sind Gesamtschulen wirklich so schlecht?

  • Wir haben nur in der Schule hospitiert, die dann auch in Frage kam, quasi wie ein Probetag.

    Bei zwei Gesprächen mit Schulleitungen hatte ich ihn dabei, aber das hat ihn eher verunsichert.


    Wir sind zufrieden mit der IGS, mein Sohn fühlt sich wohl und rückblickend war die Gymzeit Horror für ihn und schlussendlich die ganze Familie.


    Zur Walldorfschule, eher mein Favorit, sagte er elfjährig damals:

    wie ein Kindergarten, für viel zu gross geratene Kinder.


    Aber vielleicht wäre ja die Realschule etwas für Euch?

  • würdest du denn dann eher empfehlen das Erstgespräch ohne ihn zu machen? Sie hätten ihn gern dabei, dann muss ich ihn aber vom Nachmittagsunterricht befreien lassen.

    Ja Realschule wäre schon auch eine Alternative, die ist allerdings sehr gross (1000 Schüler) und hat ihn damals beim Tag der offenen Tür in der 4. Klasse gar nicht angesprochen.

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Ganztag ist übrigens nicht verpflichtend in der IGS, in der Realschule gibt es das gar nicht. Aktuell ist er im Ganztag, aber das würden wir sowieso nach der 6. nicht weitermachen.

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Schwer zu sagen! Sehr individuell diese Angelegenheit. Meiner ist in so Situationen eh fast lautlos, weil schüchtern.

    Hatte ihn erst nach Hospitation dabei um alles klar zu machen. Ging alles zeitnah und zügig! Wollte ihn nach Osterferien direkt umschulen.

    Vielleicht ihn fragen? So mancher wäre vielleicht beleidigt und würde sich ausgeschlossen fühlen?!

  • P.S. Meine Haltung dazu ist, das schlussendlich ich entscheide.

    Versuche ihn natürlich „im Boot“ zu haben, damit das Ganze auch gelingt. Aber manchmal sind ja die Gründe aus Kinderperspektive, nicht von gänzlicher Tragweite und Konsequenz bedacht.

  • Wenn die Schule ihn dabei haben möchte, dann auf jeden Fall mitnehmen. Die IGSen hier wollen die Kinder kennen lernen und mit ihnen sprechen.

  • Klar, wollten sie auch bei uns.

    Aber ab und an erlaube ich mir es so zu machen, wie es uns am sinnvollsten erscheint. Schulwechsel ist mit viel Stress im Vorfeld, während und danach verbunden.

  • Klar, mach ich auch. Aber wenn die IGS eigentlich die Wunschschule ist, würde ich das mit Kind machen. Zumal hier auf einen IGS Platz mehrere Bewerber kommen. Da dann auch noch nach dem richtigen Verhältnis Mädchen Junge und den verschiedenen Leistungsstufen in der Klasse geguckt wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit einen Platz zu bekommen noch mehr.

  • danke für eure Meinungen. Ich muss mal noch mit ihm reden...habe jetzt am Freitag erst mal noch ein Gespräch mit der jetzigen Klassenleitung. Die hat vorab auch schon die andren Hauptfachlehrer um deren Einschätzung gebeten. Laut ihrer Mail sind alle der Meinung, dass mein Sohn richtig am Gymnasium ist und es packen kann, er macht sich aber zu viel Druck. Ja das ist auch richtig, aber inwieweit das besser werden kann oder nur immer schlimmer, kann ich nur schwer einschätzen. Komisch, dass die das so unproblematisch sehen offenbar. Dabei sind die Noten dieses Schuljahr 4 und abwärts. Mathe ist ganz schlimm, nur 5 und 6. Er versteht da aber auch einfach nix, wir fangen immer wieder von vorn an...überlege ob ich ihn auf Dyskalkulie testen lassen soll...das Thema hatten wir schon in der Grundschule mit Mathe, aber das wurde immer abgewiegelt und zwischendurch ging es auch ab und an, je nach Thema...

    Wie ist da eure Erfahrung mit den Lehrern am Gymnasium gewesen, haben die den Schulwechsel bei euch empfohlen oder war das eher wie bei uns?!

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Also ICH halte das so auf Dauer nicht durch. Montag französisch Arbeit (dafür üben wir seit letzter Woche), nächste Woche englisch HÜ (gefühlt ewig nix gemacht), die Woche darauf schon die nächste Mathe Arbeit plus Übungsdiktat....und für alles bräuchte man mehrere Nachmittage zum wiederholen und üben....wie soll das denn gehen, bitte...im Ganztag wohlgemerkt...und ja er macht dreimal die Woche noch Sport und spielt ein Instrument. Ja das ist vielleicht zuviel fürs Gymnasium, aber das ist halt auch wichtig und das kann er gut und bekommt positive Bestätigung...ach echt doof ?

