Kind wünscht sich Spenden-Patenschaft -- was meint ihr?

  • Meine Größe wünscht sich, eine Spenden Patenschaft zu übernehmen. Auf die Idee ist sie gekommen, weil in einer Zeitschrift Werbung für Patenschaften von Plan International lag.


    Ich bin prinzipiell bereit, ihr diesen Wunsch zu erfüllen, wäre halt auch ein Weihnachtsgeschenk, was für sie ok ist.


    Aber taugt das überhaupt was? Kommt das Geld bei den Kindern an? Ist es ok, dass wir Fotos und andere Informationen gegen Geld bekommen?


    Was meint ihr?

    mit '8, '9 und '16 unterwegs #rabe

    und '11 und '14 im Herzen #herz

  • zosa : Das hängt mit Sicherheit sehr davon ab, bei wem Ihr das macht. - Guck Dir die Organisation an, dann spricht nichts dagegen.

    Ein Gedanke allerdings: Man kann halb-anonym spenden, also so, dass Ihr spendet, aber keinen direkten Kontakt zu einem Kind habt. Oder Ihr bekommt "Euer" Kind, das schreibt Euch dann auch, Ihr schreibt dem Kind, oft wird das Kind über viele Jahre begleitet und besucht. - Wenn man sich nicht sicher ist, dass über viele Jahre hinweg leisten zu können / zu wollen, fände ich eine direkte Patenschaft schwierig. - Wenn Dein Kind (also Dein echtes) irgendwann das Interesse verliert; dann die Patenschaft zu stoppen, ist bestimmt sehr unschön für das andere Kind.

  • Das finde ich eine sehr schöne Idee ♥️


    Ein guter Freund von mir arbeitet seit vielen Jahren bei Plan, das ist wirklich seriös.

  • Ich bin bei Patenschaften immer eher skeptisch. Einfach weil ich es komisch finde, sich einen Menschen auszusuchen und diesen zu unterstützen und dies vermittel zu bekommen. Ich habe schon jemanden aus meiner Bekanntschaft unterstützt, das fand ich passend. Aber so vermittelt über eine Organisation finde ich das merkwürdig. Paternalistisch. Auch weil es nahe legt, die Eltern könnten das nicht, wir hier aber schon. Mir liegt es näher, Geld für etwas zu geben, was für alle vor Ort sinnvoll ist. Aber dass müsst ihr wohl selbst entscheiden.

  • Guck mal bei Naretoi, da steht keine große Organisation dahinter, die finanziert werden muss. Ich kenne eine der Urgründerinnen persönlich und empfehle es gerne weiter.

    LG, Suse


    Denn leise kann ja niemand hören... #blume

  • Bekannte von meiner Mutter hatten eine Patenschaft für ein Kleinkind in einem Kinderdorf und haben das Kind dann wenige Jahre später adoptiert. Das hat mich damals sehr berührt und die Frau (also das ehemalige Patenkind) ist heute auch sehr glücklich und unterstützt ihrerseits das Kinderdorf.

  • Ich habe ein Patenschaft - es ist ein kleiner Veranstalter und ich kenne den - kleinen - Verein, der es organisiert. Ich zahle 25 Euro/Monat, davon geht ein Teil an die Familie des Mädchens und ein Teil an den Aufbau der Infrastruktur vor Ort. Es handelt sich um eine Lepradorf im Senegal. Vereinsmitglieder sind mehrfach im Jahr dort vor Ort (auf eigene Kosten). Für Informationen und Fotos zahlen wir nicht. Ein Mal im Jahr gibt es Informationen, wie sich die Familie und das Kind entwickelt.


    Ich habe noch eine Patenschaft für eine Zwergohreule :) Eine Schulfreundin von mir betreibt mit ihrem Mann eine Eulen- und Greifvogelstation zur Rettung von Wildtieren - ist in Zusammenarbeit mit der VetMed in Wien (beide sind Veterinäre).

  • Ich durfte mich im Sommer bei Plan International in Hamburg umsehen und die Mitarbeiter mit tausend Fragen löchern. Ich halte das wirklich für seriös, und die Hilfe, die ankommt, ist effektiv. Wir haben seit vielen Jahren ein Patenkind.

