Kennt ihr dieses Wort?

  • Wobei ich nicht weiß, ob das tatsächlich hier in der Gegend so üblich ist oder aus dem Allgäu kommt, wo mein Vater im Krieg einige Zeit bei Verwandten verbracht hat.

    Bei uns im Weinviertel (Niederösterreich) wird auch gehuudelt :).

    Darüber hinaus gibt es bei uns die "Grumbirn" (Kartoffel), und "Mukusal" (Marienkäfer).


    Ein Wort, das ich gerne mag, und das wir familienintern benutzen ist "hudern" als Bezeichnung dafür, wenn man ein Kind auf bzw. unter dem eigenen Arm schlafen läßt. Es kommt eigentlich aus der Vogelkunde und bedeutet

    "das Schützen von Nestlingen vor Witterungseinflüssen (Kälte, Regen, zu große Hitze) durch die Brutvögel, indem sie ihren Nachwuchs unter den Flügeln bergend aufnehmen oder ihn im Bauchgefieder wärmen und beschützen." (Wikipedia) Die Jüngste hat schon immer am liebsten mit dem Kopf in meiner Achselhöhle geschlafen, und ich finde den Begriff einfach schön.

  • Ich finde, ihr solltet viel mehr schweizern. Man weiß sowas als Deutsche gar nicht. Sehr schade. Wir würden euch trotzdem verstehen.

    Nicht alle. Ich hab dem deutschen Arzt (soll ich hochdeutsch sprechen? Nein, bitte schweizerdeutsch!) erzählt, ich sei "hinderschi gschtürchlet und nöime driiputscht". Erst an seinen Fragen hab ich gemerkt, dass er nicht verstanden hat, dass ich rückwärts gestolpert und irgendwo dagegen gestossen bin.

  • Kirsi Hudern gefällt mir auch! Und meinem Sohn sowieso!


    Hier werden "glaane Bobbale g'heetschert". Also kleine Kinder auf dem Arm geschuckelt. "Su a glaans Bobbala. Kumm amal her und lass di heetschan!"

  • Und ich hab lang gebraucht, bis ich hier am Hof wusste, was was ist.

    Hennastoll=Hühnerstall

    Hennabiedl=Dachboden über dem Hühnerstall

    Strahschupfn=Strohschuppen/Scheune

    Großkammern=Graskammer

    Saistoll=Schweinestall

    Drahkammer=Getreidekammer

    Haibuhn=Heuboden

  • Kirsi Hudern gefällt mir auch! Und meinem Sohn sowieso!


    Hier werden "glaane Bobbale g'heetschert". Also kleine Kinder auf dem Arm geschuckelt. "Su a glaans Bobbala. Kumm amal her und lass di heetschan!"

    Heetschan kenne ich nur als verheedschan, das kann man nie genug machen.

    Mein Opa hätte in dem Fall gesagt: ...und lass di waddn. (Auf den Schoß nehmen)


    Edit: in deiner Aufzählung fehlt noch die Schlüpf oder des Schüpfla.

    Liebe Grüße


    Lümi mit Tochter (Sommer 2005) und Sohn (Herbst 2006)

    Einmal editiert, zuletzt von lümi ()

  • Das Ende vom Brot ist bei uns das Knäusle.

    Und wir sagen Dambedei wo andere Weckmänner sagen.


    Grumbiereschnitz und Spätzle sind das Lieblingsessen meines Sohnes. Ich persönlich mag lieber Gugummer Spätzle, das kennt aber auch hier kaum einer.

    Ne Gugg ist ne Plastiktüte

    kleine weibliche Kinder können schon mal ne (Lumbe)grodd sein.

    Ein Gutzle ist ein Bonbon.

  • kleine weibliche Kinder können schon mal ne (Lumbe)grodd sein.

    Ein Gutzle ist ein Bonbon.

    Bei uns heißen kleine Mädchen nicht "Lumbegrodd", sondern entweder "Lumbenminsch" oder "klääni Grodd". Und ein Bonbon ist ein "Guudchin".

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Ach ja, und von der Uroma und der einen Großtante hat mein Sohn schon ungefähr 1000x gehört: "Bist du a scheena Bou! Ja, suu a scheena Bou!"

    Sind die Uroma und die Großtante aus dem Sudetenland?


    Meine sudetendeutsche Oma hat so gesprochen, und hier hört man das heute gar nicht mehr. Wenn ich doch mal irgendwo ein paar Takte aufschnappe, wird mir immer ganz heimelig zu Mute. (Die Oma ist schon seit über 30 Jahren tot ... aber ich bin ja auch schon alt ... #hmpf)

  • Astrid : Ja, das kann sein! Meine Mama nennt das "Waidlerisch", dieses Bou (Bub), i hou (ich hab) etc., und meint damit aber nicht den Dialekt im bayr. Wald, sondern dahinter im Böhmerwald. In der Oberpfalz hat man das aber auch, oder?

  • Nee, soweit ich weiß haben die keinen sudetendeutschen Einschlag. Alles Franken sehr nah an der Grenze zur Oberpfalz. Was man deutlich hört. :D Ich komme von ca 20 km weiter westlich her, da klingt der Dialekt schon nochmal ganz anders. Also, nicht nur einzelne Wörter, sondern die ganze Sprachmelodie ist anders.

  • Genau! Finken = Hausschuhe


    Juana: Gugummer = Gurke?


    Meine angeheiratete Verwandschaft hat Emmentaler Wurzeln. Da bin ich auch immer etwas durcheinander:


    Nächtig = gestern

    Fern = letztes Jahr

    Hinäch = heute


    Und hier noch ein paar Berndeutsche Ausdrücke:


    Giel

    Modi / Meitschi

    gränne

    Malaga mit Mädchen (2009) und Junge (2010)

    Einmal editiert, zuletzt von Malaga1 ()

  • hinech ist heute Abend

    Wer weiss, was eine Füürte ist? Oder ein Kelleretli? Oder was göffle bedeutet? (SchweizerInnen haben teilweise da Heimvorteil)

  • Dei Waggerla...

    Damit sind keine Wagen gemeint, sondern kleine Kinder, die gerade mit dem Laufen begonnen haben. Die wackeln hin und her - sind also Waggerla:)



    Eine frühere Kollegin erklärte mir mal, was sie "Zafdermaandi" gemacht hat.

    Ich hab sehr lange gebraucht, bis ich verstand, was sie meinte... (Und sie kommt aus einem Ort, der nur 8km von meinem Heimat-/Wohnort entfernt ist!)

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

    Einmal editiert, zuletzt von igel ()

  • tulan

    Zitat

    Muckefuck ist in Berlin Kinderkaffee, also Zichorienkaffee oder Karo. Abgeleitet ist es aus dem französischen mocca faut (falscher Kaffee)

    Du hast ein Rätsel gelöst, das meine Mutter und mich seit mindestens 20 Jahren immer mal wieder beschäftigt. Merci beaucoup.


    (Ich rufe sie so-fort an!)