletzt von campari ()

  • Drohen? Erpressen? Was?!

    Ja. Doch.

    Wer einmal am Morgen des 1. November Eier und passierte Tomaten von der Hauswand geschrubbt hat, versteht "Süßes oder saures" durchaus als Drohung bzw. Erpressung!


    Ich bin bekennender Faschingsmuffel und kann mit Halloween genausowenig anfangen. Habe aber jedes Jahr zuviele Süßigkeiten da.

    Dieses Jahr mußten Kinder trotzdem ohne Beute abziehen. Denn die angebotenen Gummibärchen durften die 5 "vom Koran aus" nicht essen.


    Die Kinder sind in Begleitung zweier Erwachsener losgezogen und mit reicher Beute heimgekommen.

    Die anschließend im Freundeskreis kredenzte Kürbissuppe haben nicht alle Kinder geschafft#cool


    Für uns ist es inzwischen ein Anlass sich mal wieder zusammen zu setzen und zu feiern. Ohne Verkleidung.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Ich mag Halloween, eigentlich schon immer, wobei immer irgendwann in meinen jungen erwachsenen Jahren anfing, vorher gab es da hier nicht und man kannte es nur aus amerikanischen Filmen.

    Bei uns gab es ja nur Fasching und das war lustig-fröhlich mit allen Verkleidungen und nur bedingt gruselig.

    Ich hab mich im Studium mit der Geschichte beschäftigt, weil ich - nicht christlich gläubig - an den alten keltischen Bräuchen interessiert war und meine Diplom Arbeit auch über die Hexenverfolgung geschrieben hab.

    Diesen Erpressungskontext "Süßes oder (sonst gibts) Saures" lehne ich total ab, eben weil ich das drohende darin überhaupt nicht mag und auch nicht richtig finde.

    Die Gruselverkleidungen hingegen mag ich, für mich erfüllen sie den Zweck, böse Geister zu vertreiben.

    Wir haben jahrelang ein Gruseldiner in unserem Haunted House veranstaltet. Mein Sohn durfte aber lange nicht Süßigkeiten betteln gehen. Letztes Jahr hat mein Bruder dann das Gruseldiner ausgerichtet und der 13jährige Sohn ist dann mit seiner Freundin losgezogen, weil in dieses Wohngegend viele Kürbisse vor den Häusern standen, sie haben auch nur da geklingelt.

    Und nicht mit "Süßes sonst gibts Saures" sondern mit diesem Spruch

    "Wir ziehen heut von Haus zu Haus und treiben böse Geister aus.

    Dafür holt ihr uns zum Dank, Süßigkeiten aus dem Schrank"

    Damit konnte ich dann auch leben.

    Dieses Jahr fiel das Klingeln gehen wieder aus, war nicht mehr so wichtig.


    Ach ja, schade finde ich übrigens, dass sich mittlerweile die Walpurgisnacht am 30.4., also die Freinacht, wie sie hier heißt, zu einem Fest der Zerstörung entwickelt hat. Früher durfte man Dinge, die nicht festgemacht waren, wo anders hinstellen. Heute werden Straßenschilder zerstört, Fahrräder geklaut, Gartentüren und Mülltonnen kaputt gemacht. Da hat keine mehr ein Unrechtsbewußtsein, hauptsache Zerstörungsspaß, sowas kotzt mich massiv an.

    der Bub vom 02/2004

    Einmal editiert, zuletzt von Jaelle ()

  • hier wird da geklingelt wo geschmückt ist,das ist quasi die Einladung zum Erschrecken und wir erschrecken nach Kräften zurück. Je nach dem was da für Kinder stehen. Bei kleineren Kindern gibt's die abgespeckte Variante.

    Grusel und Horror ist halt unser Ding.

    Wo Furrina drauf steht ist in dem Fall Carrrie drin #evil


    und immer noch mit Chaosfamilie :D

  • Jaelle , ja, freinacht, absolut fürchterlich. Vor 2 jahren lief hier wohl ne horde wahnsinniger durchs dorf, hat alles zerstört und zugemüllt und auf der Kirchenmauer stand in schwarz gesprayt "god is a motherf..."

    Das hat mich etwas verstört.

    Halloween bekomme ich dagegen überhauptnicht mit, alle paar Straßen steht ein ausgehöhlter kürbis.


    Bei meinen eltern klebte vor jahren mal Klopapier am auto, als sie keine passenden Süßigkeiten hatten.

  • Ich finde Halloween super. Es ist ein fröhliches Fest der Angst. Die Menschen machen sich an Halloween lustig über den Tod. Die Kinder lernen, über ihre Ängste zu lachen. Das finde ich genial. Und absolut vereinbar mit rabiger Erziehung. Denn ein Problem oder eine Angst wird sofort kleiner, wenn man darüber lachen kann. Daher ist Halloween meiner Interpretation nach kein Fest, das Angst macht, sondern eins das im Grunde genommen Angst wegnimmt.


    Aber ich mag auch Karneval, bin sogar Mitglied im Karnevalsverein. Und Sankt Martin mag ich auch, und Nikolaus auch. Wir feiern die Feste wie sie fallen #freu. Die schließen sich ja nicht gegenseitig aus.

  • Danke @Schlehe und Jaelle :)

    Mit eurer Interpretation von Halloween freunde ich mich gerne an.

    Diese Drohung mag ich nämlich auch nicht.