    Die achten sehr darauf, dass Kinder durch die Patenschaften nicht aus ihrem Umfeld "herausstechen", z.B. versorgen sie bedürftige Kinder im besseren Umfeld oder indem sie ein ganzes Dorf mit Paten versorgen, sodass keine Kinder "übrig bleiben", und wenn ein Pate ausfällt, wird das Kind vorrangig behandelt und bekommt ohne Übergangszeit einen neuen.
    Ein guter Teil der monatlichen Spende geht auch nicht direkt an das Kind, sondern an die Gemeinschaft, damit werden Selbsthilfeprojekte in den Gemeinden finanziert. Ein weiterer Teil geht an die Familie, der dritte dann ist direkt für das Kind - meist in Form von Schulgeldern.
    Natürlich finanziert man auch Werbemaßnahmen mit, aber da diese sehr effektiv sind und immer neue Spenden und Paten generieren, ist das ja durchaus Sinn der Sache.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Ich finde Patenschaften auch sehr unangenehm, eben weil man sich zumindest suggeriert einen Menschen kauft.


    Davon unabhängig gibt es, siehe oben, Organisationen, die so arbeiten, und das Geld sinnvoll verwenden. Dem ganzen ein Gesicht zu geben, indem man für den Spender einen konkreten Menschen daran koppelt, ist sicherlich im Sinne eines psychologischen Marketing erfolgsversprechend und somt verständlich.


    Für mich wäre es nicht das, was ich meinem Kind würde vermitteln wollen. Ich würde genau nachfragen, warum mein Kind das möchte, wie es sich in seinem Vorstellungen anfühlt, was das mit einem macht usw.

    Fiawin mit d9be2134.gif
    age.png


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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Wer Extremitäten hat, kann keine Kugel sein.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Die Krähen schrein
    Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
    Bald wird es schnein. –
    Weh dem, der keine Heimat hat


  • zosa ,

    Hier überlege ich das auch.

    Bei uns geht es um Plan international und ja, da kommen die Spenden an und nein, man sucht sich keinen einzelnen Menschen aus. Man kann sagen, in welchem Land man eine Patenschaft möchte. Das Kind steht für die Gemeinschaft. Damit man einen persönlicheren Bezug zu seiner Spende hat. Unterstützt wird die Gemeinschaft mit der Verbindlichkeit für das Kind/ Mädchen zu sorgen und es zur Schule zu schicken. ohnezahn hatvdas super aufgedröselt


    Ich denke auch, das Bildung der Schlüsselmzunallem ist und wenn ichnsie einfach die Chance habe, etwas gutes zu tun, dann gern.

    Wir sprechen oft über die Privilegien "reich" geboren worden zu siüein Das ist bei uns ziemlich oft Thema durch die Herkunft des KV.

  • Wir waren lange bei Plan International und haben das als sehr seriös empfunden.


    Die Spenden kamen dem ganzen Dorf zugute. Über den Bezug zu einem einzelnen Kind dort haben meine Söhne gerade in jungen Jahren sehr viel Zugang zu der Thematik gefunden, das fand ich eigentlich recht gut. Plan International würde ich nach meinen damaligen Erfahrungen her jederzeit empfehlen (und überlege gerade ob wir wieder eine Patenschaft übernehmen sollten.)

  • Ich kann mich meinen Vorrednerinnen bezüglich Plan international nur anschließen. Ich kenne hier in Hamburg auch Leute, die dort arbeiten und eine sehr gute Freundin von mir (Sängerin) unterstützt Plan international öffentlich und ist bereits privat nach Indonesien gereist und hat dort “ihre” Patenkinder besucht. Es ist so wie beschrieben, es geht nicht um einen einzelnen Menschen, sondern das ganze Dorf partizipiert an einer Patenschaft. Meine Freundin hat mit einem ihrer Patenkinder, das schon älter ist und schreiben kann, regelmäßig Austausch und ich glaube, das beide Seiten sich sehr darüber freuen.