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

    Einmal editiert, zuletzt von andy3112 ()

  • Wie die "Durchmischung" an der Gesamtschule aussieht, kann man vorstellen.

    wie meinst du das? hier wird es gedrittelt. ein drittel mit gymnasium-, ein drittel mit realschule- und ein drittel mit hauptschulempfehlung, so weit möglich ähnlich viel mädels und jungs. zu den bewerbungsgesprächen beratungsgesprächen müssen die kinder mitkommen, die suchen sich die SuS einfach aus.


    der unterrichtsplan sieht in den hauptfächern von anfang an eine Unterteilung in G und E vor, Grundstoff und Erweiterter Stoff, je nach tempo und möglichkeiten des kindes innerhalb eines klassenverbandes. das gestaltet sich flexibel, wer in einem thema schneller vorwärts kommt, macht die aufgaben von E. beim nächsten thema kann der/die schülerIn sich auf G beschränken. ab der 7. klasse kommen die G- und E kurse, in denen die kinder offiziell eingeteilt werden, je nach notendurchschnitt von 5. und 6. klasse #weissnicht

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    Ernst Ferstl

  • Mit Schrecken denke ich an das viele, erfolglose lernen. Unsere Beziehung hat in dieser Zeit sehr gelitten. Bei uns auch Sport und Gitarrenunterricht.


    Allerdings gab uns niemand Hoffnung, im Gegenteil, der Englischlehrer rief spät abends an und fragte, ob mein Sohn psychisch krank sei.

    Ich glaube, viele haben ihn einfach nicht gesehen, nicht wahrgenommen, da er sehr ruhig ist.


    Jetzt stehen die Noten ohne viel lernen zwischen zwei und drei.


    Bin gespannt, was die Lehrerin Dir rückmeldet.

  • wie meinst du das? hier wird es gedrittelt. ein drittel mit gymnasium-, ein drittel mit realschule- und ein drittel mit hauptschulempfehlung, so weit möglich ähnlich viel mädels und jungs. zu den bewerbungsgesprächen beratungsgesprächen müssen die kinder mitkommen, die suchen sich die SuS einfach aus.

    Du musst erstmal dritteln können! Du kannst ja niemanden zwingen, sein Kind auf die Gesamtschule zu schicken. Hier ist es so: wenn irgend möglich, werden die Kinder aufs Gymnasium geschickt und wenn das Kind eine Realschulempfehlung hat (und schon größere Geschwister auf der Gesamtschule sind) wird das Kind aus die Realschule geschickt. Aus unserer GS-Klasse sind nur zwei Kinder auf die Gesamtschule gewechselt - und das waren die beiden, die sich schulisch wirklich schwer taten.

  • Hier ist das anders - ich bin im Schulausschuss und hab die Statistiken. Übergangsquote von den städtischen Grundschulen zur Gesamtschule ist ca. 75 % - und das hieß, dass ich meinen Kindern in der Grundschule echt einbläuen musste, dass sie gut sein mussten, um zur Gesamtschule zu dürfen. Denn das (damals) chaotische G8 wollte ich definitiv nicht für die beiden.

  • ach so ok, hier ist es wie bei gundula, in der gesamten Region, soweit ich es mitbekommen hab. Zu dem in unserer Stadt gibt es nur diese eine Gesamtschule u die ist erst 7 Jahre alt u hat einen guten Ruf u damit die Möglichkeit zu wählen. Und wiele Kinder und/oder deren Eltern mit gymnasial Empfehlung wollen zur Gesamtschule wegen G9. Allerdings wollen die zwei Gymnasien auch wieder in G9, bin gespannt wie es dann wird.

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  • So, Termin mit Klassenlehrerin hat stattgefunden. Sie erleben meinen Sohn als sehr angenehm, lernbereit und mögen ihn alle sehr und möchten sehr gern, dass er weiter auf der Schule bleiben kann....das ist ja erstmal toll zu hören. Aber, er muss halt schon etwas tun und evtl auch damit zufrieden sein können, sich mehr so im 3er / 4er Bereich zu bewegen. Aktuell ist er aber ja eher im 4er / 5er Bereich, da ist die Frage, wie man Druck rausnehmen kann und motivieren. Aktuell stöhnen wohl alle über die Arbeitslast und man hat wohl auch gemerkt, dass es mit der Lernzeit nicht mehr passt, er ist also nicht allein was das angeht. Da will sie jetzt mal mit den Fachlehrern reden, inwiefern man mit den Hausaufgaben was anpassen kann und so. Generell sagt sie halt, das mit der Lernzeit nach der Mittagspause wäre echt schwierig, mit der Verpflegung in der Kantine ( O-Ton "Weißmehl gefolgt von Zucker") fallen die halt in ein totales Mittagsloch (sie unterrichtet Bio und Sport, hat da also nen Blick für). Das ist natürlich suboptimal. Löst sich aber erst nächstes Schuljahr, wenn er aus dem Ganztag rauskann, weil die Ganztagsklassen dann eh aufgelöst werden mit der 7.

