Mein Sohn hört nicht auf mich

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  • Mir faellt noch ein - dass ich wirklich ganz lange dachte, man müsse bei 5jaehrigen einfach oft 30-60sekunden auf eine Antwort warten. Meist kam dann was, aber es dauerte halt zT seehehr lang. Vor allem, wenn sie im Spiel vertieft waren.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Wir sind da teilweise auch grad drin, dieses bewusst das Gegenteil tun. Nicht weil es ein Bedürfnis ist, sondern weil irgendwie geklärt werden muss, ob ich das wirklich so meine. Ob ich hinter den Ritualen und Gegebenheiten stehe, ob ich als Leitlinie seines eigenen bisher nur gespiegelten Systhems auch wirklich fungieren kann und er das Systhems also als seins Übernehmen möchte. Alter 3 3/4.

    Und das ist nicht immer freundlich und kuschelig. Die Reibung wird teilweise bewusst und mit Augenkontakt gesucht um seinen Wertekanon mit meinem Abzugleichen.


    Und ich kann das auch nachempfinden und merke, wie da viel Verstädnis für diesen Umstand da ist und es mir daher leicht fällt, auch sehr klar zu sein und auch zu wissen, was geht klar und was nicht.

    Der Papa kann das hier nicht so gut, fühlt sich schuldig, kannStreit nicht so gut aushalten und fühlt sich dann gleich als habe er was falsch gemacht und da läuft es wie bei Dir. Der Muk hört null zu, ist nicht kompromissbereit und am Ende sage ich was und es läuft.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Yvonne_M: Bist Du Dir klar damit, wann er wie gut hören soll? Willst Du, dass er kommt, wenn Du das sagst? Oder willst Du, dass er seinen eigenen Kopf hat und viel bestimmen darf, er aber in wichtigen Situationen (Straße, ...) auf Dich hört? Aber manchmal wäre es halt doch schön, wenn er gerade jetzt einfach hört, obwohl er doch in der Situation sonst mitentscheiden darf? - Das ist für Kinder aber sehr schwer auseinander zu halten, wann jetzt was erwartet wird.

    Routinen helfen definitiv. Wenn etwas als Routine etabliert ist, läuft es halb als Automatismus und muss nicht immer wieder erklärt und durchgesetzt werden.


  • Yvonne_M: Bist Du Dir klar damit, wann er wie gut hören soll? Willst Du, dass er kommt, wenn Du das sagst? Oder willst Du, dass er seinen eigenen Kopf hat und viel bestimmen darf, er aber in wichtigen Situationen (Straße, ...) auf Dich hört? Aber manchmal wäre es halt doch schön, wenn er gerade jetzt einfach hört, obwohl er doch in der Situation sonst mitentscheiden darf? - Das ist für Kinder aber sehr schwer auseinander zu halten, wann jetzt was erwartet wird.

    Routinen helfen definitiv. Wenn etwas als Routine etabliert ist, läuft es halb als Automatismus und muss nicht immer wieder erklärt und durchgesetzt werden.


    Also mein Kind hinterfragt auch Routinen immer und immer wieder. Sie helfen trotzdem, aber es muss immer wieder darum gerungen werden.


    Edit: Sonst unterschreibe ich voll bei Dir.

    Wenn man selbst in den Erwartungen sehr klar ist, überträgt sich das.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

    Einmal editiert, zuletzt von Nollaun ()

  • Runa :

    Was machst du dann zum Beispiel, wenn Windeln wechseln und Zähne putzen, trotz regelmäßigem Rituals, immer wieder abgewehrt wird? Und zwar fast jedes Mal? Was mache ich da falsch? Ich sage ihm täglich zur gleichen Zeit und in der gleichen Situation, dass jenes nun gemacht werden muss. Und trotzdem kommt immer wieder ein "Nein", und er dreht sich weg und bekämpft mich....

  • haben wir hier mit 2 1/2: Zähne putzen ist ein Graus, obwohl wir es immer öustig gestalten.

    Und Schlafanzug anziehen klingt manchmal als würde man ihe Schlimmes antun.


    Lösung hab ich keine.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Runa :

    Was machst du dann zum Beispiel, wenn Windeln wechseln und Zähne putzen, trotz regelmäßigem Rituals, immer wieder abgewehrt wird? Und zwar fast jedes Mal? Was mache ich da falsch? Ich sage ihm täglich zur gleichen Zeit und in der gleichen Situation, dass jenes nun gemacht werden muss. Und trotzdem kommt immer wieder ein "Nein", und er dreht sich weg und bekämpft mich....

    Hier läuft das auch so, fast 5.

    Ich bestätige ihm das, ich hasse Zähneputzen auch, keiner macht das wirklich GERNE, aber ich muss das auch, jeder muss das, jeden Abend, immer, vorallem, wenn man Süsskram hatte, aber auch wenn man nicht mag. Es ist ok, dass er es nicht mag, er darf sich beschweren. Ich versuche ruhig zu bleiben und das wie ein Mantra zu erzählen. Zusammen mit der Erklärung, was die Bakterien da machen, warum und wie und wie man die "bekämpft". Edit: immer und immer wieder...