    Die Verkleideten aber als gruselige Helfer, die böse Geister vertreiben und über den Tod lachen, zu sehen, finde ich gut. #ja

    #super No one is you and thats your power #super

    Einmal editiert, zuletzt von campari ()

  • Wir feiern auch Halloween...hat sich so ergeben, da meine Tochter ja seit Jahren in ihren Geburtstag reinfeiert...


    Die Nachbarskinder freuen sich schon immer...hier klingeln...sich von mir erschrecken lassen...Tochter und ihre Gäste verteilen Süßkram...oder Saures ( obst)...

    Und der Sohn rennt mit seinen Kumpels los und sammelt Süßes bei den Nachbarn ( die mitmachen...haben geschmückt...die anderen werden in Ruhe gelassen)

    Anschließend wird gefeiert...gefuttert...ubs irgendwann pennen hier alle.


    Hier gabs noch nie Probleme...keine Horrorclowns...und auch keine Eier an der Tür....ich hoffe das bleibt so.


    Die Mai-Nacht ist viel schlimmer...viel betrunkene...umgekippte Mülltonnen...und Gegröle..

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • Ich mag Samhain und auch Belthane.

    Kennt ihr das Versengold Lied davon? Sehr cool. ;)


    Und wie es jeder auslegt und feiert ist ja unterschiedlich. Hier gibts das leider noch gar nicht.

    Ich empfinde das insgesamt wie Schlehe.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Die letzten drei Halloweens hier im nördlichen UK (in 3 verschiedenen Städten) war Nullkommanix los! In der Woche davor gab es im Einkaufscenter Kinderschminken, und Disco für die Teens im Community Center das wars. Vereinzelt sieht man ein verkleidetes Kleinkind. Keine Tricks or treats. Da war in Berlin deutlich mehr los. Meiner will das eh nicht, der hat mich nur angeguckt, als sei ich bekloppt und mir dann mitgeteilt, das könne ich alleine machen ;)


    Edit: ich selber kann auch nicht so viel damit anfangen, es stört mich aber irgendwie deutlich weniger als (der gefühlt verpflichtende Frohsinn beim) Fasching/Karneval

    Weihnachtskind 2013

    Sternenkind 11/2017

    Sternenkind 08/2019

    3 Mal editiert, zuletzt von Mondkalb ()

  • Ja, Fasching finde ich auch noch zig mal schlimmer. Halloween hat wenigstens Stimmung. Aber Fasching ist irgendwie nur Ballermann mit Kostuemen. Und zumindest bei Erwachsenen auch mit deutlich mehr Feucht-Froehlichkeit verbunden. Sowas finde ich immer sehr unangenehm.

  • Ich mag das dekorieren und so, kann dich, Krötenmutti, ansonsten aber gut verstehen.

    Für die Kinder, die ich kenne, ist es klar "Süßes oder (es gibt) saures" das sehe ich auch als Erpressung. In einer harmlosen Form, dennoch bin ich da sehr klar, dass ich das doof finde. Lernen meine eben Sprüche, kommt ganz gut an offenbar.

    Hier war es eine Zeitlang auch heftig, da flogen Böller und Rohe Eier, wenn jemand nichts gab. Und das in einer Ecke, wie "rabig sein" sehr groß geschrieben wird.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • Hier kaum Halloween, St. Martin mit Kribschen ist hier einfach zu stark.

    Nach dem Martinszug klingeln die Kinder mit Laternen, singen und bekommen Süßigkeiten.


    Ansonsten kenne ich "Trick vor Treat" eigentlich als logische Konsequenz. Gebt Ihr uns nichts süßes, dann beschützen wir Eher Haus nicht und die (sowieso anwesnden) bösen Geister kommen.

  • Meine Tochter und ich sind zu dem Schluß gekommen, dass es bei Halloween/Samhain darum geht, böse Geister zu vertreiben und zwar fängt man in sich selbst an - man überwindet seine Ängste. Das habe auch ich dieses Jahr das erste Mal verstanden, durch sie.

    Sie hat sich ordentlich gegruselt, war dann aber auch sehr stolz, was sie sich dann doch getraut hat, zusammen mit mir. Die Leute hatten zum Teil wirklich spektakulär geschmückt, mit Tonbändern und zahlreichen Kürbissen und Gespenstern .

    Man hat gesehen, wie viel Freude nicht nur die Kinder haben, sondern auch die besuchten oft älteren Leute. Alle hatten liebevoll vorbereitet und freuten sich über die niedlichen Gespenster, die meist völlig verschüchtert vor der Tür standen. Oft wurde ein Gedicht als Gegenleistung eingefordert und es war auch immer ein Kind dabei, das eins einstudiert hatte.

    Niemand hat etwas als Drohung verstanden oder so gemeint und bis auf weg geworfen Bonbonpapier hat auch niemand etwas angestellt.

    Seit diesem Jahr bin ich richtig begeistert von Halloween. Es setzt so viel Kreativität frei. Zum Beispiel habe ich von zwei Mädels gehört, die mit einer großen Biotonne unterwegs waren und vor diese vor der Tür platziert haben und wenn jemand öffnete, stand da die Tonne und sie kamen raus gehüpft. ?


    Ach so, dann war da noch die Seniorin, die fragte: "sagt ihr auch noch xxxx?" Irgendwie muss es hier im Norden mal früher einen ähnlichen Brauch gegeben haben.

  • Matten Mähren?

    Da haben wir Süßigkeiten geschnorrt, mit Liedchen vortragen.

    Das an Fasching zu machen kenne ich hingegen gar nicht :D

    Echt mal wieder interessant wie unterschiedlich das regional ist.