    Ich hab das Thema Rechenschwäche angesprochen, da ich gerade heute morgen noch vorher mit einer Lerntherapeutin telefoniert habe, die auf Dyskalkulie testet und da konnte ich direkt für Montag nachmittag einen Termin zum Vorgespräch ergattern. Das werden wir also auf jeden Fall mal testen, dann könnte man in der Richtung hoffentlich anschließend zielgerichteter vorgehen...entweder tuts dann doch eine normale Nachhilfe, oder man muss gezielt die Schwächen bearbeiten um langfristig da Stabilität und Verständnis zu bekommen.

    Einen Schulwechsel würde sie jetzt nicht vorschnell entscheiden wollen, sie sieht es mehr so im Sinne erst mal probieren so lange es geht...da bin ich etwas zwiegespalten, ob das das Richtige ist, auch für ihn. Wobei er ja unbedingt gern auf dem Gymnasium bleiben will. Waldorfschule hat sie interessanterweise noch angesprochen, wenn schon eine andere Schulform, dann wäre das für ihn ja vielleicht eine Alternative, weil er ja sehr praktisch veranlagt ist. Witzigerweise hat sie mir dann erzählt, dass sie selbst auf der Waldorfschule war :-) Hab ich so gar nicht auf dem Schirm gehabt, weil ich echt dachte, das macht man entweder von Beginn an oder später dann halt nicht mehr, weil es so anders ist, aber vielleicht sollten wir das wirklich nicht total ausblenden. Immerhin haben wir eine im Ort, ist ja auch nicht selbstverständlich.


    Mich frustriert, dass ich immer so viel tolles Feedback bekomme zu meinem Sohn, was für ein toller, liebenswerter Mensch er ist, sozial, empathisch, umgänglich, höflich, und dass man diese ganzen tollen Fähigkeiten in der Schule so wenig gespiegelt und gewürdigt bekommt....mal von der Verhaltsensnote abgesehen, aber was zählt die denn schon im Vergleich zu ner 5 in Mathe....wisst ihr was ich meine? Man sieht nicht den ganzen Menschen, sondern halt nur das, was an diesem einen Tag in dem einen Fach abgeliefert wurde, das ist doch gräßlich...


    Jetzt bin ich aktuell etwas unschlüssig, wie ich das Thema IGS weiter angehen soll oder ob das jetzt nicht zu viel auf einmal bzw. zu schnell ist...soll ich trotzdem den Termin dort machen, oder erwarten die dann, dass man auch direkt wechselt bzw sich schon sicher ist, dass man wechseln will...das sind wir ja alles noch nicht, kommt jetzt auch ein bisschen auf die Testung an und wie sich das restliche Halbjahr noch so entwickelt....habt ihr da eine Meinung dazu?


    Viele Grüße

    Andy

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

    2 Mal editiert, zuletzt von andy3112 ()

  • Warum will Dein Sohn da bleiben? Nur Freunde wegen würde ich nicht gelten lassen.


    Meiner wollte auch erst nicht und jetzt ist alles gut. Er ist nun ein zweier Schüler, hat kaum Hausaufgaben auf und viel entspannte Zeit für Sport, Musik und Freizeit.


    Schulen sind froh über einen Schüler wie Deinen Sohn. Ist doch klar!

    Aber das sollte nicht das Mass sein.


    Ich würde definitiv den Termin an der IGS wahrnehmen, mit oder ohne Sohn, und dann anschauen, wie es sich für Dich und Euch anfühlt.

    Gedanken, was die IGS nach einem YInfogespräch erwartet, sollte Dir echt so was vom egal sein. Es geht um Deinen Sohn.

  • danke, Jaluplupia für die offenen Worte! Das hilft mir echt sehr, das alles zu sortieren...natürlich sind es die Freunde, es sind aber auch echt sehr nette Jungs und eine tolle Gemeinschaft, das ist ihm halt sehr wichtig. Und natürlich hat er Angst vor dem Unbekannten, Neuen. War so froh, dass er jetzt nicht mehr bei den kleinsten ist und sich so langsam auskennt, da will er halt nicht wieder rausgerissen werden...

    LG Andy mit den beiden Jungs (Mai2004 und Februar2007)

  • Verständlich ganz klar!


    Sollte er sitzen bleiben, was nicht ausgeschlossen ist mit 5ern, wird er auch wechseln müssen.


    Meiner Meinung nach finden sich in dem Alter schnell Kontakte oder Freunde. Meisst sind es eher die Ängste der Eltern, das das Kind ohne Freunde da steht.


    Wünsche Euch eine gute Entscheidung.

  • Huhu,


    wir haben unsere Tochter mit Gymnasialempfehlung und fast reinem 1er Zeugnis bewusst auf eine Gesamtschule geschickt und es war die richtige Entscheidung. Sie muss nicht einen Handschlag für die Schule tun um super Noten zu bekommen und hat Zeit für gefühlte 50000 Hobbies und Freizeitaktivitäten nebenher.


    lg roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky