Vergleichbarkeit

  • Die meisten Menschen müssen ja schon auch mal abwägen, was sie den Kindern bezahlen und was nicht - wir haben ja nur endliche Ressourcen.

    Manche Dinge sind da schon dringender als andere, als die Lerntherapie musste sein, die Reitstunden waren Freizeit.

    Ich denke, auch Reitstunden können für die Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig sein.


    Aber klar, abwägen muss man immer.

  • danke, homunkulus . man kann so ganz allgemein sagen, dass die kinder das geld halbwegs vernünftig ausgeben bzw. es für euch eltern das gleiche kostet, ob nun taschengeld oder geldglas.

    #rose

    Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.


    Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral. Johanna Dohnal

  • Mich erinnert das spontan an Chaim Perelman, der die "gängigen" Ansichten von Gerechtigkeit zusammengestellt hat - und jedes der genannten Prinzipien hat so seine Schwächen:


    Jedem das Gleiche Jedem gemäß seinen Verdiensten

    Jedem nach seinen Werken

    Jedem nach seinen Bedürfnissen

    Jedem gemäß seinem Rang

    Jedem gemäß dem ihm durch das Gesetz zugeteilten


    Ich glaube, wir können immer nur versuchen uns an etwas anzunähern, das wir für gerecht halten, und was das ist, mag auch je nach Situation unterschiedlich sein. Das heißt, dass ich es in manchen Situationen möglicherweise gerechter empfinde, nach den Bedürfnissen zu gehen, während ich in anderen Situationen vielleicht denke, dass ein anderes Kriterium gerechter ist.

    Und gerade, was Kinder angeht, so finde ich das wirklich schwierig. Im Prinzip habe ich auch immer wieder festgestellt, dass alle möglichen Versuche, gerecht sein zu wollen, irgendwo haken. Ist es wirklich gerecht, ein Kind mit Bargeld zu "entschädigen", wenn das andere unterwegs ein kleines Geschenk bekommen hat (aber das eine Kind keine Lust hatte, mitzukommen)? Was muss ich alles in meine Erwägungen mit einbeziehen, damit es "gerecht" ist?


    Mein Eindruck ist auch, dass es bei vielen Erbstreitigkeiten, in denen erbittert gegengerechnet wird, wer irgendwann wie viel von den Eltern erhalten hat, meist gar nicht um das Finanzielle geht, sondern eigentlich um etwas anderes, nämlich letztlich um das Gefühl, (nicht) von den Eltern in seinen Bedürfnissen wahrgenommen worden zu sein oder (auch im Vergleich zu den Geschwistern) nicht genügend geliebt worden zu sein. Die Streitigkeiten sind dann anscheinend oft der Versuch, über Geld das zu kompensieren, was einem schon immer gefehlt hat an Zuwendung, Nähe etc.


    Solange es für mich also kein großes finanzielles Problem wäre, würde ich mir weniger Gedanken darum machen, ob die unterschiedlichen Ausgaben für die Kinder gerecht sind. Im Grunde geht es ja darum, den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Wenn das im einen Fall bedeutet, dass das Kind mehr Unterstützung beim Erwerb grundlegender Fertigkeiten braucht, das andere aber ausgelastet werden muss, dann kann ich es ja auch so sehen: Ich habe die Kinder mit ihren jeweiligen Besonderheiten gesehen und so gut reagiert, wie ich konnte. Darüber hinaus vermute ich, dass es damit ja nicht getan war. Die Kinder kriegen ja sicher auch noch andere Formen der Zuwendung / Unterstützung: Zeit, Chauffeurdienste, Liebe, ein offenes Ohr usw. Niemand kann darüber wirklich Buch führen.


    Deshalb glaube ich persönlich: wichtiger als eine akribische Gerechtigkeit ist, dass Kinder das wirkliche und vollumfängliche Gefühl haben, geliebt zu werden. Dann fällt es ihnen hoffentlich auch leichter, über mögliche Ungerechtigkeiten (die wohl unvermeidlich sind, weil das Leben an sich schon ungerecht ist, wenn es Menschen in so vieler Hinsicht so unterschiedlich ausstattet) hinwegzusehen, ohne dass es sie fürchterlich schmerzt.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

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  • Wir hätten gar nicht das Geld, so viele Hobbys zu bezahlen, aber für mich würde Lesen und Schreiben lernen vorgehen. Weil es doch die Selbstständigkeit, die Teilhabe massiv einschränkt, wenn man das gar nicht kann.

    Ansonsten finde ich den beitrag von Nezperce gut.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Hagendeel ()

  • Wir hätten gar nicht das Geld, so viele Hobbys zu bezahlen, aber für mich würde Lesen und Schreiben lernen vorgehen. Weil es doch die Selbstständigkeit, die Teilhabe massiv einschränkt, wenn man das gar nicht kann.

    Das ist nicht Thema des Threads, aber ich finde es erschreckend, dass es in Deutschland u.U. am Geldbeutel der Eltern hängt, ob ein Kind Lesen und Schreiben lernt oder nicht. Die Lerntherapeutin sollte nicht in die Kategorie "Hobbies, die wir uns leisten können" fallen.

  • Das ist nicht Thema des Threads, aber ich finde es erschreckend, dass es in Deutschland u.U. am Geldbeutel der Eltern hängt, ob ein Kind Lesen und Schreiben lernt oder nicht. Die Lerntherapeutin sollte nicht in die Kategorie "Hobbies, die wir uns leisten können" fallen.

    Es gab da durchaus Möglichkeiten, wenn die Eltern wenig Geld hatten. solche Unterstützung bezahlt zu bekommen. Nur haben wir dafür dann zu viel Geld.

    Man musste da aber schon gucken und suchen und beantragen. Auf meine Anfrage bei Rebus war die Antwort: "Er geht auf die Förderschule, er wird optimal gefördert." Das war irgendwie per Definition so. Dass er auf der Schule nichts gelernt hat (nicht mal schwimmen) war da egal.


    Es fällt bei mir sicher auch nicht unter "Hobbies die wir uns leisten können" Es war eine Ausgabe die notwendig war, weil unser Kind eine geistige Behinderung hat.


    Was die Gerechtigkeit angeht:

    Für mich wäre auch wichtig, was die Kinder als gerecht empfinden, und da funktioniert das wohl recht gut, dass wir für beide recht transparent gleich viel Geld ausgeben.


    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Das ist nicht Thema des Threads, aber ich finde es erschreckend, dass es in Deutschland u.U. am Geldbeutel der Eltern hängt, ob ein Kind Lesen und Schreiben lernt oder nicht. Die Lerntherapeutin sollte nicht in die Kategorie "Hobbies, die wir uns leisten können" fallen.

    Es gab da durchaus Möglichkeiten, wenn die Eltern wenig Geld hatten. solche Unterstützung bezahlt zu bekommen. Nur haben wir dafür dann zu viel Geld.

    Das Jugendamt kann die Kosten nach §35a SGB übernehmen. (Eingliederungshilfe)
    Diese Kostenübernahme hat nichts mit dem Einkommen der Familie zu tun!
    Dennoch ist es ein ungerechtes System, denn die Anträge sind sehr umfänglich und man muß sich (für mein Gefühl) ziemlich nackig machen.
    Und: Die Kosten werden nicht übernommen, weil das Kind lesen und schreiben kann, sondern "nur" weil es durch die Folgeerscheinungen seelisch behindert ist oder eine seelische Behinderung droht. (Das Kind muß also gemobbt werden, unglücklich sein usw. ein glücklicher Analphabet bekommt keine Therapie)

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)

  • Das ist nicht Thema des Threads, aber ich finde es erschreckend, dass es in Deutschland u.U. am Geldbeutel der Eltern hängt, ob ein Kind Lesen und Schreiben lernt oder nicht. Die Lerntherapeutin sollte nicht in die Kategorie "Hobbies, die wir uns leisten können" fallen.

    Es gab da durchaus Möglichkeiten, wenn die Eltern wenig Geld hatten. solche Unterstützung bezahlt zu bekommen. Nur haben wir dafür dann zu viel Geld.

    Das Jugendamt kann die Kosten nach §35a SGB übernehmen. (Eingliederungshilfe)
    Diese Kostenübernahme hat nichts mit dem Einkommen der Familie zu tun!
    Dennoch ist es ein ungerechtes System, denn die Anträge sind sehr umfänglich und man muß sich (für mein Gefühl) ziemlich nackig machen.
    Und: Die Kosten werden nicht übernommen, weil das Kind lesen und schreiben kann, sondern "nur" weil es durch die Folgeerscheinungen seelisch behindert ist oder eine seelische Behinderung droht. (Das Kind muß also gemobbt werden, unglücklich sein usw. ein glücklicher Analphabet bekommt keine Therapie)

    Die Eltern können zur Kostenbeteiligung herangezigen werden. Zumindest wenn der Antrag über das Jugendamt SGB VIII 35a läuft.

    Das hängt vom Einkommem ab.

    #luftballon

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Mondschein ()

  • der wert ist ja sehr individuell. wir erwachsenen haben usn auf bestimmte werte geeinigt, als kind ist die wertigkeit noch eine ganz andere.

    Das stimmt natürlich. Als sie klein waren war es in sofern einfach, dass wir einfach geschaut haben, beiden KIndern ihre Wünsche zu erfüllen.

    Diese waren noch recht klein (bestimmte Playmobil figuren, eine Puppe, Spiele ....) das hielt sich in einem Rahmen in dem wir beiden X Geschenke unter den Baum legen konnten und gut war.

    Schief gegangen ist das einmal, als wir den Wunsch unserer Tochter falsch verstanden hatten: Sie wollte die coole Playmobilburg, die ihr Bruder auch hatte. Und dann gab es Tränen, weil in der Burg ihres Bruders immer ein Drache stand. Der gehörte nicht zur Burg, was ihr nicht klar war.

    Wir haben ihr dann auch noch den Drachen gekauft, und alles war gut (War nicht teuer).


    Jetzt wo sie älter sind, können sie das mit dem Geld wohl am besten nachvollziehen. So können sie auch selbst überlegen, was sie sich da wünschen können.


    ich gehe davon aus, dass allen hier bewusst ist, dass jeder mensch andere bedürfnisse hat. somit kann "standard" nicht für alle gleich angesetzt werden.

    Es wurde aber schon angemerkt, dass lesen und schreiben doch wohl wichtiger sei, als das zweite Instrument.

    Ich denke aber auch, dass Standart bei meinen Kindern einfach Himmelweit auseinander ist.

    Es ist auch nicht so, dass meine Tochter z.B. einfach machen könnte, was mein Sohn macht.



    so wie ich dich lese, schafft ihr das. und ihr schafft anscheinend auch, auf lange sicht ungefähr das gleiche geld für beide kinder auszugeben.

    Ja, das läuft hier sehr gut. Zurzeit ist unsere Tochter sogar stolz darauf, das Kind zu sein, das derzeit weniger Kosten verursacht. Das war eine Zeitlang anders.


    ich glaube, wirklich schwierig wird es erst, wenn es eine entweder-oder frage wird. darf das eine kind lesen und schreiben lernen oder das andere ein instrument. beides geht sich nicht aus. oder ernähren wir uns nur noch von nudeln und erdäpfel und beide kinder werden gefördert. oder verschieben wir das instrument, weil jetzt grad schreiben udn lesen wichtiger ist. oder ist es für das hochintelligente kind wichtiger, ausgelastet zu sein, weil sonst wirds zum schulverweigerer und das andere kind kann auch später noch lesen und schreiben lernen.

    Wir neigen dazu dann von Nudeln und Erdäpfeln zu leben.


    Und ja, genau so ist es.


    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Die Kosten werden nicht übernommen, weil das Kind lesen und schreiben kann, sondern "nur" weil es durch die Folgeerscheinungen seelisch behindert ist oder eine seelische Behinderung droht. (Das Kind muß also gemobbt werden, unglücklich sein usw. ein glücklicher Analphabet bekommt keine Therapie)

    Unglücklich war er nicht.

    Ich kenne kein Kind, das so in sich ruht, wie mein Sohn.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Aber geht es in dieser Diskussion denn ausschließlich ums Geld? Es gibt ja z.B. Hobbies, die von den Eltern viel zeitlichen Einsatz erfordern (Fahrdienste, Turnierbegleitung) und durch andere Freizeitbeschäftigungen werden die Eltern eher entlastet. Wird das dann auch immer ausgeglichen? Und die Größe des Kinderzimmers? Die Privilegien durch die Geschwisterfolge? Das eine Kind kriegt noch Unterstützung in Dingen, die das andere in dem Alter schon konnte - und ist das jetzt positiv oder negativ für das betreffende Kind? Wie soll das denn wirklich immer "fair" sein?

  • Klar, das gehört auch dazu.


    Ich finde aber schon, dass man sich um Fairness bemühen kann,

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Klar, das gehört auch dazu.


    Ich finde aber schon, dass man sich um Fairness bemühen kann,

    Aber fairness ist doch längst nicht nur Geld. Vielleicht am wenigsten Geld.


    Wenn der eine nun mal gerne Fußball spielt uns für den Verein 10euro im Monat kostet, aber jede Woche sechs Stunden elterntaxi, der andere aber reitet und monatlich 200euro braucht, aber selbst hinkann, so dass keine Mitarbeit dich die Eltern nötig ist - wer bekommt dann mehr?

  • Wenn eins meiner Kinder äußert, dass es sich ungerecht behandelt fühlt, versuche ich entweder, einen Ausgleich zu schaffen, oder ich versuche das Kind zu überzeugen, dass es nicht ungerecht behandelt wird, wenn es aus meiner Sicht definitiv nicht so ist, oder eben eine Mischung aus beidem. Solange sich keiner beschwert, mache ich es einfach so, wie es sich für mich gerecht anfühlt. Da sind dann sicher auch einige Konventionen dabei, die ich eben so kennengelernt habe, die aber vielleicht bei genauerer Betrachtung auch nicht unbedingt "gerecht" sind. Objekt gerecht gibt es ja sowieso nicht, wie aus der Auflistung von nez perce schön hervorgeht.


    Was das konkrete Beispiel mit der Lerntherapie und dem Instrument betrifft, da sehe ich es auch so, dass die Lerntherapie bei mir eindeutig Vorrang hätte vor dem Instrument, wenn ich mich entscheiden müsste. Zu der Lerntherapie gibt es anscheinend keine Alternative, wenn das Kind Lesen und Schreiben lernen soll. Wenn es "nur" darum geht, den Kopf zu beschäftigen, gibt es meiner Meinung nach genügend billigere oder kostenlose Alternativen, auch wenn das Kind gerade am liebsten dieses Instrument lernen möchte.

  • Klar, das gehört auch dazu.


    Ich finde aber schon, dass man sich um Fairness bemühen kann,

    Aber fairness ist doch längst nicht nur Geld. Vielleicht am wenigsten Geld.

    Das hat auch keiner gesagt. Im Gegenteil würde ich sagen.

    Fahrservice ist auch Zuwendung. ;)


    Was das konkrete Beispiel mit der Lerntherapie und dem Instrument betrifft, da sehe ich es auch so, dass die Lerntherapie bei mir eindeutig Vorrang hätte vor dem Instrument, wenn ich mich entscheiden müsste. Zu der Lerntherapie gibt es anscheinend keine Alternative, wenn das Kind Lesen und Schreiben lernen soll. Wenn es "nur" darum geht, den Kopf zu beschäftigen, gibt es meiner Meinung nach genügend billigere oder kostenlose Alternativen, auch wenn das Kind gerade am liebsten dieses Instrument lernen möchte.

    Also in diesem Fall war es für das eine Kind tatsächlich nicht so wichtig ob es etwas früher oder später lesen lernt (Er kann es, weil er die Lerntherapie bekommen hat, aber gesetzt den Fall es stände diese Entscheidung an)

    Schulabschluss hat er nicht gemacht, auch mit lesen können nicht, dafür hatte er in der weiter führdenden Schule einen guten Förderschullehrer der sich super um ihn gekümmert hat, und jetzt ist er in einer Ausbildung die für Jugendliche mit Behinderung ausgerichtet ist. Auch das könnte er machen, wenn er nicht lesen und schreiben könnte.

    Es ist natürlich toll, dass er es konnte, als er in die weiterführende Schule kam, aber so wie ich das heute einschätze, hätten sie es ihm sonst dort beigebracht.

    Eventuell hätten wir ohne die Lerntherapie deutlich früher die Anerkennung bekommen, dass er geistig schwer behindert ist, was uns viel Stress erspart hätte.


    Mit seiner aktuellen Diagnose sind die Erwartungen sehr niedrig.



    Tja, und unsere Tochter: Sie hat sich das Saxophon selbst rangeholt: In der Grundschule hat sie im Rahmen von Jeki damit angefangen, sich dann in der Stadtteilschule zwei Bandprojekte gesucht, an denen sie teilnehmen konnte, weil wir erstmal abgeblockt haben. Nun ist sie aber so gut, sie spielt zwei Instrumente, und das mit Leuten die deutlich älter sind als sie (Oberstufe).

    Da dann zu sagen: "Such dir halt was billiges", funktioniert nicht so wirklich.

    Also bekam sie den Einzelunterricht im Saxophon.


    Im Nachhinein würde ich sogar sagen: Meinem Sohn hätten sie vermutlich in der Stadtteilschule noch lesen und schreiben beigebracht, eben weil das der Standart ist, der jedem Kind vermittelt wird.


    An meine Tochter wird ihre Besonderheit immer als Anspruch herangetragen: Dass sie eine E1 in Mathe hat ist für den Lehrer kein Grund zufrieden zu sein (als Beispiel).


    Das Bild mit dem Zaun passt da ganz gut: Das geht davon aus, dass alle Kinder über den Zaun schauen und sehen wollen wie das Spiel läuft.

    Nur stimmt das nicht.

    Manche Kinder spielen lieber vor dem Zaun, die interessiert das Spiel dahinter gar nicht (wenn ich mir so meinen Sohn anschaue).

    Andere halten es hinter dem Zaun nicht aus, die drehen durch, und wollen rüberklettern, und bräuchten dafür eine Leiter (das wäre dann meine Tochter).

    Allgemein wird aber nur geschaut: Kann das Kind über den Zaun schauen? Wenn nein, dann muss man doch wohl helfen, wenn ja, dann ist alles weitere Luxus oder eben Hobby.


    Liebe Grüße


    Shevek

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Tja, und unsere Tochter: Sie hat sich das Saxophon selbst rangeholt: In der Grundschule hat sie im Rahmen von Jeki damit angefangen, sich dann in der Stadtteilschule zwei Bandprojekte gesucht, an denen sie teilnehmen konnte, weil wir erstmal abgeblockt haben. Nun ist sie aber so gut, sie spielt zwei Instrumente, und das mit Leuten die deutlich älter sind als sie (Oberstufe).

    Da dann zu sagen: "Such dir halt was billiges", funktioniert nicht so wirklich.

    Also bekam sie den Einzelunterricht im Saxophon.

    Ich finde es auch toll, dass ihr ihr das ermöglichen konntet. Aber ich persönlich hätte es trotzdem nicht ungerecht sondern schade gefunden, wenn es aus finanziellen Gründen nicht gegangen wäre, weil das Geschwisterkind das Geld für eine Therapie braucht (wenn es denn eine sinnvolle/hilfreiche Therapie ist).

  • Das ist immer so eine Sache mit der Gerechtigkeit. Meine Eltern haben das immer sehr locker gesehen. Jedes Kind sollte bekommen, was es eben gerade braucht. Und da wir als Kinder dann im Grunde auch wirklich immer hatten, was wir brauchten, gab es da eigentlich wenig Eifersucht. Meine Eltern hatten immer ein recht gutes Auskommen.

    Jetzt sind meine Schwester und ich erwachsen, haben selber Kinder und meine Eltern versuchen es bei den Enkeln gerecht zu halten, weil die Hauptverantwortung ja auch bei uns Eltern liegt und die Rolle als Großeltern doch auch anders ist.


    Mein Mann und ich waren die letzten Jahre finanziell immer knapp. Da gab es wiederrum wenig Eifersucht unter den Kindern, weil sowieso keiner zum Sport/Musikschule konnte. Habe ich Glück gehabt, meine Kinder waren da ohnehin nicht interessiert dran. Wir haben hin und wieder doch mal was möglich gemacht, hat aber in der Regel keinen Anklang gefunden. Dann ist es halt auch irgendwie einheitlich.


    Aber Gerechtigkeit kann schon Blüten tragen. Ich war vorhin in der Innenstadt unterwegs und musste hinter ein paar Erwachsenen gehen, die sich auch über dieses Thema unterhielten, so dass ich zwangsläufig mithörte. Dort erzählte ein junger Mann davon, dass sein Bruder früher mit dem Bus zur Schule fuhr und daher die Busfahrkarte von den Eltern bekam. Er selbst konnte mit dem Fahrrad seine Schule erreichen und bekam dann zum Ausgleich für das Busgeld stattdessen Fahrradgeld. Er fand das so gut und äußerte seine Freude darüber.

    Aber in dem Moment hätte ich ihn gerne mal angesprochen und das weiter nachgefragt (habe ich selbstverständlich nicht getan), denn das finde ich total absurd.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • Aber Gerechtigkeit kann schon Blüten tragen. Ich war vorhin in der Innenstadt unterwegs und musste hinter ein paar Erwachsenen gehen, die sich auch über dieses Thema unterhielten, so dass ich zwangsläufig mithörte. Dort erzählte ein junger Mann davon, dass sein Bruder früher mit dem Bus zur Schule fuhr und daher die Busfahrkarte von den Eltern bekam. Er selbst konnte mit dem Fahrrad seine Schule erreichen und bekam dann zum Ausgleich für das Busgeld stattdessen Fahrradgeld. Er fand das so gut und äußerte seine Freude darüber.

    Aber in dem Moment hätte ich ihn gerne mal angesprochen und das weiter nachgefragt (habe ich selbstverständlich nicht getan), denn das finde ich total absurd.

    Bei meinem Mann war das genauso . Er hatte einen Schulweg von 3 km , seine Schwester 9 km.

    Er ist mit dem Rad gefahren , sie mit Bus und Bahn . Für ihn gab gab es auch Fahrradgeld statt

    Busgeld. ( Mittlerweile) findet er nicht mehr gerecht , weder er noch seine Schwester haben sich die weiterführenden Schule selbst aussuchen dürfen . Seine Schwester musste mehr Zeit für den Fahrweg aufbringen, egal ob mir Fahrrad oder Bus und Bahn und hatte dann sogar noch weniger Geld zur Verfügung.

  • Das sehe ich auch so.

    Also dass das nicht gerecht ist. Fahrtkosten übernehmen wir, das sind hier Haushaltskosten.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)