    Routine ist hier übrigens tödlich, Rituale werden ad absurdum geführt, die Argumente sind messerscharf und logisch ;) Ablenkung hilft manchmal und ein Leitthema (hier werden Zahlen heiß geliebt, z.B., zähl ich auch Bakterien einzeln, wenns hilft ;)

    Weihnachtskind 2013

    Sternenkind 11/2017

    Sternenkind 08/2019

    Einmal editiert, zuletzt von Mondkalb ()

  • ich habe meinen flüchtenden Kind schon die Windeln abgemacht. Ich habe schon unter wut- Tränen Zähne putzen lassen und dann trost angeboten. Ich habe auch wut bei mir zugelassen denn auch das ist in meinen Augen logische konsequenz:wenn's so gar nicht geht, dann wird Mama auch mal wütend. Authentisch eben.

    Davor standen oft auch spielerische versuche und sowas. Aber am Ende wird gewickelt (bzw wurd, wir sind davon ab) und Zähne geputzt und hier sehr aktuell Hände waschen.

    Ich hab ihn schon ans Waschbecken gehalten,meine seifigen Hände mit seinen verwurstelt und abgewaschen und er war am kämpfen und in einer Mischung aus lachen und weinen irgendwie. Danach war es ok.


    Aber: mein Kind hat keine Probleme mit wickeln, waschen oder Zähne putzen. Es war wirklich klassisch das "nein" nur weil ich es wollte. Ausloten der Gewohnheit eben.

    Haare waschen zb hat er ehrlich ein Problem mit. Das muss er dann auch nicht. Da steht ein anderes Bedürfnis hinter als wertekanon abgleichen. Man merkt das auch super deutlich am Verhalten. Das ist was ganz anderes.


    Aber ich halte seine Wut, seine Ablehnung in dem Moment und all das auch aus. Seine Tränen und seine Art sich mitzuteilen, dass er das doof findet. Er darf wütend sein dass ich nunmal am Ende bestimme. Er darf es blöd finden dass es Dinge gibt die unverhandelbar sind. Ich biete Trost an kann aber auch gut aushalten wenn er den nicjt will. Das kommt hier nämlich tatsächlich vor. Er sagt auch "nein Mama ich muss jetzt einfach weinen". Das ist ok. Ich leide dann nicht mit weil er mich eben als stark und als seine Mauer braucht. Die hält ihn, die leitet ihn, darauf kann man balancieren und viel Spass mit haben aber da kann man auch vor rennen.

    Er braucht das ganz viel, als eigenen Schutz und auch Panzer.


    Das oben klingt so geballt natürlich krass, denn meist ist hier einfach Ruhe und liebe und wir haben ein super enges Verhältnis. Aber das ist ja nicht was du gefragt hast. ;)


    Am Ende aber jedes neuen Themas stand ganz viel Vertrauen. Jedes Thema dass in seinem wertekanon einen (teilweise auch veränderten) Platz gefunden hat hat die Bindung enger werden lassen. Ich kann das gar nicht beschreiben.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Zunächst: du hast mein volles Mitgefühl und darfst gerne erstmal ein bisschen dir von dem nehmen, was du brauchst: ein offenes Ohr, einen Arm, eine Hand, Champagner, Schoko, Schlaf.... Was für dich.


    Beim Sohn: ich würde versuchen auf die wesentlichen Dinge zu fokussieren, das, was dir wirklich wichtig ist oder was unumgänglich ist. Und da dann die Kraft reingeben, das mit deinem Sohn bis zum Ende zu klären. Nicht mehr als drei, vier Sachen, so, dass du es auch schaffen kannst, denn das ist ja bestimmt auch sehr anstrengend.

    Ich habe dann immer so oft wie möglich überlegt, ob ich jetzt echt nein sage oder es einfach laufen lassen kann und meine Kraft dann auf die Dinge konzentriert, die wirklich nicht anders gingen. Daran würde dann aber auch klar, dass ich das meine, was ich sage.

    Liebe Grüße,


    Ich, mit Tochter (2/06) und tochter (12/07).

  • Nollaun: Deshalb das "halb" beim "Automatismus". Die werden bei uns auch nicht unhinterfragt und unangefochten befolgt. Aber viele Dinge schleifen sich doch ein - Händewaschen beim Reinkommen, Schuhe aus, nicht erst durchs Haus laufen, Zähneputzen bald nach dem Abendessen, ... - das wird durchaus immer wieder diskutiert und mal verweigert. Aber oft läuft es und oft reicht eine Erinnerung. Und oft hilft es auch, das mal (!) einfach durchgehen zu lassen.


    Yvonne_M: Routine heißt nicht, dass etwas immer zur selben Zeit stattfindet. Und wenn Ihr ein Ritual habt und das Zähneputzen immer wieder verweigert wird, dann gehört das für ihn evtl. einfach zum Ritual dazu.