  • @ Fiawin: man kauft keinen Menschen per Patenschaft.

    Kaufen würde deuten, dass der Mensch Dir gehört und Du über ihn verfügst.



    Die Patenschaft hilft, die Zustände bei den Menschen zu verbessern und ihnen zu helfen.


    Diese Patenschaften gab es übrigens damals auch für deutsche Nachkriegskinder. Da haben ausländische Paten die Patenschaft für deutsche Kinder übernommen.

  • Soweit ich weiß, wird das Patenkind von der ganzen Dorfgemeinschaft ausgewählt und tritt dann für die Gemeinschaft als eine Art Botschafter auf.


    Ich empfand das nicht als "einen Menschen aussuchen".


    zosa Danke für die Anregung. Ich hab da schon länger drüber nachgedacht und dank dieses Themas haben wir uns beim Frühstück für ein Mädchen aus Ägypten entschieden. :)

  • Hier noch eine Empfehlung für Plan International. Wir hatten damals über drei Jahre mit der Schulklasse (9.-11. Klasse) ein Patenkind bzw. Patendorf. Jeder hat im Monat eine Mark bezahlt und das, was dann unter Umständen fehlte, hat unser Klassenlehrer ergänzt.


    Er hat die Patenschaft danach auch weitergeführt, als sich die Klassengemeinschaft zur Oberstufe aufgelöst hat.


    Kontakt hatten wir in der Zeit auch mit einem Kind (jedenfalls erinner ich vage, dass länger zwei selbstgemalte Bilder im Klassenzimmer hingen) und wurden über die Veränderungen oder Verbesserungen im Dorf informiert.

    Leia mit Sohn (08/04) und Tochter (02/07)

  • Mir persönlich geht es da am ehesten wie Fiawin. Plan soll zwar sehr seriös sein aber die "Art" bleibt eben immer gleich. Ich finde es gut zu geben, Familien, Dörfer oder auch gezielt Kinder, zum Beispiel durch Schulgeld, zu unterstützen. Aber ich finde es der Sache nach falsch, dass sich dafür Menschen für das entsprechende psychologische Marketing zur Verfügung stellen müssen. Müssen kann natürlich auch freiwillig sein für das Kind vor Ort. Aber ich finde Kulltertränen-Marketing generell paternalistisch und daher wäre mir da auch nicht so wohl dabei. Vor allem weil es so so viele tolle Projekte gibt, die ebenfalls sehr gute Arbeit leisten.



    Edit: Ich kann mir übrigens durchaus vorstellen, dass je nach den Wertvorstellungen vor Ort auch Druck auf den Kindern lastet, sich den edlen Spender_innen zu präsentieren (Fotos, Bilder, Kommunikation). Und ernstgemeinte Hilfe sollte nie (auch nicht ungewollt) an sowas gekoppelt sein.

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  • Mir persönlich geht es da am ehesten wie Fiawin. Plan soll zwar sehr seriös sein aber die "Art" bleibt eben immer gleich. Ich finde es gut zu geben, Familien, Dörfer oder auch gezielt Kinder, zum Beispiel durch Schulgeld, zu unterstützen. Aber ich finde es der Sache nach falsch, dass sich dafür Menschen für das entsprechende psychologische Marketing zur Verfügung stellen müssen. Müssen kann natürlich auch freiwillig sein für das Kind vor Ort. Aber ich finde Kulltertränen-Marketing generell paternalistisch und daher wäre mir da auch nicht so wohl dabei. Vor allem weil es so so viele tolle Projekte gibt, die ebenfalls sehr gute Arbeit leisten.



    Edit: Ich kann mir übrigens durchaus vorstellen, dass je nach den Wertvorstellungen vor Ort auch Druck auf den Kindern lastet, sich den edlen Spender_innen zu präsentieren (Fotos, Bilder, Kommunikation). Und ernstgemeinte Hilfe sollte nie (auch nicht ungewollt) an sowas gekoppelt sein.

    Vielleicht gibt es Institutionen wo es so läuft, bei unserer Patenschaft definitiv nicht.