    Probiere es anders aus. Mach es eine Zeitlang jeden Tag anders - Zähneputzen direkt am Tisch nach dem Essen. Dann am Waschbecken in der Küche. Während Du ein Buch vorliest. Er gibt vor, welcher Zahn jetzt dran ist. Einfach die Routine, die Ihr habt, durchbrechen. Erstmal nur das Zähneputzen als Konstante haben. Und dann wieder eine neue Routine einführen.

    Wieviel Freiheit kannst Du ihm geben? - Nur zu sagen, dass sie putzen soll, aber selbst entscheiden soll, wann, hat bei uns nicht geklappt. Das klappt aber z.B. bei vielen anderen Dingen (Aufräumen von einzelnen Dingen, die herumliegen, Haare bürsten, ...). Sagen "jetzt" und sie schnappen hat zu massiver Gegenwehr geführt. Also Vorwarnung, aber nur einmal. Oft hilft es, ein Spiel draus zu machen, also auch schon aus dem Weg dahin. Fühlt sie Druck, verschwindet sie wieder (ein "jetzt _muss_ gemacht werden" wäre hier der Katastrophengarant). Bei manchen Kindern hilft Warten lassen - "es geht erst vom Waschbecken weg, wenn die Zähne geputzt sind".

    Oder fragen, ob er jetzt kommen kann zum Zähneputzen. Wenn Du etwas hast zum Locken, nutze es ruhig aus.

    Zähneputzen war bei der Kleinen lange so eine Katastrophe, dass ich da tatsächlich eingeknickt bin und es einen kurzen Film auf dem Handy gab. Und auch das zog nur ohne Druck.


    Aber ich finde die Beschreibung für das Alter eher normal.

  • Ich vermute, dass dieses Buch die deutsche Übersetzung von "the no-cry discipline solution" ist: Erziehen ohne Frust und Tränen von Elizabeth Pantley.

    Das Buch hat mir viel geholfen. Viele Tipps aus dem Buch wurden hier auch schon genannt. Vielleicht findest du darin auch Hilfe?

    Mirjam mit Clown (2006) und Spaßvogel (2008) und Quatschkopf (2010)

  • Das ist sicher keine Patentlösung, und dass es bei uns ursächlich dafür war, dass es ganz gut funktioniert hat, bezweifle ich auch. Aber rein für meine Nerven und meinen angestrebten Umgang mit den Kindern war es mir wichtig, dass ich Vorgaben auf das beschränke, was mir wirklich wichtig ist.


    Zähneputzen gehört für mich dazu, war zum Glück kein Kampfthema.


    Aber beispielsweise sowas wie morgens anziehen - ich hätte die Kinder auch in Schlafklamotten mit in den Kindergarten genommen. Ich habe ihnen gesagt, wann wir los wollen, und dass sie jetzt (oder in 5 Minuten oder so) mit Anziehen und Zähneputzen anfangen müssten, wenn sie rechtzeitig fertig sein wollen (das mache ich heute noch... aber heute können sie es zur Not auch alleine). Wenn sie nicht fertig gewesen wären, hätte ich sie so mitgenommen. Da habe ich mich überhaupt nicht reingestresst.


    Anderes Beispiel wäre Aufräumen in ihren Zimmern. Ist heute bei Q auch noch ein Thema. Aber solange nichts "lebendig" wird, kann er das halten, wie er möchte, und ich biete nur Hilfe an.


    Ich dachte lange Zeit, dass es an der sparsamen Dosierung von Anweisungen läge, dass die Kinder dann verstanden/verstehen, dass das Geforderte mir wirklich wichtig ist. Aber es gibt hier auch haufenweise Raben, die das genauso machen, und wo es nicht funktioniert. Deshalb glaube ich, ich hatte einfach Glück. Nervenschonend fand/finde ich es trotzdem.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Nochmals vielen Dank. Ich merke auch, je mehr Geduld ich aufbringen, und Ruhe, umso besser klappt das Zusammenspiel.

    Eure Tipps werde ich auf jeden Fall mitnehmen in die Zukunft.

    LG

  • Hier half eine zeitlang das Spiel, alle unbeliebten Handlungen in übertriebenem Tonfall als komplett falsch und Unfug darzustellen. Also nach dem Motto: Oh Gott, jetzt darfst du auf keinen Fall noch die Zähne putzen. Nein, nein!!! Und bloß nicht mit der Zahnbürste. Ihhh! Nee, doch keine Zahnpasta auf die Bürste... Hilfe!!!! Nicht in den Mund nehmen! usw.

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12

  • Genau das dachte ich beim lesen auch.



    Wie verhält sich denn dein Mann zu diesem Thema? Sucht ihr gemeinsam Lösungen?

  • Ich sehe das wie elena und sandra.


    Wenn dein Mann nicht auf dich hört, warum sollte es dein Sohn tun?

    Das Kind spiegel einfach das Verhalten deines Mannes.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)